18.04.2025
FIRMENBUCH

Wiener IT-Unternehmen WhizUs macht Firmenbuch frei zugänglich

Die österreichische Firma WhizUs hat ein neues Tool zum Einsehen von Firmendaten veröffentlicht. Darunter sind auch Jahresberichte sowie Lagepläne.
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WhizUs wurde 2019 gegründet und ist in Wien ansässig. Die Firma bietet maßgeschneiderte Lösungen und Beratungen zur Optimierung von Entwicklungsprozessen und Cloud-Infrastrukturen an. Mit dem „OpenFirmenbuch“ haben drei Mitarbeiter:innen von WhizUs eine Plattform erstellt, die erstmals einen niederschwelligen und einfachen sowie kostenlosen Zugang zu sämtlichen Firmendaten ermöglicht. Darunter sind unter anderem auch Jahresabschlüsse oder Lageberichte – das war bisher nur über kostenpflichtige Kanäle oder mit viel technischem Know-How möglich.

Über das OpenFirmenbuch kann man jetzt ohne Anmeldung sämtliche österreichische Firmen suchen und erhält ein PDF zum Auslesen der Daten. „Es ist nicht gedacht, dass wir daran etwas verdienen“, sagt Erik Auer, CEO von WhizUs, gegenüber brutkasten. „Wir bieten das Service gratis an, dafür steht unser Name drunter“. Das Hauptziel der Plattform sei es, so Auer, „der österreichischen Gesellschaft etwas zurückzugeben und für mehr Transparenz zu sorgen“.

Interessant sei das OpenFirmenbuch für eine sehr breite Zielgruppe: so beispielsweise für Angestellte, die gerne wissen würden, wie erfolgreich eigentlich ihr Arbeitgeber ist; oder auch für Firmen selbst, um einen Marktvergleich anzustellen. Das Tool wäre auch rund um die Insolvenz des Immobilienunternehmen Signa sehr interessant gewesen, sagt Auer.

Ermöglicht durch EU-Novelle

Möglich wurde das Angebot aufgrund einer EU-Novelle. Die EU-Verordnung verpflichtet die Mitgliedsstaaten dazu, zentrale Unternehmensdaten frei zugänglich zu machen. In Österreich wurde diese Regelung im März 2025 umgesetzt.

Allerdings sind die Daten nur für technisch sehr affine Menschen zugänglich – denn um an die Daten zu kommen, muss erst ein API-Key, also ein Schlüssel für die Programmierschnittstelle, beantragt werden. Die Ausgabe der Daten erfolgt dann in einem schwer lesbaren XML-Format. Mit der OpenFirmenbuch-Lösung sind die Daten nun einfach als PDF-Dokumente abrufbar.

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Michael Dobersberger ist der "Startup-Wingman" im Silicon Valley. | © brutkasten

Das Silicon Valley ist nach wie vor das unangefochtene Epizentrum der globalen Tech-Welt. Ein Großteil des weltweiten Risikokapitals ist in der Region rund um San Francisco gebündelt. Für europäische Startups birgt der Markteintritt in den US-amerikanischen Raum jedoch erhebliche kulturelle wie strukturelle Hürden. Genau an dieser Schnittstelle setzt die Arbeit von Michael Dobersberger an. Brutkasten hat ihm einen Tag lang in San Francisco über die Schulter geschaut.

Michael Dobersberger im Gespräch mit brutkasten-Redakteurin Ann-Kathrin Salmen vor der Bay Bridge in San Francisco. © brutkasten

Ein Ökosystem für den Aufstieg

Als Co-Direktor der Initiative Open Austria, einem Joint Venture der Wirtschaftskammer Österreich und des Außenministeriums, fungiert Dobersberger als strategischer Sparring-Partner vor Ort. Während die WKÖ-AußenwirtschaftsCenter in New York und Los Angeles das operative Tagesgeschäft im Exportgeschäft abwickeln, konzentriert sich das AußenwirtschaftsCenter in San Francisco unter seiner Leitung auf spezialisierte Formate.

„Ich sehe meine Aufgabe darin, Startups ready für das Silicon Valley zu machen, damit sie einen gewissen Startvorteil gegenüber anderen europäischen Startups haben“, erklärt Dobersberger im Gespräch. Sein Aufgabengebiet umfasst gezieltes Startup-Coaching für den US-Markteintritt sowie Innovation Scouting für etablierte Großunternehmen. Die Nachfrage ist hoch: „Allein heuer habe ich schon über 260 Unternehmen in einem meiner Programme gehabt.“

Die Teilnehmer:innen des GOUSA Kickoffs im Silicon Valley. © Michael Dobersberger

Das Mindset: Ja, wenn … statt Nein, weil …

Die kulturellen Gräben zwischen europäischen und US-amerikanischen Entrepreneurship-Zugängen erlebt Dobersberger täglich. Während hierzulande Risiken oft im Vordergrund stehen, herrscht in Kalifornien eine ausgeprägte Optimierungskultur.

Den zentralen Unterschied im Denkansatz bringt Dobersberger pragmatisch auf den Punkt: „In den USA heißt es: ‚Es kann funktionieren, wenn …‘, während in Europa oft gesagt wird: ‚Das funktioniert nicht, weil …‘“. Es gehe keineswegs darum, kritische Einwände zu ignorieren, sondern Geschäftsideen konstruktiv zu bewerten und Chancen in den Mittelpunkt zu rücken.

Schnelligkeit und ein realistischer Blick auf Fehler

Ein entscheidender Erfolgsfaktor am US-Markt sei die Umsetzungsgeschwindigkeit. „Du musst nicht besser sein, du musst schneller sein“, betont Dobersberger. Wer rasch am Markt testet, gewinnt wertvolles Feedback und kann Mitbewerber überholen.

Ergänzt wird dieses Tempo durch den vielzitierten Umgang mit dem Scheitern, der jedoch häufig missverstanden werde. Fehler seien zwar Teil der Lernkurve, dürften das Unternehmen jedoch nicht ruinieren. „Fail fast, fail often – and keep the price to a minimum“, bringt es Dobersberger auf den Punkt. Das bedeutet übersetzt so viel wie: „Scheitere schnell, oft und halte die Kosten dabei auf einem Minimum.“

Präzision fordert der Experte auch beim Markenauftritt und Produktstart. Zu langes Perfektionieren im Stillen sei gefährlich: „Wenn du nicht irgendwann sagst: ‚Mein erstes Produkt war so peinlich‘, dann bist du zu spät an den Markt gegangen“, veranschaulicht er eindrücklich.

Ein Großteil von Dobersbergers Arbeit besteht darin, Menschen miteinander zu vernetzen. © brutkasten

Die Matrjoschka-Logik beim Pitchen

Auch in der Kommunikation rät Dobersberger zu einer radikalen Vereinfachung. Statt technischer Details müsse in den ersten Sekunden das zugrundeliegende Problem im Fokus stehen. Dobersberger nutzt dafür das Bild einer umgekehrten Matrjoschka-Puppe.

„Die erste Matrjoschka ist die wichtigste – das ist dein Why“, erklärt er. Ziel der ersten 40 Sekunden sei es nicht, das gesamte Produkt zu erklären, sondern Neugier zu wecken und Folgetermine zu sichern. Wer zu tief ins Technische abgleite, verliere das Gegenüber rasch.

Menschen investieren in Menschen

Zudem entscheide die Persönlichkeit des Gründerteams oft mehr als die Technologie selbst. Das Feedback internationaler Investor:innen zeichne hier ein klares Bild: „Die Investoren investieren zu 90 Prozent ins Team und zu zehn Prozent in die Technologie.“ Starken Gründerpersönlichkeiten traue man eher zu, Märkte zu erschließen und Geschäftsmodelle bei Bedarf anzupassen.

Mit diesem ganzheitlichen Ansatz, von der Schärfung der Story bis hin zur Vernetzung vor Ort, unterstützt Dobersberger heimische Gründer:innen dabei, im Silicon Valley nachhaltig Fuß zu fassen.

Dobersberger mit seinem ehemaligen indonesischen Diplomaten-Kennzeichen. Vor seiner Zeit in Amerika war er in Indonesien, Serbien und England tätig. © brutkasten
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