17.06.2025
INVESTMENT

Wiener Industrial FinTech holt Wachstumsfinanzierung in sechsstelliger Höhe

Das auf Pay-per-Use-Finanzierung in der Industrie spezialisierte Startup Linxfour (ehemals linx4) möchte das frische Kapital fürs Wachstum nutzen.
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Linxfour
© Linxfour - Peter Oser (l.) und Cyprian Bruck von Linxfour.

Im Jänner 2023 holte das 2018 gegründete Wiener Startup Linxfour ein Investment in nicht genannter Höhe. Im September des gleichen Jahres folgte eine weitere Finanzierungsrunde, bei der ebenfalls die Summe nicht kommuniziert wurde. Dieses Mal jedoch, wie brutkasten erfuhr, kratzt man bei der Wachstumsfinanzierung an der Million und darf sich über einen hohen sechsstelligen Betrag freuen. Das Kapital kommt unter anderem vom Bestandsinvestor CCAP.

Linxfour: Projekte in über zehn Ländern

Linxfour ist eine Leasingplattform im Bereich nutzungsbasierter Finanzierungslösungen (,Pay-per-Use-Leasing“) für industrielle Maschinen und Anlagen. Das wachsende Wiener Unternehmen hat sein Finanzierungsprodukt bereits 2022 auf den Markt gebracht und kooperiert im Maschinenbau mit Alfa Laval, AVL, Kardex Remstar, KraussMaffei, Washtec und Engel. Und hat mittlerweile Projekte in über zehn europäischen Ländern finanziert.

Das zusätzliche Kapital wird nun für die weitere Expansion in neue Märkte sowie den gezielten Ausbau des Teams eingesetzt.

Neue Doppelspitze

Gleichzeitig mit der Kapitalerhöhung wurde Cyprian Bruck, bisher CTO von Linxfour, zum Co-CEO berufen und bildet nun gemeinsam mit Peter Oser die Doppelspitze des Unternehmens. Zusätzlich zum Technologiebereich verantwortet Bruck auch den Vertrieb sowie das Marketing.

„Nach zwei Jahren bei Linxfour als CTO freue ich mich über das Vertrauen, das mir mit der Bestellung zum Co-CEO entgegengebracht wird. In dieser Zeit haben wir die Weichen für unser weiteres Wachstum gestellt. Unsere selbst entwickelte Softwareplattform sowie unsere Kundenbeziehungen werden die maßgeblichen Erfolgsfaktoren für die nächste Wachstumsphase sein“, sagt Bruck.

Linxfour mit Prognosefähigkeit zur Maschinennutzung

Co-CEO Oser ergänzt: „Wir haben in den vergangenen vier Jahren bewiesen, dass wir unseren Kunden ein hoch attraktives Finanzierungsprodukt liefern, welches gleichzeitig für Investoren stabile Renditen mit limitiertem Risiko liefert. Seit Anfang 2022 hat unser Portfolio konstant eine jährliche Rendite von nahe zehn Prozent erzielt – was die Stärke unserer Risikoanalyse und der Prognosefähigkeiten zur Maschinennutzung unterstreicht“.

Christopher Caesar, Managing Partner der Investitions- und Beratungsgesellschaft CCAP, die federführend war bei den Kapitalerhöhungen 2023 und 2025, sieht das hohe Maß an Interesse von bestehenden Investoren an dieser Finanzierungsrunde als Beweis für das attraktive Geschäftsmodell von Linxfour. Er sagt: „Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit dem Linxfour-Team und die kommende Wachstumsphase, die den strukturellen Wandel hin zu Equipment-as-a-Service ausnutzen wird.“

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Rund 50 Digital-Unternehmen mit etwa 600 Mitarbeiter:innen und mehr als 400 Millionen weltweiten Nutzer:innen – das ist das Portfolio der Liechtensteiner Private-Equity-Gesellschaft RM Equity Partners. Insgesamt hält diese eine halbe Milliarde Euro Assets under Management (AuM). Bekannte Portfolio-Unternehmen sind etwa die Outdoor-Plattform Bergfex aus Graz oder die deutsche Motorrad-Tour-App Calimoto.

Neue Bedeutung für zwei Buchstaben

Bis vor kurzem war die Gesellschaft Teil der Vorarlberger Russmedia-Gruppe, wie auch die zwei Buchstaben im Namen verraten. Nun befindet sich das PE-Unternehmen komplett im Besitz der drei Partner Eugen Benedikt Russ, Chris Wittlinger und Nicola Szekely. Somit bleibt es freilich zu einem Teil in der Vorarlberger Unternehmerfamilie Russ, die hinter Russmedia steht. Das RM bleibt als etablierter Name erhalten. Mit dem Slogan „Results matter“ bekommt es eine neue Bedeutung.

„Was das Team im vergangenen Jahrzehnt aufgebaut hat, macht uns stolz – und das ist erst das Fundament. Als völlig unabhängiges Unternehmen liegt unser Fokus nun ganz auf der Zukunft: der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit Unternehmern und dem Aufbau beständiger, digitaler Unternehmen“, kommentiert Russ in einer Aussendung.

Bis zu 250 Millionen Euro pro Beteiligung

Die drei Partner investieren über die Gesellschaft ausschließlich eigenes Kapital und fokussieren klar auf Mehrheitsübernahmen und langfristige Beteiligungen. Bei einem Einzeldeal können nach Unternehmensangaben bis zu 150 Millionen Euro fließen, für eine Beteiligung insgesamt bis zu 250 Millionen. Dabei definiert RM Equity Partners klare Anforderungen, die auch auf der Website abzulesen sind: Das übernommene Unternehmen muss Marktführer oder starker Zweiter in seinem Segment sein und ein EBITDA über fünf Millionen Euro bzw. einen Nettoumsatz über 20 Millionen Euro vorweisen.

Gleichzeitig geben die Partner ihrerseits drei Versprechen: Kommt ein Unternehmen für einen Deal in Frage, bekomme es einen ersten Call innerhalb von 48 Stunden, eine konkrete Antwort innerhalb von sieben Tagen und, wenn ein Deal zustande kommt, dessen Abschluss innerhalb von acht Wochen. „Wenn es uns gefällt, sagen wir ja. Wenn nicht, sagen wir schnell nein. Hinter uns steht kein Investmentkomitee, und zwischen uns stehen keine Berater“, so die Partner auf der Homepage.

Zuletzt Verkauf von Alpy.com

Nach der Übernahme restrukturiere man dann nicht, aber unterstütze in jenen Bereichen, in denen man Expertise habe. Wiewohl RM Equity Partners als PE-Gesellschaft im Gegensatz zu einer VC-Gesellschaft nicht Exit-getrieben ist, sind auch Verkäufe übrigens keineswegs ausgeschlossen. Brutkasten berichtete erst im August vom Verkauf der Beteiligung Alpy.com. Es war der zweite Exit für die Gesellschaft in diesem Jahr.

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