22.06.2023

Wiener Health-Tech schließt 4,5 Mio.-Seed-Runde ab

Die Finanzierungsrunde wird von MassMutual Ventures und Wellington Partners angeführt. Das neue Kapital wird zum Ausbau der DACH-Marktpräsenz und zur Weiterentwicklung der KI-Therapieplattform verwendet.
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nyra health, seed
Das nyra health Gründerteam Mario Zusag, Philipp Schöllauf und Moritz Schöllauf (c) nyra health

Das Wiener Startup nyra health (ehemals myReha), eine digitale Therapieplattform für Patient:innen mit neurologischen Erkrankungen, hat eine überzeichnete Seed-Runde in Höhe von 4,5 Millionen Euro erfolgreich abgeschlossen.

Jene wurde von MassMutual Ventures (MMV) und Wellington Partners angeführt. Der Abschluss erfolgt zeitgleich mit der Umbenennung des Unternehmens. Das Flaggschiff von nyra health – die erst jüngst zum Born Global Champion gekürt wurden – ist die Therapie-App myReha, die personalisierte Therapiepläne bietet. Sie hat bereits im Dezember 2021 ein Investment von 2,2 Mio. Euro erhalten.

Nyra Health mit 35.000 Übungen

Der Fokus der App richtet sich auf die individuellen Bedürfnisse seiner Anwender:innen im Bereich Sprache und Kognition. Ziel ist es, das Potenzial der Rehabilitationsprozesse zu maximieren. Die CE-zertifizierte App enthält über 35.000 interaktive Übungen zur Unterstützung von Patient:innen nach einer neurologischen Erkrankung wie bspw. Schlaganfall, Demenz oder Long COVID.

Die App kombiniert State-of-the-Art Machine-Learning-Modelle, die Sprachmuster analysieren und genaues, unmittelbares Feedback zur Aussprache geben, mit adaptiven kognitiven Übungen. So entstehen persönliche Therapie-Trainingspläne, die das Gedächtnis, die Sprache und die Aufmerksamkeit der einzelnen Person verbessern sollen.

Expansion geplant

Die Technologie erstellt detaillierte Sprachprofile und passt den Wochenplan jeder Patientin und jedes Patienten auf der Grundlage der individuellen Leistung und verschiedener Sprachbiomarker automatisch an. Diese Sprachprofile ermöglichen es auch, langfristige Veränderungen bei Demenz und anderen neurodegenerativen Erkrankungen zu erkennen.

Die finanziellen Mittel ermöglichen es nyra health nun, ihre Präsenz in der DACH-Region auszubauen, ihre KI-Technologie zu verbessern und die Grundlage für die Expansion in englischsprachige Märkte zu schaffen.

„Wir sind begeistert, dass wir die Unterstützung eines so großartigen Teams von Investoren haben, die unsere Vision teilen. Ihr Engagement in unserer Seed-Runde ist nicht nur eine Investition in unser Unternehmen, sondern auch ein starkes Vertrauensvotum in unsere Mission und unser Potenzial. Es ist fantastisch, dass wir unser Team vergrößern und unsere KI-basierte Plattform weiter ausbauen können. Durch die Kombination von Biomarkern und Therapieergebnissen, durch die die Nachvollziehbarkeit des Therapieerfolgs gegeben ist, schaffen wir es, tief in das Gesundheitssystem integriert zu sein und können während des gesamten Therapieverlaufs der unterschiedlichen neurologischen Störungen präsent sein“, erklärt Moritz Schöllauf, Mitgründer und CEO von nyra health.

Ryan Collins, Managing Partner bei MassMutual Ventures, ergänzt: „Wir beobachten weltweit eine Zunahme neurologischer Erkrankungen, vom Schlaganfall bis zur Demenz, die vor allem auf das steigende Durchschnittsalter der Bevölkerung zurückzuführen ist. Als Antwort auf diese Probleme hat nyra health eine personalisierte Therapieplattform entwickelt, die nicht nur in deutschsprachigen Ländern dieses drängende Gesundheitsproblem angeht, sondern auch ein erhebliches Skalierungspotenzial bietet, das eine schnelle Expansion in neue Märkte ermöglicht.“

Nyra Health in über 45 Kliniken

Auch für Johannes Fischer, Principal bei Wellington Partners, ist das digitale Angebot des Wiener Startups ein gewichtiger Faktor gewesen, einzusteigen: „Wir waren tief beeindruckt von der Fähigkeit von nyra health, Patientinnen und Patienten in jeder Phase ihrer Rehabilitation zu unterstützen. Durch den Einsatz in über 45 Kliniken in Deutschland und Österreich hat nyra health begonnen, signifikante Vorteile für Patientinnen und Patienten sowie Kliniken aufzuzeigen. Die Fähigkeit des Unternehmens, Betroffene während ihrer oft jahrelangen Genesung digital zu unterstützen, ist ein einzigartiges und überzeugendes Angebot im Gesundheitssektor.“

Das Family Office, das hinter EVER Pharma steht, setzt seine Unterstützung in dieser Seed-Runde fort, nachdem es bereits in die Pre-Seed-Runde 2021 investiert und seine Expertise für die laufenden klinischen Studien des Unternehmens zur Verfügung gestellt hatte. Philipp Schulte-Noelle, Healthcare Manager, steigt als Business Angel ein.

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EU-Exekutiv-Vizepräsidentin Henna Virkkunen bei ihrer Keynote "Europe's Tech Moment" auf der VivaTech in Paris. (c) Martin Pacher | brutkasten

Es ist ein Tag mit zwei Schauplätzen. In Évian-les-Bains geht am Mittwoch der G7-Gipfel zu Ende. Am Abschlusstag sitzen die Chefs der führenden KI-Konzerne, darunter Sam Altman (OpenAI), Dario Amodei (Anthropic), Demis Hassabis (Google DeepMind) und Arthur Mensch (Mistral), mit den Staats- und Regierungschefs bei einem Arbeitsmittagessen zu Frontier-KI, Infrastruktur und Souveränität. Mehrere hundert Kilometer entfernt, auf der VivaTech in Paris, liefern zwei EU-Kommissarinnen die europäische Antwort auf die Frage, ob der Kontinent eigene globale Tech-Champions bauen kann.

Souveränität als europäischer Gegenentwurf

Henna Virkkunen, Exekutiv-Vizepräsidentin für technologische Souveränität, verwies in ihrer Keynote „Europe’s Tech Moment“ selbst auf das G7-Treffen. Weltweit investierten Regierungen massiv in ihre technologische Führung, Europa müsse seine eigene Kapazität stärken, Technologien zu entwickeln, zu produzieren und einzusetzen. Rückenwind holt sie sich aus einem am selben Tag veröffentlichten Eurobarometer: Demnach stufen 79 Prozent der Europäer:innen Digitalpolitik als EU-Top-Priorität ein, 85 Prozent befürworten Investitionen in europäisch entwickelte Infrastruktur, 82 Prozent wollen weniger Abhängigkeit von Drittstaaten.

Untermauert ist diese Linie durch das European Technological Sovereignty Package, das die Kommission Anfang Juni vorlegte: mit dem CHIPS Act 2.0 für die Halbleiter-Wertschöpfungskette und dem Cloud and AI Development Act, der einen einheitlichen Souveränitätsrahmen für Cloud-Dienste schafft. Niemand dürfe einen „Kill-Switch“ über kritische Infrastruktur haben, so hatte Virkkunen die Stoßrichtung bei der Präsentation des Pakets zusammengefasst. Beim Risikokapital benannte sie das Gefälle: Auf die USA entfielen über 50 Prozent des globalen VC, auf China rund 40, auf Europa nur etwa fünf Prozent.

Fünf-Milliarden-Fonds gegen die Fragmentierung

Im Panel „Can Europe Build Global Champions?“ setzte Ekaterina Zaharieva, Kommissarin für Startups, Forschung und Innovation, auf Selbstbewusstsein. Europa habe die besten Deep-Tech-Talente und den größten Binnenmarkt, kranke aber an Fragmentierung. Dagegen verwies sie auf das 28. Regime, ein „europäisches Delaware“ für grenzüberschreitende Gründungen, und auf den Scaleup Europe Fund: fünf Milliarden Euro, seit Mai von EQT gemanagt, erste Investments im Herbst, gedacht, um Deep-Tech-Scale-ups in Europa zu halten.

Ekaterina Zaharieva auf der VivaTech 2026 | (c) VivaTech

Der Kontrapunkt eines Gründers

Den Kontrapunkt lieferte mit Jean-Charles Samuelian ein Gründer, der über sein Boardmandat bei Mistral mit der Runde in Évian verbunden ist, wo Mistral-CEO Mensch am Mittagstisch saß. Der CEO des Gesundheits-Scaleups Alan mag die Erzählung vom benachteiligten Europa nicht. Er habe nie gefragt, was Europa ihm geben solle, sondern wie er ein Problem löse. Wer ein echtes Kategorie-Produkt baue, finde auch Kapital, notfalls global. Das Defizit sei nicht mangelnder Ehrgeiz, sondern eine Kultur, die Risiko scheue, bis hin zum Einkauf.

Anknüpfungspunkte für Österreich

Für das heimische Ökosystem gibt es mehrere Anknüpfungspunkte. Die KI-Infrastruktur, die Virkkunen beschwört, hat in Österreich eine Adresse: Die AI Factory Austria (AI:AT), geführt von Advanced Computing Austria und dem AIT, ist seit Sommer 2025 in Betrieb, der Wiener Coworking-Hub seit Februar offen, ein KI-Supercomputer für Wien soll 2027 folgen. Der CHIPS Act 2.0 betrifft mit Standorten wie Infineon in Villach oder AT&S beim Advanced Packaging unmittelbar heimische Player. Und die Debatte um Spätphasen-Kapital spiegelt die hiesige Diskussion um einen Dachfonds und institutionelles Wachstumskapital.

Die eigentliche Frage: Kauft Europa seine Innovation?

Am Ende verschob Zaharieva die Frage von der Finanzierung zur Nachfrage: Es gehe nicht mehr darum, ob Europa Kapital für Skalierung finde, sondern ob es seine eigene Innovation auch kaufe. Der erste Kunde müsse oft die öffentliche Hand sein. Während in Évian über die großen Linien verhandelt wird, liegt die Antwort darauf bei den Einkäufer:innen.

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Wiener Health-Tech schließt 4,5 Mio.-Seed-Runde ab

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Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Als künstliche Intelligenz-basiertes Gesundheits-Startup, das personalisierte Therapieoptionen für Patienten mit neurologischen Erkrankungen anbietet, hat nyra health das Potenzial, das Gesundheitssystem zu revolutionieren und Patienten weltweit zu unterstützen. Die erfolgreiche Seed-Runde und geplante Expansion zeigen, dass Investoren großes Interesse an dieser Branche haben und die Bedeutung von digitalen Gesundheitstechnologien zunehmend anerkannt wird. Die Entwicklung solcher Technologien kann auch dazu beitragen, die Versorgung und Unterstützung für Patienten und Kliniken zu verbessern und möglicherweise dazu beitragen, die steigenden Kosten im Gesundheitssystem abzufedern.

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Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Das Wiener Health-Tech-Startup nyra health hat in einer überzeichneten Seed-Runde 4,5 Millionen Euro eingesammelt. Die Plattform bietet personalisierte Therapiepläne für Patient:innen mit neurologischen Erkrankungen an und hat bereits 35.000 interaktive Übungen zur Unterstützung im Bereich Sprache und Kognition entwickelt. Das Unternehmen plant nun, seine KI-Technologie weiter zu verbessern, seine Präsenz in der DACH-Region auszubauen und in englischsprachige Märkte zu expandieren. Die Finanzierungsrunde war ein starkes Vertrauensvotum in die Mission und das Potenzial der Firma und bietet ein erhebliches Skalierungspotenzial für eine schnelle Expansion in neue Märkte.

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Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Als Innovationsmanager:in können Sie von diesem Artikel lernen, wie ein Wiener Health-Tech-Startup namens „nyra health“ eine Seed-Runde in Höhe von 4,5 Millionen Euro erfolgreich abgeschlossen hat. Das Unternehmen hat eine intuitive Therapie-App namens „myReha“ entwickelt, die personalisierte Therapiepläne für Patient:innen mit neurologischen Erkrankungen bietet. Durch den Einsatz von State-of-the-Art Machine-Learning-Modellen analysiert die App Sprachmuster, gibt unmittelbares Feedback und schafft personalisierte Trainingspläne für jede Person. Die finanziellen Mittel ermöglichen es dem Unternehmen, ihre Präsenz in der DACH-Region auszubauen, ihre Technologie zu verbessern und die Grundlage für die Expansion in englischsprachige Märkte zu schaffen.

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Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Als Investor:in könnte der Artikel für dich relevant sein, da das Wiener Health-Tech-Startup nyra health eine überzeichnete Seed-Runde in Höhe von 4,5 Millionen Euro abgeschlossen hat. Das Unternehmen entwickelt eine digitale Therapieplattform für Patient:innen mit neurologischen Erkrankungen und hat bereits ein Investment von 2,2 Mio. Euro erhalten. Mit den finanziellen Mitteln plant nyra health nun eine Präsenzausbau in der DACH-Region, eine Verbesserung der KI-Technologie und die Expansion in englischsprachige Märkte.

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Als Politiker:in sollten Sie sich für innovative Technologien im Gesundheitssektor interessieren. Das erfolgreiche Abschließen der überzeichneten Seed-Runde des Wiener Startups nyra health zeigt, dass digitale Therapieplattformen für Patient:innen mit neurologischen Erkrankungen auf großes Interesse bei Investoren stoßen. Die personalisierten Therapiepläne der nyra health App myReha könnten in Zukunft einen wichtigen Beitrag zur Maximierung des Potenzials von Rehabilitationsprozessen leisten und die Unterstützung von Patient:innen in jeder Phase ihrer Rehabilitation digital ermöglichen. Die Expansion des Unternehmens auch in englischsprachige Märkte könnte zu einem wichtigen Schritt in Richtung globaler Gesundheitsversorgung führen.

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Das Wiener Startup nyra health, ehemals myReha, hat eine überzeichnete Seed-Runde in Höhe von 4,5 Millionen Euro erfolgreich abgeschlossen. Das Unternehmen bietet eine personalisierte Therapie-App für Patienten mit neurologischen Erkrankungen, die auf die individuellen Bedürfnisse seiner Anwender im Bereich Sprache und Kognition eingeht. Die finanziellen Mittel werden es nyra health ermöglichen, ihre Präsenz in der DACH-Region auszubauen, ihre KI-Technologie zu verbessern und in englischsprachigen Märkten zu expandieren. Das Angebot des Wiener Startups hat großes Potenzial, ein drängendes Gesundheitsproblem anzugehen und seine einzigartigen digitalen Unterstützungsmöglichkeiten für Patienten in jeder Phase ihrer Rehabilitation zu bieten.

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