19.12.2025
ENERGY

Wiener Energie-Startup nista.io muss Insolvenz anmelden

Das Wiener Startup nista.io unterstützt Industrieunternehmen dabei, ihren Energieverbrauch zu analysieren. Nun muss das Unternehmen Insolvenz anmelden.
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(c) Nista.io

Das Wiener Startup nista.io hat Insolvenz angemeldet. Gründerin Anna Pölzl machte den Schritt am Freitag über ihr privates LinkedIn-Profil öffentlich. Auch auf der LinkedIn-Seite des Unternehmens wurde der Schritt kommuniziert. Dazu heißt es: „Die Campfire Solutions GmbH (nista) hat einen Insolvenzantrag gestellt. Diese Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen. Sie war jedoch notwendig, um verantwortungsvoll mit der aktuellen Situation umzugehen und die nächsten Schritte geordnet und transparent zu klären.“

Die Lösung von nista.io

nista.io, das ein Spinoff der TU Wien ist, hat über die letzten Jahre eine KI-gestützte Energiemanagement-Lösung für Industrieunternehmen entwickelt. Mit Hilfe des Tools lassen sich Sensordaten aus Produktions- und Energiemonitoringsystemen aufbereiten, sodass Unternehmen fundierte Entscheidungen im Bereich ihres Energie-Managements treffen können. Kernprodukt ist ein sogenannter „AI Energy Co-Pilot“, der Sensordaten in Echtzeit analysiert und daraus konkrete Handlungsempfehlungen ableitet. Unter anderem setzen Unternehmen wie die Hengl Gruppe auf die Lösung des Startups (brutkasten berichtete).

Zwischenzeitlich arbeitete nista.io auch an einem sogenannten EnergyCoach – einem Tool für Privathaushalte, das dabei helfen sollte, den eigenen Energieverbrauch transparenter zu machen und langfristig zu senken. Das Produkt war als B2B2C-Lösung gedacht, bei der Unternehmen den EnergyCoach ihren Kund:innen zur Verfügung stellen. Letztlich wurde das Projekt jedoch nicht weiterverfolgt, als sich der strategische Fokus stärker auf das Kerngeschäft verlagerte (brutkasten berichtete).

„Kartenhaus zusammengebrochen“

Konkrete Gründe für die Insolvenz – etwa zur Finanzierungssituation, zur wirtschaftlichen Entwicklung – werden weder im persönlichen Posting der Gründerin noch im LinkedIn-Posting des Unternehmens genannt. Laut KSV1870 handelt es sich um ein Konkursverfahren, eine Fortführung des Unternehmens ist somit zum derzeitigen Zeitpunkt nicht vorgesehen.

„Jede Gründerin und jeder Gründer weiß, dass in diesem Spiel der Exzellenz großer Erfolg und brutales Scheitern oft nur wenige Schritte voneinander entfernt sind“, schreibt Pölzl in ihrem persönlichen Statement. Irgendwann sei „ein Stein zu viel“ gekommen – das zuvor „sorgfältig aufgebaute Kartenhaus“ sei zusammengebrochen.

Wir haben versucht, die Gründerin für eine Stellungnahme zu erreichen. Sofern eine solche nachfolgt, wird sie hier ergänzt.


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Angelos Chronis, CEO und Co-Founder von infrared.city | (c) infrared.city

Wer schon einmal durch Wien gegangen ist, kennt das Dilemma: Ein sonniger Platz ist schnell gefunden. Aber einer, der zugleich windgeschützt und angenehm temperiert ist, schon deutlich schwerer. Genau hier setzt das Wiener Startup infrared.city an. Mit Echtzeit-Mikroklimasimulationen, trainiert auf über 500.000 Datenpunkten aus mehr als 100 Städten weltweit, will das Unternehmen diese komplexen Zusammenhänge für alle verständlich und nutzbar machen – bald auch per App.

Doch hinter dem praktischen Nutzen steckt ein größeres Anliegen. Klimaanpassung ist längst keine Zukunftsvision mehr, sondern akute Realität. Bisher waren Architekturbüros, Stadtplaner:innen und Kommunen auf aufwendige Tools angewiesen, die viel Zeit, Expertise und Budget erfordern. Das Startup will diese Hürde deutlich senken.

Aus dem Forschungslabor in die Praxis

Die Geschichte von infrared.city beginnt nicht mit einer Geschäftsidee. „Wir sind nicht von Natur aus Unternehmer“, sagt CEO und Co-Founder Angelos Chronis im Interview mit brutkasten. „Wir kommen alle aus einem Forschungs- und Architektur-Background. Das war keine Business-Idee, um Geld zu verdienen. Es war ein Problem, das wir selbst hatten.“

Chronis leitete eine Forschungsgruppe am Austrian Institute of Technology (AIT), die sich mit KI, Stadtentwicklung und Klimaresilienz beschäftigte. Dort entstand, was heute infrared.city ist: ein KI-gestütztes Simulationsmodell, das komplexe Klimaanalysen in Sekunden berechnet, statt in Tagen.

Gemeinsam mit Co-Founderin und CPO Oana Taut, CSO Theodoros Galanos und CTO Serjoscha Duering baute Chronis das Forschungsprojekt zur Plattform aus. Die Idee dahinter: „Die Möglichkeit, etwas, das wir entwickelt haben, wirklich vielen Menschen zugänglich zu machen, war der eigentliche Antrieb, daraus ein Unternehmen zu machen“, so der CEO.

Bäume pflanzen in Riad

Was infrared.city in der Praxis bedeutet, lässt sich an folgendem Projekt illustrieren. In Riad, Saudi-Arabien, arbeitete das Team mit der Stadt daran, Begrünungsmaßnahmen zu planen. „Workshop-Teilnehmer konnten einfach Bäume irgendwo hinpflanzen und sofort sehen, welchen Effekt das auf den thermischen Komfort der Menschen hat“, erklärt Chronis. „Auf welcher Straßenseite bringt ein Baum mehr? Das könnte man mit einem Experten herausfinden, aber es dauert sehr lange. Bei uns sieht man es sofort.“

Das Produkt richtet sich heute an Stadtplaner:innen, Architekturbüros, Nachhaltigkeitsberater:innen und Kommunen. Über 1.300 Projekte wurden laut Unternehmensangaben bereits auf der Plattform optimiert.

Warum Österreich?

Dass infrared.city in Wien gegründet wurde, war eine bewusste Entscheidung. „Ehrlich gesagt war die Bürokratie am Anfang enorm“, sagt Chronis. „In Großbritannien kann ich ein Unternehmen an einem Nachmittag gründen. In den USA genauso. In Österreich war das damals wirklich aufwendig.“ Trotzdem blieb das Team in Wien.

„Was mich in Österreich gehalten hat, war die Work-Life-Balance und das Wissen, dass man als Arbeitgeber und Mensch gewisse Sicherheiten hat. Das war wahrscheinlich der wichtigste Faktor für mich“, sagt Chronis.

Hinzu kommt, was er als besondere Offenheit des österreichischen Ökosystems beschreibt: „Es ist ein kleines Land, aber das macht manche Dinge einfacher. Die Menschen sind offen, man kann auf Englisch sprechen, das Businessmodell wird verstanden. Das schafft echte Verbindungen.“

Austria Wirtschaftsservice (aws): Mehr als Förderung

Einen wesentlichen Anteil an dieser Entwicklung hatte die Austria Wirtschaftsservice (aws). Unterstützt wurde infrared.city im Rahmen von aws Seedfinancing – Innovative Solutions. Das Programm setzt genau dort an, wo das Startup damals stand: Es richtet sich an impactorientierte Jungunternehmen, die bereits einen Proof of Concept vorweisen können und den Schritt zur Marktreife gehen wollen.

„Das Programm selbst ist sehr wichtig. Die Finanzierung hilft dir, deinen Weg zu finden“, sagt Chronis. Was er besonders hervorhebt, sind jedoch nicht die Mittel, sondern die Türen, die aws geöffnet hat. „aws ist ein sehr guter Partner“, sagt Chronis. „Viel Unterstützung – persönlich und natürlich auch finanziell.“ Nebenbei bereitet sich infrared.city derzeit auf eine erneute Fundraising-Runde vor.

Das nächste Kapitel: KI-Infrastruktur für das Klima

Die Vision geht weit über das heutige Produkt hinaus. „Wir bauen eine KI-Schicht, eine Foundation, die es erlaubt, alles rund um das Klima in Städten abzufragen“, erklärt Chronis. Das Ziel: infrared.city als das zu positionieren, was OpenAI oder Anthropic für Sprache sind – bloß für Klimasimulationen.

Aktuell umfasst die Plattform bereits mehr als 20 verschiedene Simulationsmodelle und Analytics-Workflows. In der nächsten Phase soll diese Grundlagentechnologie für externe Entwickler:innen geöffnet werden. Über eine API können dann auf deren Basis neue Anwendungen entstehen. „Klimawandel wird die Art, wie wir in Städten leben, tiefgreifend verändern. Man kann das Klima nicht mehr ignorieren. Je extremer es wird, desto mehr muss man damit planen“, sagt Chronis.


Disclaimer: Der Artikel wurde in Kooperation mit der Austria Wirtschaftsservice (aws) umgesetzt.

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