Wiener E-Auto-Startup vibe moves you expandiert nach Deutschland
Zudem arbeitet das Unternehmen an einem digitalen Ökosystem für das Flottenmanagement. Das System dazu soll auf der IAA Mobility 2025 in München im September vorgestellt werden.
Der österreichische E-Auto-Aboanbieter vibe moves you expandiert noch in diesem Jahr nach Deutschland. Das 2019 in Wien gegründete Unternehmen bringt damit seine Abo-Modelle, das Gebrauchtwagenprogramm revibe und ein geplantes digitales Flottenmanagement auf den deutschen Markt. Die Expansion beginnt in Süddeutschland, weitere Regionen sollen schrittweise folgen.
3.500 Auto-Abos
Das Angebot von vibe richtet sich an Privat- und Geschäftskunden, die ohne langfristige Bindung auf Elektromobilität umsteigen wollen. Im monatlichen All-inclusive-Preis sind Fahrzeug, Versicherung, Wartung und weitere Services enthalten. Kunden können zwischen unterschiedlichen Modellen, Kilometerpaketen und Laufzeiten wählen. Mit revibe bietet das Unternehmen zudem gebrauchte, geprüfte E-Fahrzeuge zu günstigeren Konditionen an (brutkasten berichtete).
Mit seinen unterschiedlichen Angeboten hat vibe seit Gründung laut eigenen Angaben „mehr als 3.500 Auto-Abos in kleinen und großen Flotten platziert.
Digitales Flottenmanagement
Ein zentrales Element der Wachstumsstrategie ist der Aufbau eines digitalen Ökosystems für ganzheitliches Flottenmanagement. Dieses soll Fuhrparkmanagern künftig Echtzeit-Einblicke in Fahrzeugstatus, Fahrleistungen, Ladeprozesse und Abrechnungen ermöglichen. Weitere Details will das Unternehmen auf der IAA Mobility im September in München vorstellen.
„Unser Ziel ist es, der führende Anbieter für nachhaltige Mobilitätslösungen in Europa zu werden“, so Martin Rada, Managing Director von vibe moves you. „Die IAA bietet uns die perfekte Bühne, um deutschen E-Auto-Fahrern und Flottenbetreibern unsere Lösungen vorzustellen – und gemeinsam mit Partnern weitere Innovationen auf den Weg zu bringen.“
Für Aufmerksamkeit sorgte vibe bereits Anfang 2025, als das Unternehmen das Auto-Abo-Geschäft des oberösterreichischen Anbieters ocay übernahm und damit rund 1.000 zusätzliche Kunden gewann (brutkasten berichtete).
Der European Venture Sentiment Index von Venionaire für das 2. Quartal 2026 zeigt wieder einmal: Es ist anders gekommen, als erwartet. Dabei passen die harten Zahlen aktuell nicht unbedingt mit der Stimmung zusammen.
Der European Venture Sentiment Index von Venionaire für das 2. Quartal 2026 zeigt wieder einmal: Es ist anders gekommen, als erwartet. Dabei passen die harten Zahlen aktuell nicht unbedingt mit der Stimmung zusammen.
„Für das zweite Quartal könnten die Vorzeichen kaum schlechter stehen“, zitierte brutkasten Venionaire im April zur Veröffentlichung des European Venture Sentiment Index für das erste Quartal. Doch – wie so oft – kam es dann doch anders. Die im ersten Quartal durch den Angriff der USA auf den Iran hervorgerufene Krise schlug sich nämlich – anders als etwa die Krise nach Beginn des Ukraine-Kriegs – nicht auf die Risikokapital-Volumina nieder.
Die Zahlen sahen laut Venionaire-Analyse im zweiten Quartal nämlich gut aus: Die Gesamtinvestitionen am europäischen Risikokapitalmarkt nahmen weiter zu und erreichten mit 29 Milliarden US-Dollar einen neuen Rekord. Weiters konnte auch die reine Deal-Anzahl um rund fünf Prozent auf 965 Deals gesteigert werden.
Dennoch sind die für den quartalsweisen Index befragten Investor:innen nicht in Jubelstimmung. Der Indexwert liegt mit 4,8 knapp unter der neutralen Marke 5. Er ist damit besser als der Wert im Vorquartal und besser als der für das Quartal erwartete Wert (siehe Grafik), aber immer noch nicht positiv. Auch die Erwartung für das kommende Quartal ist mit 4,4 wieder schlechter. „Die Zahlen zeichnen ein positiveres Bild als die Stimmung. Investor:innen sind weiterhin zurückhaltend und warten mit Investments“, analysiert Berthold Baurek-Karlic, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Venionaire Capital AG.
(c) Venionaire Capital
Man erkenne eine leichte Stabilisierung, so Baurek-Karlic weiter zum Index-Wert. „Zwar erwarten Investor:innen mehr Aktivität und Wettbewerb im dritten Quartal, doch die großen Sorgen rund um geopolitische Spannungen und handelspolitische Unsicherheit sind aber weiterhin da.“ Es verwundere also nicht, dass der erwartete Index-Wert lediglich 4,4 betrage. Investor:innen würden kurzfristig ohne verlässlichen Ausblick auf die kommenden Quartale agieren, meinen die Analysten von Venionaire Capital.
DeepTech im Vorteil
Und langfristig könnte sich eine Veränderung der Investitionskriterien abzeichnen, erwarten die Analysten. Effizienz und Produktdifferenzierung würden zunehmend als Grundvoraussetzungen gelten. In den Mittelpunkt rücke stattdessen die Frage, ob ein Unternehmen über einen dauerhaft verteidigungsfähigen Wettbewerbsvorteil verfüge. „Investoren hinterfragen verstärkt, ob KI-basierte Produkte tief in Infrastruktur und Arbeitsabläufen verankert sind oder lediglich auf bestehenden Basismodellen aufsetzen. Geschäftsmodelle, deren Kernfunktion kurzfristig von einem großen KI-Anbieter in dessen Plattform integriert werden könnte, werden entsprechend kritischer bewertet“, so Baurek-Karlic.
Davon würden insbesondere Bereiche mit höheren technologischen und physischen Eintrittsbarrieren profitieren, darunter DeepTech, Biotechnologie, Hardware, Robotik und fortschrittliche Fertigung. „Vielleicht stehen wir vor einem goldenen Zeitalter der DeepTech-Unternehmen“, mutmaßt der Venionaire-Gründer.
Größte Runden und stärkste Länder
Diese Erwartungen würden sich in den Top-Investments des zweiten Quartals widerspiegeln: Mit Eurowind Energy (2,3 Mrd. US-Dollar, Energie- und Abfallwirtschaft), Isomorphic Laboratories (2,1 Mrd. US-Dollar, KI-Biotechnologie) und Stegra (1,6 Mrd. US-Dollar, erneuerbare Energien) seien die größten Finanzierungsrunden an Unternehmen gegangen, die nicht einfach vom Markt verdrängt werden können. Im europäischen Risikokapital-Länderranking führte einmal mehr das Vereinigte Königreich (12,3 Mrd. US-Dollar) überlegen vor Deutschland (3,6 Mrd. US-Dollar) und – überraschend dank Eurowind Energy – Dänemark (3 Mrd. US-Dollar).
(c) Venionaire Capital
Und wie geht es weiter? Baurek-Karlic analysiert: „Der Risikokapitalmarkt befindet sich momentan im Wandel. Investor:innen sind bereit, mehr Kapital zur Verfügung zu stellen, wollen dafür aber auch ein gewisses Maß an Sicherheit. Auch im dritten Quartal werden es etabliertere Unternehmen mit einem felsenfesten Geschäftsmodell leichter haben.“
Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.