07.12.2021

Wiener Börse für Scaleups: „Mehr Unabhängigkeit von einzelnen Investoren“

Die Wiener Börse bewirbt ihr Einstiegssegment auch für Scaleups. Diese Finanzierungsform hat Vorteile, stellt junge Unternehmen aber auch vor neue Herausforderungen.
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Martin Kögel, CEO von Voquz Labs läutet die Börsenglocke © Wiener Börse
Martin Kögel, CEO von Voquz Labs läutet die Börsenglocke © Wiener Börse

2020 war für das Berliner Softwareunternehmen Voquz Labs ein sehr erfolgreiches Jahr. Mit SAP-Lizenzmanagement erwirtschaftete die Firma, die Teil der Voquz Gruppe ist, einen Umsatz von rund 3 Millionen Euro und ist erstmals profitabel, wie CEO Martin Kögel erzählt. Ein Jahr später ist Voquz Labs an der Wiener Börse notiert – im MTF-Segment „direct market plus“. „Wir sind bei der Finanzierung von internationalem Wachstum an Grenzen gestoßen“, erklärt Kögel den Schritt im Rahmen einer Informationsveranstaltung der Wiener Börse. Neben Berlin hat Voquz Labs unter anderem Standorte in London, New York, Cape Town, Hong Kong und Mexiko City und will vor allem in den USA und in Asien wachsen. „Das wollen wir über die Börse finanzieren“, sagt der CEO – für die Wiener Börse ein Vorzeigebeispiel für ein Listing im direct market plus.

Die Wiener Börse hat den direct market plus 2019 als börsenregulierten Markt gestartet, an dem es im Vergleich zum EU-regulierten, amtlich geregelten „Prime Market“ mehr Spielraum bei Voraussetzungen und Pflichten gibt. So ist beispielsweise kein Börsenprospekt notwendig und zum Start braucht es 10 Millionen Euro Marktkapitalisierung und eine AG mit mindestens 20 Aktionär:innen.

Neue Investor:innen ansprechen

Mehr als 30 Unternehmen haben sich seither im Vienna MTF listen lassen, davon rund 10 im direct market plus – „eine bunte Mischung“ verschiedener Branchen und einer Spanne an Marktkapitalisierung von 10 Millionen Euro bis 110 Millionen Euro, wie Silvia Wendecker von der Wiener Börse erklärt. Für Startups sei das Segment in einer späteren Unternehmensphase interessant, um den Kapitalmarkt für eine weitere Finanzierung zu nutzen. Die Vorteile sieht Wendecker darin, neue Investor:innen ansprechen zu könne, aber auch in einem besseren Kreditrating durch eine gestärkte Eigenkapitalbasis und nicht zuletzt mehr Sichtbarkeit durch die von der Wiener Börse unterstützte Publizität.

An der Börse ständig im Fundraising

Ein Listing an der Börse bedeutet aber auch laufenden Mehraufwand und damit sind nicht nur Halbjahres- und Jahresabschluss gemeint. „Es kostet viel Zeit und beschäftigt vor allem den CEO“, erzählt Kögel. „Man muss ständig eine aggressive Wachstumsstrategie präsentieren“. Kögel hat sich trotz des Aufwands und der noch überschaubaren Größe des Unternehmens für ein Listing entschieden oder vielmehr gegen eine Finanzierung über ein Private-Equity-Investment.

Private Equity habe zwar den Vorteil, dass man das Fundraising mit einer Runde abschließen könne. Allerdings sei man dann meist sehr stark von einem großen Investor oder einer Investorin abhängig. „Bei einem Listing bleibe ich im driver seat“, meint Kögel und man habe „mehr Unabhängigkeit von einzelnen Investoren“. Der Mehraufwand für die laufende Investor:innensuche bringe auf der anderen Seite auch eine bessere Bewertung. „Wir hatten laut Gutachten eine Bewertung von 16 Millionen Euro und jetzt sind es bereits 25 Millionen Euro (zum Zeitpunkt der Veranstaltung Ende November 2021, Anm.)“, sagt Kögel, der mit Voquz Labs am 26. Juli 2021 die Börsenglocke läutete.

Hürde: 20 Aktionär:innen vor dem Listing

Die größte Herausforderung für vergleichsweise kleine Unternehmen vor einem Listing ist die Suche nach den mindestens 20 Aktionär:innen. Voquz Labs half sich mit Mitarbeiter:innen – ein Punkt, der übrigens oft übersehen wird: ein Listing kann auch ein Vorteil im Hiring sein, da es eine Mitarbeiter:innenbeteiligung vereinfacht. Voquz ist an der Börse mit der knappen Mindestzahl gestartet und hat laut Kögel unmittelbar nach dem Start in einem Private Placement 15 neue Aktionär:innen gewonnen. Um den Streubesitz bereits vor dem Listing zu vergrößern, kann auch Crowdinvesting helfen. „Crowdinvesting kann Kunden zu Investoren machen“, erklärt Daniel Horak, der mit Conda eine entsprechende Plattform gegründet hat. Bis zu 2 Millionen Euro kann man derzeit auf diesem Weg mit einem einfachen Informationsblatt – in der Regel über Nachrangdarlehen – bei Investor:innen einsammeln.

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Squer
© Squer - (v.l.n.r.): Niklas Ortlieb (Sophora), Matthias Kreuzriegler (Squer), Benjamin Hubner (Sophora), Lukasz Juszczyk (Squer), Jonathan Mrohs (Sophora), David Leitner (Squer), Guntram Kieferle (Sophora), Manuel Klein (Squer).

Das 2019 gegründete Wiener Softwareunternehmen Squer zählt renommierte Kunden wie die Allianz, die Deutsche Bahn, die REWE Group, die Raiffeisen Bank International sowie Bitpanda zu seinen Referenzen. Das Unternehmen konzentriert sich auf die Bereiche Systemdesign und -architektur, Softwaremodernisierung, Agile Transformation, Produktentwicklung, Cloud-Infrastruktur und Platform Engineering – wie brutkasten berichtete.

2023 expandierte das Wiener Unternehmen nach München und gab im Vorjahr die Übernahme des Münchner KI-Startups Unit 214 bekannt. Nun vermeldet es ein Investment.

Über die genaue Höhe wurde Stillschweigen vereinbart, jedoch erfuhr brutkasten, dass es sich um eine mittlere achtstellige Investition handelt; sowie dass die Founder Manuel Klein, Matthias Kreuzriegler, David Leitner und Lukasz Juszczyk signifikant beteiligt bleiben und Squer auch weiterhin führen werden.

Squer: Stärkung in Deutschland geplant

Das Wiener Software-Unternehmen hat mit der Beteiligungsgesellschaft Sophora Unternehmerkapital einen neuen Investor an Bord geholt. Gemeinsam wollen die Partner das Wachstum von Squer beschleunigen und eine führende Plattform für digitale Transformation, Software-Modernisierung und angewandte Künstliche Intelligenz im DACH-Raum aufbauen. Geplant sind neben der weiteren Expansion in Deutschland und der Schweiz auch gezielte Übernahmen sowie der Ausbau des Angebots um Managed AI Services mit wiederkehrenden Erlösen.

Seit dem operativen Start haben sich die Wiener auf Software-Modernisierung, Cloud-Infrastruktur, Plattform-Engineering sowie AI- und Data-Engineering spezialisiert. Das Unternehmen beschäftigt mittlerweile mehr als 100 Mitarbeitende aus über zehn Nationen.

„AI-Solutions aus Österreich“

„Dieses Investment ist für uns vor allem eines: der Beweis, dass man auch in Europa – und in Österreich – herausragende Tech-Unternehmen schnell und erfolgreich aufbauen kann. Es unterstreicht die Arbeit der letzten Jahre und gibt uns die Mittel, den nächsten Schritt zu gehen. Wir wollten einen Partner, der versteht, wie wir arbeiten, vom ersten Tag an mit uns ans Whiteboard geht und uns mit Kapital und Transaktionserfahrung verstärkt. Bei Sophora haben Kompetenz, Referenzen und Chemie gepasst – also genau die Kriterien, nach denen auch wir unsere Kunden auswählen“, erklären Matthias Kreuzriegler und Manuel Klein.

Und weiter: „Wir haben mit Squer gezeigt, dass sich vom Standort Österreich aus moderne AI-Solutions für den gesamten DACH-Raum liefern lassen – auf einem Niveau, das internationalen Vergleich nicht scheut. Genau darauf bauen wir jetzt auf.“

Technologiegetriebene Dienstleistungen mit „Engineering-Tiefe“ gehören auch für Benjamin Hubner, Managing Partner von Sophora, zu den attraktivsten Investitionsfeldern im DACH-Raum, wie er erzählt: „Während Standardentwicklung zunehmend unter KI-Druck gerät, wächst genau der hochwertige, kundennahe Bereich, in dem Squer zu Hause ist. Was die Gründer hier aus eigener Kraft geschaffen haben, ist außergewöhnlich – gemeinsam mit ihnen wollen wir daraus eine führende Gruppe für digitale Transformation, Software-Modernisierung und angewandte KI im deutschsprachigen Raum aufbauen.“

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