14.05.2020

Wie man mit Content Traffic auf die eigene Website bringt

Content Marketing ist gerade für Startups ein einfaches und schnelles Mittel, um Traffic auf die Website zu bringen. Diese Tipps helfen dabei.
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Mit dem richtigen Content bringen auch Startups potenzielle Kunden auf ihre Website.
Mit dem richtigen Content bringen auch Startups potenzielle Kunden auf ihre Website. (c) Adobe Stock / chinnarach

Im Internet dreht sich alles um den Kampf um Aufmerksamkeit. Doch gerade am Anfang ist genau das schwierig. Kaum jemand kennt bisher das Angebot oder die Brand, ganz zu schweigen davon, dass Menschen aktiv danach suchen. Wie also gegen die Konkurrenz behaupten? Ein Weg führt über wertvollen Content auf der eigenen Website. Doch welche Inhalte braucht man, wie kann man damit mehr kostenfreien Traffic generieren und welcher Content macht Menschen nicht nur aufmerksam, sondern zu Kunden?

Warum ist Content gerade für die Startup-Phase eine wirkungsvolle Marketing Maßnahme?

Vor allem die folgenden Gründe sprechen dafür, dass man als Startup unter anderem auf Content Marketing setzen sollte.

  • Kosteneffizienz: In der Regel kann man die eigene Idee selbst am besten rüberbringen. Auch die Branchenkenntnisse sind da. Neben der Arbeitszeit, die fürs Texten benötigt wird, fallen so keine zusätzlichen Kosten für Agenturen, Werbeplatzierungen usw. an.
  • Langfristigkeit: Qualitativ gute Inhalte können sich zu All-Time-Classics entwickeln, die langfristig Traffic auf die Website bringen. Wer diesen Inhalten ab und zu ein kleines Update oder einen Feinschliff zukommen lässt, performt umso besser.

Was macht guten Content aus?

Kurz gesagt: Qualität und Mehrwert. Wichtiger als die reine Anzahl an Inhalten ist die Qualität. Nicht nur User, auch Suchmaschinen lieben gute Inhalte. Ein klarer Mehrwert, anstelle von Werbebotschaften, macht Leserinnen und Leser noch glücklicher. Auch ein Blick auf den Mitbewerb lohnt sich – der Anspruch ist klar: relevanter sein als die anderen.

+++Was ist Performance Marketing und wofür kann es eingesetzt werden?+++

Aber: was tun, wenn man so innovativ ist, dass niemand nach einem sucht? Die Menschen wissen noch nicht, welche Lösung es für ihr Problem gibt. Oft wissen sie nicht einmal, dass sie ein „Problem“ haben. Hier heißt es in jedem Fall genau da ansetzen – das Problem beschreiben.

Customer Journey & Search Journey

Zu Beginn wird oft nach dem Problem gegoogelt, um mögliche Lösungen zu finden. Zum Beispiel “Balkontür klemmt beim Schließen” oder “Tomatenpflanze gelbe Blätter”. Das ist gleichzeitig der Einstieg in die Customer Journey. Die Phasen der Customer Journey spiegeln sich im Suchverhalten wider. Auch beim Googeln suchen wir meist nicht nur einmal, sondern setzen unterschiedliche Suchanfragen ab.

Jetzt heißt es, in allen Phasen möglichst präsent zu sein! Wer schon am Beginn der Customer Journey über Content auftaucht und dann entlang der Reise mit hilfreichen Inhalten glänzt, dem wird mehr vertraut. Aber: welcher Inhalt passt zu welcher Phase?

Consideration Phase – die Informationssuche

Der User kennt sein Problem und hat seinen Bedarf erkannt. Es werden nähere Informationen gesucht und Möglichkeiten zur Bedürfnisdeckung recherchiert.

Content für die Phase z.B.:

  • Fragen/Antworten
  • „Was tun bei…“
  • Ratgeber

Praxisbeispiel:

Suche „was tun gegen müdigkeit“
Treffer „Tipps gegen Müdigkeit – 8 Wachmacher zum Durchstarten“
https://www.nu3.at/- inkl. Hinweise auf Wachmacher-Produkte aus dem Online-Shop

Tipp: Anpreisen von Produkt und Service ist ok, aber nicht zu aufdringlich. Der Mehrwert für die Lesenden soll im Zentrum stehen – unabhängig vom Angebot.

Comparison Phase – der Vergleich

Der User hat Informationen gesammelt und möchte die unterschiedlichen Möglichkeiten vergleichen.

Content für die Phase z.B.:

  • Vorteile/Nachteile von verschiedenen Lösungen
  • Top-Listen
  • Tipps und Tricks

Praxisbeispiel:

Suche „email marketing tools“
Treffer „22 E-Mail Marketing-Tools, die Sie kennen sollten“ https://blog.hubspot.de/ – das erste der 22 Tools ist Hubspot selbst. Es werden aber auch die Vorteile der anderen genannt.

Tipp: Zusätzlich können für den einen oder anderen Content auch Anzeigen geschaltet werden.

Decision Phase – der Kauf

Der User kennt das Produkt und/oder die Marke, es wird gezielt danach gesucht. In dieser Phase braucht es Content über den Kern des Geschäfts. Das Produkt bzw. der Service sollen möglichst gut und mit wichtigen Keywords beschrieben werden. Wichtig: auch nochmal auf den USP und die Value Proposition eingehen. Welche zusätzlichen Vorteile gibt es vielleicht noch für potenzielle Käufer? Gratis Lieferung, Zufriedenheitsgarantie, Preisvorteile, kostenlose Testversionen, usw.?

Content für die Phase z.B.:

  • Produktseiten
  • Case Studies

Content Erstellung mit System – besser für SEO, besser für User

  • Ziele setzen
    Was soll mit dem Content erreicht werden? Wo möchte man sichtbar sein? Zum Beispiel: Produktverkauf, telefonische Anfrage, Newsletter Anmeldung, etc.
  • Zielgruppe definieren
    Wen will man erreichen? Für wen schreibt man welche Art von Content?
  • Content Cluster bilden
    Welche Fragen stellt sich die Zielgruppe, welche Probleme hat sie? Welche Themengebiete können abgedeckt werden?

Hier gerne breit denken! Praxisbeispiel: Blogbeitrag auf runtastic.com „Schlafstörungen ᐅ 6 Ursachen von Schlaflosigkeit & was du dagegen tun kannst“

Tipp: Im Sinne der Bekanntheitssteigerung und auch der Suchmaschinenoptimierung, sind Inhalte wichtig, die gerne geteilt werden!

  • Suchphrasen skizzieren
    Wie würde nach den Inhalten gesucht werden? Welche Suchbegriffe und Suchphrasen würde die Zielgruppe verwenden? Und auch: wie würde man selbst danach suchen?

Tipp: Suchphrasen je Content-Cluster notieren, z.B. in Excel

  • Suchergebnisse analysieren
    Jetzt geht es ans Googeln – einfach mal testen, welche Suchergebnisse zu den notierten Suchphrasen erscheinen. Gibt es ein Muster, welche Typen von Content in Google gut ranken? Ratgeber? Informationsseiten? Produktseiten?

Tipp: regelmäßig testen! Google ändert auch von Zeit zu Zeit, welche Art von Content gern ausgespielt wird.

  • Keywords recherchieren

Fehlen nur noch die passenden Keywords im Text. Für die Recherche gibt es eine große Auswahl an Tools unterschiedlicher Preisklassen. Für den Anfang ist man aber mit einem Gratis-Tool wie Ubersuggest oder Answerthepublic schon gut bedient.

Tipp: Auf jeden Fall auch Google selbst nutzen – einfach mal ein Keyword eintippen und die Vorschläge der Autovervollständigung notieren.

  • Content produzieren

Zuletzt heißt es Content schreiben. Damit der Inhalt noch besser in Google performt, sollten dabei die SEO-Grundpfeiler beachtet werden. Dazu zählen zum Beispiel die Verwendung eurer recherchierten Keywords und Synonyme dazu im Title und der Description eurer Seite, eine gute Struktur mit optimierten Überschriften und Zwischenüberschriften und ein klarer inhaltlicher Fokus je Seite.

Content  erstellen mit System steigert nicht nur die Qualität der Inhalte aus Sicht von Usern und Google. Gerade für Startups ist es auch eine effektive Möglichkeit, die Sichtbarkeit im WWW zu erhöhen und potenzielle Kundinnen und Kunden in den frühen Phasen der Customer Journey an der Hand zu nehmen. Im nächsten Schritt können dann die Inhalte über gezieltes Content Seeding z.B. über Social Media weiterverbreitet werden, um noch mehr Menschen zu erreichen.

TL;DR* – Content mit System kurz und knapp zusammengefasst:

  • Immer einen Mehrwert für den User bieten – was ist überhaupt gefragt?
  • Die unterschiedlichen Phasen der Customer Journey brauchen unterschiedliche Inhalte
  • Content schrittweise mit System aufbauen – von der Zielsetzung, über Content Cluster und der Analyse der Suchergebnisse, bis zur Keyword-Recherche

*»Too long; didn’t read«

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KI-Kennzeichnung: Was seit Sonntag gekennzeichnet werden muss, und was nicht

Seit 2. August ist Artikel 50 des EU AI Act verbindlich, die Transparenzstufe der KI-Verordnung. Der Wiener Rechtsanwalt Manuel Mofidian erklärt anhand von drei konkreten Anwendungsbeispielen, was gekennzeichnet werden muss und was nicht.
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Rechtsanwalt Manuel Mofidian © Armin Hubner

Ein Unternehmen erstellt selbst oder unter seiner Weisung und Kontrolle einen kurzen Werbeclip. Kein Dreh, kein Team, kein Budget für Schauspieler:innen: Die Person, die im Video das Produkt vorstellt, ist von einer KI generiert. Sie existiert nicht, sieht aber aus wie ein Mensch.

Seit Sonntag ist dieser Clip kennzeichnungspflichtig, und die Pflicht trifft das Unternehmen, nicht das Tool, mit dem der Clip entstanden ist. Denn ein Deepfake im Sinne des Gesetzes ist nicht nur die manipulierte Aufnahme einer prominenten Person. Nach den neuen Leitlinien der EU-Kommission genügt es, dass das Dargestellte real existieren könnte und der Inhalt so wirkt, als wäre er echt. Ob jemand täuschen wollte, spielt keine Rolle. Ob der Gesetzeswortlaut wirklich so weit reicht, wird in der Fachwelt diskutiert, denn er knüpft an die Ähnlichkeit mit real existierenden Personen an. Für die Praxis ist vorerst die Kommissionslinie maßgeblich, denn an ihr werden sich die Behörden primär orientieren.

Nein, die EU hat das nicht verschoben

In vielen Geschäftsleitungen ist in den vergangenen Wochen eine andere Botschaft angekommen: Brüssel habe zurückgerudert, man habe Zeit. Diese Lesart ist gefährlich verkürzt.

Die Digital-Omnibus-Verordnung zur KI, Verordnung (EU) 2026/1744, wurde am 24. Juli im Amtsblatt veröffentlicht und ist seit 27. Juli in Kraft, wenige Tage vor dem Stichtag. Verschoben hat sie die Pflichten für Hochrisiko-Systeme: eigenständige Anwendungen nach Anhang III auf Dezember 2027, in Produkte eingebettete KI auf August 2028. Die Transparenzpflichten hat sie in ihrer Substanz nicht angetastet. Sie gelten seit Sonntag.

Eine einzige Ausnahme gibt es, und sie betrifft Anbieter, nicht Anwender (in der KI-VO Betreiber genannt): Generative KI-Systeme, die bereits vor dem 2. August auf dem Markt waren, haben für die technische, maschinenlesbare Kennzeichnung ihrer Ausgaben bis zum 2. Dezember 2026 Zeit. Auf die Pflichten von Unternehmen, die KI einsetzen, hat das keine Auswirkung.

Was es an Orientierung gibt

Anders als beim Start der DSGVO steht der Stichtag nicht im luftleeren Raum. Die EU-Kommission hat am 10. Juni den Verhaltenskodex zur Transparenz KI-generierter Inhalte veröffentlicht. Die dazugehörigen Leitlinien zur Auslegung von Artikel 50 hat sie inhaltlich am 20. Juli freigegeben, die förmliche Annahme steht noch aus, bis alle Sprachfassungen vorliegen. Beides ist rechtlich nicht bindend, in der Praxis aber der Maßstab, an dem sich Behörden orientieren werden.

Der Kodex wurde von Kommission und AI Board als geeignet bewertet. Wer ihm beitritt, kann sich zum Nachweis der Kennzeichnungspflichten darauf berufen. Wer das nicht tut, muss seine Compliance auf anderem Weg belegen und muss laut Kommission mit mehr Auskunftsersuchen rechnen.

Die wichtigste Unterscheidung, die Sie brauchen

Das Gesetz trennt zwei Rollen: Anbieter und Betreiber. „Stark vereinfacht gesagt: Anbieter ist, wer ein KI-System entwickelt und auf den Markt bringt. Betreiber ist derjenige, der ein KI-System in eigener Verantwortung nutzt. Die Definitionen sind aber deutlich länger und komplexer, also muss im Einzelfall wirklich ausgelegt werden, ob die Tatbestände erfüllt sind, auch weil diese mit den Definitionen von KI-Systemen und -Modellen verzahnt sind“, sagt Manuel Mofidian, Wirtschafts- und Tech-Rechtsanwalt mit Spezialisierung auf KI-Recht. „Vielleicht sogar 99 Prozent der Unternehmen und Organisationen, die KI einsetzen, sind Betreiber.“

So sei man bereits Betreiber, wenn ein Unternehmen einen eingekauften Voicebot laufen lässt. Aber auch wenn Mitarbeiter:innen auf Anweisung des Unternehmens ein KI-Tool einsetzen, wird dadurch ihr Unternehmen zum Betreiber, nicht der einzelne Mitarbeiter:innen. Heraus fällt nur die rein persönliche und nicht berufliche Nutzung: „Wenn meine Mutter privat ChatGPT verwendet, ist sie keine Betreiberin.“

Die Grenze verläuft dabei nicht per se zwischen Unternehmen und Einzelpersonen, sondern zwischen privat und erwerbsmäßig. Wer regelmäßig wirtschaftlichen Nutzen aus der Nutzung zieht oder sie im Rahmen einer geschäftlichen, beruflichen oder freiberuflichen Tätigkeit einsetzt, ist Betreiber. Creator, die KI-Inhalte monetarisieren, fallen darunter.

Diese Trennung entscheidet, wer welche Pflicht hat. In den drei folgenden Beispielen fällt die Antwort jeweils anders aus.


Beispiel 1: Der Chatbot im Kundenservice

Wer mit einer KI spricht, muss das erfahren. Diese Pflicht trifft allerdings nicht Sie, sondern den Anbieter, also jenes Unternehmen, das den Assistenten gebaut und verkauft hat. Es muss das Produkt so konzipieren, dass die Information rechtzeitig kommt. „Bei der ersten Interaktion, so früh wie möglich und deutlich“, fasst Mofidian zusammen, in der Praxis also z. B. mit einer Ansage zu Gesprächsbeginn.

Eine Ausnahme gibt es, wenn ohnehin offensichtlich ist, dass eine KI interagiert. Ein erkennbarer virtueller Comic-Avatar dürfte darunterfallen. Eine Stimme, die klingt wie ein Mensch, nicht. Auf diese Ausnahme sollte man sich aber nicht zu bequem verlassen: Die Kommission verlangt in ihren Leitlinien eine enge Auslegung, weil die Ausnahme den Betroffenen Transparenz entzieht.

Für Unternehmen, die einen solchen Assistenten einkaufen, ist dieser legistische Ansatz dennoch eine Entlastung: Sie müssen die Ansage nicht selbst einbauen. Wer allein einen fremden Chatbot in die eigene Website einbindet, bleibt nach den Leitlinien im Regelfall Betreiber. Die Rolle kann aber kippen: Wer in gewissen Konstellationen das System wesentlich verändert, etwa nachtrainiert, wer seine Zweckbestimmung ändert oder es unter eigenem Namen oder eigener Marke in Verkehr bringt, kann selbst zum Anbieter werden und „erbt“ dann die Anbieter-Pflichten.

Beispiel 2: Das „Deepfake“-KI-Video im Marketing

Hier kann die Hauptverantwortung das KI-einsetzende Unternehmen treffen, den Betreiber im Sinne der KI-Verordnung. Wer Inhalte veröffentlicht, die als echt durchgehen könnten, muss offenlegen, dass sie künstlich erzeugt wurden. Der Hinweis darf dabei nicht in den Metadaten vergraben sein, er muss für Menschen wahrnehmbar sein. Auf die maschinenlesbare Markierung, die der Anbieter im Inhalt hinterlässt, können Sie sich zur Erfüllung Ihrer eigenen Pflicht ausdrücklich nicht stützen.

Nicht jedes KI-Bild fällt darunter. „Jedes Deepfake ist künstlich erzeugt, aber nicht jeder künstlich erzeugte Inhalt ist ein Deepfake“, sagt Mofidian. „Ich kann tausend Sachen mit einer KI machen, die nichts mit Deepfake zu tun haben. Ein Bild von einem Einhorn zum Beispiel. Hier besteht keine ausreichende Ähnlichkeit mit realen Lebenssachverhalten, weswegen dies kein Deepfake sein kann.“ Bei offensichtlich künstlerischen, kreativen, satirischen, fiktionalen oder vergleichbaren Werken kann die Offenlegung in angemessener, nicht die Darstellung beeinträchtigender Form erfolgen. Die Kennzeichnungspflicht entfällt dadurch jedoch nicht vollständig.

Wie eine Kennzeichnung konkret aussehen kann, beschreibt der Verhaltenskodex. Die Kommission stellt dafür einen Satz frei verfügbarer EU-Icons bereit, den Betreiber verwenden können; gleichwertige eigene Labels sind ebenfalls zulässig. Der Kodex macht darüber hinaus Vorgaben zu Gestaltung und Platzierung und sieht Alternativen vor, wo visuelle Labels nicht funktionieren, bei reinen Audioinhalten etwa gesprochene Hinweise.

Beispiel 3: Der automatisch erzeugte Text

Der unauffälligste Teil ist für viele der folgenreichste. Wer KI-erzeugte Texte veröffentlicht, um die Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse zu informieren, muss das kennzeichnen. Hier genügt bereits die Erzeugung, eine Verzerrung der Realität ist nicht nötig.

Jedoch greift eine Ausnahme, wenn der Inhalt einer menschlichen Überprüfung oder redaktionellen Kontrolle unterzogen wurde und eine natürliche oder juristische Person die redaktionelle Verantwortung für die Veröffentlichung trägt.

Entscheidend ist, was als Überprüfung zählt. Die Kommission verlangt eine bewusste Auseinandersetzung mit der Substanz des Inhalts, durch Personen mit einschlägigem Fachwissen und fachlichem Urteilsvermögen. Rein formale oder prozedurale Kontrollen genügen ausdrücklich nicht, Rechtschreib- und Grammatikkorrektur werden als Negativbeispiele genannt. Ein Text muss also nicht verändert, aber inhaltlich geprüft werden. „Es kann reichen, dass du es einmal bewusst inhaltlich substanziell prüfst und durchliest. Keiner verpflichtet dich, einen Beistrich zu ändern“, sagt Mofidian. Entscheidend sei, dass beides zusammenkommt: „Die Prüfung allein genügt nicht. Es muss auch jemand die redaktionelle Verantwortung übernehmen.“

Damit sind klassische Redaktionen weitgehend außen vor. Eng wird es dort, wo der Mensch aus dem Prozess verschwindet. Ein Agent, der Texte generiert und selbst publiziert, ohne dass jemand gegenliest, erfüllt die erste Bedingung nicht. „Wenn das alles autonom abläuft, dann hast du ein Kennzeichnungs-Thema“, sagt Mofidian. Für Unternehmen, die gerade solche Pipelines aufbauen, sei dies eine wichtige Konsequenz des Stichtags.


Was nicht gekennzeichnet werden muss

Rund um den Stichtag kursierte die Warnung, künftig müsse praktisch jeder mit KI erstellte Inhalt ein Label tragen. Das ist so nicht richtig, und die Abgrenzung ist für die Praxis oft entscheidender als die Pflicht selbst.

Nicht erfasst sind KI-erzeugte Texte, die nicht der Information der Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse dienen. Hier braucht es nach Artikel 50 kein Label. Auch der Newsletter über das eigene Sortiment fällt nicht darunter, wohl aber ein Beitrag, der über ein Thema von allgemeinem Interesse informiert.

Nicht erfasst sind erkennbar künstliche Bilder und Videos, vom Fantasiemotiv bis zur sichtbar generierten Illustration.

Nicht erfasst ist KI, die im Hintergrund unterstützt, ohne den Inhalt wesentlich zu verändern, etwa bei Standardbearbeitung oder Berechnung. Ebenso wenig erfasst sind Systeme, die weder mit Menschen interagieren noch Inhalte erzeugen und auch keine Emotionen erkennen oder Menschen biometrisch kategorisieren, also der Großteil klassischer Analyse-Anwendungen in der Produktion.

Nicht erfasst ist schließlich, was vor dem Stichtag erzeugt wurde: Eine rückwirkende Kennzeichnung älterer Inhalte verlangt niemand. Eine Ausnahme sollten Unternehmen mit vorbefülltem Content-Kalender kennen: Bei Text kommt es auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung an. Wer einen KI-Text im Juli erzeugt und im September publiziert, muss ihn kennzeichnen, sofern er unter die Pflicht fällt.

Und schließlich ist die maschinenlesbare Kennzeichnung, über die derzeit viel geschrieben wird, eine Pflicht der Anbieter, und sie richtet sich nicht an den Leser. „Für dich muss die Kennzeichnung nicht eindeutig sein, sondern für eine Maschine“, erklärt Mofidian den Unterschied. „Beim Deepfake muss es dagegen so sein, dass ein Mensch es versteht.“ Wer KI-Werkzeuge einkauft, muss also keine Wasserzeichen in seine Dateien bauen.

Wer allerdings dokumentieren kann, wie ein Inhalt entstanden ist und wer ihn freigegeben hat, ist im Streitfall besser aufgestellt. Nachweisbarkeit ist keine Pflicht aus Artikel 50, aber sie entscheidet, wie belastbar man dasteht, wenn jemand nachfragt.

Die Falle: KI-Recht ist mehr als nur die KI-VO

Selbst wer nach dieser Aufteilung zum Schluss kommt, als Betreiber in gewissen Konstellationen wenig tun zu müssen, sollte nicht zu früh aufatmen. Dass der AI Act in gewissen Konstellationen entlasten kann, sagt Mofidian, „heißt für andere, ebenfalls einschlägige Rechtsgebiete noch nichts“. „KI-Recht ist eine Querschnittsmaterie. Das Kennzeichnungs-Regime des AI Acts ist nur eine Schicht. Daneben laufen DSGVO, Urheberrecht, Persönlichkeitsrechte, Lauterkeitsrecht, Vertrags- und Haftungsfragen.“

Für die Praxis besonders relevant: Das Label schützt nicht vor anderen Rechtsfolgen. „Ein gekennzeichnetes Deepfake kann trotzdem rechtswidrig sein, etwa weil es das Bildnis einer realen Person verletzt“, sagt Mofidian. Zudem droht die Durchsetzung nicht nur von Behördenseite: „Eine fehlende Kennzeichnung, aber auch eben z. B. Rechtsverstöße aus anderen Bereichen, holen dich unter Umständen schneller über eine Mitbewerber-Abmahnung ein als über eine Behörde.“ Die Kennzeichnung beantwortet nur die Frage, ob KI im Spiel war, nicht, ob der Inhalt selbst zulässig ist oder Rechte anderer verletzt, etwa Geschäftsgeheimnisse.

Deutlich zeige sich dies z. B. im Datenschutzrecht. Dort kann sich das Verhältnis in gewissen Konstellationen fast schon umdrehen, wobei auch hier jedenfalls im Einzelfall geprüft werden muss: Während nach der KI-Verordnung Pflichten wie der „Chatbot-Hinweis“ oder die maschinenlesbare Markierung beim Anbieter liegen können, kann datenschutzrechtlich das einsetzende Unternehmen der Verantwortliche sein, weil es über Zweck und Mittel der Datenverarbeitung entscheidet. Der KI-Anbieter kann in dieser Konstellation datenschutzrechtlich betrachtet häufig Auftragsverarbeiter sein, wobei denkbar ist, dass KI-Anbieter daneben auch zu eigenen Zwecken verarbeiten und insoweit selbst Verantwortliche sind. Arbeitet der Anbieter nicht DSGVO-konform, kann das auf das einsetzende Unternehmen zurückfallen, das nach der KI-Verordnung „nur“ Betreiber ist, nach der DSGVO aber Verantwortlicher.

Was Verstöße kosten

Verstöße gegen die Transparenzpflichten liegen auf der mittleren Sanktionsstufe: bis zu 15 Millionen Euro oder drei Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Für Unternehmen gilt der höhere der beiden Werte.

Für kleine und mittlere Unternehmen einschließlich Startups dreht die Verordnung diese Regel um. Dort gilt der niedrigere Wert. Ein Startup mit zehn Millionen Euro Umsatz riskiert damit maximal 300.000 Euro, nicht 15 Millionen. Die oft zitierten 35 Millionen Euro betreffen ausschließlich die verbotenen KI-Praktiken und haben mit Kennzeichnung nichts zu tun.

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AI Summaries

Wie man mit Content Traffic auf die eigene Website bringt

Diese Punkte sollten beachtet werden:
  • Immer einen Mehrwert für den User bieten – was ist überhaupt gefragt?
  • Die unterschiedlichen Phasen der Customer Journey brauchen unterschiedliche Inhalte
  • Content schrittweise mit System aufbauen – von der Zielsetzung, über Content Cluster und der Analyse der Suchergebnisse, bis zur Keyword-Recherche

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Wie man mit Content Traffic auf die eigene Website bringt

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  • Immer einen Mehrwert für den User bieten – was ist überhaupt gefragt?
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Wie man mit Content Traffic auf die eigene Website bringt

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  • Immer einen Mehrwert für den User bieten – was ist überhaupt gefragt?
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  • Die unterschiedlichen Phasen der Customer Journey brauchen unterschiedliche Inhalte
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