26.01.2026
PERSONAL BRANDS

whoranks: Wiener LinkedIn-Ranking-Startup holt sechsstelliges Investment

Whoranks will mit seinem eigenen Score, der mehrere Parameter zusammenführt, ein LinkedIn-Ranking mit "objektiver Vergleichbarkeit" schaffen - aktuell für Deutschland und Österreich. Für den nächsten Wachstumsschritt gab es nun ein Investment unter anderem von Storebox-Gründer Johannes Braith, der schon von Beginn an dabei war.
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Die Dotbite-Co-Founder Emir Selimovic und Christoph Sprenger leiten auch whoranks | (c) whoranks
Die Dotbite-Co-Founder Emir Selimovic und Christoph Sprenger leiten auch whoranks | (c) whoranks

„Followerzahlen allein sind 2025 kein Qualitätsmerkmal mehr“, heißt es vom Wiener Startup whoranks in einer Aussendung. 2024 von Dotbite-Co-Founder Emir Selimovic gemeinsam mit Storebox-Co-Founder Johannes Braith gestartet (brutkasten berichtete damals), ist aus dem Side-Project vergangenes Jahr eine FlexCo geworden. Nun verkündete man einen Relaunch und ein sechsstelliges Investment.

Individuelle Watchlist, um sich mit anderen zu messen

Von einem Premium-Account überzeugen will whoranks seine User:innen mit einem durchdachten Score und Funktionen, um die eigene Performance auf LinkedIn vergleichbar zu machen. „LinkedIn wird immer professioneller – aber objektive Vergleichbarkeit fehlt. Wir wollen sichtbar machen, wer wirklich performt und wer gerade Momentum aufbaut“, wird das whoranks-Team in der Aussendung zitiert. Der eigens entwickelte Score soll nicht nur Reichweite, sondern vor allem auch Momentum, Aktivität und die „echte Performance“ hinter einer „Personal Brand“ sichtbar machen. Über ein zentrales Feature können User:innen Personen auf ihre Watchlist hinzufügen und deren Performance in Echtzeit sehen, sowie sich mit ihnen messen.

Gesellschaft mit Braith-Beteiligung investiert sechsstellig

Bei der formellen Gründung der FlexCo im März 2025 teilten sich die Anteile an whoranks zu je 50 Prozent zwischen Johannes Braith (über dessen Privatstiftung) und Dotbite rund um Emir Selimovic, Christoph Sprenger und Adrian Sauerwein auf. Bei einem nun kommunizierten, nicht konkret bezifferten sechsstelligen Investment, das vergangenen Dezember eingetragen wurde, sicherte sich die Hardlymountain Capital GmbH 5,01 Prozent. Die Gesellschaft wiederum gehört zu 20 Prozent Johannes Braith und zu 80 Prozent der Urban Pioneers GmbH von Rudolf und Franziska Fries, die auch mit rund 15,5 Prozent an Storebox beteiligt ist.

Mit dem Relaunch am heutigen Tag gehe whoranks nun in die nächste Phase, heißt es vom Team: „modernisiert, schneller, klarer – und mit dem Anspruch, „Personal Branding“ erstmals so transparent zu machen wie Performance-Marketing“.

Startup-Szene nicht in österreichischen Top 10 vertreten

Dazu veröffentlichte das Startup auch die Top 10 der aktuellen Rankings für Österreich und Deutschland (siehe unten). Ohne Account sind nur die Top 5 einzusehen; mit Gratis-Account die Top 10; für alles weitere braucht es einen Premium-Account.

Die Rankings zeigen: LinkedIn ist mittlerweile keine reine Business-Plattform mehr. So finden sich in den deutschen Top 10 mehrere (Ex-)Politiker, allen voran Bundeskanzler Friedrich Merz auf dem 5. Rang. In Österreich erreicht Ex-Kanzler Sebastian Kurz – mittlerweile freilich auch Unicorn-Gründer – den vierten Platz. Die Startup- und Investor:innen-Szene ist in den österreichischen Top 10 dagegen nicht vertreten (über Ali Mahlodji auf Platz 6 kann allenfalls diskutiert werden). Auf den Plätzen 11 bis 25 finden sich dann aber doch einige Vertreter:innen; etwa Florian Gschwandtner auf Rang 11, Daniel Keiper-Knorr auf Rang 17, Felix Ohswald auf Rang 20 oder Laura Raggl auf Rang 25.

Die aktuellen Top 10 im whoranks Score für Österreich:

  1. Mike Leber – 7.8
  2. Nana Janashia – 7.4
  3. Leila Gharani – 7.1
  4. Sebastian Kurz – 6.7
  5. Markus Hörndler – 6.7
  6. Ali Mahlodji – 6.7
  7. Annette Mann (CEO Austrian Airlines) – 6.7
  8. Rafael Mariano Grossi (Director General, IAEA) – 6.4
  9. Pascal Biese – 6.4
  10. Elli Köstinger – 6.3

Die aktuellen Top 10 im whoranks Score für Deutschland:

  1. Carsten Maschmeyer – 8.3
  2. Thomas Müller – 8.1
  3. Ola Källenius (CEO Mercedes-Benz) – 7.9
  4. Roland Busch (CEO Siemens) – 7.9
  5. Friedrich Merz (Bundeskanzler, CDU) – 7.8
  6. Christian Klein (CEO SAP) – 7.8
  7. Florian Palatini – 7.8
  8. Christian Lindner – 7.7
  9. Karl-Theodor zu Guttenberg – 7.7
  10. Lara Sophie Bothur – 7.6
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© Wiener Börse/Nik Pichler

Österreichische Unternehmen setzten im bisherigen Jahresverlauf 2026 positive Impulse am Kapitalmarkt, auch wenn die Belebung noch nicht alle Marktsegmente erfasste. Wie das aktuelle IPO Barometer der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY zeigt, stehen vier Neuzugänge an der Wiener Börse, ein neuer ATX-Rekord sowie zwei Börsengänge österreichischer Unternehmen im Ausland zu Buche.

Die zwei Auslands-Listings waren das Unternehmen Asta Energy, das im Jänner in Frankfurt an die Börse ging, sowie Innio Jenbacher mit dem Börsengang im Juni an der Nasdaq. Parallel dazu entwickelte sich der heimische Aktienmarkt stark: Der ATX inklusive Dividenden erreichte am 28. September mit 17.618,00 Punkten ein neues Allzeithoch und liegt seit Jahresbeginn mehr als 30 Prozent im Plus.

Vier Neuzugänge an der Wiener Börse

Am österreichischen Kapitalmarkt verzeichnete die Wiener Börse im laufenden Jahr vier Neuzugänge. Mit dem Handelsstart der Biogena Good Vibes AG am 10. September im Segment direct market plus kam der vierte Neuzugang an die Börse – brutkasten berichtete. Dem Listing ging eine außerbörsliche Kapitalerhöhung mit öffentlichem Aktienangebot voraus. Laut Unternehmensangaben zeichneten mehr als 2.300 neue Aktionär:innen Aktien, wobei sich der Mittelzufluss auf fast 18 Mio. Euro belief. Zuvor gingen dieses Jahr die Emerald Horizon AG im standard market (brutkasten berichtete), die FIT Group AG im direct market plus und die K2G Holding AG im direct market an den Wiener Markt.

Ein klassischer IPO eines österreichischen Unternehmens im geregelten Markt wurde im dritten Quartal hingegen nicht verzeichnet. Seit Anfang Juli ist der direct market plus zudem als EU-KMU-Wachstumsmarkt registriert, was insbesondere Wachstumsunternehmen und KMU den Zugang zum Kapitalmarkt erleichtern soll.

„Für nachhaltige Belebung des IPO-Markts braucht es gut vorbereitete Pipeline börsenreifer Unternehmen“

„Das dritte Quartal zeigt ein differenziertes Bild: Ein klassischer IPO im geregelten Markt blieb zwar aus, zugleich belegen die Neuzugänge und insbesondere das zusätzliche Listing von Biogena, dass der Kapitalmarkt auch für österreichische Wachstumsunternehmen eine relevante Finanzierungsoption sein kann. Dass mehr als 2.300 neue Aktionärinnen und Aktionäre gewonnen und fast 18 Millionen Euro eingeworben wurden, ist ein positives Signal für die Mobilisierung privaten Kapitals“, analysiert Martina Geisler, Partnerin und Leiterin IPO bei EY Österreich.

„Für eine nachhaltige Belebung des heimischen IPO-Markts braucht es nun eine gut vorbereitete Pipeline börsenreifer Unternehmen. Entscheidend sind eine überzeugende Equity Story, transparente Governance, realistische Bewertungsvorstellungen und die Bereitschaft, den Kapitalmarkt frühzeitig in die Wachstumsstrategie einzubinden. Der EU-KMU-Wachstumsmarkt kann dabei helfen, die Einstiegshürden für kleinere und mittlere Unternehmen zu senken“, so Geisler weiter.

Wer den Kapitalmarkt in Betracht ziehe, müsse daher „frühzeitig Börsenreife herstellen und seine Equity Story klar auf die Bedürfnisse eines internationalen Investorenkreises ausrichten“, heißt es von EY.

Erweiterung im global market

Neben den Neuzugängen erweiterte die Wiener Börse am 9. September den global market – das Handelssegment für bereits an anderen Börsen notierte internationale Aktien – um 45 Titel aus dem Nasdaq 100 und dem S&P 500. Damit sind dort nun erstmals mehr als 1.000 internationale Wertpapiere in Euro, zu Inlandskonditionen und während der Wiener Börsenzeiten handelbar. Bei diesen Einbeziehungen handelt es sich nicht um österreichische IPOs.

Im weltweiten Vergleich blieben die IPO-Märkte im dritten Quartal 2026 mit 367 Börsengängen nahezu stabil (Vorjahresquartal: 374), während das Emissionsvolumen um 79 Prozent auf 93,3 Mrd. US-Dollar stieg. „Die hohen Emissionsvolumina dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Erholung des IPO-Markts noch nicht in der Breite angekommen ist. Das dritte Quartal wurde stark von wenigen sehr großen Transaktionen geprägt“, erläutert Geisler.

Weltweit entfielen im dritten Quartal rund 75 Prozent des Platzierungsvolumens auf die Branchen Advanced Manufacturing und Technology. Getragen werde der Markt laut EY von Equity Stories, die auf kritische Infrastruktur und Energie, KI und Robotik sowie Verteidigung einzahlen.

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