31.07.2018

WeAreDevelopers World Congress geht nach Berlin

Gerüchte gab es bereits länger. Jetzt ist es fix. Der WeAreDevelopers World Congress findet kommendes Jahr in Berlin statt. Der Sitz des Unternehmens soll aber weiterhin in Wien bleiben.
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WeAreDevelopers Managing Director Benjamin Ruschin - WeAreDevelopers World Congress geht nach Berlin
(c) der brutkasten / Haris Dervisevic: WeAreDevelopers Managing Director Benjamin Ruschin

Rund 350 Besucher waren es im ersten Jahr 2015. 2017 waren es bereits knapp 4000. Mehr als 8000 Teilnehmer kamen dieses Jahr zum WeAreDevelopers World Congress. Und kommendes Jahr sollen es mehr als 10.000 werden – allerdings nicht am Standort Wien, wie bisher, sondern in Berlin. „Unser größter Markt für WeAreDevelopers in Europa ist ganz klar Deutschland. Und dort möchten wir auch präsent sein“, sagt Co-Founder und Managing Director Benjamin Ruschin im Gespräch mit dem Brutkasten.

„Eigentliches Ziel“: weltweit größte Developer-Jobplattform

Der Gang nach Berlin biete die Möglichkeit, sowohl die Kunden des Unternehmens, als auch die Developer, die angesprochen werden sollen, optimal zu „bespielen“. Vorbereitet wurde der Schritt bereits seit längerem – begleitet von Gerüchten um den „Umzug“. Bereits im Februar eröffnete WeAreDevelopers einen Unternehmensstandort in der deutschen Hauptstadt. Bei dem geht es freilich nicht nur um das Flagship-Event. Ruschin wird nicht müde, festzustellen: „Das was wir eigentlich machen ist: Wir haben eine Plattform entwickelt, die Developer und Unternehmen zusammenspielt. Und wir haben das Ziel, die weltweit größte Job-Plattform für Developer auf die Beine zu stellen“.

Video-Interview zum Gang nach Berlin:

„Strategisch logischer nächster Schritt“

Entsprechend beschreibt auch Jacqueline Resch, CCO und Leiterin des Standorts Berlin den Hauptgrund des Ortswechsels: „Der Gang nach Berlin ist der strategisch logische nächste Schritt“, sagt sie. Dabei ginge es aber um den World Congress und nicht um das gesamte Unternehmen, wie beide betonen. „Die drei Gründer leben in Wien. Das ist eine schöne Stadt und wir haben nicht vor, das Land permanent zu verlassen. Das Headquarter bleibt in Wien“, sagt Ruschin. Am Standort Wien arbeiten momentan rund 40 Personen.

WeAreDevelopers World Congress: Bleibt es bei Berlin?

Ob es dauerhaft beim Standort Berlin bleibt, könne man noch nicht sagen. „Fest steht bislang, dass der World Congress 2019 in Berlin stattfindet. Wie es dann weitergeht und ob er in Berlin bleibt, wird von mehreren Faktoren abhängig sein“, sagt Resch. Das Datum ist jedenfalls bereits mit 6. und 7. Juni 2019 fixiert. Das Motto der Veranstaltung wird „People – Code – Future“ sein. Indessen sollen andere Locations mit „Satelliten-Events“ bespielt werden. Den Anfang macht eine Konferenz zum Thema Artificial Intelligence im Dezember in Wien – der brutkasten berichtete. Weitere dieser Spezial-Events – an anderen Locations – sollen folgen.

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Das Bitpanda Headquarter in Wien © Bitpanda

Einen Vorgeschmack auf den nun veröffentlichten Jahresabschluss 2025 gab Bitpanda gleichsam vorauseilend bereits im März dieses Jahres – brutkasten berichtete. In den damals präsentierten Zahlen war nicht nur von einer Umsatzsteigerung die Rede, sondern auch von einem Sinken des „bereinigten EBITDA“ um 75 Prozent. Dieses sei von 52 Millionen Euro auf 13 Millionen Euro gefallen, hieß es vom Wiener Unicorn. Begründet wurde das mit „gezielten Investitionen“. Das Ergebnis unterm Strich ließ man im März aber aus.

Der nun vorliegende Jahresabschluss – wohlgemerkt jener der operativen Bitpanda GmbH mit Sitz in Wien und nicht der übergeordneten AG mit Sitz in der Schweiz – bringt nun Licht ins Dunkel. Und die damit veröffentlichte Gewinn- und Verlustrechnung zeichnet ein noch deutlich drastischeres Bild als die im März kommunizierten „bereinigten“ Zahlen. Nach fast 62 Millionen Euro Nettogewinn im Jahr 2024 standen demnach vergangenes Jahr rund 14 Millionen Euro Verlust zu Buche.

„Wir haben bewusst in unsere Expansion und den weiteren Ausbau der Marke Bitpanda investiert“

Auf brutkasten-Anfrage kommentiert Bitpanda kurz und knapp mit der aus dem Frühjahr bekannten Argumentation:

Das Jahr 2025 war für die Bitpanda GmbH ein Jahr strategischer Wachstumsinvestitionen. Gleichzeitig hat sich unser Kerngeschäft stark entwickelt, was sich in einer deutlichen Steigerung unserer Umsatzerlöse zeigt.

Wir haben bewusst in unsere Expansion und den weiteren Ausbau der Marke Bitpanda investiert. Diese Investitionen waren Teil unserer langfristigen Wachstumsstrategie und spiegeln sich erwartungsgemäß im Jahresergebnis wider.

Die Aussagen zum Umsatz lassen sich dabei so auch im nun vorgelegten Bericht ablesen: Tatsächlich stieg der ausgewiesene Umsatz von 2024 auf 2025 von 7,19 Milliarden Euro auf 7,72 Milliarden Euro. Der Anstieg fällt bereinigt sogar noch größer aus: 2024 waren noch rund 613 Millionen Euro aus Krypto-Verkäufen auf externen Börsen in den Umsatzerlösen enthalten, die seit 2025 saldiert im Materialaufwand ausgewiesen werden. Bei diesen Umsatzzahlen handelt es sich wohlgemerkt um den gesamten Verkaufserlös über die Plattform. Bitpanda gab bereits im März den auf Basis der Margen berechneten, deutlich kleineren „bereinigten Umsatz“ aus: Dieser stieg von 321 auf 371 Millionen Euro. Mit Abstand größter Umsatztreiber war laut Jahresabschluss das Kerngeschäft als Broker.

Deutlich höhere Marketingausgaben, Personalkosten sinken trotz Aufstockung

Auch die Aussage, die sich auf den Nettoverlust von immerhin rund 14 Millionen Euro bezieht, deckt sich prinzipiell mit den Zahlen im Jahresabschluss. Tatsächlich stieg der Marketingaufwand um rund 56 Prozent auf fast 107 Millionen Euro. Auch die Beratungskosten legten von knapp 14 Millionen auf rund 22 Millionen Euro zu. Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl (FTE) wuchs zwar von 486 auf 555. Jedoch interessant dabei: Der Personalaufwand ging trotz der Aufstockung leicht zurück, von 78,6 auf 75,1 Millionen Euro. Gestiegen ist hingegen der Aufwand für Mitarbeiterüberlassung, von 5,4 auf 8,1 Millionen Euro.

Dass man (wohl dennoch nicht ganz beabsichtigt) recht deutlich in die roten Zahlen rutschte, hängt aber auch mit Faktoren zusammen, die im offiziellen Bitpanda-Statement unerwähnt bleiben. Operativ blieb Bitpanda 2025 noch knapp im Plus: Der Betriebserfolg lag bei 4,1 Millionen Euro, nach 80 Millionen Euro im Vorjahr. Ins Minus drehte das Ergebnis erst durch das Finanzergebnis von minus 18,3 Millionen Euro. Dahinter stehen Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von 14,4 Millionen Euro sowie ein Zinsaufwand von 4,9 Millionen Euro, nach nur 0,2 Millionen Euro im Jahr 2024. Zu Buche stehen außerdem teilweise gestiegene Handelsverluste und ein deutlich höheres Minus in der Intercompany-Verrechnung, das von 13 auf knapp 36 Millionen Euro anwuchs.

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