11.12.2019

Walmart-Kunden können sich ab 2020 von einem Roboter-Auto beliefern lassen

Walmart testet ab 2020 die Lieferung an Kunden in Texas über autonome Fahrzeuge. Dafür kooperiert der größte private Arbeitgeber der Welt mit Nuro, einem Startup mit Fokus auf Selfdriving-Technologie.
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Nuro Auto fährt ohne Fahrer für Walmart
Im ersten Test 2020 wird Nuros selbstfahrendes Auto Walmart-Kunden in Texas beliefern. (c) Nuro

Walmart gilt als der größte private Arbeitgeber der Welt – bei diesem Logistik-Projekt werden jedoch wohl eher weniger menschliche Fahrer zum Einsatz kommen: Der US-Konzern kündigte ein neues Pilotprogramm an, bei dem autonome Fahrzeuge ab 2020 im Raum Houston, Texas, Lebensmittel an Kunden liefern werden.

+++Mehr über Mobility & Connectivity+++

Dafür arbeitet Walmart mit dem Startup Nuro zusammen – einem Robotikunternehmen, das fahrerlose Technologien einsetzt, um Waren an Kunden zu liefern. Die Fahrzeuge von Nuro werden in diesem Fall Online-Lebensmittelbestellungen an eine ausgewählte Gruppe von Kunden im Raum Houston liefern. Dabei wird Nuros R2 eingesetzt, welcher Waren autonom – also ohne die Beteiligung menschlicher Fahrer und Passagiere – befördern kann. Das Fahrzeug verfügt über zwei Fächer, die jeweils bis zu sechs Einkaufstaschen aufnehmen können. Ergänzt wird die Flotte durch autonom fahrende Toyota Priuse.

Nuro kooperiert mit Walmart
(c) Walmart

Nuro: Selbstfahrendes Unicorn

Mit dem Projekt wollen die Unternehmen evaluieren, wie die autonome Lieferung von Lebensmitteln funktionieren könnte und wie ein solcher Service eventuell verbessert werden muss. Nuros Fokus lag bisher unter anderem auf Lösungen zur Lieferung lokaler Waren und Dienstleistungen in der letzten Meile. Nuro hat mehr als 1 Milliarde Dollar Investment von Partnern wie SoftBank, Greylock Partners und Gaorong Capital eingesammelt. Im März gab das Unternehmen bekannt, dass es 940 Millionen US-Dollar an Finanzierung vom SoftBank Vision Fund aufgenommen hat.

+++Walmart plant eine eigene Kryptowährung+++

Für Walmart ist dies nicht das erste Pilotprojekt rund um autonome Lieferung, wie das US-Medium Techcrunch berichtet: Anfang 2019 hat Walmart mit dem Startup Udelv kooperiert, um autonome Lebensmittellieferungen in Arizona zu testen. In diesem Sommer begann ein Test mit Gatik AI, einem Startup mit Fokus auf autonome Fahrzeuge, um die Lieferung von Lebensmitteln aus dem Hauptlager von Walmart in Bentonville, Arkansas, zu testen. Walmart startete zudem einen Piloten mit Waymo im Jahr 2018, sowie einen Test mit Ford und Postmates zur autonomen Lieferung von Lebensmitteln.

Walmart: „Roadmap für die Zukunft der Branche“

„Unsere beispiellose Größe ermöglicht es uns, die Lieferung von Lebensmitteln an die Haustüren von Millionen von Familien zu steuern – und eine Roadmap für die Zukunft der Branche zu entwerfen“, sagte Tom Ward, Walmarts SVP of Digital Operations, in einer Presseaussendung: „Auf dem Weg dorthin haben wir eine Reihe von verschiedenen Möglichkeiten ausprobiert, um Lebensmittel von unseren Filialen durch Selfdriving-Technologie an die Haustür unserer Kunden zu bringen. Wir glauben, dass diese Technologie eine natürliche Erweiterung unseres Abhol- und Lieferservice für Lebensmittel ist.“

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v.l.n.r.: Angelika Sommer-Hemetsberger (stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende) und Christoph Boschan (CEO), Wiener Börse AG | (c) Wiener Börse AG/Alexander Felten

Die Wiener Börse hat 2025 das beste Jahr ihrer Geschichte abgeschlossen. Das Ergebnis vor Steuern stieg auf 53,4 Mio. Euro (2024: 50,1 Mio.), der Umsatz auf 90,1 Mio. Euro. Der ATX Total Return legte um 52,17 Prozent zu, der heimische Leitindex überschritt heuer erstmals die Marke von 15.000 Punkten. 31 Prozent der österreichischen Wohnbevölkerung besitzen mittlerweile Wertpapiere, ein relativer Zuwachs von rund 25 Prozent gegenüber der ersten Erhebung 2023.

Beim Blick auf die Neuzugänge zeigt sich, wo der Standort noch Luft nach oben hat: Unter den drei neuen Listings im Wachstumssegment direct market plus war 2025 kein klassisches Tech- oder Software-Unternehmen. Steyr Motors war bereits seit Herbst 2024 im Frankfurter Scale-Segment notiert und kam im Februar 2025 als Zweitlisting nach Wien, dazu kamen das Biotech-Unternehmen REPLOID aus Wels und die Südtiroler Dental-Holding Gallmetzer HealthCare. Dass Kandidaten wie der Krypto-Broker Bitpanda ihre Börsenpläne laut einem Bloomberg-Bericht vom Jahresanfang Richtung Frankfurt richten, was das Unternehmen bislang nicht bestätigt hat, illustriert eine europaweite Herausforderung: Den großen Wachstumsfinanzierungen fehlt es auf dem Kontinent an Tiefe.

Boschan: Der Engpass ist das Kapital

Auf die Frage nach dem nächsten großen IPO verweist Boschan auf laufende Gespräche mit potenziellen Emittent:innen und die Bedeutung des richtigen Zeitpunkts. Den eigentlichen Hebel sieht der CEO ohnehin nicht bei der Infrastruktur. Die Handelsplätze, die Segmente, die Technik seien längst vorhanden. Entscheidend sei, was darüber transportiert werde: das Kapital. Europas zentraler Wettbewerbsnachteil sei die Frage, wo die großen Capital Pools liegen. Kapitalmärkte ließen sich nicht allein regulatorisch herstellen.

Auf der Angebotsseite hat sich zuletzt einiges getan, auch auf Drängen der Börse. Mit der Umsetzung des EU Listing Acts in nationales Recht, dessen zentrale Bestimmungen am 6. Juni 2026 in Kraft getreten sind, werden Börsengänge auch im Standard und Prime Market deutlich erleichtert: Die geforderte Bestandsdauer einer Aktiengesellschaft sinkt von drei Jahren auf eines, der Mindeststreubesitz von 25 auf zehn Prozent, und die Schwelle für die nationale Prospektpflicht steigt von 250.000 auf zwei Millionen Euro. Das Paket geht über das ohnehin liberalere direct market plus hinaus, das die Börse zudem zum EU-KMU-Wachstumsmarkt aufwerten will, mit dem erklärten Ziel, die Abwanderung von Startups und Tech-Unternehmen in die USA einzudämmen.

Dass solche Schritte nötig, aber für sich genommen kein Wendepunkt sind, sieht man auch in der Szene so. Anwalt Philipp Kinsky etwa nannte den Listing Act ein überfälliges Signal, zweifelte aber, ob die Erleichterungen ohne Harmonisierung im Steuer- und Gesellschaftsrecht die Standortnachteile gegenüber den USA wettmachen. Boschans Botschaft deckt sich damit: Bessere Leitungen seien wichtig, entscheidend bleibe aber das Kapital, das durch sie fließt.

350 Milliarden als Chance

Genau hier verortet die Börse den größten Hebel: in den über 350 Milliarden Euro, die in Österreich niedrig verzinst auf Einlagen und in Bargeld liegen. Boschan wirbt für eine Reform der betrieblichen Altersvorsorge mit automatischer Teilnahme nach internationalem Vorbild sowie für steuerbegünstigte Investitionskonten. Während Tschechien Kursgewinne nach drei Jahren Haltefrist steuerfrei stellt und Deutschland und Polen vorangehen, belaste Österreich eigenverantwortliche Vorsorge mit 27,5 Prozent Kapitalertragsteuer auf bereits versteuertes Einkommen.

Die Richtung stimmt also: ein Rekordjahr, ein IPO-Fenster, das unter Analyst:innen 2026 europaweit als günstig gilt, und frische regulatorische Erleichterungen. Die Börse hat ihren Teil geliefert. Damit aus dem Kapitalmarktpotenzial auch Wachstumskapital für die nächste Generation heimischer Scaleups wird, ist nun vor allem die Politik am Zug.

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