26.11.2015

Waiter for You: Diese App nimmt Kellnern Arbeit ab

Die Arbeit eines Kellners kann sehr chaotisch sein. Oft verliert man im Stress die organisatorischen Dinge, die zusätzlich zum Abkassieren, Servieren und Abräumen dazu gehören: Auch Dienstzeiten, Pausen, Überstunden und das Trinkgeld muss peinlich genau notiert werden. Die App Waiter For You will das nun übernehmen.
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Alexander Brunner hat die App entwickelt, die Chaos beseitigen will. Der gelernte Hotelkaufmann und Chef de Rang im Hotel Schloss Seefels kennt das Problem gut. Kellner, Restaurantleiter oder Köche verlieren oft den Überblick bei ihren Arbeitszeitaufzeichnungen.

App bringt Struktur in Gastronomie-Alltag

Außerdem sind sie zeitaufwendig, kosten neben Zeit auch Nerven und manchmal vergisst man sie – dies verursacht Probleme für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. „Viele wünschen sich mehr Übersichtlichkeit“, sagt Brunner. Daher will der 25-Jährige mit einer neuen App Struktur in den Alltag der Gastronomiemitarbeiter bringen.

Mit Waiter For You soll man einfach und schnell Eckdaten der beruflichen Tätigkeit in der Gastronomie-und Hotelleriebranche festhalten können. Arbeitszeiten, Pausen oder Trinkgelder können flexibel erfasst werden. Am Ende errechnet die App Plus-und Minusstunden pro Tag, Woche, Monat, Saison oder Jahr oder vergleicht verschiedene Zeiträume miteinander. Sollte ein Kellner mehrere Jobs nebeneinander ausüben, können diese in verschiedenen Profilen aufgezeichnet werden.

Rund 10.000 € aus eigener Kasse und viel Zeit hat Alexander Brunner in die App-Entwicklung gesteckt. Rückendeckung gab es von seinem derzeitigen Arbeitgeber, dem Hotel Schloss Seefels in Pörtschach am Wörthersee. Programmiert wurde sie vom Grazer Unternehmen BitStudios KG. Wichtig, so Brunner, sei ihm eine leichte Handhabung, sowie ein geringer Zeitaufwand gewesen.

„Ich wollte schon immer etwas Eigenes auf die Beine stellen“

Auch Arbeitgeber könnten von der App profitieren, so Brunner: So können Screenshots per Mail zur Übersicht weitergeleitet werden, um etwa die Wochenübersicht klar zu kommunizieren und zu archivieren. „Köche, Kellner und Hotelangestellte sollen sich mit der App das Berufsleben leichter machen. Die Aufzeichnung dauert etwa eine Minute“, erklärt der Hotelkaufmann.

„Waiter for you“ auch für andere Branchen denkbar

Seinen Ansatz will Brunner auch auf andere Branchen ausweiten. Für die Zukunft plant er die Anwendung seiner App für eine zweite größere Berufsgruppe, etwa die Friseure. Die App ist seit 1. November um 2,99 € im App Store erhältlich. Bisher hätte es ein paar hundert Downloads gegeben. „Wir haben die App bisher nur über Facebook beworben und haben in Klagenfurt Infozettel und Visitenkarten verteilt.“ Das sei aber erst die Anfangsphase, so Brunner. Das Ziel läge bei mehreren tausend Downloads.

Quelle

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Mitarbeiterbeteiligung - Werner Wutscher | (c) Luiza Puiu
Werner Wutscher | (c) Luiza Puiu

Transkribus ist eine KI-Plattform, die historische Handschriften automatisch erkennt. Entstanden ist sie an der Universität Innsbruck, heute ist sie als Europäische Genossenschaft organisiert und wird weltweit von Archiven und Forschenden genutzt. Ein Paradebeispiel für ein akademisches Spinoff, nur eben keines aus der Technik, sondern aus den Geisteswissenschaften. Genau solche Gründungen will ein neuer Ausgründungsrahmen künftig systematisch ermöglichen.

„SHAPE Austria“ wurde im Rahmen der ECN-Konferenz von Werner Wutscher (New Venture Scouting) und Sektionschef Elmar Pichl vom Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung (BMFWF) vorgestellt. SHAPE steht für Social Sciences, Humanities and the Arts for People and the Economy. Der Bericht ergänzt den Ausgründungsrahmen von 2024, der den Hochschulen erstmals einheitliche Standards für Spinoffs vorgab. „Da war der klare Fokus auf skalierbare, technologieorientierte Startups. Die Geisteswissenschaften, Sozialwissenschaften und Künste sind zu kurz gekommen“, sagt Wutscher. Das Ministerium habe den Rahmen komplettieren wollen.

27 Institutionen in der Arbeitsgruppe

Erarbeitet wurde der Bericht von November 2025 bis Juni 2026 mit einer Arbeitsgruppe aus 27 Institutionen, darunter 16 Hochschulen von der Universität Wien über das Mozarteum bis zur Kunstuniversität Linz. Dazu kamen Interviews mit 16 Einrichtungen, die bereits weiter sind, etwa dem britischen ARC Accelerator, der Erasmus University Rotterdam oder der Universität Köln.

Das Ergebnis sind elf Empfehlungen, sechs an die Leitungsebene der Hochschulen, fünf an Transferstellen und Career Center. „Um auch strategische Themen zu diskutieren, braucht man unbedingt auch die Leitungsebene, also die Rektorate für diese Diskussionen“, so Wutscher.

Andere Sprache, andere Strukturen

Der zentrale Befund: Gründungen aus diesen Disziplinen folgen einer anderen Logik. Sie entstehen selten aus einer Marktchance, sondern aus einem gesellschaftlichen Problem. Im Bericht ist von „Reluctant Founders“ die Rede, Menschen, die nicht primär ein Unternehmen aufbauen, sondern etwas verändern wollen. „Du musst sehr stark über die Wirkung reden, über den Impact reden, um die dann gut abzuholen“, sagt Wutscher. Empfohlen wird ein „Prinzip der Zweisprachigkeit“: nach innen Wirkungssprache, nach außen klassische Startup-Begriffe, damit Finanzierung und Netzwerke nicht verschlossen bleiben. Statt von Kund:innen spricht man dann von Audiences.

Strukturell sind SHAPE-Gründungen meist günstiger und schneller als Tech-Spinoffs: kein Labor, kein Patentierungsprozess, kürzere Validierungszyklen. Dafür braucht es niederschwellige, mehrstufige Begleitung und offene Rechtsformen. Statt der GmbH kann auch ein Verein, eine Genossenschaft oder ein Hybridmodell passen. „Wenn du einen Verein gründest, um Gesundheitspolitik zu promoten, brauchst du kein Labor“, so Wutscher.

Soft IP statt Patente

Ein eigener Schwerpunkt gilt dem geistigen Eigentum. Wo keine Patente entstehen, sondern Urheberrecht, Software, Daten oder Know-how, greifen die üblichen IP-Richtlinien nicht. Der Bericht empfiehlt getrennte Regeln für Hard und Soft IP mit deutlich günstigeren Konditionen und nennt als Benchmark die University of Bristol: 20 Prozent Beteiligung bei patentbasierten Spinoffs, fünf Prozent bei „IP light“, null Prozent ohne verwertbares IP. Leitprinzip: so offen wie möglich, so geschlossen wie nötig, inklusive Creative-Commons- und Open-Source-Lizenzen.

Weil die Wirkung im Vordergrund steht, sollen Hochschulen auch nicht auf Lizenzeinnahmen hoffen, sondern Impact messen. Anlage 1 des Berichts liefert dafür beispielhafte Indikatoren, von erreichten Nutzer:innen bis zu Impact Case Studies.

Netzwerk und gemeinsames Programm

Weil die Pipelines einzelner Hochschulen klein sind, empfiehlt der Bericht ein österreichweites SHAPE-Netzwerk nach dem Vorbild des britischen Aspect Network und ein gemeinsames Frühphasenprogramm, angedockt an bestehende Strukturen wie AplusB, ECN oder die Ludwig Boltzmann Gesellschaft. New Venture Scouting koordiniert dafür ein Jahr lang Quartalstreffen der Arbeitsgruppe. Dazu kommt die Forderung, Transfer und Gründung in Berufungen und Evaluierungen anzuerkennen, im Sinne der CoARA-Initiative, die von rein publikationsbasierten Metriken abrücken will.

Die Beispiele in Anlage 2 reichen von ArtWave, einem Startup zweier Opernsängerinnen für Stressreduktion und Burnout-Prävention, über die Praxissoftware freudio für Psychotherapeut:innen bis zur Kärntner Freiwilligenplattform inmojo. „Wir haben noch sehr wenige. Deswegen haben wir den Ausgründungsrahmen um Success Stories ergänzt, damit sich die Leute das vorstellen können“, sagt Wutscher.

„Da wären wir mit vorne dabei“

Für Wutscher ist der Zeitpunkt entscheidend: Die großen Fragen rund um KI, Ethik oder Medizin bräuchten interdisziplinäre Teams. Und beim SHAPE-Thema stehe ganz Europa noch am Anfang. „Deswegen wäre das jetzt so spannend, wenn wir das jetzt starten könnten. Da wären wir mit vorne dabei.“

Bleibt der Haken: das neue Universitätsbudget. Wutscher, der auch Vorsitzender des Universitätsrats der Universität Klagenfurt ist, nennt die Kürzungen einen „massiven Dämpfer“. Die große Herausforderung sei, „dass diese Einsparungen nicht dazu führen, dass Innovation und das Neue gedrosselt werden“. Gerade bei Entrepreneurship-Aktivitäten sei die Entwicklung zuletzt nach oben gegangen: Österreichweit gebe es mittlerweile 31 Forschungs-Spinoffs, 2024 waren es noch 25.

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