Vresh: Linzer Fashion-Startup schließt am Black Friday seinen Online-Shop
Das Linzer Fashion-Startup Vresh, das nachhaltige Kleidung und Textilien produziert, hat sich zum Black Friday eine besondere Aktion ausgedacht: Es schließt seinen Online-Shop für 24 Stunden.
„Wir haben heute keinen Black Friday für dich!“ Mit diesen Worten begrüßt am wohl umsatzstärksten Tag des Jahres der Online-Shop des Linzer Fashion-Startup Vresh seine Besucher. Das Startup möchte damit bewusst ein Zeichen gegen den „Black-Friday-Konsumwahn“ setzen. Anstatt Rabatte und Angebote für Schnäppchenjäger anzubieten, bleibt der Shop am Freitag für ganze 24 Stunden geschlossen.
Wie Vresh die Aktion rechtfertigt
Auf der Website stellt sich das Startup rund um CEO & Gründer Klaus Buchroithner selbst die Frage: Seid ihr denn wahnsinnig? Und liefert zugleich die Antwort darauf: „Vielleicht, denn am umsatzstärksten Tag der Branche zu schließen, ist sicher nicht gewinnmaximierend“.
Buchroithner führt weiters aus: „Die Tatsache, dass wir unseren Shop am umsatzstärksten Tag des Jahres schließen und keine Angebote raushauen ist für uns ein kleiner, aber dennoch wichtiger Beitrag zu einer längst notwendigen Veränderung. Wir wollen nicht, dass unsere Kund:innen mehr kaufen, sondern mit gutem Gewissen und auch nur, wenn sie wirklich ein neues Kleidungsstück benötigen.“
(c) Screenshot des Online-Shops von Vresh am 26. November 2021
Holen wir uns den Freitag zurück: #itsmyfriday
Weiters ruft das Startup dazu auf, sich den „Freitag zurückzuholen“. Anstatt unnötig Geld für Konsumgüter auszugeben, die man nicht braucht, sollen sich die Konsumenten lieber den Dingen widmen, die ihnen gut tun. „Lasst uns daher gemeinsam diesem Tag einen neuen Sinn geben“, so das Startup auf der Website. Zugleich ruft Vresh seine Kunden dazu auf, unter dem Hashtag #itsmyfriday auf Social Media zu posten, wie man dies tut. Zu Mitternacht öffnet der Online-Shop wieder regulär seine Pforten.
PrixxOne: Das, worauf man nachts barfuß drauf tritt, wird jetzt zum Möbel
Mit PrixxOne entwickelt Jürgen Sommer große Klemmbausteine aus recyceltem Kunststoff, aus denen sich Möbel flexibel zusammenbauen und jederzeit neu gestalten lassen. Anfang 2027 will das Wiener Startup in die Produktion gehen.
PrixxOne: Das, worauf man nachts barfuß drauf tritt, wird jetzt zum Möbel
Mit PrixxOne entwickelt Jürgen Sommer große Klemmbausteine aus recyceltem Kunststoff, aus denen sich Möbel flexibel zusammenbauen und jederzeit neu gestalten lassen. Anfang 2027 will das Wiener Startup in die Produktion gehen.
Im Netz kursieren seit langer Zeit witzige Memes und Aussagen solcher Art: „Ja, ein Autounfall tut weh, aber bist du schon Mal auf einen Legostein draufgestiegen?“ Eher das Gegenteil zu Pein, nämlich die Liebe zu den dänischen Bausteinen hat PrixxOne-Gründer Jürgen Sommer schon als kleines Kind entwickelt. Sein He-Man aus der „Masters of the Universe“-Reihe saß damals auf einem Lego-Thron, mit Pölstern aus Watte und Taschentüchern.
PrixxOne: Möbelsystem aus Interlocking-Blöcken
Diese Leidenschaft lebte er später auch als Vater weiter. Als seine beiden Söhne acht und vier waren, baute das Trio ein riesiges Haus aus Lego mit Möbeln darin. „Ich habe mir damals sogar gewünscht, so groß wie eine Lego-Figur zu sein“, gesteht der Founder.
Doch statt wenige Zentimeter groß zu sein, war Sommer vor seiner Unternehmer-Karriere Lehrling bei der Wiener Städtischen und 18 Jahre lang u.a. als Manager bei Uniqa tätig. Dort und auch bei Raiffeisen gestaltete er Prozesse für interne sowie Außenpartner der Versicherungsbranche und verantwortete den Bereich digitale Signaturen.
„Ich habe immer sehr viel gearbeitet, manchmal 16 Stunden am Tag“, sagt er, „also habe ich eine Auszeit genommen und bin dem Projekt nachgegangen.“
Das Projekt heißt PrixxOne und entwickelt ein Produkt, bei dem es nicht nur nicht wehtut, draufzusteigen, sondern es ist dafür gemacht, sich draufzusetzen. Sommers Startup bietet ein Möbelsystem aus Interlocking-Blöcken (oder Klemmbausteinen) im Maßstab 15:1 an. Patentrechtlich ist diese Prinzip frei nutzbar, denn der ursprüngliche Patentschutz für das Klemmsystem lief 1978 aus und der Europäische Gerichtshof hat 2010 die Form des Steins als Marke zu schützen abgelehnt. Wobei sich Lego immer wieder und auch aktuell in Rechtsstreitigkeiten befindet, zum Design oder bestimmten Bausteinen etwa, wie hier im Juni berichtet wurde.
Made in Austria
Unabhängig davon produziert das durch Investments aus dem familiären Bereich gestützte Unternehmen von Sommer diese Klemmbausteine, die nicht nur zum Möbelstück gebaut werden können, sondern auch designgeschützt sind: Jede Seite des PrixxOne-Bausteins verfügt über eine zwei Zentimeter hohe Ausnehmung, sodass man den Stein ohne jegliches Werkzeug auseinandernehmen, aufbauen, umbauen und erweitern kann – vom Hocker zum Sessel, bis hin zur Couch. Laut Gründer trage die Konstruktion das Gewicht von Erwachsenen – das sei intensiv getestet worden.
Die Bausteine werden in Wien designt und bestehen zu 100 Prozent aus recyceltem Kunststoff. „Wir nehmen Material, das sonst auf Deponien landen würde, und verwandeln es in zirkuläres, langlebiges Design komplett ohne Verschwendung“, sagt Sommer.
So richtig durchstarten möchte er Anfang nächsten Jahres und hat für die Produktion im Sinne von „Made in Austria“ drei potentielle österreichische Partner an der Hand. „Es ist nur noch eine Skalierungsfrage“, sagt Sommer, der mit seiner Idee auch einen Nachhaltigkeitsgedanken verfolgt: „In den vergangenen 25 Jahren habe ich als Operations-Manager und COO große Unternehmensstrukturen optimiert. Mein zentraler Antrieb ist das Lean-Management: Starrheit aufbrechen und Verschwendung radikal eliminieren. Genau dieses Mindset übertrage ich nun von der Unternehmenswelt mit PrixxOne auf die Möbelbranche.“
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