08.03.2021

Eröffnung 2027 geplant: Erstes Weltraumhotel nimmt Form an

Die Voyager Station der Orbital Assembly Corporation soll 400 Personen - nicht nur Weltraumtouristen - Platz bieten. Erbaut werden soll sie in nur einem Jahr. Der Name wurde nach ersten Entwürfen 2019 nochmal geändert.
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Orbital Assembly Corporation: So soll die Voyager Station aussehen
(c) Orbital Assembly Corporation: So soll die Voyager Station aussehen

Während derzeit selbst ein Urlaub ins Nachbarland nicht mit den geltenden Regeln vereinbar ist, kann man den Blick schon deutlich weiter in die Ferne schweifen lassen und einen Urlaub im ersten Weltraumhotel reservieren. Die Voyager Station soll bereits 2027 eröffnen. Und das, obwohl die dahinter stehende Orbital Assembly Corporation mit dem Bau erst 2026 beginnen will.

Nazi-Vergangenheit: Aus „von Braun Station“ wird doch lieber „Voyager Station“

Schon 2019 waren Pläne für das Hotel präsentiert worden – damals unter dem Namen „von Braun Station“. Benannt werden sollte es also nach dem Raketenwissenschaftler Wernherr von Braun, der erheblichen Anteil am US-Weltraumprogramm, u.a. der Mondlandung hatte. Allerdings war der Deutsche, bevor er nach dem 2. Weltkrieg in den Dienst der USA übertrat, auch federführend im Raketenprogramm von Hitler-Deutschland und war selbst NSDAP- und sogar SS-Mitglied. Dieser Umstand hatte zu Diskussionen geführt, die nun in die Umbenennung des Projekts mündeten.

Riesiges Rad mit künstlicher Schwerkraft

Der Grund, warum von Braun Namensgeber werden sollte, ist die Konstruktion der Voyager Station, die direkt auf Entwürfe des Wissenschaftlers aus 1952 zurückgreift (die später auch im Film 2001-Odysee im Weltraum aufgegriffen wurden). Sie ist als „Rad“ konzipiert, das sich um seine eigene Achse dreht und so künstlich Schwerkraft erzeugt.

An den Rändern sollen Weltraumtouristen, aber etwa auch Wissenschaftler, also physikalische Bedingungen vorfinden, die jenen am Mond ähneln – die Schwerkraft beträgt ein Sechstel von jener auf der Erde. Dort soll es, ganz wie etwa auf einem Kreuzfahrtschiff, Luxuszimmer (mit relativ normalen Betten und Duschen) und Bars geben. Man wolle dabei ein Stückchen Erde ins All bringen, sagt Chef-Architekt Tim Alatorre gegenüber CNN. (Wie auf einem Kreuzfahrtschiff soll es übrigens auch 44 „Rettungsboote“ geben, die selbstständig auf der Erde landen können).

Erklär-Video zur Voyager Station

Zugleich wolle man aber natürlich auch Weltraum-spezifische Angebote machen. Ausgenutzt soll dabei abermals die Physik der Voyager Station werden. Je näher man dem Zentrum des Rads kommt, desto geringer wird die Schwerkraft, bis direkt in der Mitte komplette Schwerelosigkeit herrscht. Man kann also je nach Lage auf einer der Achsen besonders hoch hüpfen, besonders schwere Dinge heben oder überhaupt schweben.

Preis eines Kreuzfahrt-Tickets als Ziel

400 Personen soll das Weltraumhotel auf insgesamt 11.600 Quadratmetern letztlich Platz bieten. Als Partner für Aufbau und Transport ist SpaceX im Gespräch, eine offizielle Kooperation gibt es aber noch nicht. (Unverbindliche) Reservierungen werden auf der Page bereits angenommen, ein Zimmerpreis ist aber noch nicht veröffentlicht worden. Der wird Anfangs wohl noch sehr hoch liegen. Von der Orbital Assembly Corporation heißt es, man hoffe irgendwann einen Preis „wie für eine Kreuzfahrt oder einen Trip nach Disneyland“ anbieten zu können.

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Im China-Restaurant seiner Eltern in Linz schälte Josef Chen bereits in seiner Kindheit Kartoffeln und half im Betrieb. Die Idee für sein Startup kam dem Oberösterreicher genau hier: Wiederkehrende Restaurantarbeit mit Robotik zu automatisieren. Über Chens Werdegang hat brutkasten bereits berichtet.

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„Kaikaku haben wir in London aufgebaut. Die Idee entstand aber im Restaurant meiner Eltern in Linz. Dass wir jetzt bei Reef daran weiterarbeiten können, macht mich stolz“, sagt Chen.

360 Bowls pro Stunde

Das Herzstück von Kaikaku heißt Fusion, ein modularer Roboter. Im eigenen Bowl-Restaurant Common Room, das bis November 2024 in London geöffnet hatte, wurde der Roboter getestet. Mittlerweile hat Kaikaku fünf Generationen von Fusion entwickelt. Der Roboter portioniert die Zutaten nach Bestellung. Nach Unternehmensangaben schafft die fünfte Generation je nach Konfiguration bis zu 360 Bowls pro Stunde.

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„Wir haben eine (bisher) unangekündigte Seed-Runde über 4 Millionen Dollar in einer Branche eingesammelt, die die meisten Investoren – ehrlich gesagt – als total unsexy abgeschrieben hatten“, kommentiert der Founder auf LinkedIn. Das Unternehmen wurde nach Angaben von Chen Ende 2025 mit 30. Mio.-US-Dollar bewertet.

Über den jetzigen Verkaufspreis an Reef wird geschwiegen. Was bekannt ist: Kaikaku bringt seine Technologie und sein Kernteam zu Reef.

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Das US-Unternehmen Reef – spezialisiert auf digitale Infrastruktur für Gastronomie und lokale Services – hat seit der Gründung über 1,5 Milliarden US-Dollar Kapital eingeworben. Zu den Investoren zählt unter anderem der 98,6 Milliarden US-Dollar schwere SoftBank Vision Fund 1. Details zur aktuellen Finanzlage, der Eigentümerstruktur oder der genauen Höhe einzelner Beteiligungen lässt Reef in seiner aktuellen Ankündigung allerdings offen.

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Mit den Worten: „Wir sind nicht hier, um einfach nur einen beeindruckenden Roboter zu bauen. Wir sind angetreten, um zu beweisen, dass die Technologie reif ist, die Unit Economics funktionieren und das Einzige, was jetzt noch fehlt, Skalierung ist. Reef ist diese Skalierung. Bald mehr dazu“, lässt Chen die Zukunft des Unternehmens offen. Was nach Chen jedenfalls feststeht: Im Markt für Gastronomie-Infrastruktur und Kitchen-Tech würde sich derzeit eine Phase hoher Kapitalzuflüsse abzeichnen.

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