Vorarlberger Lebensmittelhändler Sutterlüty investiert in Digitalisierung
Digitalisierungsoffensive bei Sutterlüty: In allen 25 Ländlemärkten kommt künftig die digitale Preisauszeichnung zum Einsatz. Außerdem werden die internen Kommunikations-Tools verbessert. Kostenpunkt: rund 2 Mio. Euro.
Jetzt geht es den preisausweisenden und personalintensiven Papieretiketten an den Kragen, denn der Vorarlberger Lebensmittelhändler Sutterlüty setzt nun in seinen 25 Ländlemärkten auf voll digitalisierte ESL (Electronic Shelf Label)-Preisanzeigen. Damit lassen sich rund 300.000 Preise nun zentral steuern, wie Geschäftsführer Alexander Kappaurer erklärt: „Sutterlüty ist mit den neuen digitalen Preisauszeichnungen in der Lage, seinen Kundinnen und Kunden jederzeit eine hundertprozentige Preissicherheit zu gewährleisten. Die Aktionspreise, die wir im Service Center in Egg eingeben, werden sofort in allen Ländlemärkten an den Regalen angezeigt und gleichzeitig ins Kassensystem übertragen.“
Aufbau digitaler Infrastruktur
Um das Geschäftsprozess vereinfachende System implementieren zu können, musste Sutterlüty auch die im Hintergrund laufende digitale Infrastruktur aufbauen. „Im Bereich ESL haben wir die Etiketten/Hardeware von SES Imagotag im Einsatz. „Bei der Umsetzung arbeiten wir mit der IT-Abteilung unseres Großhändlers, der Rewe International, zusammen“, erklärt Kappaurer auf Nachfrage des brutkastens. Die neuen digitalen Preisauszeichnungen kommunizieren für zusätzliche Transparenz und aktuellere Datenbestände in Echtzeit mit dem gesamten Kassen- und Warenwirtschaftssystem des Lebensmittelhändlers. Zusätzlich wurden im Rahmen der Digitalisierungsoffensive alle Suttlerlüty Standorte mit einem digitalen Informationssystem für den internen Daten- und Informationsaustausch ausgerüstet. So können sich die Teams der einzelnen Märkte noch besser miteinander und auch mit dem Service Center in Egg vernetzen. Im Bereich ‚Digital Signage‘ kooperiert der Händler mit dem Rewe Group-Unternehmen Radiomax. „Inhaltlich werden alle Informationen hausintern erarbeitet, gestaltet und regelmäßig an unseren Kunden und Mitarbeitern ausgespielt“, so Kappaurer.
Sutterlüty investiert 2 Mio. Euro
In Summe hat Sutterlüty für die Weiterentwicklung im Bereich Digitalisierung rund 2 Mio. Euro in die Hand genommen, um einerseits die Kommunikation der Mitarbeiter untereinander zu vereinfachen und ihnen durch den Wegfall des zeitintensiven Wechsels der Papieretiketten mehr Ressourcen für den im stationären Handel so wichtigen Kundenservice zur Verfügung zu stellen. Außerdem spart der Umstieg auf ESL Preisauszeichnungen jährlich rund 100.000 Blatt bzw. eine halbe Tonne Regalstreifenpapier inklusive Toner und Toner-Kartuschen ein.
Gegen Ineffizienz im Glasfaserausbau: Die „Zero-Touch“-Lösung des OÖ-Startups fluctus
Der weltweite Glasfaserausbau floriert – doch auf lokaler Ebene bleiben oft Lücken und ineffiziente Systeme bestehen. Das österreichische Startup fluctus von Anna Kurpierz und Christian Sattlecker hat eine „Zero-Touch"-Lösung entwickelt, die offene Netze zentralisiert managen und den Markt für neue Anbieter öffnen soll.
Gegen Ineffizienz im Glasfaserausbau: Die „Zero-Touch“-Lösung des OÖ-Startups fluctus
Der weltweite Glasfaserausbau floriert – doch auf lokaler Ebene bleiben oft Lücken und ineffiziente Systeme bestehen. Das österreichische Startup fluctus von Anna Kurpierz und Christian Sattlecker hat eine „Zero-Touch"-Lösung entwickelt, die offene Netze zentralisiert managen und den Markt für neue Anbieter öffnen soll.
Der Bedarf an Bandbreite und enormen Datenvolumina steigt rasant. Doch während der globale Ausbau der physischen Infrastruktur voranschreitet, hinkt die digitale Verwaltung oft hinterher. Gerade kleine Regionen und lokale Netzerrichter stünden vor großen Herausforderungen. Zudem arbeiten mittelständische und große Unternehmen häufig mit starren, unzureichenden Systemen, denen es an Flexibilität fehlt, so die Erfahrung des fluctus-Gründerduos Anna Kurpierz und Christian Sattlecker.
fluctus mit End-to-End
„Wir haben bei unseren Projekten festgestellt, dass der österreichische Ausbau oft große Lücken hinterlässt – kleinen Regionen und Netzbetreibern fehlt der Zugang zu zukunftsträchtigen Technologien“, sagt Kurpierz. Um diese Lücken zu schließen, hat das oberösterreichische Startup ein von Grund auf neues Management-System für „Open-Access-Netze“ entwickelt.
Dabei setzt fluctus auf ein „New-Generation Open-Access-Tool“, das den Datenaustausch zentralisiert abwickelt. Das System funktioniert als reine „Zero-Touch“-Anwendung.
„Wir sind derzeit die Einzigen, die am europäischen Open-Access-Markt eine komplett zentralisiert managebare End-to-End-Lösung (E2E) anbieten“, erklärt die Gründerin weiter. „Da sämtliche Marktbegleiter von den Kunden eine Implementierung der Logiken in deren Netz voraussetzen.“
Der entscheidende Vorteil für Kunden sei hierbei, dass im Gegensatz zu Konkurrenzprodukten Netzbetreiber keine komplexen Logiken mehr selbst in ihr eigenes Netz implementieren müssten.
Wettbewerb steigern
„Ziel unseres Systems ist der Zugang zu einem offenen Netz für alle Breitbandteilnehmer“, so die Founderin weiter. „Einerseits wird damit der Wettbewerb unter den ‚Internet Service Providern‘ gesteigert und verbraucherseitig entsteht zudem ein Nutzen aus qualitativ hochwertigen Produkten, ein großer Pool aus Anbietern und Produkten sowie niedrigere Preise. Durch die Entstehung eines Polypols auf der Angebotsseite und den daraus entstehenden größeren Markt ergeben sich intensivere Preis- und Qualitätswettbewerbe.“
Zudem würden offene Netze einen fairen Zugang für alle Anbieter ermöglichen und an jedem Anschluss einheitliche Prozesse sowie technische Mindeststandards garantieren.
„Unser Produkt ist im Wesentlichen ein System für den Glasfaserausbau und -betrieb, welches als zero-touch Anwendung realisiert wird. Durch das ‚New-Generation Open Access Tool‘, welches den Datenaustausch zentralisiert abwickelt, kann eine vergleichbare Angebotslandschaft wie im Mobilfunk geschaffen werden – neben bestehenden Internet-Providern werden auch neue Anbieter im selben Netz entstehen“, erklärt Kurpierz. „Dies führt zu größerer Angebotsvielfalt, wettbewerbsfähigen Preisen und einer höheren Anschlussquote. Es entstehen somit auch neue Möglichkeiten für Discounter, Energy-Drink-Giganten bis hin zur kleinen IT-Firma, im Netz anzubieten.“
Zielgruppen von fluctus
Die Kernzielgruppe von fluctus umfasst Netzbesitzer (wie regionale Infrastrukturbetreiber) sowie große Technologieunternehmen. Ein typischer Use-Case ist der Zusammenschluss bislang getrennt strukturierter Regionen. Durch die Zentralisierung von Netz- und Betriebsprozessen sollen bestehende Infrastrukturen effizienter genutzt und neue Internet-Service-Provider nahtlos integriert werden.
Monetarisiert wird die Technologie über Dienstleistungs- und Wartungsverträge. Nach dem Prinzip „Grow with your business“ bietet fluctus drei flexible Modelle an, die ein E2E-Deployment und den laufenden Betrieb über das hauseigene OSS/BSS-Management-System umfassen. Die Preisgestaltung ist nach Unternehmensgröße gestaffelt. Zusätzlich wird pro Projekt beziehungsweise pro „Point of Presence“ (POP) eine Projektpauschale verrechnet, die sich nach der Größe des Projekts richtet.
Hürden überwunden
Die Entwicklung einer derart tiefgreifenden Technologie ist kapital- und ressourcenintensiv. Das Gründerteam stand beim Aufbau vor massiven Hürden, wie Kurpierz erklärt: „Die Entwicklung und Herstellung unseres Produktes hat hohe Investitionen, sogenannte CAPEX, erzeugt und unzählige Tests erfordert. Erschwerend kommt hinzu, dass es am Markt wenig ausgebildetes Personal in diesem Bereich gibt – die interne Weiterbildung in dieser Nische ist enorm zeitintensiv und führt daher zu höheren Kosten.“
Einen entscheidenden Durchbruch hierbei brachte aws Seedfinancing – Deep Tech. Die Förderung der Austria Wirtschaftsservice (aws) trug maßgeblich zur Marktreife der Technologie bei, wie die Gründerin erklärt. Zudem konnte das Startup das aws-Netzwerk nutzen, um strategisch wertvolle Kontakte zu knüpfen.
Mit einer fertigen Technologie im Rücken sind die nächsten Meilensteine klar definiert. In den kommenden Jahren möchte sich fluctus als etablierte Größe im DACH-Raum positionieren. Gleichzeitig treibt das Unternehmen die Erschließung weiterer internationaler Märkte voran.
Disclaimer: Der Artikel wurde in Kooperation mit der Austria Wirtschaftsservice (aws) umgesetzt
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