09.12.2022

Von Discord zu DACling: Peter Relan investiert in Projekt der TU Wien

Die neue Forschungsinitiative der TU Wien zum Kampf gegen die Klimakrise erhält Unterstützung vom Incubator "YouWeb IV Impact" eines Silicon Valley Entrepreneurs.
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(v.l.) Peter Relan und Hermann Hofbauer sprechen über die Forschungsinitiative
(v.l.) Peter Relan und Hermann Hofbauer sprechen über die Forschungsinitiative "DAC Impact" der TU Wien, in das Relan investiert © Matthias Heisler

Die erste Forschungsphase von „DAC Impact“ ist bereits abgeschlossen. Bei der Initiative der Technischen Universität Wien (TU Wien) dreht sich alles um die Entwicklung eines DAC-Prototypen. DAC steht für „Direct Air Capture“ und beschreibt einen Prozess, mit dem Kohlendioxid (CO2) aus der Luft gefiltert wird. Damit soll nicht nur die individuelle Raumluft verbessert werden, sondern auch die generelle CO2-Belastung unserer Erdatmosphäre reduziert werden. Der Tech-Gründungsinvestor Peter Relan, der unter anderen in die Gruppenchat-Plattform Discord investierte, hat sich mit seinem „YouWeb IV Impact“ Incubator für ein Millionen-Investment in die Forschungsinitiative der TU entschieden. Im nächsten Schritt soll eine DAC-Einheit „DACling“ für verschiedenste Kontexte entwickelt werden – wie bspw. Einkaufszentren, Klima- und Heizsysteme oder Forschungslabors.

Mit DACling gegen die Erderwärmung

Die dahinterstehende Technologie bezeichnet Peter Relan als Gamechanger. „Wir wollen etwas schaffen, das in unterschiedlichsten Umgebungen – von Büros über Hotels […] bis zu großen DAC-Farmen – funktioniert und mit bereits existierenden, grundlegenden Systemen wie Solarparks oder Klima- und Heizsystemen kombinierbar ist. Die kleine Größe und der modulare Ansatz unseres DACling ermöglichen gleichzeitig weniger aufwendige Genehmigungsprozesse“, meint Relan. Die DAC-Einheit ist dementsprechend modular, dezentral und skalierbar.

Im Zuge der ersten Entwicklungsphase, in der der erste Prototyp entstanden ist, wurde die DAC Core-Technologie entwickelt. Dabei handelt es sich laut Hermann Hofbauer von der TU Wien um den Teil, der die Abscheidung von CO2 aus der Umgebungsluft ermöglicht. Ebenfalls wurde zwischenzeitlich eine kleinere Dimensionierung der Einheit erreicht – der DACling messe aktuell 1x2x0,5 Meter. Der Leiter des Forschungsteams der TU Wien, Hofbauer, wertet die Entwicklungen der letzten 1,5 Jahre als großen Erfolg. „Nun gilt es aus dem Labor heraus auf die Straße zu gehen, unseren DACling zu optimieren und in unterschiedlichen Testumgebungen zu erproben“, meint Hofbauer mit Blick auf die nächsten Schritte.

Kampf gegen die Klimakrise

Der YouWeb IV Impact Incubator ist für Peter Relan ein Weg, Initiativen und Projekte zu unterstützen, die mit neuen Technologien Lösungen zur Bekämpfung der Klimakrise finden – auch um letztendlich jeden einzelnen Menschen zu ermächtigen, selbst aktiv zu werden. „Genau das ist hier der Fall. Stellen Sie sich vor, zu Hause CO2 aus der Luft zu filtern, genauso wie Sie derzeit Sonnenenergie via PV-Modulen am Dacht nutzen können“, erklärt Relan. Für den Forschungsstandort Österreich habe sich der Serial Entrepreneur entschieden, da ihn die hohen F&E-Investments, der gute internationale Ruf der TU Wien und das individuelle Know-how des Forschungsteams überzeugten.

Zweite Forschungsphase steht an

In der zweiten Forschungsphase stehe mitunter die Energieeffizienz im Zentrum. Diese solle um ca. 20 Prozent unter die Benchmark von Carbon Capture gebracht werden und somit auch Kosten unter 100 Euro pro abgeschiedener Tonne CO2 erreicht werden. Gelingen soll das durch die Optimierung des Prozessaufbaus, fortschrittliche Materialien inkl. Wärmeintegration und hydrophobe Adsorbentien.

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Die xchannels.ai-Gründerinnen Isabell Claus und Ashley Zvaniashvili. © xchannels.ai

Nur 16 Wochen nach der Gründung meldet xchannels.ai internationalen Erfolg bei der Kundengewinnung. Das von Ashley Zvaniashvili und Isabell Claus geführte Unternehmen mit Sitz in Wien baut eine KI-gestützte Plattform zur automatisierten Erstellung und Distribution von Marketing-Content über Social Media, Presseportale und Webseiten hinweg. Das Ziel: Marken auch in KI-Suchsystemen wie ChatGPT und Perplexity sichtbar zu machen.

Acht Länder, 50 Kund:innen

Seit der Gründung im April 2026 hat das Marketing-Startup sein Angebot auf acht Länder ausgerollt: Deutschland, Österreich, der Schweiz, Luxemburg, Irland, Frankreich, Rumänien und Ungarn. Laut Mitgründerin Isabell Claus nutzen mittlerweile rund 50 Unternehmen die Plattform, von größeren Organisationen bis hin zu Startups sei alles dabei.

Ein Großkunde als Ausgangspunkt

Den Ausgangspunkt der internationalen Präsenz bildet laut Claus ein einzelner Großkunde: „Wir haben ursprünglich mal angefangen mit einem Unternehmen, das in 34 Ländermärkten aktiv ist, und davon haben wir sukzessive einige schon übernommen“, so Claus im Gespräch mit brutkasten. Weitere Standorte dieses Kunden sollen demnach folgen.

Weil xchannels.ai dadurch von Beginn an mit unterschiedlichen Sprachen und kulturellen Besonderheiten arbeiten musste, sei die Erschließung weiterer Märkte in der Folge leichter gefallen, erklärt die Gründerin.

Wachstum über Partnerschaften

Für weiteres Wachstum setzt das Gründerinnenteam laut Claus zunehmend auf Partnerschaften statt auf Einzelakquise. Ein Beispiel ist die Kooperation mit der Deutschen Telekom, über die brutkasten bereits berichtete. „Wir wollen mit Partnern schneller wachsen, als jedes einzelne Unternehmen direkt bei uns anzubinden und zu gewinnen“, meint Claus. Über Partner sollen sich künftig größere Kundengruppen aus einer Region gleichzeitig erschließen lassen.

Standorte in London und New York geplant

Aktuell beschäftigt das Startup laut eigenen Angaben acht Vollzeitmitarbeitende, verteilt auf Wien und Berlin. Die Aufgaben sind zwischen den Gründerinnen geteilt: Mitgründerin Ashley Zvaniashvili leitet die technischen Themen und die App-Entwicklung, Claus selbst kümmert sich um Business-Development, große Partnerschaften und die internationale Expansion.

Wie diese Expansion aussehen soll, ist bereits klar skizziert: Die für London und New York angekündigten Standorte sollen laut Claus reale Büros werden, keine rein virtuelle Präsenz: „Wir waren jetzt recht oft in London, und das ist schon nochmal ein anderes Klima – da geht es darum, die Netzwerke vor Ort zu stärken“, erklärt sie. In den Städten sollen dafür in erster Linie Relations- und Partnership-Positionen entstehen, während der Kern des Unternehmens in Wien bleibt.

Beispielhafter Content-Distributions-Screen von xchannels.ai © xchannels.ai

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