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Anfang Juni öffnete das Generationencafe Vollpension im vierten Wiener Gemeindebezirk mit einem neuen Geschäftsmodell „Halbpension“ wieder seine Tore nach der Corona-bedingten Schließung. Nachdem das Sozialunternehmen für die geringfügig beschäftigten Senioren keine Kurzarbeit nutzen kann und keinen staatlich gesicherten Kredit erhielt, mussten, wie bei so vielen anderen Kleinstunternehmen, andere unternehmerische Lösungen gefunden werden; So erhält der Gast nun um 9,90 Euro (8,40 Euro zum Sozialtarif) pro Stunde unbegrenzt Kaffee, Tee und Hauslimos nach Wahl und ein Stück Kuchen oder Brote von der Oma. Dieses Modell wurde nun bis Ende des Monats verlängert.
+++ Wie GoStudent den Pivot zu einem funktionierenden Geschäftsmodell schaffte +++
“Das Feedback ist zu 90 Prozent positiv. Wir konnten dank des neuen Geschäftsmodells einen Teil des ‚Corona-Schadens‘ abfangen. Wir hatten nur ein Drittel der Gäste aus dem Vergleichszeitraum im Vorjahr, aber immerhin 50 Prozent des Umsatzes“, berichtet Vollpensions-Mitgründer Moriz Piffl über die vergangenen zwei Wochen.
Mehrwertsteuersenkung für Gastro bringt keine Abfederung der Verluste
„Die aktuelle Mehrwertsteuersenkung für die Gastronomie wird die Einbußen durch die ausbleibenden Gäste und Touristen nicht abfedern können, die im Sommer sonst 60 Prozent der Gäste ausmachen,“ blickt auch Co-Founderin Julia Krenmayr in die Zukunft. Und nimmt damit gleich Mitbewerber mit ins Boot.
Cafe Landtmann: „Umsatz pro Sitzplatz pro Stunde“
Das Stundenmodell im Kaffeehaus scheint sich nämlich in der Gastroszene herumgesprochen zu haben. Berndt Querfeld, Chef des Café Landtmann, blickt interessiert auf diese Geschäftsmodellinnovation und sagt: „Natürlich steht das ’sich wohl fühlen‘ bei einem Lokalbesuch im Vordergrund, besonders im Café. Allerdings kosten Zeit, Raum und Dienstleistung Geld. Und in der Kalkulation heißt das: ‚Umsatz pro Sitzplatz pro Stunde.‘ Warum also nicht den Sitzplatz, den Ort, die Zeit als Basis der Rechnung zu machen und weniger das Getränk oder die Speise?“ so der Wiener Gastronom zum neuen Preiskonzept.
Auf einen Quickie in die Pension
Die Vollpension ist laut Aussendung bereit, alle Erfahrungen mit dem neuen Geschäftsmodell zu teilen, getreu dem Motto: Oma-Open-Source. Mit den Learnings aus den ersten 14 Tagen wird das Angebot für all jene erweitert, die „auf einen schnellen Kaffee“ vorbeischauen wollen. Die „Quickie“-Option um 4,90 Euro umfasst 30 Minuten Halbpension und zwei Getränke nach Wahl. Zusätzlich wird auch die Frühstückskarte des Lokals angepasst.
Vollpension: „Noch nicht klar, ob Einmaleffekt“
Mit der „Halbpension Schluckspecht“ kommt zudem ein Abendpaket für laue Sommernächte im Gastgarten. Da noch nicht klar ist, ob das ein Einmaleffekt war, der nach ein paar Wochen wieder verfliegt, wird die verlängerte Beta-Phase vorerst bis 30. Juni laufen. „Eine mögliche Hitzewelle mit leergefegten „Hundstagen“ in Wien und die ausbleibenden Touristen wären fatal, von einer, zweiten Welle ganz zu schweigen“, so das Vollpension-Team: „Doch es kummt, wie es kummt. Wir gem Vollgas.“.
⇒Die Buchung eines Platzes in der Halbpension ist auf der Website möglich.







