12.06.2025
WEB3

Vision (VSN): Bitpanda führt seine Token BEST und Pantos zusammen

Mit der Einführung des Tokens Vision (VSN) am 16. Juli beginne man den Aufbau eines eigenen Web3-Ökosystems, heißt es von Bitpanda.
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Bitpanda
Bitpanda Headquarter in Wien (c) Bitpanda GmbH

Schon seit einigen Monaten gibt das Wiener Krypto-Unicorn Bitpanda immer wieder Informationen zu seiner „Web3-Offensive“ aus. Im Jänner etwa präsentierte man die deutsche Fußball-Legende Oliver Kahn als Botschafter für diese, wie brutkasten berichtete. Im März kündigte das Scaleup die Einführung einer DeFi-Wallet an. DeFi steht für Decentralized Finance. Damals gab man auch bereits bekannt, dass die beiden Bitpanda-Token Bitpanda Ecosystem Token (BEST) und Pantos (PAN) zum neuen Token Vision (VSN) zusammengeführt werden.

VSN als Utility- und Governance-Token

Nun wurde Bitpanda noch konkreter: Am 16. Juli erfolge die Einführung von Vision und damit auch der „Aufbau des eigenen Web3-Ökosystems“. Bestehende BEST- und PAN-Token werden dabei zu den Kursen 1:4,91 (BEST:VSN) und 1:0,89 (PAN:VSN) umgetauscht. VSN sei als Utility- und Governance-Token konzipiert und werde als zentraler Baustein in die Plattform sowie in eine neue Produktlandschaft rund um Wallets, kettenübergreifende Liquidität, tokenisierte Assets und DeFi-Anwendungen integriert.

Demuth: „Haben ein starkes Team von Web3-Branchenexperten angeheuert“

Bitpanda-Co-Founder und CEO Eric Demuth betont die Wichtigkeit des Projekts für das Scaleup: „Wir sind sehr engagiert, die Zukunft der Onchain auf eine konforme, sichere und einfach zu bedienende Weise zu gestalten. Genau wie Apple es mit seinen Smartphones. Deshalb haben wir ein starkes Team von Web3-Branchenexperten angeheuert – und das war erst der Anfang für unsere ehrgeizigen Pläne.“

Neue Bitpanda-Web3-Produktsuite mit vier Komponenten

Dies neue Produktsuite umfasst konkret vier Komponenten: Die bereits im Mai gelaunchte DeFi Wallet, die das Handeln und Verwalten von mehr als 5.000 Token ermöglicht; das Vision Protocol, das als „Liquiditätsschicht des Ökosystems“ kettenübergreifende Swaps in der DeFi Wallet ermöglicht; die Vision Chain, die die Tokenisierung realer Vermögenswerte ermöglicht; und „Bitpanda Launchpad“, eine Plattform für Web3-Projekte, die geprüften Teams Zugang zu Investoren, Listings und Partnernetzwerken bieten soll.

Vorteile für VSN-Nutzer:innen

Zum Start von VSN will Bitpanda zudem Kund:innen den Erwerb des neuen Token mit diversen Vorteilen schmackhaft machen. „Dazu gehören Gebühreneinsparungen und Einsätze, aber auch Governance und Loyalität, die sich in Vorteile für jeden im Bitpanda-Ökosystem und darüber hinaus verwandeln“, sagt Deputy CEO Lukas Enzersdorfer-Konrad. Konkret bekommen VSN-Nutzer:innen unter anderem 20 Prozent Gebührenersparnis auf bitpanda.com und in der Bitpanda DeFi Wallet und frühzeitigen Zugang zu Token-Projekten auf Bitpanda Launchpad.

Kann neuer Bitpanda-Token VSN mehr überzeugen?

Schon mit der Einführung des BEST-Token 2019 waren ähnliche (damaligen Krypto-Trends entsprechende) Ankündigungen und Vorteile für Nutzer:innen einhergegangen – brutkasten berichtete damals mehrfach. Der wohl erhoffte große Durchbruch für den Token blieb aber aus. 2021, nachdem Bitpanda zum Unicorn wurde, schoss der Kurs des Coins kurzzeitig in die Höhe, stabilisierte sich danach aber wieder auf deutlich niedrigerem Niveau. Pantos startete 2018 als Forschungsprojekt gemeinsam mit der TU Wien. 2023 launchte man schließlich die lange erwartete Beta-Version des Multichain-Token-Systems. Vision verbindet nun diese beiden Token-Konzepte und wohl auch die Hoffnung, diesmal noch mehr Nutzer:innen überzeugen zu können.

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(c) Ruiz Cruz
(c) Ruiz Cruz

Zwei Tage lang haben die Entrepreneurship-Verantwortlichen der österreichischen Hochschulen am 13. und 14. Oktober an der Universität Wien und der WU Wien darüber beraten, wie Ausgründungen aus der Wissenschaft leichter gelingen können. Das Entrepreneurship Center Network (ECN), das inzwischen 36 Universitäten, Fachhochschulen und Forschungseinrichtungen verbindet, hat rund um seine sechste Konferenz auch neue Zahlen veröffentlicht: 2025 wurden 530 studentische Startups und akademische Spinoffs an den Partnerhochschulen betreut, ein Jahr davor waren es 457.

Strategiearbeit im Fokus

Auch die Konferenz selbst ist gewachsen. „Als wir 2021 die erste ECN-Konferenz hier in Wien organisiert haben, hatten wir so 25 bis 30 Teilnehmer, und heuer waren über 80 Teilnehmende dabei”, sagt Rudolf Dömötör, Direktor des WU Entrepreneurship Center und Gründer des Netzwerks, im brutkasten-Talk. Statt Keynotes und Workshops gab es heuer Strategiearbeit: In Kleingruppen wurden zuerst die größten Probleme bei Ausgründungen gesammelt, dann ein Wunschzustand formuliert und daraus Maßnahmen abgeleitet.

(c) Ruiz Cruz

Mehr Role Models?

Diskutiert wurde dabei auch, wen das Thema überhaupt erreicht. Sara Matt, Leiterin der Transferstelle Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft der Universität Innsbruck, sieht die bisherigen Role Models fast ausschließlich im MINT-Bereich. „Ganz viele helle Köpfe kommen nicht aus der Technik, sondern aus den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften. Die muss man auch abholen.“ Und nicht jede Person mit unternehmerischen Fähigkeiten müsse ein eigenes Unternehmen gründen: „Die könnten zum Beispiel Betriebsnachfolgen übernehmen oder in bestehenden Unternehmen Innovation vorantreiben.”

Im Rahmen der Konferenz wurde – in Anwesenheit von Sektionschef Elmar Pichl aus dem BMFWF – auch der neue Ausgründungsrahmen für diese sog. SHAPE-Disziplinen vorgestellt. SHAPE steht für Social Sciences, Humanities and the Arts for People and the Economy, also für Sozial-, Geistes- und Kulturwissenschaften sowie die Künste. Dieser Rahmen ergänzt den 2024 erarbeiteten Ausgründungsrahmen für den technischen und naturwissenschaftlichen Bereich.

Die Frage des Budgets?

Die Ergebnisse der Konferenz treffen auf einen schwierigen Moment. Wie sich das Universitätsbudget in den nächsten Jahren entwickelt, ist offen, mehr Geld wird es nach Einschätzung von Dömötör wohl nicht geben. Die Frage sei, wo gespart werde: bei etablierten Bereichen oder im Transfer, „der noch nicht so etabliert ist und auch keine starke Lobby in Budgetdiskussionen hat”. Das Budget sei deshalb ein Leitmotiv der Konferenz gewesen: „Was können wir tun, um dieses weiterhin zwar größer werdende, aber immer noch zarte Pflänzlein, das in den letzten fünf bis zehn Jahren entstanden ist, zu schützen?”

(c) Ruiz Cruz

Matt beobachtet die Folgen bereits. An einigen Universitäten sei das Personal im Transferbereich zurückgefahren worden. „Das finde ich einen falschen Ansatz, weil gerade jetzt müssen wir darauf achten, Innovation voranzutreiben.” Dass überall gespart werden müsse, sehe sie ein, „aber für die langfristige Sicht eines Wirtschaftsstandortes ist es nicht die richtige Entscheidung, an der Innovation zu sparen”.

Konkret bedauert Matt, dass es im Herbst keine Fellowship-Ausschreibung gab. Eine Handvoll Forscher:innen an ihrer Universität hätte gerne eingereicht. Wenn man in dieser Situation doch die akademische Karriere wähle, sei das nachvollziehbar, weil man es sich auf dem Weg dorthin kaum leisten könne, ein paar Jahre für einen unternehmerischen Versuch liegen zu lassen. Eine bei der Konferenz diskutierte Maßnahme sei deshalb ein Forschungsfreisemester, „damit diese Entscheidung nicht so früh fallen muss: Unternehmertum oder Forscherkarriere”.

Gründen soll in der akademischen Laufbahn zählen

Genau an diesem Punkt setzt der Maßnahmenplan an, den das ECN aus der Konferenz ableitet und Ende des Jahres veröffentlichen will. Gründen soll ein gleichwertiger Karriereweg werden, der auch in der akademischen Laufbahn anerkannt wird. „Kulturwandel bedarf auch der entsprechenden Incentives”, sagt Dömötör. „Wie wird es von meiner Uni gewürdigt, wenn ich gründe? Werde ich nur für die traditionellen Kernaufgaben einer Universität belohnt, Forschung und Lehre, oder wird auch die Third Mission stärker berücksichtigt?” In den letzten Jahren habe es eine positive Entwicklung gegeben, „aber da ist immer noch Luft”.

Der zweite Kernpunkt richtet sich an den Gesetzgeber: Das ECN fordert einen klaren Rechtsrahmen für Ausgründungen im Universitätsgesetz (UG) und im Fachhochschulgesetz (FHG). Dazu kommen österreichweite Standards für IP und Beteiligungen sowie Entrepreneurship Education für alle Studierenden. Die Details sollen im Plan Ende des Jahres folgen.

Verbündete in der Politik?

Unterstützung erhofft sich das ECN aus der Politik. Elisabeth Zehetner, Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus im Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus, stellte sich bei einem Kamingespräch den Fragen der Community. Für Dömötör „ein sehr wertschätzendes Signal”. Man nehme aus dem Gespräch mit, „in ihr eine Verbündete zu haben”. Für die Änderungen an UG und FHG, die das ECN anstrebt, ist allerdings nicht ihr Ressort zuständig, sondern das Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung.

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