13.08.2020

Viewpointsystem: Datenbrillen-Serienproduktion in der Wiener Seestadt

Das Wiener Startup Viewpointsystem startete kürzlich die Serienproduktion seiner Datenbrillen in der Seestadt Aspern. Mit rund 100 B2B-Kunden ist das Unternehmen Marktführer in Teilbereichen des Eye Tracking.
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Viewpointsystem: Das aktuelle Datenbrillen-Modell VPS 19 im Fertigungsprozess
(c) Viewpointsystem: Das aktuelle Datenbrillen-Modell VPS 19 im Fertigungsprozess

In den heimischen Medien schlägt das Wiener Startup Viewpointsystem nicht besonders oft auf. Dabei hat es das Unternehmen in sich. 2016 brachte es das weltweit erste kommerzielle Eye Tracking-System auf den Markt. Vier Jahre später ist es mit seinen Datenbrillen, die wissen, was ihr Träger gerade ansieht, seine Emotionen erkennen und darüber hinaus zahlreiche Mixed Reality-Funktionen bieten, in einigen Teilbereichen Marktführer.

Viewpointsystem: So sieht die Datenbrille mit ihrer
(c) Viewpointsystem: So sieht die Datenbrille mit ihrer „Smart Unit“ aus

Rund 100 B2B-Kunden aus Branchen wie Industrie, Verkehr, Sport und Gesundheit, aber auch Security und Militär zählt das Unternehmen mit seinem „Eye Hyper Tracking“-System. Nutzen können es etwa auch Fahrschulen und Mystery Shopper. Personen in riskanten Berufen sagen die rund 50 Gramm schweren, optisch nicht allzu auffälligen Datenbrillen, wenn sie zu müde oder unachtsam sind. 2018 holte sich das Startup eine EU-Förderung über 2,3 Millionen Euro im Horizon2020-Programm. Sowohl mit dem ersten Datenbrillen-Modell als auch mit dem aktuellen gelang bei der CES Las Vegas mit dem Innovation Honoree Award in der Kategorie „Wearable Technologies“ jeweils ein internationaler Achtungserfolg.

Viewpointsystem: Neuer Produktionsleiter am relativ neuen Standort

Vor Kurzem war Viewpointsystem nun soweit, seine reguläre Serienproduktion anzustarten. Das passiert an einem bereits im Herbst 2019 eingerichteten Standort für Produktion und Engineering im Technologiezentrum in der Seestadt Aspern in Wien. „Alle Produktionsschritte werden hier unter einem Dach realisiert – von der Forschung & Entwicklung über das Hard- und Software-Engineering, Design, Rapid Prototyping bis hin zum finalen Assembling der Smartglasses“, heißt es vom Startup. Zurzeit sind rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 26 Nationen für das Unternehmen tätig.

Nun übernahm Lukas Porak, der seit 2017 für Viewpointsystem arbeitet, die Produktionsleitung. „Mit Lukas an der Spitze werden wir unsere Produktion auf die steigende Nachfrage von Unternehmen nach Remote Support-Lösungen ausrichten. Neue Wege für die Zusammenarbeit auf Distanz sind gefragt“, erklärt Nils Berger, CEO von Viewpointsystem. Porak ist Experte für „Additive Fertigung“. Nach einer intensiven Phase von der Prototypenfertigung bis zur Serienreife werde man nun die nächsten Schritte gehen und die Herstellung nach oben skalieren, so der neue Produktionsleiter.

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Reploid-CEO Philip Pauer (r.) und -CBO Jonas Finck läuteten heute die Börsenglocke | (c) Wiener Börse AG / Alexander Felten
Reploid-CEO Philip Pauer (r.) und -CBO Jonas Finck läuteten im Juli 2025 die Börsenglocke | (c) Wiener Börse AG / Alexander Felten

Im Juli 2025 ging das Welser Insektenzucht-Scaleup Reploid in einem durchaus ungewöhnlichen Schritt nur vier Jahre nach der Gründung am Direct Market Plus an die Wiener Börse. Ein Run auf die Aktie blieb damals aus – es gab keinen Trade am ersten Tag, wie brutkasten berichtete.

Große Meilensteine, aber noch immer wenig Handelsvolumen

Seitdem hat sich bei Reploid viel getan: Millionenfinanzierungen, geografische Expansion, neue große Kunden, zahlreiche Personalien und eine Steigerung auf rund neun Millionen Euro Gewinn im vergangenen Geschäftsjahr (brutkasten berichtete). Einzig: Die Liquidität der Aktie, die aktuell bei 1.700 Euro pro Stück steht, hält sich nach wie vor in Grenzen, wie ein Blick auf Daten der Wiener Börse verrät. Oft gibt es mehrere Tage lang keine Trades, nur an wenigen Handelstagen werden zweistellige Stückzahlen erreicht.

Aktiensplit geht mit Erhöhung des Grundkapitals einher

Doch das soll sich jetzt ändern. Denn wie Reploid per Aussendung bekanntgibt, plant man einen Aktiensplit im Verhältnis 1:15 – der Preis einer Aktie reduziert sich damit also auf ein Fünfzehntel des aktuellen Werts. Damit erhöht sich die Anzahl der Aktien von 110.881 auf 1.663.215, wobei auf jede Stückaktie weiterhin ein anteiliger Betrag am Grundkapital von einem Euro entfällt.

Das bedeutet auch: Das Grundkapital muss dafür von derzeit 110.881 Euro auf 1.663.215 Euro erhöht werden. Das soll ohne die Ausgabe neuer Aktien, sondern „durch Umwandlung eines Teilbetrags der nicht gebundenen Kapitalrücklagen, die sich aus dem im Geschäftsjahr 2025 gesteigerten Eigenkapital speisen“, erfolgen. Der Beschlussvorschlag dafür werde der ordentlichen Hauptversammlung am 14. September 2026 vorgelegt, heißt es von Reploid.

„Wollen die Reploid-Aktie speziell für Retail-Investoren leichter handelbar und attraktiver machen“

„Die Reploid-Aktie notierte zuletzt bei 1.700 Euro. Würden wir heute splitten, läge der Kurs bei etwa 113 Euro. Genau das ist unser Ziel: Wir wollen die Reploid-Aktie speziell für Retail-Investoren leichter handelbar und attraktiver machen“, kommentiert Gründer und CEO Philip Pauer.

Ob die gewünschte Wirkung erzielt wird, bleibt freilich abzuwarten. Die Liquidität im Direct Market Plus der Wiener Börse ist generell niedrig. Wohl aber zeigt ein Blick auf die Daten: Titel mit geringeren Stückkosten kommen tendenziell auf mehr Trades.

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