20.10.2016

Schwarmintelligenz im Co-Working Space: VIENNABOLD vergibt Stipendium

VIENNABOLD setzt auf kreative Schwarmintelligenz. Im Wiener Meshwork Super Space wird darauf geachtet, dass unterschiedliche Kompetenzen zu optimalen Synergien führen. Ein Social Media Expert fehlt noch. Bis 8. November kann man sich um ein Stipendium bewerben.
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(c) VIENNABOLD: Das Kollektiv sucht noch einen Social Media Expert.
kooperation

Dass man in einem Co-Working Space von den Synergien, die sich mit den anderen Mietern ergeben, profitiert, ist Teil des Grundkonzepts. Viennabold geht dabei aber noch einen Schritt weiter: Das Zentrum im neunten Wiener Bezirk, das sich als Kollektiv mit kreativem Schwerpunkt versteht, will gezielt alle Synergie-Bedürfnisse seiner Mieter abdecken. Dazu wird genau ausgewählt, wer dazu passt. Grafik, Druck, Filmproduktion, Design, Styling und Eventplanung werden bereits durch verschiedene Startups im VIENNABOLD abgedeckt. Was im Moment aber noch fehlt, ist ein Social Media Experte.

+++ Find Your Co-Founder Event: Hier wird bekanntgegeben, wer das Stipendium erhält +++

Stipendium holen und selbst von Synergien profitieren

VIENNABOLD vergibt daher, in Kooperation mit dem „Brutkasten“, ein einjähriges Stipendium für das innovative Future Office. Bis 8. November können sich Social Media Experts dafür bewerben. Neben dem Vorteil, ein Jahr lang nichts für einen hochwertigen Arbeitsplatz zahlen zu müssen, bietet das Stipendium vor allem die Chance, mit dem eigenen Startup von den Synergien im perfekt abgestimmten Kollektiv zu profitieren. Um an den begehrten Platz zu kommen, muss man daher auch einiges bieten: Für die Bewerbung soll eine ausgeklügelte Social Media-Kampagne für VIENNABOLD entwickelt werden, die die Aufmerksamkeit für das Kollektiv und seine Nutzer in sozialen Netzwerken nachhaltig steigert.


Impressionen aus dem Meshwork Super Space:

Das muss man können:


Aufgaben:

  1. Auftritte von Unternehmen und Trends von NutzerInnen im Web analysieren
  1. Social Media-Präsenz (z. B. Facebook-Profil) von Unternehmen entwickeln

2.2.     Planung, Umsetzung und Evaluierung von Social Media Strategien für Facebook, Instagram, Blog, Twitter, Linkedln und Co

2.3.     Entwicklung und Umsetzung von zielgruppenspezifischen Kommunikationskampagnen

  1. Laufende Betreuung, Qualitätssicherung und redaktionelle Content-Erstellung und -Planung
  1. Texte im Social Media, z. B. Werbetexte, Kommentare, Blogs, Tweets, verfassen

4.1.  Erstellung aktueller Inhalte auf der Website

  1. Auf Anfragen und Reaktionen der NutzerInnen antworten
  1. Durchführung von standardisierten Performance-Analysen & Reportings
  1. Marktbeobachtung von Trends im Online-Bereich
  1. Implizieren von Online-Marketing-Kampagnen

Profil:

  • Mehrjährige Berufserfahrung
  • Fundierte EDV-Kenntnisse (MS Office), Kenntnisse mit Content Management Systemen (Typo 3 von Vorteil)
  • Ausgeprägte Online-Affinität und gute Kenntnisse über aktuelle Online Trends
  • Sehr gute Deutsch- und Englischkenntnisse (in Wort und Schrift)
  • Gutes sprachliches Ausdrucksvermögen und Textsicherheit
  • Gute Organisations- und Koordinationsfähigkeit
  • Strukturierte und selbstständige Arbeitsweise
  • Kommunikationsstarke Persönlichkeit mit Hands-on Mentalität, Überzeugungs- und Begeisterungsstärke sowie hoher Teamfähigkeit

Die Bewerbungsaufgabe im Detail:

  • Erarbeitung eines schlagkräftigen Social Media Konzeptes für VIENNABOLD.
  • analysieren die mediale Nutzung und entwickeln auf dieser Grundlage Strategien, um VIENNABOLD in den gängigen Netzwerken zu präsentieren.
  • gemeinsam Botschaften („Messages“) der Nutzer nach außen tragen und entscheiden, welche Social Media Kanäle genutzt werden sollen.
  • Umsetzung der Strategie und Unternehmensprofil für Facebook und Co, sowie Analyse der Trends im Internet und erstellen von Web-Reports und Interpretationen der Ergebnisse

Bewerbungen bis 08.11.2016 per E-Mail an: Herr Oliver Jauk, B.A., [email protected]


VIENNABOLD-Founderin Hannah Neunteufel im Interview mit dem Brutkasten:

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Mitarbeiterbeteiligung - Werner Wutscher | (c) Luiza Puiu
Werner Wutscher | (c) Luiza Puiu

Transkribus ist eine KI-Plattform, die historische Handschriften automatisch erkennt. Entstanden ist sie an der Universität Innsbruck, heute ist sie als Europäische Genossenschaft organisiert und wird weltweit von Archiven und Forschenden genutzt. Ein Paradebeispiel für ein akademisches Spinoff, nur eben keines aus der Technik, sondern aus den Geisteswissenschaften. Genau solche Gründungen will ein neuer Ausgründungsrahmen künftig systematisch ermöglichen.

„SHAPE Austria“ wurde im Rahmen der ECN-Konferenz von Werner Wutscher (New Venture Scouting) und Sektionschef Elmar Pichl vom Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung (BMFWF) vorgestellt. SHAPE steht für Social Sciences, Humanities and the Arts for People and the Economy. Der Bericht ergänzt den Ausgründungsrahmen von 2024, der den Hochschulen erstmals einheitliche Standards für Spinoffs vorgab. „Da war der klare Fokus auf skalierbare, technologieorientierte Startups. Die Geisteswissenschaften, Sozialwissenschaften und Künste sind zu kurz gekommen“, sagt Wutscher. Das Ministerium habe den Rahmen komplettieren wollen.

27 Institutionen in der Arbeitsgruppe

Erarbeitet wurde der Bericht von November 2025 bis Juni 2026 mit einer Arbeitsgruppe aus 27 Institutionen, darunter 16 Hochschulen von der Universität Wien über das Mozarteum bis zur Kunstuniversität Linz. Dazu kamen Interviews mit 16 Einrichtungen, die bereits weiter sind, etwa dem britischen ARC Accelerator, der Erasmus University Rotterdam oder der Universität Köln.

Das Ergebnis sind elf Empfehlungen, sechs an die Leitungsebene der Hochschulen, fünf an Transferstellen und Career Center. „Um auch strategische Themen zu diskutieren, braucht man unbedingt auch die Leitungsebene, also die Rektorate für diese Diskussionen“, so Wutscher.

Andere Sprache, andere Strukturen

Der zentrale Befund: Gründungen aus diesen Disziplinen folgen einer anderen Logik. Sie entstehen selten aus einer Marktchance, sondern aus einem gesellschaftlichen Problem. Im Bericht ist von „Reluctant Founders“ die Rede, Menschen, die nicht primär ein Unternehmen aufbauen, sondern etwas verändern wollen. „Du musst sehr stark über die Wirkung reden, über den Impact reden, um die dann gut abzuholen“, sagt Wutscher. Empfohlen wird ein „Prinzip der Zweisprachigkeit“: nach innen Wirkungssprache, nach außen klassische Startup-Begriffe, damit Finanzierung und Netzwerke nicht verschlossen bleiben. Statt von Kund:innen spricht man dann von Audiences.

Strukturell sind SHAPE-Gründungen meist günstiger und schneller als Tech-Spinoffs: kein Labor, kein Patentierungsprozess, kürzere Validierungszyklen. Dafür braucht es niederschwellige, mehrstufige Begleitung und offene Rechtsformen. Statt der GmbH kann auch ein Verein, eine Genossenschaft oder ein Hybridmodell passen. „Wenn du einen Verein gründest, um Gesundheitspolitik zu promoten, brauchst du kein Labor“, so Wutscher.

Soft IP statt Patente

Ein eigener Schwerpunkt gilt dem geistigen Eigentum. Wo keine Patente entstehen, sondern Urheberrecht, Software, Daten oder Know-how, greifen die üblichen IP-Richtlinien nicht. Der Bericht empfiehlt getrennte Regeln für Hard und Soft IP mit deutlich günstigeren Konditionen und nennt als Benchmark die University of Bristol: 20 Prozent Beteiligung bei patentbasierten Spinoffs, fünf Prozent bei „IP light“, null Prozent ohne verwertbares IP. Leitprinzip: so offen wie möglich, so geschlossen wie nötig, inklusive Creative-Commons- und Open-Source-Lizenzen.

Weil die Wirkung im Vordergrund steht, sollen Hochschulen auch nicht auf Lizenzeinnahmen hoffen, sondern Impact messen. Anlage 1 des Berichts liefert dafür beispielhafte Indikatoren, von erreichten Nutzer:innen bis zu Impact Case Studies.

Netzwerk und gemeinsames Programm

Weil die Pipelines einzelner Hochschulen klein sind, empfiehlt der Bericht ein österreichweites SHAPE-Netzwerk nach dem Vorbild des britischen Aspect Network und ein gemeinsames Frühphasenprogramm, angedockt an bestehende Strukturen wie AplusB, ECN oder die Ludwig Boltzmann Gesellschaft. New Venture Scouting koordiniert dafür ein Jahr lang Quartalstreffen der Arbeitsgruppe. Dazu kommt die Forderung, Transfer und Gründung in Berufungen und Evaluierungen anzuerkennen, im Sinne der CoARA-Initiative, die von rein publikationsbasierten Metriken abrücken will.

Die Beispiele in Anlage 2 reichen von ArtWave, einem Startup zweier Opernsängerinnen für Stressreduktion und Burnout-Prävention, über die Praxissoftware freudio für Psychotherapeut:innen bis zur Kärntner Freiwilligenplattform inmojo. „Wir haben noch sehr wenige. Deswegen haben wir den Ausgründungsrahmen um Success Stories ergänzt, damit sich die Leute das vorstellen können“, sagt Wutscher.

„Da wären wir mit vorne dabei“

Für Wutscher ist der Zeitpunkt entscheidend: Die großen Fragen rund um KI, Ethik oder Medizin bräuchten interdisziplinäre Teams. Und beim SHAPE-Thema stehe ganz Europa noch am Anfang. „Deswegen wäre das jetzt so spannend, wenn wir das jetzt starten könnten. Da wären wir mit vorne dabei.“

Bleibt der Haken: das neue Universitätsbudget. Wutscher, der auch Vorsitzender des Universitätsrats der Universität Klagenfurt ist, nennt die Kürzungen einen „massiven Dämpfer“. Die große Herausforderung sei, „dass diese Einsparungen nicht dazu führen, dass Innovation und das Neue gedrosselt werden“. Gerade bei Entrepreneurship-Aktivitäten sei die Entwicklung zuletzt nach oben gegangen: Österreichweit gebe es mittlerweile 31 Forschungs-Spinoffs, 2024 waren es noch 25.

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