11.09.2023

Hansmann, Demuth und Co: Das sagt die Startup-Szene zur SPÖ-Vermögenssteuer

Die SPÖ unter Andreas Babler sorgt mit ihrer Vermögenssteuer-Forderung aktuell für heftige Diskussionen im Land. Wir haben in der Startup-Szene um Statements zur Diskussion gebeten.
/artikel/vermoegenssteuer-hansmann-demuth-startup-szene
Vermögenssteuer - Statements von Eric Demuth, Laura Raggl, Hansi Hansmann und Johannes Braith
Eric Demuth, Laura Raggl, Hansi Hansmann, Johannes Braith und weitere äußerten sich gegenüber dem brutkasten zum SPÖ-Vermögenssteuer-Vorschlag | (c) Bitpanda / brutkasten/Pacher / Conny Kacy / Storebox

Der von SPÖ-Chef Andreas Babler vorgestellte Vermögenssteuer-Vorschlag ist als Forderung einer Oppositionspartei natürlich noch weit von einer möglichen Realisierung entfernt. Dennoch ist dadurch im Land eine Diskussion entstanden, die kaum jemanden kalt lässt. Die einen sehen darin ein wirksames Mittel zu mehr Verteilungsgerechtigkeit. Für die anderen ist es eine populistische motivierte Gefährdung des Wirtschaftstandorts.

Das sieht der SPÖ-Vermögenssteuer-Entwurf vor

Zu den Fakten: Der SPÖ-Entwurf sieht eine Vermögenssteuer von 0,5 Prozent ab einem Vermögen von einer Million Euro, ein Prozent ab zehn Millionen Euro und zwei Prozent ab 50 Millionen Euro vor. “Eigenheime” werden dabei aber bis zur Grenze von 1,5 Millionen Euro nicht zur Bemessungsgrundlage gezählt. Und Verbindlichkeiten wie Kreditschulden werden von der Bemessungsgrundlage abgezogen. Laut SPÖ wären davon etwa zwei Prozent der Bevölkerung betroffen – ein Wert der laut Expert:innen-Einschätzung auf Basis von Daten zur Vermögenverteilung der Österreichischen Nationalbank aus 2022 „plausibel“ ist.

Wie würde die Vermögenssteuer auf GmbH-Anteile aussehen?

Spannend sind vor allem Detail-Fragen zur Bewertung bestimmter Vermögenswerte (und zum damit einhergehenden bürokratischen Aufwand). Konkret im Hinblick auf Startups stellte der brutkasten daher vergangene Woche eine Anfrage an die SPÖ zur Bewertung von GmbH-Anteilen – hier zum Artikel. Der Succus: Die Bewertung erfolgt anhand der Gewinne der vergangenen drei Jahre. Anteile an Unternehmen, die Verluste schreiben, fallen also nicht in die Bemessungsgrundlage der SPÖ-Vermögenssteuer – ein entscheidender Punkt für Gründer:innen von Early-Stage-Startups.

Spannender wird es freilich für Investor:innen und Scaleup-Gründer:innen. Der brutkasten fragte daher in dieser Gruppe nach Statements zum Vermögenssteuer-Entwurf und legte dabei auch den im vorigen Absatz zitierten Artikel bei (auf dessen Ergebnisse in mehreren Statements konkret eingegangen wird). Antworten kamen von etwa der Hälfte der Befragten.


Hansi Hansmann, Business Angel

Solange die Vermögenssteuer nicht an der Bewertung der letzten Runde in der GmbH hängt, ist sie für Gründer:innen (bis zum Exit) wohl tatsächlich meist irrelevant. Im Exit-Fall würde die Vermögenssteuer dann aber auf gerade erst mit Kapitalertragssteuer versteuertes Geld nochmal zugreifen.

Bei [Angel-]Investor:innen ist es wohl ähnlich, macht das ganze aber jedenfalls administrativ kompliziert. Wenn man, wie ich, mehr als 50 Beteiligungen hat, muss man wohl GmbH für GmbH durchgehen und immer checken, ob das eine Nullmeldung ergibt oder nicht. Beim Exit ist es genau so wie bei den Gründer:innen – eine Vermögenssteuer, die auf eben erst versteuertes Geld angewendet wird, ist nicht sinnvoll.

Selber bin ich aus diesem Grund – der abermaligen Versteuerung von bereits versteuertem Geld – ganz allgemein kein Freund einer Vermögenssteuer. Anders ist es bei der Erbschaftssteuer, da bin ich durchaus offen.

Eric Demuth, Co-Founder und CEO Bitpanda

Die Idee mag für einige verlockend klingen. Wer sich jedoch mit der Materie auskennt, merkt schnell, dass sie von wenig Verständnis für die Wirtschaft und insbesondere für die Tech- und Startup-Branche zeugt. In Bezug auf Startups wurden drei entscheidende Aspekte vollkommen außer Acht gelassen:

Erstens verspricht der vorgelegte Entwurf nur auf den ersten Blick, Startup-Gründer:innen nicht zu schaden. Startups sind immer nur die Vorstufe, mit den Ziel ein Scaleup zu werden. Tatsächlich würde der Vorschlag dazu führen, dass Scaleups hierzulande nicht mehr existieren können – ein schwerwiegender Exodus, den niemand in der Republik befürworten kann.

Zweitens würde damit die Unternehmensstrategie zu einem großen Teil von der Steuer festgelegt werden, was absurd ist für schnell wachsende Unternehmen und damit die völlig falsche Richtung vorgibt, und zusätzlich noch ein jährliches Liquidation Event auslöst, was in den meisten Fällen bei solch illiquiden Assets fatal ist.

Drittens hätte der vorgeschlagene Entwurf zur Folge, dass wieder jeder Venture Capital-Investor österreichischen Startups bei z. B. einer Series A (also Wachstumsphase zum Scaleup) die Bedingung mitgeben würde, fortan das Unternehmen im Ausland weiter wachsen zu lassen. Für Gründer:innen mag der Unternehmenssitz weniger wichtig sein, solange das Geld der Investoren fließt, schließlich lassen sich Erfolgsgeschichten ebenso gut in Nachbarländern erzählen.

Unter dem Strich kann der aktuelle Vorschlag nur als Schnellschuss angesehen werden, der dem Wirtschaftsstandort Österreich nicht wirklich dienlich wäre.

Laura Raggl, Investorin (ROI Ventures)

Der entscheidende Faktor für den allgemeinen Wohlstand liegt im Wirtschaftswachstum. Unternehmer:innen tragen erheblich dazu bei, indem sie Arbeitsplätze schaffen und Steuern zahlen. Österreich befindet sich im internationalen Wettbewerb um den Erhalt dieser Unternehmen innerhalb seiner Grenzen. In diesem Zeitalter der Digitalisierung haben österreichische Unternehmer:innen und wohlhabende Einzelpersonen nun mehr Flexibilität, ihre Geschäftsaktivitäten in andere Jurisdiktionen zu verlagern, während sie den Geschäftsbetrieb aufrechterhalten können.

Der Vorschlag einer Steuer, die auf vermögende Personen abzielt, mag auf den ersten Blick ansprechend erscheinen. Es ist jedoch unerlässlich, die möglichen Auswirkungen umfassend zu bewerten. Anstatt den Standort für Investitionen unattraktiver zu gestalten, würde die Umsetzung von kapitalmobilisierenden Maßnahmen, wie der Beteiligungsfreibetrag, das angestrebte Ziel der Stärkung des allgemeinen Wohlstands erzielen.

Michael Altrichter, Business Angel

Dass die globale Ungerechtigkeit der schiefliegenden Wohlstandsverteilung behoben werden muss, darüber sind wir uns hoffentlich wohl alle einig. Aber wie gehen wir das sinnvollerweise an? Die kleine Gruppe derer, die mit der vorgestellten Vermögenssteuer zur Kasse gebeten wird, und auf dem Weg zum Vermögensaufbau ja bereits mehrfach Steuer gezahlt hat, wird wohl wenig überraschend „not amused“ sein. Jede Einführung einer Vermögenssteuer eines Staates im Alleingang hat bekanntermaßen eine Kapitalflucht ins Ausland zur Folge, was den Wirtschaftsstandort und vor allem Startups schwächt.

Bei dem vorgeschlagenen Steuersatz von 0,5 bis zwei Prozent ist zwar nur in Einzelfällen mit einer Steuerflucht zu rechnen, allerdings wird bei jedem Steuerpflichtigen die Berechnung der Bemessungsgrundlage zu wahnwitzigen Bewertungsdiskussionen führen. Immobilien, Unternehmen und vor allem Startups weisen eine enorme Bandbreite bei Bewertungen auf. Ob sich dieses kräftezehrende Gemetzel „Steuerberater gegen Finanzamt“ bei dem vorgeschlagenen niedrigen Steuersatz auszahlt, sei mal dahingestellt. Jedenfalls ist dieser Vorschlag für einen populistischen Stimmenfang geeignet, das Problem der frappanten Schieflage in der Wohlstandsverteilung wird damit nur scheinbar gelöst.

Johannes Braith, Co-Founder und CEO Storebox

Österreich ist im europäischen Vergleich im Spitzenfeld zu finden, wenn es um die Abgabenlast in Relation zum BIP geht. Ich halte es daher nicht für sinnvoll, nun über die nächsten Möglichkeiten einer Steuererhöhung nachzudenken. Ich würde mir wünschen, dass die Politik konkrete Vorschläge bringt, um die Lohnsteuern deutlich zu reduzieren, um Arbeitseinkommen zu attraktiveren und Nettogehälter dadurch signifikant zu erhöhen. Den SPÖ-Vorschlag zur Vermögenssteuer, der kürzlich präsentiert wurde und auch Startup-Exits adressieren würde, halte ich für wenig zielführend, da dafür ja ohnehin KESt abzuführen wäre, wenn das Kapital nicht als Primary Investment ohnehin wieder direkt in der Firma reinvestiert wird. Insgesamt halte ich die gesamtpolitische Diskussion in Österreich aktuell für sehr populistisch, wenig lösungsorientiert und entbehrlich.

Berthold Baurek-Karlic, Investor (Venionaire u.a.)

Ich sehe die aktuelle Linie der SPÖ als durchaus gefährlich für den Wirtschaftsstandort. Ich fürchte, dass die bisherige Kommunikation und die daraus entstandene Dynamik in der Gesellschaft eine überaus feindselige Stimmung gegen Unternehmer:innen – die letztlich Arbeitsplätze schaffen und den Wirtschafts-, und Innovationsmotor des Landes darstellen – schürt, während tatsächlich wichtige Themen wie etwa die viel zu hohe Besteuerung von Arbeit nicht thematisiert wird. Die SPÖ scheint zu übersehen, dass Kapital sehr schnell aus Österreich und damit aus dem Standort abwandern kann – was einen unglaublichen Schaden für alle gesellschaftlichen Schichten nach sich ziehen würde.

Ich würde mir wünschen das unsere Politik die Republik im internationalen Wettbewerb aufholen lässt und nicht weitere Schranken aufbaut.

Kambis Kohansal Vajargah, WKÖ Head of Startup-Services

Die Startup-Szene befindet sich derzeit im Wandel, frühere Profitabilität wird immer mehr eingefordert. Das führt dazu, dass viele Startups davon betroffen sein würden. Wir bewegen uns in einem internationalen Umfeld, nicht nur europäisch, sondern weltweit, wo jede Nation versucht, die besten Talente zu sich zu holen. Mit noch mehr Steuern werden wir das nicht erreichen. Da wir ein Hochsteuerland sind, ist die Senkung von Lohnnebenkosten und Lohnsteuern der bessere Ansatz.

Martin Rohla, Business Angel

In Österreich ist das steuerliche Umfeld für Investor:innen und Business Angels jetzt schon nicht besonders attraktiv, da alle gewinne aus positiven Exits voll zu versteuern sind. Es wird kaum berücksichtigt, was für ein – der Wirtschaft und Gesellschaft besonders zuträgliches, weil neue arbeitgebende Unternehmen schaffendes – Risiko Startup-Investor:innen bereit sind einzugehen. Ganz anders als in vielen anderen europäischen Ländern, wo etwa Verluste aus anderen Beteiligungen leicht gegengerechnet werden können – die Niederlande sind hier ein leuchtendes Beispiel. Jede weitere Schlechterstellung von Investor:innen wird deren Investitionsfreude auch weiter bremsen. Für die österreichische Startup-Landschaft ist das sicher nicht förderlich.

Dabei möchte ich kurz anmerken, dass ich kein genereller Gegner von Vermögens- oder Erbschaftsteuern bin. Das Mutterland des Kapitalismus, die USA, hat damit zum Beispiel gar kein Problem. Doch dort ist halt nur die laufende Steuerbelastung von Unternehmen und Unternehmer:innen auch eine deutlich geringere.

Michael Hurnaus, Founder und CEO Tractive

Ich bin prinzipiell für eine Erbschaftssteuer. Die Vermögenssteuer stelle ich mir dagegen sehr schwierig in der Ausgestaltung vor, damit man nicht das „Abfließen“ des Kapitals bzw. Vermögens ins Ausland incentiviert.

Deine ungelesenen Artikel:
02.10.2026

Was CEOs von der Gen Z lernen können: Reverse Mentoring als Innovationsmotor der Zukunft

Die Halbwertszeit von Wissen schrumpft rasant in einer Zeit, in der Wandel schneller passiert, als Erfahrung aufgebaut wird, dreht Reverse Mentoring die klassische Lernhierarchie um. Eine Spurensuche zwischen Machtgefällen und dem Mut zum Nichtwissen.
/artikel/was-ceos-von-der-gen-z-lernen-koennen-reverse-mentoring-als-innovationsmotor-der-zukunft
02.10.2026

Was CEOs von der Gen Z lernen können: Reverse Mentoring als Innovationsmotor der Zukunft

Die Halbwertszeit von Wissen schrumpft rasant in einer Zeit, in der Wandel schneller passiert, als Erfahrung aufgebaut wird, dreht Reverse Mentoring die klassische Lernhierarchie um. Eine Spurensuche zwischen Machtgefällen und dem Mut zum Nichtwissen.
/artikel/was-ceos-von-der-gen-z-lernen-koennen-reverse-mentoring-als-innovationsmotor-der-zukunft
Mit ihrer Reverse-Mentoring-Agentur forciert Ines Hanusch Zukunftssicherheit in Wirtschaft und Politik. © brutkasten

Dieser Text ist zuerst im brutkasten-Printmagazin von August 2026 „Aufbrechen“ erschienen. Eine Download-Möglichkeit des gesamten Magazins findet sich am Ende dieses Artikels.


Wir leben in einer paradoxen Arbeitswelt: Führungskräfte werden für ihr über Jahrzehnte angesammeltes Wissen bezahlt doch exakt dieses Erfahrungswissen kann angesichts rasanter technologischer und kultureller Umbrüche zum blinden Fleck werden. Genau hier setzt eine Methodik an, die traditionelle Rollenbilder auf den Kopf stellt: Reverse Mentoring.

Ines Hanusch, Gründerin der Reverse-Mentoring-Agentur bond & grow, begleitet Unternehmen und Politik bei diesem Paradigmenwechsel. Für sie ist der Kerngedanke simpel, aber radikal: „Beim klassischen Mentoring lernt die Jüngere von der Erfahreneren. Beim Reverse Mentoring ist es umgekehrt: Die Führungskraft sitzt in der Lernenden-Position gezielt, strukturiert und vor allem nicht nebenbei.“

Kein Kaffeetratsch und keine Therapie

Doch was genau ist Reverse Mentoring in der Praxis? Hanusch wird nicht müde zu betonen, was es nicht ist: Es sei kein lockeres Kaffeegespräch, kein Coaching mit einer einzigen Zielvorgabe und schon gar keine Therapie. Auch der oft gehörte Einwand, man könne sich doch einfach mit den eigenen Kindern austauschen, greift für die Expertin ins Leere: „Mit den eigenen Kindern teile ich eine Sozialisation, ein Machtgefälle, ob ich will oder nicht.

Das Kind wird mir vieles nicht sagen, und ich werde vieles nicht hören wollen.“ Wahre Wirkung entstehe erst durch psychologische Sicherheit ohne persönliche Verstrickung eine Atmosphäre, in der ein junger Mensch kein Interesse daran hat, zu gefallen, sondern ehrlich zu sein.

Der Blick von innen: Reibung als Chance

In klassischen Organisationen verhindert die Hierarchie oft genau jenen Raum der psychologischen Sicherheit, in dem ungefiltert und ohne Angst vor Konsequenzen gesprochen werden kann. Ines Hanusch beschreibt das systematische Dilemma eindrücklich: Je weiter Führungskräfte auf der Karriereleiter nach oben klettern, desto mehr manifestiert sich die Angst vor Inkompetenz und Statusverlust. „Wenn Top-Entscheider:innen plötzlich von jemandem lernen, der dreißig Jahre jünger ist, entsteht unweigerlich intensive Emotion, Irritation und Reibung“ – doch exakt in diesen Momenten verankert sich laut Hanusch der größte Lerneffekt.

Wie sich dieser Rollentausch in der Realität anfühlt, schildert eine 21-jährige Mentorin, die im Rahmen von bond & grow Top-Entscheider:innen begleitet. Kristin Barnowsky sieht in ihrer Aufgabe eine enorme Verantwortung: Für sie bedeutet Reverse Mentoring, erfahrenen Führungskräften neue Perspektiven mit auf den Weg zu geben und dabei auch hin und wieder Reibung zu erzeugen“. Nervosität vor dem ersten Aufeinandertreffen ist keine Seltenheit, wie sie verrät. Ihr persönlicher mentaler Trick für das erste Meeting? „Ich stelle mir einfach vor, dass die Person mich bereits mag und ich sie auch. Dadurch gehe ich wesentlich natürlicher, authentischer und positiver in das Gespräch.“

Die größte Herausforderung im laufenden Prozess ist für sie das Gespür dafür, wie tief man in die Glaubenssätze des Mentees eindringen darf. Wenn auf Mentee-Seite Widerstand entsteht, stecke dahinter oft eine unbewusste Angst; etwa das Gefühl, nicht gehört oder gesehen zu werden. Es erfordere Empathie und präzises Timing, unangenehme Themen anzusprechen, ohne die Führungskraft emotional zu überfordern, erklärt die 21-Jährige.

Für wen das Konzept geeignet ist – und wann es scheitert

Die Zahlen sprechen für sich, doch Reverse Mentoring ist kein Selbstläufer. Laut Hanusch eignet es sich primär für Führungskräfte, die Nichtwissen als Startpunkt und nicht als Schwäche betrachten. In hierarchisch geprägten Unternehmen erfordere das immense Größe. „Statusverlust berührt das Selbstbild direkt, und das ist unbequem“, analysiert Hanusch. Viele Führungskräfte fürchten den Moment, in dem sie erkennen müssen, dass jemand, der viele Jahre jünger ist, über entscheidendes Know-how verfügt – sei es über moderne Arbeitskulturen, neue Konsumgewohnheiten oder schlicht den Umgang mit Unsicherheit in Krisenzeiten.

Wann also scheitert Reverse Mentoring? Die Expertin zieht eine klare Grenze: „Ich rate ab, wenn Unternehmen Reverse Mentoring als Imagemaßnahme einsetzen wollen, ohne wirkliche Bereitschaft, etwas zu verändern.“ Ohne intrinsische Motivation beider Seiten, einen geschützten Rahmen und professionelles Matching wird das Format zur reinen Simulation.

Innovation durch unbefangenes Denken

Wenn die Rahmenbedingungen jedoch stimmen, entpuppt sich Reverse Mentoring als machtvoller Innovationsmotor. In vielen Branchen sind junge Menschen näher an der Zielgruppe oder stellen diese gar selbst dar. Sie spüren kulturelle Trends früher und besitzen den Mut, Unbequemes auszusprechen. Kristin Barnowsky erlebt das regelmäßig in ihren Mentoring-Sessions, etwa wenn es um künstliche Intelligenz, Automatisierung von Workflows oder den Einsatz von Social Media geht. Doch der tiefere Wert liegt oft jenseits der Technologie: Es geht um das Hinterfragen erstarrter Prozesse. „Oft sehen die Dinge, die uns Sorgen machen, nur für uns so aus; aus einer anderen Perspektive sind sie plötzlich Chancen für innovative Veränderungen“, resümiert die Mentorin.

Letztlich profitiert nicht nur die Führungskraft auch die jungen Mentor:innen wachsen, bauen sich ein Netzwerk auf und erleben direkte Selbstwirksamkeit. Die wichtigste Frage für Ines Hanusch: „Was, wenn du von denen lernst, die bisher nicht gefragt wurden? Es tut manchmal weh, sich spiegeln zu lassen. Aber nur so entsteht Fortschritt.“ In einer Wirtschaft, die händeringend nach Fachkräften und neuen Wegen sucht, könnte die Bereitschaft, vom Nachwuchs zu lernen, bald über die Existenz von Unternehmen entscheiden. Oder wie Ines Hanusch sagt: „Wer heute keine Kultur des gegenseitigen Lernens etabliert, verliert morgen den Anschluss bei existenziellen Themen wie Mitarbeiterbindung und Innovation.“

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

Hansmann, Demuth und Co: Das sagt die Startup-Szene zur SPÖ-Vermögenssteuer

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Hansmann, Demuth und Co: Das sagt die Startup-Szene zur SPÖ-Vermögenssteuer

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Hansmann, Demuth und Co: Das sagt die Startup-Szene zur SPÖ-Vermögenssteuer

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Hansmann, Demuth und Co: Das sagt die Startup-Szene zur SPÖ-Vermögenssteuer

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Hansmann, Demuth und Co: Das sagt die Startup-Szene zur SPÖ-Vermögenssteuer

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Hansmann, Demuth und Co: Das sagt die Startup-Szene zur SPÖ-Vermögenssteuer

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Hansmann, Demuth und Co: Das sagt die Startup-Szene zur SPÖ-Vermögenssteuer

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Hansmann, Demuth und Co: Das sagt die Startup-Szene zur SPÖ-Vermögenssteuer

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Hansmann, Demuth und Co: Das sagt die Startup-Szene zur SPÖ-Vermögenssteuer