19.05.2021

Aus für Billa Russland – 161 Supermärkte gehen an Lenta LLC

Die Rewe International zieht sich mit Billa aus Russland zurück, da trotz hoher Investitionen bisher keine Top-Marktposition erzielt werden konnte.
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Billa in Russland
© Rewe International AG

Billa ist in Russland Geschichte – das hat die Rewe International heute (Anm. 19.4.) bekannt gegeben. Seit dem Markteintritt des österreichischen Lebensmittelhändlers im Jahr 2004 ist das Filialnetz im flächenmäßig größten Land der Erde auf 161 Märkte im Großraum Moskau mit mehr als 5.400 Mitarbeitern angewachsen. Über die Tochter Billa Russia GmbH werden nun alle Anteile des operativen Vollsortimentsgeschäfts an Lenta LLC, eine der größten russischen Groß- und Einzelhandelsketten, verkauft. Arbeitsplätze, Filialen sowie Logistik-Standorte sollen erhalten bleiben und künftig unter der Marke Lenta weitergeführt werden. Der Deal steht allerdings noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der russischen Wettbewerbsbehörde.

Die Rewe International AG, die vom Standort in Wiener Neudorf aus das internationale Handelsgeschäft in zehn Ländern steuert und für 2020 trotz Umsatzplus durchwachsen bilanziert hat, möchte sich zukünftig im Vollsortiment CEE, das betrifft die Vertriebsschienen Billa und die litauische Handelskette iki, auf die Präsenz in EU-Märkten konzentrieren. Espen B. Larsen, seit 2021 Rewe International-Vorstand für das Vollsortiment CEE erklärt: „Unser strategisches Ziel ist es, in allen Ländern, in denen wir mit unseren Märkten präsent sind, eine Top-Marktposition zu erreichen und möglichst hohe Synergieeffekte zu erzielen. Vor diesem Hintergrund prüfen und bereinigen wir laufend unser Portfolio. Die Marksituation in Russland, Größenordnung, Vernetztheit und Entwicklung des Marktes lassen dies trotz hoher Investitionen nicht zu, daher haben wir entschieden, uns im Vollsortiment auf die erfolgreichen EU-Märkte zu konzentrieren und unsere Mittel in diese Länder zu fokussieren. Dies ist der folgerichtige nächste Schritt unserer Strategie und neuen Positionierung im Vollsortiment CEE.“

Espen B. Larsen, Vorstand Rewe International AG
Espen B. Larsen, Vorstand Rewe International AG © Rewe Group / Gergely
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Vl.: Albert Schmidbauer, Philip Pauer und Laurenz Hoffmann | (c) Biogena / Reploid / Alimentastic
v.l.: Albert Schmidbauer, Philip Pauer und Laurenz Hoffmann | © Biogena / Reploid / Alimentastic

Das Welser Insektenzucht-Scaleup Reploid bleibt weiterhin voll auf Wachstumskurs. Erst vor wenigen Tagen berichtete brutkasten über aktuelle Geschäftszahlen und Nordamerika-Expansionspläne. Nun verkündete das Unternehmen eine Beteiligung über 25,5 Prozent am Salzburger Food-Vertriebsspezialisten Alimentastic. Dabei bestehe die Option auf eine Aufstockung auf 51 Prozent in den kommenden drei Jahren. Spannend: Bereits seit März ist laut Firmenbuch die Addendum Holding von Reploid-Gründer Philip Pauer mit 25,5 Prozent an Alimentastic beteiligt. Somit befinden sich bereits jetzt 51 Prozent der Anteile in seiner Einflusssphäre.

Alimentastic als „Brückenbauer“ für Food-Unternehmen

Die Anteile übernahm Reploid von der Akira Management Holding von Biogena-Gründer Albert Schmidbauer, die nun noch 26 Prozent hält. Der Salzburger Nahrungsergänzungsmittel-Spezialist ist bekanntlich bei mehreren heimischen Food-Startups beteiligt und baute die Marke Alimentastic in den vergangenen Jahren unter anderem auch für diese Portfolio-Unternehmen auf. Das Unternehmen versteht sich als „Brückenbauer zwischen den Herstellern von Produkten auf der einen Seite und dem Lebensmittelhandel, dem Fachhandel und dem Großhandel auf der anderen Seite“. Dabei übernehme man die komplette Wertschöpfungskette von der Produktentwicklung zur Markteinführung über Distribution und Logistik bis hin zu Marketing- und Vertriebsstrategien, heißt es in einer Aussendung.

Reploid setzt auch auf Consumer Brands

Reploid wiederum betreibt neben seinem B2B-Geschäft mit dem Aufbau von Insektenzuchtanlagen ebenfalls zwei Consumer Brands – die Hundefutter-Marke „Schnauze & Co“ und die Edelpilz-Marke „Vitus Vitality“. Für diese und weitere geplante Marken soll Alimentastic nun den Vertrieb übernehmen. Mastermind soll dabei Geschäftsführer und Eigentümer der verbleibenden 23 Prozent, Laurenz Hoffmann, bleiben. Er steht nach Führungspositionen bei Hofer, Aldi Süd und Kaufland und dem CEO-Posten der Restaurant-Kette dean&david seit 2023 an der Spitze von Alimentastic.

Er wolle nun den Wachstumskurs von Reploid marketingseitig unterstützen und die Produkte „vertriebsgerecht positionieren“, kommentiert Hoffmann. Und Reploid-CEO Pauer erklärt: „Mit unserer Beteiligung an Alimentastic erhalten wir sowohl einen stärkeren Zugang zum Einzelhandel als auch wertvolles Markt-Knowhow. Mit Laurenz Hoffmann verantwortet ein erfahrener Manager im Bereich Fast Moving Consumer Goods das gruppenweite Marketing und die Vertriebsaktivitäten von Konsumprodukten.“

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