28.01.2021

VERBUND & Origami: Gerüstet für die Smart Meter-Datenflut

Der Umstieg der Energiebranche auf den Smart Meter bringt eine Masse an wertvollen Daten, die genutzt werden wollen. Im Rahmen des VERBUND X Accelerator – the Energy & Infrastructure Innovation Platform holte sich VERBUND dafür auch Unterstützung vom englischen Startup Origami Energy.
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Verbund: Smart Meter gelten als großer Gamechanger in der Energiebranche
(c) Verbund: Smart Meter gelten als großer Gamechanger in der Energiebranche
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Der Smart Meter gilt als großer Gamechanger der kommenden Jahre in der Energiebranche. Doch der Umstieg auf die „intelligenten“ Zähler mit all ihren Annehmlichkeiten ist alles andere als trivial. „Die große Datenmenge, die uns in den kommenden Jahren aufgrund des Smart Meter-Rollouts erreichen wird, wird eine große Herausforderung sein“, erklärt Franz Eisner von VERBUND Energy4Business.

Bei VERBUND, dem größten Energieanbieter Österreichs, arbeitet man auf vielen Ebenen am großen Zukunftsthema der Branche. Für das von Eisner angesprochene Big Data-Thema, holte man sich im Rahmen des VERBUND X Accelerator  – the Energy & Infrastructure Innovation Platform nun auch Unterstützung von einem Startup: Origami Energy mit Sitz in Cambridge im Vereinigten Königreich.

Das Unternehmen ist auf die Verarbeitung von Echtzeit-Daten im Energiesektor spezialisiert. Gemeinsam wolle man die Abweichungen zwischen dem Ist-Verbrauch der VERBUND-Kunden und den Prognosen des Energieanbieters automatisiert überwachen und daraus abgeleitet automatisiert verschiedene Aktionen setzen, erklärt Eisner. „Unser Ziel ist es, hochautomatisierte, hochgradig skalierbare und hochwertige Lösungen zu liefern, die VERBUND dabei unterstützen, für die Zukunft gerüstet zu sein und weiter zu wachsen“, ergänzt Mark Watts Jones von Origami Energy.

„Wir ergänzen uns sehr gut“

Als eines von sechs Finalisten-Teams im Accelerator arbeiten Mitarbeiter VERBUND Energy4Business und Origami seit Herbst intensiv am gemeinsamen Projekt. „Die Zusammenarbeit war aus unserer Sicht bislang fantastisch“, meint Watts Jones. Seitens VERBUND biete man hervorragende Einsicht in die aktuellen Herausforderungen. Und Eisner ist überzeugt: „Wir ergänzen uns sehr gut. Origami bringt einen ganz anderen Blickwinkel mit und ist bei der Lösungsfindung sehr dynamisch. Wir für unseren Teil bringen einen unglaublichen Datenschatz und die inhaltliche Expertise mit“.

Ursprünglich hatten sich mehr als 300 Startups aus 43 Ländern für die Teilnahme im VERBUND X Accelerator – the Energy & Infrastructure Innovation Platform beworben. In einem mehrstufigen Auswahlprozess wurden schließlich die sechs Teams, die sich derzeit in der Acceleration-Phase befinden, bestimmt. Drei Teams werden dabei von VERBUND selbst gestellt, jeweils eines von den Partnern OMV, Post und BIG. Die Zielsetzung der Projekte ist klar, wie auch Franz Eisner betont: „Wenn alles gut läuft, werden wir die Kooperation natürlich fortsetzen und auch so schnell wie möglich in den Regelbetrieb übergehen“.

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Die Pimcore-Geschäftsführer Dietmar Rietsch und Matthias Blauth (v.l.) © Pimcore

Der britische Private-Equity-Investor Tenzing steigt bei Pimcore ein: Wie Tenzing in einer Mitteilung bekannt gab, übernimmt das Unternehmen die Mehrheitsanteile, die bisher der Münchner Wachstumsfonds Nordwind Growth hielt. Laut Firmenbuchdaten hält der zu Nordwind gehörende NC Growth Fund I GmbH & Co. KG aktuell 73,25 Prozent an der Pimcore GmbH. Die Transaktion steht laut beiden Unternehmen noch unter Vorbehalt der Kartellbehörden.

Salzburger Unternehmen für Datenverwaltung

Pimcore wurde 2009 in Salzburg gegründet und bietet eine Plattform für die Verwaltung von Produkt-, Kunden- und Asset-Daten. Laut Tenzing laufen mehr als 120.000 Installationen und über 400 Unternehmenskund:innen auf der Software. Der Deal ist der nächste Schritt in der Finanzierungsgeschichte, über die brutkasten mehrfach berichtet hat.

2018 investierte die Münchner Auctus Capital 3,5 Mio. US-Dollar in das Open-Source-Tool. 2022 sicherte sich Pimcore eine Series-B-Runde über zwölf Mio. US-Dollar, die Nordwind Growth anführte und sich damit die seither bestehende Mehrheitsbeteiligung sicherte, mit dem Ziel, die globale Expansion des Salzburger Unternehmens voranzutreiben. Rund zehn Monate später folgte die Eröffnung eines deutschen Standorts in Langenfeld sowie die Erweiterung des Management-Teams durch Matthias Blauth.

Zweites DACH Investment für Tenzing

Tenzing begründet den Einstieg mit dem wachsenden Bedarf an kontrollierten Unternehmensdaten für KI-Anwendungen. Milan Kellner, Investment Lead bei Tenzing, wird in der Mitteilung zitiert: Pimcore habe „etwas Seltenes geschaffen – eine einzige Plattform, die Unternehmen eine verlässliche Version ihrer Produkt-, Kunden- und Asset-Daten liefert, während die meisten Mitbewerber nur einen Teilbereich abdecken.“

Finanziert wird die Übernahme aus Tenzings 900 Millionen Pfund schwerem Fund III, aus dem der Investor seit 2023 investiert. Pimcore ist Tenzings zweite Investition im DACH-Raum nach dem IT-Dienstleister Mahr EDV.

Persönliches Schreiben der Pimcore-Geschäftsführer

In einem Blogbeitrag ordnen die Co-CEOs Dietmar Rietsch und Matthias Blauth die Übernahme ein: Unverändert blieben der offene Plattform-Kern („Open-Core“), das freie Deployment (Cloud, On-Premise, PaaS), die Führung durch die beiden Co-CEOs sowie die Produkt-Roadmap rund um die „Data Spine“-Strategie und die KI-native Weiterentwicklung.

Mehr Ressourcen für internationales Wachstum

Was sich laut den Geschäftsführern ändert, sind vor allem die Ressourcen für internationales Wachstum: Tenzing bringe mit rund 1,7 Milliarden Pfund verwaltetem Vermögen, 20 Portfoliounternehmen und Standorten in London, Stockholm und München zusätzliche Reichweite, um die Skalierung, auch über Zukäufe, voranzutreiben. Zudem kündigt man mehr Investitionen in Partner-Enablement, Zertifizierungen und gemeinsame Vermarktung mit dem bestehenden Ökosystem an.

Den bisherigen Investor Nordwind Growth würdigen Rietsch und Blauth für den Umbau vom Open-Source-Projekt zum Enterprise-Softwareunternehmen: In den knapp vier Jahren seit dem Einstieg sei der jährlich wiederkehrende Umsatz um mehr als das Fünffache gewachsen, das Unternehmen operativ profitabel geworden und ein Standort in Nordamerika aufgebaut worden.

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