22.05.2017

Innovation Challenge: Warum VERBUND Herausforderungen mit innovativen Ansätzen löst!

Österreichs größter Stromanbieter VERBUND sucht mit seiner Innovation Challenge nach innovativen Unternehmen, Startups und Forschungs-Institutionen. Drei Challenges stehen zur Auswahl. Bis zum 9. Juli kann man sich bewerben.
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(c) VERBUND
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Was erneuerbare Energien und Innovationen im Energiesektor angeht, ist VERBUND bereits sehr gut aufgestellt. Schließlich ist Österreichs größter Stromanbieter auch einer der größten Wasserkraft-Konzerne Europas. Dennoch ist für den heimischen Energieriesen klar, dass man sich nicht auf den bisherigen Errungenschaften ausruhen will: „In Partnerschaft mit unterschiedlichen Industrieunternehmen genauso wie mit neuen Playern am Markt, wie beispielsweise Startups, gehen wir gemeinsam den Weg in die saubere Energiezukunft“, sagt VERBUND-Vorstandsvorsitzender Wolfgang Anzengruber.
Um die Kooperation mit den innovativsten Kräften am Markt noch zu intensivieren, startet der Konzern nun die VERBUND Innovation Challenge. Dabei sind Unternehmen, Startups und Institutionen aufgerufen, Lösungen für drei Challenges einzureichen.

+++ Twingz gewinnt Innovation to Company Challenge bei Verbund +++

1. Neuronale Netzwerke für Talsperren-Analyse

Im ersten Challenge-Bereich geht es um die bessere Vorhersage des Verhaltens von Talsperren bei Wasserkraftwerken. Die VERBUND Hydro Power sucht dazu nach neuen Lösungen, bei denen Analyse und Prognose mit den vorhandenen Messdaten verbessert werden. Besonderer Wert wird dabei auf die Veranschaulichung gelegt. Bei Abweichungen der Messwerte sollen dadurch schnell und präzise die Gründe dafür erkannt werden. Das soll automatisiert geschehen: Ziel sind neuronale Netzwerke, die die Daten intelligent verknüpfen, verarbeiten und visualisieren.

(c) VERBUND: Staumauer Kölnbreinsperre

2. Vertonung von Big Data

Wie mit Big Data umzugehen ist, ist derzeit überall eines der ganz großen Themen. Auch im Stromnetz entstehen enorme Datenmengen. Und darum geht es im zweiten Challenge-Bereich: „Big Data Analytics – Sonifikation“. Die VERBUND-Tochter Austrian Power Grid will hier einen neuen Weg einschlagen. Die Daten sollen sonifiziert, also vertont werden. Damit soll die Erfassung und Analyse unterschiedlicher Einflussfaktoren verbessert werden und kurzfristige und langfristige Systemveränderungen hörbar gemacht werden. Unterstützung will sich der Energiekonzern dabei von Startups holen.

(c) VERBUND: Im Stromnetz entstehen enorme Datenmengen.

3. Optimale Lösungen für Prosumer

Beim dritten Challenge-Bereich geht es um eine Herausforderung, die den Energiesektor momentan beschäftigt, wie kaum eine andere. Immer mehr Haushalte und Gewerbebetriebe werden bei Strom zu „Prosumern“. Das heißt, sie produzieren, etwa über Photovoltaikanlagen, selber Strom. Je nach aktueller Sonnenstrahlung und Verbrauch sind sie dabei auf zusätzlichen Strom aus dem Netz angewiesen, oder können Strom in das Netz einspeisen. Die Kunden verfolgen dabei das Ziel, noch unabhängiger zu werden. VERBUND Solutions will sich hier sowohl mit Softwarelösungen, als auch mit innovativer Hardware, etwa verbesserten Akkus für Wohnhäuser und Betriebe, als Anbieter positionieren. Konkret soll etwa der Anteil des selbstproduzierten Stroms am Verbrauch steigen und die unterbrechungsfreie Stromversorgung bei Prosumern optimiert werden. VERBUND Solutions sucht dazu gesondert sowohl Lösungen für Prosumer-Haushalte als auch für Gewerbebetriebe.

(c) VERBUND: Selbst Strom zu erzeugen wird für immer mehr Haushalte ein Thema.
(c) VERBUND: Wenn Gewerbebetriebe zu Prosumern werden sind spezielle Lösungen von Nöten.

+++ Fokus: Corporate Innovation +++

Langfristige Kooperationen und 8000 Euro Preisgeld

Innovative Unternehmen, Startups oder Institutionen, die Lösungen für einen oder mehrere Challenge-Bereiche haben, können sich bis 9. Juli bewerben. Für die Aufgaben in den Bereichen Sonifikation, neuronale Netzwerke und dezentrale Stromerzeugung werden von einer Fachjury jeweils drei Finalisten ermittelt. Diese treten dann am Pitching-Day am 21. Juli in Wien gegeneinander an. Mit den Siegern der drei Kategorien strebt VERBUND langfristige Kooperationen an. Sie erhalten zudem ein Equity-free Preisgeld von 8000 Euro und werden in die PR-Aktivitäten des Stromanbieters eingebunden. So werden sie etwa auch bei der energy 2050 Konferenz in Fuschl von 27. bis 29. September präsentiert.

⇒ Hier geht’s zu Detailinformationen und Bewerbung

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Das sonnnig-Gründerteam: Roman Öfferlbauer, Jonathan Buchinger und Lukas Hückel © sonnnig

Dort, wo Technik und Unternehmertum zusammenkommen, kann Großes entstehen. So auch an der TU Wien im „Extended Study on Innovation“-Programm, wo sich das Gründer-Trio, bestehend aus Roman Öfferlbauer, Lukas Hückel und Jonathan Buchinger, zum ersten Mal begegnete. Parallel dazu gründete Öfferlbauer 2023 in seinem Heimatort in Niederösterreich eine Energiegemeinschaft, zu einem Zeitpunkt, an dem das Thema noch jung und „technisch schwierig abzuwickeln“ war, so Öfferlbauer.

Aus improvisierten Tools und selbst geschriebenen Mini-Scripts für den Eigenbedarf wurde ein Jahr später sonnnig. Eine White-Label-Lösung für Abrechnung, Mitgliedermanagement und Datenanalyse von mittlerweile 30 Energiegemeinschaften in ganz Österreich.

Wenn Strom aus der Nachbarschaft kommt

„Unser Blick war eigentlich immer auf Endverbraucher und Verbraucherinnen fokussiert. Also Privatpersonen, Unternehmen, Gemeinden“, erklärt Öfferlbauer im Interview. Eine Mission, die über die letzten zwei Jahre tausende Haushalte in ganz Österreich erreicht hat. Mittlerweile kann man über sonnnig den generierten Strom auch als Mitarbeiter:innen-Benefit oder Spende abgeben. „Im letzten halben Jahr hat sich da aber auch ziemlich viel auf der anderen Seite, also bei den Energieversorgungsunternehmen, getan“, verrät der Co-Founder.

Energieversorgungsunternehmen stünden zunehmend vor einem Einkaufs- und Prognoseproblem. In der Regel verbraucht die Kundschaft ihren Strom nach einem Standardprofil, mit dem der jeweilige Versorger seine Stromeinkäufe prognostiziert. Sind die Abnehmer:innen aber Teil einer Energiegemeinschaft, verschiebt sich dieses Profil radikal: Ein großer Teil des Energiebedarfs wird jetzt von der Energiegemeinschaft gedeckt und nur noch die Restmengen werden durch den Energieversorger geliefert. „Der Energieversorger hat die Energiemenge aber schon im Vorhinein eingekauft“ – und müsse sie kurzfristig wieder verkaufen, erklärt Öfferlbauer. Ein teures Ausgleichsenergie-Problem, das mit wachsendem Energy-Sharing-Anteil immer größer wird.

Sonnnig als potenzieller Partner für Energieversorger

Genau hier setzt das neue Produkt an, für das sonnnig gerade die dritte Förderung der Austria Wirtschaftsservice (aws) erhalten hat: eine White-Label-Lösung zum Energy Sharing, die Energieversorger direkt in ihr eigenes Kund:innenportal einbinden können. Im Hintergrund liefert sonnnig die Restlastprognose auf 15-Minuten-Basis, damit Versorger gezielter am Großhandel einkaufen können.

Möglich macht das die Prognosefähigkeit, die sonnnig über Jahre mit echten Energiegemeinschaften aufgebaut hat. Ziel ist es, Versorgern einen besseren Einblick in ihre Stromverläufe zu geben und ihnen zu helfen, selbst ein Geschäftsmodell rund um Energy Sharing aufzubauen, auch als Beitrag zur Kund:innenbindung, erklärt Öfferlbauer. Am Markt kommt das gut an: „Energieversorgungsunternehmen spüren das Problem und sind zunehmend auf der Suche nach Lösungen und neuen Geschäftsmodellen im Energy-Sharing-Bereich, deshalb reden sie auf einmal mit uns“, sagt der Co-Founder. Davor sei die Beziehung eher einseitig gewesen. Zwei Pilotbetriebe hat sonnnig für das geförderte Projekt bereits akquiriert und zeigt sich offen für weitere Kooperationen.

Von First bis Seed: Der aws-Weg

Möglich wurde diese Entwicklung durch drei aufeinanderfolgende aws-Förderungen. Mit aws First Incubator, einem Programm für sehr junge Teams, teils noch vor der Firmengründung, kam das Startup zu ersten Beratungsleistungen und Mentoring. Mit aws Preseed – Innovative Solutions wurde zunächst die inhaltliche und wirtschaftliche Machbarkeit des Vorhabens überprüft und der Proof of Concept entwickelt. Darauf aufbauend unterstützt aws Seedfinancing – Innovative Solutions die Weiterentwicklung bis zum Markteintritt sowie die ersten Skalierungsschritte. In diesem Rahmen werden nun der Aufbau und der Launch des neuen B2B-Produkts finanziert.

Erwarteter Boom durch neues Elektrizitätswirtschaftsgesetz

Als besondere Meilensteine nennt Öfferlbauer Referenzprojekte mit bekannten Unternehmen wie Hartl Haus, der Nationalbank-Tochter IG Immobilien oder der Volkshilfe Wien sowie die wiederholte Verdopplung des Jahresumsatzes. Im ersten Halbjahr 2026 hat sich die geteilte Energiemenge, die über sonnnig abgewickelt wurde, laut eigenen Angaben gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Investor:innen hat das fünfköpfige Team bislang bewusst keine an Bord geholt, da laufende Umsätze und eine halbe Million Euro an lukrierten Entwicklungsförderungen das Team organisch tragen.

Rückenwind kommt bald auch auf politischer Ebene: Im Oktober tritt das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) in Kraft, das Energy Sharing über bilaterale Peer-to-Peer-Verträge statt über eine juristische dritte Instanz wie einen Verein oder eine GmbH erlaubt. Für sonnnig eine freudige Entwicklung: „Das baut natürlich extrem viele Hürden ab. Und deswegen erwarten wir auch einen ziemlichen Boom an neuen Mitgliedern und das nehmen auch Energieversorgungsunternehmen wahr.“


Disclaimer: Der Artikel entstand in Kooperation mit der Austria Wirtschaftsservice (aws).

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