31.10.2025
ÜBERNAHME

US-Biotech übernimmt Orbillion Bio von Grazer Gründerin Patrica Bubner

Das US-Biotech Fork & Good übernimmt das von der Grazerin Patricia Bubner in den USA mitgegründete Startup Orbillion Bio. Gemeinsam wollen sie die Produktion von kultiviertem Fleisch skalieren und beanspruchen laut eigenen Angaben das weltweit größte IP-Portfolio der Branche.
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Eine Frau präsentiert vor einem hellblauen Hintergrund.
Patricia Bubner | (c) Orbillion

Das US-amerikanische Biotech-Unternehmen Fork & Good übernimmt das aus Kalifornien stammende Startup Orbillion Bio, das von der gebürtigen Grazerin Patricia Bubner mitgegründet wurde. Damit soll ein führenden Player im Bereich kultivierter Fleischprodukte entstehen, wie es in einer Aussendung heißt. Der Fokus liegt insbesondere bei Rind- und Schweinefleisch. Zudem soll durch die Übernahme künftig die Herstellung von Laborfleisch deutlich kosteneffizienter gestaltet werden.

Von Graz ins Silicon Valley

Bubner kam ursprünglich für einen Forschungsaufenthalt in die USA. Dort gründete sie im Silicon Valley das Startup Orbillion Bio. Ihr Ziel: Fleischprodukte herzustellen, die besser schmecken, nachhaltiger produziert werden und eine geringere ökologische Belastung verursachen.

Nach einer Teilnahme im renommierten Y-Combinator-Accelerator schloss Orbillion eine fünf Millionen US-Dollar-Seed-Runde ab (brutkasten berichtete). Zudem ging Orbillion auch eine Partnerschaft mit dem niederländischen Fleischverarbeiter Luiten Food ein (brutkasten berichtete). Mit der nun erfolgten Übernahme durch Fork & Good wird Bubner Chief Operating Officer (COO) des neuen Unternehmens.

Globale Fusion mit europäischer Relevanz

Fork & Good aus Jersey City (New Jersey) hat eine skalierbare Technologie zur Kultivierung von Schweinemuskelzellen entwickelt, während Orbillion bei Rindermuskelzellen weltweit zu den ersten zählte, die diese im industriellen Maßstab züchten konnten. Gemeinsam verfügen sie laut eigenen Angaben über das „größte IP-Portfolio für kultiviertes Fleisch weltweit“.

„Wir bringen Orbillions starke Beziehungen in Europa und im Nahen Osten mit unserer bestehenden Präsenz in Nordamerika und Asien zusammen“, sagte Niya Gupta, CEO von Fork & Good. Ziel sei es, die Versorgungssicherheit im Fleischsektor zu erhöhen und Herstellern bereits jetzt Alternativen zu klassischen Lieferketten zu bieten.

Vier Länder decken aktuell 70 Prozent der globalen Schweine- und 40 Prozent der Rindfleischimporte ab – Fork & Good ist in allen aktiv. Die Kombination der Technologien erlaubt eine schnellere Produktion, kürzere Lieferketten und mehr Flexibilität bei regulatorischen Anforderungen.

Fokus auf Skalierung und Wirtschaftlichkeit

Fork & Good verfolgt einen sogenannten „Margin-first“-Ansatz: Zuerst sollen tragfähige Kostenstrukturen im mittleren Maßstab bewiesen werden, bevor große Produktionsanlagen folgen. Damit will das Unternehmen zeigen, dass kultiviertes Fleisch nicht nur technologisch, sondern auch wirtschaftlich machbar ist.

„Die Kombination unserer Stärken ermöglicht es uns, unseren Kunden ein breiteres Produktportfolio anzubieten und eine solide Grundlage für langfristige Partnerschaften zu schaffen“, sagt Bubner.

Zu den finanziellen Details der Übernahme machten Fork & Good und Orbillion Bio keine Angaben; im Mittelpunkt steht die strategische Bündelung ihrer Technologien und Marktpräsenz im Bereich kultiviertes Fleisch.

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Antrieb auf Frankreichs berühmtester Prachtstraße: CycloTech zeigte die CycloRotor-Technologie beim VivaTech-Showcase auf den Champs-Élysées. | (c) CycloTech

Die Champs-Élysées sind die wohl bekannteste Straße Frankreichs. Über die Pariser Prachtstraße ziehen sonst große Militärparaden, traditionell endet hier die Tour de France, und an kaum einem anderen Ort inszeniert sich das Land so selbstbewusst. Heuer aber gehörte die Avenue der Zukunft: Sie wurde zu einem der Schauplätze der VivaTech, Europas größter Messe für Startups und Innovation. Das 2016 gegründete Event bringt jährlich in Paris Gründer:innen, Investor:innen und Tech-Konzerne zusammen. Zu ihrem zehnjährigen Jubiläum verlegte die Messe ihre Feierlichkeiten erstmals nach draußen: Am 14. Juni verwandelte sie die Prachtstraße in eine frei zugängliche Open-Air-Techbühne, nach eigenen Angaben die größte ihrer Art in Europa.

Große Bühne für CycloTech

Mittendrin: ein österreichisches Startup. CycloTech aus Linz präsentierte seine CycloRotor-Technologie in der Innovation Gallery der Messe und durfte sie zusätzlich beim Champs-Élysées-Showcase zeigen. Bemerkenswert dabei: Wie das Unternehmen erklärt, gingen die VivaTech-Organisator:innen aktiv auf das Linzer Startup zu und holten dessen Antriebstechnologie damit gezielt auf die Pariser Jubiläumsbühne. Auch die Nachrichtenagentur AFP nahm den Auftritt in ihre Auswahl der bemerkenswertesten VivaTech-Innovationen auf.

CycloTech präsentierte seine CycloRotor-Technologie beim Jubiläums-Showcase der VivaTech auf den Champs-Élysées in Paris. | Foto: CycloTech

Ein Schiffsantrieb für die Luft

Herzstück von CycloTech ist der sogenannte CycloRotor, ein Antrieb in Form eines offenen Zylinders, dessen Mantel aus mehreren flügelförmigen, verstellbaren Blättern besteht. Das Prinzip geht auf den Voith-Schneider-Antrieb zurück, der ursprünglich Schiffe steuerte. Die verstellbaren Blätter erlauben eine direkte Variation der Schubkraft in Größe und Richtung auf einer vollen Kreisbahn, also eine 360-Grad-Schubvektorsteuerung. Damit unterscheidet sich das System grundlegend von herkömmlichen Luftfahrtantrieben wie Düsen, Propellern oder Rotoren, die Schub nur in eine Richtung erzeugen. Das Ergebnis: Fluggeräte, die senkrecht starten und landen, in der Luft stehen bleiben, abbremsen oder rückwärts fliegen können.

Hingucker am Messestand: CycloTech präsentierte seinen Flugantrieb in der Innovation Gallery der VivaTech in Paris. | Foto CycloTech

Vom Investment zum Erstflug

So jung die Vision wirkt, so lang ist die Vorgeschichte. Von 2016 bis 2023 entwickelte CycloTech sechs Generationen des CycloRotors, die aktuelle Version befindet sich seit 2021 im Testflugbetrieb. Anfang 2024 sicherte sich das Startup ein Investment von 20 Millionen Euro von den Investoren Breeze Invest und Konos Holding. Damit sollte der CycloRotor zum ersten Prototypen in Marktgröße weiterentwickelt und für die EASA-Zertifizierung vorbereitet werden, mit dem langfristigen Ziel eines marktfähigen Produkts bis 2030. Schon damals verwies der damalige CEO Hans-Georg Kinsky auf vielfältige Anwendungsfelder, von der Logistik über die Bauindustrie (Stichwort fliegender Kran) bis hin zu Hochpräzisionsdrohnen für die Verteidigungsindustrie.

Im November 2024 stellte CycloTech mit dem BlackBird ein Fluggerät mit sechs CycloRotoren vor. Kurz darauf übernahm der ehemalige Rolls-Royce-Direktor Marcus Bauer mit 1. Dezember 2024 die CEO-Position von Kinsky, der dem Unternehmen als Beiratsmitglied erhalten blieb. Anfang 2025 expandierte CycloTech nach Bayern, während der Hauptsitz in Linz als Entwicklungs- und Flugtestzentrum bestehen bleibt. Im April 2025 schließlich gelang der erste Testflug mit dem BlackBird. „BlackBird ist eine fliegende Testplattform für unsere Antriebstechnologie“, sagte CTO Tahsin Kart.

In Paris ging es nun um den nächsten Schritt: CycloTech nutzte die VivaTech, um sich mit potenziellen Partnern zu vernetzen, die den Antrieb künftig in eigene Fluggeräte integrieren könnten.

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