11.08.2016

Unternehmerisches Risiko mit gesellschaftlichem Mehrwert: 3 Millionen für Social-Businesses

Gerade in konjunkturell schwachen Zeiten mit steigender Arbeitslosenzahl können Social Business und Social-Impact-Startups einen großen sozialen Mehrwert generieren. Da ihre Auswirkungen zwar gesellschaftlich spürbar, aber nicht monetär messbar sind, haben diese Unternehmen oft Schwierigkeiten bei der Finanzierung. Mit dem aws Social Business Call werden nun erstmals drei Millionen Euro in die Förderung sozialintegrativer Unternehmen und Startups investiert.
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(c) APA/Schedl - vl.: Markus Hengstschläger, Edeltraud Stiftinger, Alois Stöger, Günter Thumser, Gabriele Gottwald-Nethaniel, Hannah Lux

Einmal vorweg: Im März 2016 erreichte die Arbeitslosigkeit in Österreich ein Rekordhoch. 9,4 Prozent der Bevölkerung (gemessen nach nationaler Methode) waren ohne Job. Für den Sozialstaat ist das eine enorme Herausforderung, der es sich ehestmöglich zu stellen gilt. Dabei ist vor allem die Reintegration Langzeitarbeitsloser in den Arbeitsmarkt oft schwierig, persönliches Wohlergehen und gesundheitlicher Zustand der Betroffenen werden in Mitleidenschaft gezogen.

Eine unternehmerische Antwort auf diese Problemstellung bieten sogenannte Social Businesses. Ihr Ziel ist es, mit unternehmerischem Zugang gesellschaftlichen Schwierigkeiten zu begegnen. Mit dem neuen Programm „aws Social Business Call“ möchten das Sozialministerium, die Nationalstiftung für Forschung die Technologieentwicklung und die Förderbank des Bundes (aws) diese Betriebe nun erstmals mit insgesamt drei Millionen Euro unterstützen. In Zeiten einer unsicheren Konjunkturlage sei das eine gute und kreative Möglichkeit für den effektiven Einsatz finanzieller Mittel, meinen Experten.

Die heikle Frage nach der Finanzierung

So hat es sich das Unternehmen gabarage upcycling design beispielsweise zum Ziel gesetzt, chronisch suchtkranken Menschen den Wiedereinstieg in den Regelarbeitsmarkt zu ermöglichen. „Indem wir Designprodukte mit Personen mit einem weniger „stromlinienförmigen“ Lebenslauf herstellen, zeigen wir, wie sozialintegrative Arbeit ein eigenständiges Innovationspotenzial entfalten kann“, sagt gabarage-Obfrau Gabriele Gottwald-Nathaniel. Obwohl das Programm aber einen gesamtgesellschaftlichen Mehrwert bietet, gibt es ein Problem: Die Frage nach der Finanzierung bzw. einer Bankenförderung beinhaltet immer auch die Frage nach dem unternehmerischen Risiko und den monetären Gewinnaussichten. Für sozialintegrative Unternehmen und Social-Impact-Startups war das bisher das größte Hemmnis in ihrer Weiterentwicklung, zeigt eine Studie der Wirtschaftsuniveristät Wien.

Redaktionstipps

Innovation zu eng verstanden

Der Grund dafür könnte sein, dass es in Österreich einen verengten Innovationsbegriff gibt, glaubt Markus Hengstschläger, Bestseller-Autor und stv. Vorsitzender des Rates für Forschung und Technologieentwicklung. „Die meisten haben das Gefühl, Innovation endet in einem Produkt, das am Markt Geld verdient. Es gibt aber auch Dinge, die nicht physisch dastehen, sondern zum Beispiel einen Social Impact haben“, erklärt er. Die andere bedeutsame Frage sei, wie Innovation gemessen wird. Dabei ginge es eben nicht nur darum, wie viel Gewinn ein Unternehmen erwirtschaftet, sondern auch um den Mehrwert, den es für die Gesellschaft hat.

„Die meisten haben das Gefühl, Innovation endet in einem Produkt, das am Markt Geld verdient. Es gibt aber auch Dinge, die nicht physisch dastehen, sondern zB. Social Impact haben“, Markus Hengstschläger.

Der soziale Mehrwert

Mit dem aws Social Business Call soll der Bedeutung der sozialen Rendite nun Rechnung getragen, und die erhoffte Möglichkeit zur Finanzierung sozialintegrativer Unternehmen und Social-Impact-Startups geschaffen werden. „Wenn wir Wirtschaftspolitik betreiben, dürfen wir das Soziale nicht vergessen“, sagte Sozialminister Alois Stöger am Donnerstag bei der Präsentation des Programmes. Auch Günter Thumser, Vizepräsident der Industriellenvereinigung Wien meinte: „Social Businesses verbinden das Beste aus zwei Welten: unternehmerischer Zugang, Innovationskraft und Mut zum Risiko treffen auf den Willen, gesellschaftliche Probleme zu lösen. Dies stärkt die gesellschaftliche Stabilität, die ein wichtiger Standort- und Wettbewerbsfaktor ist.“

Bewerben?

In zwei Call-Modulen werden Social-Businesses und Social-Impact-Startups mit jeweils bis zu 100.000 Euro gefördert. Die Bewerbungsfrist läuft vom 1. September bis zum 1. Dezember. Um unter die aws-Definition von Social-Business zu fallen, müssen vier Kriterien erfüllt werden:

  1. Ziel des Unternehmens muss eine positive gesellschaftliche Wirkung sein.
  2. Das Unternehmen muss sich zu mindestens 50 Prozent aus Markteinkünften finanzieren.
  3. Mehr als 50 Prozent des Gewinns müssen reinvestiert werden.
  4. die Kernstakeholder müssen an der positiven Wirkung teilhaben können.

Mehr Infos gibt es hier.

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Airgapnet
© Airgapnet/Canva - Markus Roth, Co-Founder Airgapnet.

Mit der Gründung der Airgapnet GmbH entstand in Oberösterreich ein neues Cybersecurity-Startup mit dem Ziel, Unternehmen vor Cyberangriffen zu schützen, die selbst modernste Sicherheitslösungen umgehen können.

Airgapnet: Mit Gründung gleich Kapital

Gegründet wurde es von Markus Roth, Sergey Shelenkov, Florian Mihalits und Peter Ziehesberger, die langjährige Erfahrung aus den Bereichen IT-Sicherheit, Netzwerktechnik, Elektronikentwicklung, Softwareentwicklung und Unternehmensführung mit sich bringen.

Zeitgleich mit der Unternehmensgründung konnte Airgapnet sich ein siebenstelliges Investment sichern. Das Kapital wird in die Skalierung der Produktion, den Ausbau der Produktentwicklung, den Aufbau internationaler Vertriebspartnerschaften sowie die Weiterentwicklung der patentierten Technologie investiert. Angaben zum Investor wurden auf Wunsch der beteiligten Parteien nicht veröffentlicht.

Physische Trennung von Netzwerkverbindungen

Das Neuhofener Unternehmen baut auf einer patentierten Technologie auf, die einen anderen Ansatz verfolgt als klassische Cybersecurity-Lösungen, heißt es. Während Firewalls, Endpoint-Protection und andere Sicherheitsprodukte versuchen, Angriffe zu erkennen und zu filtern, setzt Airgapnet auf die physische Trennung von Netzwerkverbindungen.

Künstliche Intelligenz ermöglicht es heutzutage Angreifern, Schwachstellen automatisiert zu analysieren, Angriffe zu personalisieren und Sicherheitsmechanismen effizienter zu umgehen. Besonders kritisch seien sogenannte Zero-Day-Exploits. Dabei handelt es sich um bislang unbekannte Sicherheitslücken, z. B. in Firewalls, für die noch keine Sicherheitsupdates oder Schutzmaßnahmen existieren. Wenn eine solche Schwachstelle entdeckt wird, hätten Unternehmen oft keine Möglichkeit, sich unmittelbar zu schützen: „Die Anzahl neuer Schwachstellen steigt rasant. Gleichzeitig verkürzt KI die Zeit zwischen dem Finden einer Schwachstelle und ihrer aktiven Ausnutzung drastisch. Unternehmen stehen dadurch vor einer völlig neuen Herausforderung“, erklärt Mitgründer und Geschäftsführer Markus Roth. Auch der zukünftige Einsatz von Quantencomputern verlangt bereits im Vorfeld die Erstellung neuer Sicherheitskonzepte.

Das Firewall-Problem

Eine Firewall sei letztlich ein intelligenter Filter, so die Founder weiter. Sie entscheidet anhand von Regeln, welche Datenpakete passieren dürfen und welche nicht. Doch jede Firewall basiert auf Software und Regeln. Fehlerhafte Konfigurationen, unbekannte Schwachstellen, kompromittierte Zugangsdaten oder Zero-Day-Exploits können dazu führen, dass Angreifer diese Schutzschicht überwinden.

„Selbst die besten Firewalls bieten daher niemals einen 100-prozentigen Schutz über einen beliebigen Zeitraum hinweg. Genau deshalb verfolgen viele Sicherheitsexperten sowie militärische Einrichtungen seit Jahren das Prinzip des sogenannten Air-Gappings, also der physischen Trennung kritischer Systeme“, liest man in der Aussendung.

In diesem Sinne trennen die von Airgapnet entwickelten Systeme Netzwerkverbindungen physisch voneinander und verbinden sie nur dann, wenn sie tatsächlich benötigt werden. Das Unternehmen bezeichnet diesen Ansatz als „Online when needed“ statt „Always online“. Dadurch würde vor allem die Angriffsfläche reduziert.

Airgapnet mit neuer Ebene

Die Technologie wurde insbesondere für Unternehmen entwickelt, für die IT-Sicherheit wesentlich ist, um damit unter anderem Backup-Systeme, industrielle Steuerungen, Fernwartungszugänge und Internetzugänge zu schützen. Die Gründer sehen sich dabei als Teil einer neuen Generation europäischer Cybersecurity-Unternehmen, die auf technologische Unabhängigkeit, physische Sicherheit und praktikable Lösungen setzen.

© Airgapnet – Sergey Shelenkov, Mitgründer und Geschäftsführer.

„Die Cybersecurity-Branche konzentriert sich seit Jahrzehnten darauf, Angriffe zu erkennen. Wir ergänzen diesen Ansatz um eine weitere Ebene: Wenn eine Verbindung nicht existiert, ist ein Angriff auf sie chancenlos“, erklärt Sergey Shelenkov, Mitgründer und Geschäftsführer. „Genau diese Einfachheit macht unsere Technologie so wirkungsvoll.“

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