10.08.2022

Krypto-Startup Unstoppable Finance holt 12,5 Mio. Euro Investment u.a. von Speedinvest

Das Berliner DeFi-Startup Unstoppable Finance trotzt dem Krypto-Winter und schließt seine Series A-Finanzierungsrunde ab.
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Das Unstoppable Finance Gründer-Team (vlnr.) Gründer Maximilian von Wallenberg-Pachaly, Peter Grosskopf und Omid Aladini
Das Unstoppable Finance Gründer-Team (vlnr.) Gründer Maximilian von Wallenberg-Pachaly, Peter Grosskopf und Omid Aladini | (c) Unstoppable Finance

Die Krypto-Welt ist derzeit von Negativ-Nachrichten aufgrund des Krypto-Winters geprägt. Doch während ein Berliner Krypto-Startup – Nuri – nun Insolvenz anmelden musste, kommt von einem anderen der schlechten Marktlage zum Trotz eine Erfolgsmeldung. Der DeFi (Decentralized Finance) Wallet-Anbieter Unstoppable Finance verkündete nun den Abschluss seiner Serie-A-Finanzierungsrunde in Höhe von 12,5 Millionen Euro. in der Seed-Runde im Oktober 2021 hatte man sich 4,5 Millionen Euro geholt.

Silicon Valley-VC übernimmt Lead, Speedinvest wieder dabei

Damals war der Wiener VC Speedinvest dabei, der auch bei der aktuellen Runde mitzieht. Diesmal übernimmt der Silicon Valley-VC Lightspeed Venture Partners den Lead. Neben Speedinvest sind auch die Bestandsinvestoren Rockaway Blockchain Fund, Backed, Inflection, Discovery Ventures und Fabric Ventures sowie Anagram als neuer Investor bei der neuerlichen Kapitalrunde von Unstoppable Finance dabei.

„Wir sind sehr stolz und freuen uns, so prominente Investoren gewonnen zu haben – insbesondere in diesem schwierigen Marktumfeld“, kommentiert Unstoppable Finance-Mitgründer und CEO Maximilian von Wallenberg-Pachaly in einer Aussendung. Er hat das Berliner Startup gemeinsam mit Peter Grosskopf (CTO) und Omid Aladini (Director of Engineering) gegründet.

Unstoppable Finance: DeFi für die breite Masse

Die DeFi Wallet-App „Ultimate“ von Unstoppable Finance soll eine „intuitive und leicht zu verstehende Nutzererfahrung“ bieten, um Decentralized Finance, also Blockchain-basierte Finanzdienstleistungen, „dem Massenmarkt zugänglich zu machen“, heißt es vom Startup. Noch ist das erst im Juli dieses Jahrs angekündigte Produkt jedoch nicht auf dem Markt. In den kommenden Tagen soll die geschlossene Beta-Phase starten – vorerst nur auf iOS. Noch dieses Jahr will man weltweit launchen und dann auch eine App-Version für Android anbieten. Man habe bereits rund 300.000 Personen auf der Warteliste dafür, heißt es vom Unternehmen.

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Cyberhsell-CEO Mario Curvelo Carvalho | (c) Cybershell Technologies

Es ist das Zukunftsszenario schlechthin: Menschenleere Produktionshallen, gefüllt mit humanoiden Robotern, die unermüdlich arbeiten. Cybershell arbeitet daran, dass diese Vision einmal Realität wird. Das Deeptech-Startup entwickelt eine Außenschicht für humanoide Industrieroboter, die sie im Arbeitsalltag vor externen Einflüssen wie extremer Hitze, Stößen oder Chemikalien schützen soll. „Aktuell schauen die Roboter nicht so aus, als könnten sie z. B. neben einem Hochofen arbeiten“, sagt Gründer Mario Curvelo Carvalho. Cybershell soll das nun ändern. Die Idee wurde zuletzt beim Riz-up-Preis des Landes Niederösterreich in der Kategorie „Innovativ genial“ mit dem ersten Platz ausgezeichnet (brutkasten berichtete).

Cybershell ist ein „First of a kind“

Laut Curvelo Carvalho gibt es ein Produkt wie Cybershell noch nicht auf dem Markt. „Cybershell ist ein First of a Kind. Es gibt Hersteller, die Abdeckungen und so für Roboter machen. Aber es gibt unseres Wissens nach noch keinen Hersteller, der das im humanoiden Bereich macht“, sagt der Niederösterreicher. Dementsprechend schwierig seien manche Schritte für Cybershell, da es noch keine Referenzbeispiele gebe. „Ich komme mir manchmal vor wie wenn ich vor einem Dschungel mit einer Planierraupe stehe und mir dort erst meinen Weg ebnen muss“, sagt Curvelo Carvalho.

Erstmalige Versicherung einer Flotte

Laut dem Gründer ergibt sich durch seine Technik ein entscheidender Vorteil: Durch Schadensreduktion, Austauschbarkeit und standardisierte Betriebs- und Wartungsdaten gebe es eine bessere Grundlage für die Versicherbarkeit von humanoiden Robotern. „Die Versicherung hat das erste Mal die Möglichkeit, auf Daten zurückzugreifen und damit zu arbeiten. Damit können Versicherer Risiken, Schadenwahrscheinlichkeiten und mögliche Prämiengrundlagen besser bewerten“, erklärt der Founder und ergänzt: „Die Versicherungen sagen aktuell ‚Wir haben keine Werte, wir können hier nicht berechnen, wie hoch die Ausfallsrate ist und wie viel Schaden da wirklich auf uns zukommt.“ Doch bevor eine Flotte versichert werden kann, braucht Cybershell die notwendigen Zertifikate. An diesen werde gerade gearbeitet.

Modularer Aufbau

Das Startup setzt auf einen modularen Aufbau. Die Protektoren für z. B. Schultern, Arme und Beine sind getrennt abnehmbar und greifen nicht in Antrieb, Steuerungssoftware oder Sicherheitslogistik ein. „Es geht darum, die Downtime zu reduzieren. Wenn ein Roboter beschädigt wurde, dann wollen wir nicht, dass der ganze Roboter getauscht wird. Es soll einfach das beschädigte Modul werkzeuglos abgenommen werden und das neue Modul eingesetzt werden und nach 20 Minuten soll die Downtime vorbei sein“, erklärt Curvelo Carvalho. Die Außenschicht besteht aus fünf Layern, wobei jeder eine eigene Funktion hat und unterschiedlich anpassbar ist, je nachdem, wo der Roboter zum Einsatz kommt.

Das Patent als nächster Milestone

Das Unternehmen befindet sich aktuell noch vor der Gründungsphase und ist gebootstrappt. Gründen und die Suche nach Investoren machen laut Curvelo Carvalho erst dann Sinn, wenn die Firma das entsprechende Patent habe. Dafür müsse zuvor noch die Firma gegründet werden. Es läuft somit alles auf das Patent hinaus, noch im Herbst soll der Antrag gestellt werden. Förderungen hat Cybershell noch keine erhalten, jedoch hat das Startup bereits einen FFG-Patenscheck, also einen ersten Schritt in Richtung FFG-Förderung.

Eine Auswanderung in die USA stellt für Curvelo Carvalho aktuell keine Option dar. In Europa dauert zwar der Aufbau eines Unternehmens länger als in den USA, doch Cybershell habe hierzulande alles, was es für den Aufbau benötige. „Wir können hier vom Ökosystem, von den Inkubatoren und von den Förderungen profitieren. Cybershell muss ein niederösterreichisches Unternehmen werden. Das steht ganz groß auf unserer Flagge drauf“, sagt Curvelo Carvalho.

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