24.02.2025
SCHRANKERL

Umsatzsteigerung um 46 Prozent: „Wir sind ganz stark über Empfehlungen gewachsen“

Das Wiener Startup Schrankerl konnte im vergangenen Jahr eine Umsatzsteigerung um 46 Prozent verzeichnen und erreichte damit knapp drei Millionen Euro Umsatz.
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Die Schrankerl-Founder Stephan Haymerle und Sara Mari | (c) Schrankerl

Anfang 2024 stand Schrankerl vor großen finanziellen Herausforderungen. Trotz erfolgreicher Finanzierungsrunden fehlte es dem Wiener Startup zu Jahresbeginn an Kapital. Doch nun geht es wieder bergauf für das Unternehmen. CEO und Co-Founder Stephan Haymerle schrieb kürzlich auf LinkedIn: „Wir konnten trotz widrigem wirtschaftlichen Umfeld unseren Umsatz um 46 Prozent auf knapp drei Millionen Euro steigern!“.

„Ohne die Finanzierung gäbe es uns heute wahrscheinlich nicht mehr“

Im November vergangenen Jahres sicherte sich Schrankerl über die aws (Austria Wirtschaftsservice) und die Erste Bank einen Double-Equity-Kredit in Höhe von 1,5 Millionen Euro – brutkasten berichtete. Diese Finanzierung war entscheidend für den Fortbestand des Startups. „Ohne die Finanzierung gäbe es uns heute wahrscheinlich nicht mehr“, sagt Haymerle im Gespräch mit brutkasten.

Den wirtschaftlichen Herausforderungen des letzten Jahres wie Inflation und steigenden Lebensmittelpreisen konnte Schrankerl Stand halten. „In einem schwierigen Umfeld so zu wachsen zeigt, dass wir ein echtes Problem lösen“, so Haymerle. Dennoch ging die Zeit nicht spurlos am Gründungsteam vorbei. Im Dezember sprach Haymerle offen über die mentale Belastung: „Die psychische Belastung war sehr groß, ich hatte im Herbst eine Breakdown, von dem ich mich aber mittlerweile erholt habe“.

Expansion nach Graz für Sommer geplant

Rückblickend kann Schrankerl nun behaupten, die wirtschaftlich herausfordernde Phase gut gemeistert zu haben. Die Umsatzsteigerung um fast 50 Prozent verdankt das Unternehmen vor allem neuen Kunden sowie höheren Umsätzen bei Bestandskunden – und das trotz eines begrenzten Marketingbudgets. „Wir sind ganz stark über Empfehlungen gewachsen“, erklärt Haymerle. Deshalb setzt das Startup verstärkt auf Kundenbindung und eine konsequente Budgetplanung. Die Suche nach Kapitalgeber:innen bleibt jedoch schwierig: „Also das nehme ich mit, dass der Kapitalmarkt in Österreich für unser Business nicht mehr verfügbar ist“, so der CEO.

Schrankerl bietet über eigene Kühlschränke frische und nachhaltige Verpflegung in Restaurant-Qualität direkt in Unternehmen an. Derzeit betreibt Schrankerl 130 Standorte in Wien, Oberösterreich und Salzburg. Bereits im Dezember betonte Haymerle die hohe Nachfrage in weiteren Städten, insbesondere Graz. Damals entschied er sich jedoch, zunächst bestehende Märkte weiter zu optimieren. Da das Unternehmen mittlerweile eine stabile Kostenstruktur aufgebaut hat, wird die Expansion nach Graz vorbereitet. Der Launch ist für den Sommer dieses Jahres geplant.

Schrankerl will 2026 Profitabilität erreichen

Auch in diesem Jahr setzt Schrankerl auf ein nachhaltiges Wachstum. Ziel ist es, den Umsatz erneut um mindestens 40 Prozent zu steigern. „Also wir wollen dieses Jahr die Vier-Millionen-Jahresumsatzmarke knacken. Das werden wir auf jeden Fall schaffen“, so Haymerle. Gleichzeitig soll die Cashburn-Rate monatlich gesenkt werden, um die langfristige Finanzierbarkeit zu sichern. „Der wichtigste Meilenstein für uns ist, die Profitabilität nächstes Jahr zu erreichen“, sagt der CEO von Schrankerl.

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V.l.: Philipp von Lattorff, Johanna Pirker, Georg Kopetz und Dietrich Haubenberger bilden die Arbeitsgruppe "Science to Business" von Forwit | (c) Johannes Zinner

Die Verhandlungen zur gemeinsamen europäischen Gesellschaftsform EU Inc. bewegen sich langsam auf die Zielgerade zu. Mitsprache haben dabei nicht nur die EU-Kommission, die bereits im März ihren Entwurf vorlegte, und das EU-Parlament, das letztlich über das Regelwerk abstimmen wird, sondern auch der Rat der EU, also die Regierungen der Mitgliedstaaten. In der zweiten Reihe machen zudem einige mächtige Interessensvertretungen, etwa mehrere nationalstaatliche Notariatsverbände, ihren Einfluss geltend.

Eines zeichnet sich dabei bereits klar ab: Die Verhandlungen laufen auf einen Kompromiss hinaus, wie brutkasten bereits analysierte. Bereits der Kommissionsentwurf war eine im Vergleich zu den ursprünglichen Forderungen der im Startup-Umfeld formierten Initiative „EU-INC“ abgespeckte Version. Dass es in den Verhandlungen zu Abänderungen im Sinne der Initiative kommt, ist höchst unwahrscheinlich. Vielmehr stehen Streichungen zentraler Punkte im Raum, die für die Initiative zum Kern des Vorhabens zählen.

„Once in a generation-Chance für Österreich und Europa“

Diese adressiert nun auch die Arbeitsgruppe „Science to Business“ des österreichischen Rats für Forschung, Wissenschaft, Innovation und Technologieentwicklung (Forwit) in einem offenen Brief an mehrere österreichische Regierungsmitglieder. Der Arbeitsgruppe gehören TTTech-Gründer Georg Kopetz, Informatik-Professorin Johanna Pirker, Neurologe Dietrich Haubenberger und Philipp von Lattorff, Aufsichtsratsvorsitzender des Boehringer Ingelheim Regional Center Vienna, an.

Die EU Inc. sei eine „once in a generation-Chance für Österreich und Europa“, heißt es im offenen Brief. Während die Bundesregierung mit der strategischen öffentlichen Beschaffung und der Errichtung eines Dachfonds bereits zwei „kritische Schwachstellen“ im Wissenstransfer in Österreich angehe, könne dies gemeinsam mit der EU mit der EU Inc. auch beim Thema Skalierung „schlagkräftig“ gelingen.

Regierung soll sich für zentrales Handelsregister und Mitarbeiter:innenbeteiligung einsetzen

Zwei aus Sicht von Forwit dafür maßgebliche Elemente der EU Inc., nämlich ein zentrales europäisches Handelsregister und eine standardisierte Mitarbeiter:innenbeteiligung, würden aber aktuell drohen, im Zuge der Verhandlungen gestrichen zu werden. Ersteres brauche man, damit es sich bei der EU Inc. tatsächlich um einen europäischen Standard handle, zweiteres, damit europäische Wachstumsunternehmen im Wettbewerb um Talente bestehen könnten. Zudem betont die Forwit-Arbeitsgruppe auch die Möglichkeiten, die die neue Gesellschaftsform KMU im Allgemeinen bieten könne.

Entsprechend fordert sie die Regierungsmitglieder im offenen Brief konkret dazu auf, sich in den Verhandlungen für das zentrale Handelsregister und die Mitarbeiter:innenbeteiligung einzusetzen, ebenso wie für die freie Wahl des Registrierungssitzes, den Zugang für alle Unternehmen und die Geltung des lokalen Arbeits- und Steuerrechts. Und zudem „die EU Inc. als Bestandteil der Umsetzung der Industriestrategie 2035 zu erachten und in der Folge entsprechend mitzugestalten.“ Man stehe den Adressat:innen und der gesamten Bundesregierung „für eine Vertiefung und Begleitung der österreichischen Position selbstverständlich zur Verfügung.“

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