03.03.2026
INVESTMENT

ubicube: Wiener Space-Tech-Startup erhält sechsstelliges Investment

Zu den Investoren gehören u. a. die Compass-Gruppe mit Investor Hermann Futter und Business Angel Gernot Singer. Co-Founder Andreas Salentinig erklärt im Gespräch mit brutkasten, was mit dem frischen Kapital geplant ist.
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In den letzten Jahren hat sich beim Wiener Space-Tech ubicube einiges getan. Anfänglich hat man sich auf sozioökonomische Indikatoren gestützt, um mittels KI Geodaten abzuleiten.

ubicube mit Pivot

„In einem Forschungsprojekt haben wir jedoch festgestellt, dass das nicht funktioniert“, erklärt Co-Founder Andreas Salentinig gegenüber brutkasten, der das Startup gemeinsam mit Wolfgang Brunauer ins Leben gerufen hat. Also kam der Pivot.

Das Unternehmen sammelt und analysiert aktuell Gebäude- und Liegenschaftsdaten und reichert diese laufend mit aktuellen Satellitenbilddaten an, um einen möglichst präzisen Überblick über die bebaute Umwelt zu ermöglichen. Erfasst werden unter anderem Neubauten, Nettonutzflächen, Nutzungsarten, PV-Anlagen, Versiegelungsgrade sowie topografische Merkmale wie Hangneigungen.

Zielgruppen

Die daraus entstehende, kontinuierlich aktualisierte Datenbank erlaubt adressgenaue Abfragen zum physischen Zustand von Immobilien. Zu den zentralen Kundengruppen zählen Versicherungen, die Risiken besser bewerten und Veränderungen wie etwa neu errichtete Pools erkennen können, sowie Energieversorger, die eine fundierte Datengrundlage für die Planung in ihren Versorgungsgebieten benötigen.

„In Summe geht es darum, möglichst viele Informationen zum physischen Zustand und zu den Eigenschaften von Gebäuden – insbesondere zur Außenhülle – bereitzustellen. Eine hohe und aktuelle Datenqualität ist dabei unser USP. Aus der Space-Tech-Perspektive kommend leiten wir laufend aktuelle Informationen ab und machen sie strukturiert nutzbar“, präzisiert Salentinig.

Drei Produkte, die in eine Datenbank münden

Zu den Produkten von ubicube zählen Module für aktuelle Satellitenbilder (ubiMaps), Lösungen zur automatisierten Gebäudedaten- und Bestandsüberwachung (ubiMonitor), mit denen Veränderungen der bebauten Umwelt laufend erkannt werden, sowie Geo-AI-basierte Immobilienanalysen (ubiMetric), die hochauflösende Detailinformationen liefern. Alle Module münden in die zentral geführte und aktuell gehaltene Datenbank und dienen dazu, Nachhaltigkeit, Risikoabschätzung und strategische Planung fundiert aufzubereiten.

Dafür gab es nun ein sechsstelliges Investment von der Compass-Gruppe mit Investor Hermann Futter, Business Angel Gernot Singer sowie vom Datascience Service, einem Unternehmen von Co-Founder Brunauer.

ubicube plant noch heuer nächste Finanzierungsrunde

Dieses Investment stellt konkret eine Brückenfinanzierung dar, um den Runway bis Mitte bzw. Ende dieses Jahres zu sichern; eine größere Kapitalrunde im Rahmen von 800.000 bis zwei Millionen Euro sei bereits in Vorbereitung.

„Unser nächstes Ziel ist es, die Schnittstelle final produktreif zu machen, sodass sich künftig jeder Kunde unkompliziert anbinden kann“, erklärt Salentinig. „Im nächsten Schritt liegt der Fokus stärker auf Sales und einem breiteren Vertrieb. Parallel dazu werden die Lösungen technisch weiter geschärft und kontinuierlich weiterentwickelt, um die Skalierung voranzutreiben.“

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Das Gründerteam von refinq (l.n.r.): Lukas Fischer, Franziska Walde, Markus Berger | © refinq

Die Hitze hatte Europa in diesem Sommer fest im Griff. Die EU-Kommission möchte daher im Oktober einen Rahmen für Klimaresilienz vorlegen und 100 der am stärksten gefährdeten Gebiete Europas benennen. Das Wiener Unternehmen refinq ist bereits einen Schritt voraus und stellt seit heute eine Liste zur Verfügung, die alle 1.165 Regionen der 27 EU-Länder nach ihrer klimatischen Exposition reiht. Österreichische Gebiete sind ab Rang 294 zu finden.

„Wir veröffentlichen das vollständige Ranking und die Methode dahinter, nicht nur die Top 100. Jede und jeder kann nachsehen, wo die eigene Region steht und wie wir dorthin gekommen sind“ sagt refinq-Co-Founder und Co-CEO Lukas Fischer. Refinq bewertet dabei vier Gefahren: Hitze, Wasserknappheit, Waldbrand und Hochwasser. Diese Gefahren werden zu einem kombinierten Wert zusammengefasst, der durch einen einfachen Mittelwert auf einer Skala von 0 bis 100 dargestellt wird. Die Kennzahlen beschreiben den Zeitraum von 2066 bis 2085 in einem Hochemissionspfad.

Die Karte zeigt, „was physisch auf dem Spiel steht“

„Die Kommission wird sagen, welche Gebiete gefährdet sind. Unsere Karte zeigt, was dort physisch auf dem Spiel steht. Das sind zwei verschiedene Fragen, und Europa braucht auf beide eine Antwort“, erklärt Franziska Walde, Co-Founder und Managing Director. Dabei betont refinq, dass Exposition nicht dasselbe ist wie Vulnerabilität. Das refinq-Ranking misst, wie stark die vier Klimagefahren in einer Region ausgeprägt sind. Es misst nicht, wie gut diese Region darauf vorbereitet, finanziert oder geschützt ist. Die kommende Bewertung der Kommission bezieht die Vulnerabilität mit ein.

Italien am gefährdetsten

Italiens Region Ferrara belegt auf dieser Liste von refinq den unbeliebten ersten Platz. Die norditalienische Region kommt auf 97,4 von 100 möglichen Punkten, wobei die Hitze das führende Risiko ist. Insgesamt liegen 40 italienische Regionen in den Top 100. Mit Spanien und Griechenland stellen diese drei Länder fast drei Viertel der exponiertesten 100 Regionen dar. Österreich höchstplatzierte Region ist das Weinviertel. Bis 2080 steigt dort die Hitzeexposition um zwei Stufen auf der fünfstufigen Skala von refinq, die Wasserknappheit um eine Stufe auf die zweithöchste.

Die Karte zeigt die Top 100 exponiertesten Regionen Europas, wobei das größte Risiko der Region mit einer eigenen Farbe markiert ist (Orange: Hitze, Violett: Wasserknappheit, Rot: Waldbrände, Türkis: Hochwasser). | © refinq

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