27.02.2019

US-Startups arbeiten an einem „Uber für Ärzte“

In den USA vermitteln Startups nun Ärzte, die den Patienten zuhause besuchen. Probleme gibt es aber noch mit der Versicherung.
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Eine Ärztin zu Besuch bei einer Patientin.
(c) Fotolia/Halfpoint

Lebensmittel, Taxis und Ärzte: Unternehmen liefern im Jahr 2019 so ziemlich alles, was den menschlichen Bedürfnissen entspricht.

Moment.

Ärzte? Nun gut, „Ärzte zu liefern“ ist etwas unglücklich formuliert. Genauer gesagt ist von ärztlichen Leistungen und verschreibungspflichtigen Medikamenten die Rede. Gründer mancher Startups aus den USA versuchen seit der jüngsten Vergangenheit, sich in diesem Segment zu etablieren.

Das geht aus einem aktuellen englischsprachigen und auf der Onlinepräsenz der New York Times erschienen Artikel hervor. Was die Leistungen betrifft, so schicken Unternehmen wie Heal, DispatchHealth, MedZed, Dose Healthcare, I.V. Doc und Pager Ärzte oder Krankenschwestern zum Wohn- oder Arbeitsort des Patienten, um etwa dessen verstauchten Knöchel, Lebensmittelvergiftung oder Halsentzündung zu behandeln. Mitarbeiter des Start-ups „Capsule“, auf der anderen Seite, liefern verschreibungspflichtige Medikamente zur Türschwelle des Patienten. Dieser neuartige Markt ist lukrativ: „Das Gesundheitswesen ist eine 3,5-Billionen-US-Dollar-Industrie. Wer will da kein Stück vom Kuchen?“, sagt Jeff Becker, Analyst und IT-Experte bei Forrester.

Was aber könnte Anbieter der genannten Leistungen an deren Erfolg hindern? Eines der größten Hindernisse ist die Versicherung, heißt es in dem Artikel: Zum Beispiel Unfälle im Straßenverkehr oder am Wohnort des Patienten, wie etwa das Versagen der Arbeitsutensilien. Entsprechend musste Dr. Adam Nadelson, Gründer von I.V. Doc, zuerst das Gespräch mit fünf Versicherungsanstalten suchen, bevor er die richtige fand. „Die Verhandlungen waren eine Mischung aus ‚die verstehen nicht was wir machen‘ und irrsinnig hohen Beiträgen“, sagt er.

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(c) Startups for Europe
(c) Startups for Europe

Bislang wurde Startup-Europa durch zwei Organisationen auf europäischer Ebene vertreten: Das European Startup Network (ESN) fungierte primär als Dachverband der nationalen Startup-Organisationen wie etwa AustrianStartups in Österreich. Allied for Startups, dessen Netzwerk auch mehrere außereuropäische Organisationen umfasst, trat als Interessensvertretung für Startup-politische Anliegen auf EU-Ebene auf. Nun schlossen sich die beiden Verbände zu „Startups for Europe“ mit Sitz in Brüssel zusammen.

„Europa zum besten Ort der Welt zu machen, um ein Unternehmen zu gründen, zu skalieren und im Wettbewerb zu bestehen“

Die Mission sei mutig und einfach: Europa zum besten Ort der Welt zu machen, um ein Unternehmen zu gründen, zu skalieren und im Wettbewerb zu bestehen, heißt es in einer Presseaussendung zum Start. In dieser werden einmal mehr die bekannten Probleme europäischer Startups thematisiert: mangelndes Risikokapital, Bürokratie, Fragmentierung und die aus all dem resultierende Abwanderung von Startups. „Das ist kein Schicksal, sondern ein Regelwerk – und Regeln können neu geschrieben werden“, konstatiert man bei Startups for Europe.

„Durch den Zusammenschluss machen wir aus der Erfahrung von Tausenden Gründer:innen echtes politisches Gewicht. Europa hat alles, was es braucht, um führend zu sein. Jetzt muss es seine Gestalter:innen bauen lassen“, kommentiert Simon Schaefer. Der bisherige Allied-for-Startups-Präsident ist nun Präsident von Startups for Europe. Schaefer war auch Co-Initiator der Initiative EU-INC. Ein weiterer Co-Initiator, der gebürtige Österreicher Andreas Klinger, ist nun auch Teil des neu gebildeten Vorstands von Startups for Europe – ebenso wie AustrianStartups-CEO Hannah Wundsam.

Wundsam: „Wir können es uns nicht mehr leisten, nur innerhalb unserer Landesgrenzen zu denken“

Wundsam kommentiert auf brutkasten-Anfrage: „Die EU-INC-Initiative hat gezeigt: Echte Reformen in Europa brauchen eine starke, klare Stimme von außen. Wir können es uns nicht mehr leisten, nur innerhalb unserer Landesgrenzen zu denken. Auch nicht in der Politik. Die Rahmenbedingungen für Startups werden in Brüssel gesetzt. Deshalb müssen wir unsere Kräfte bündeln und gemeinsam unüberhörbar sagen, was sich ändern muss, damit Europa der Ort wird, an dem die Zukunft gebaut wird.“

Konkrete und übergeordnete Ziele altbekannt

Die Umsetzung der paneuropäischen Rechtsform EU Inc. ist auch – wie nicht anders zu erwarten – eines der zentralen konkreten Anliegen der neuen Dachorganisation. Daneben nennt man den European Innovation Act, die Spar- und Investitionsunion und die Regulierung von KI und dem digitalen Bereich als konkrete Bereiche, die priorisiert werden sollen. Die übergeordneten Ziele überraschen ebenso wenig: ein echter europäischer Binnenmarkt für Startups, mehr verfügbares Kapital und das Ziel, Frontier-Technologien tatsächlich am Kontinent zu Größe zu bringen.

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