24.07.2023

Elon Musk plant Abschied von Marke Twitter: Das steckt dahinter

Twitter-Eigentümer Elon Musk will sich vom berühmten Vogel-Logo des Unternehmens verabschieden. Das ist jedoch nur Teil eines viel größeren Plans zur Transformation der Kurznachrichten-Plattform.
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Twitter's logo on the screen of a smartphone
Foto: Adobe Stock

Dass bei Twitter nach der Übernahme durch Elon Musk kein Stein auf dem anderen bleiben würde, das hatte der US-Milliardär im Wesentlich vorher angekündigt: Immerhin war er mit dem Status Quo der Plattform vor einer Übernahme äußerst unzufrieden, was er auch mehrfach öffentlich kundtat. Und tatsächlich setzte Musk rasch umfassende Änderungen um. Die bekannteste Maßnahme: Der ursprünglich rein für Verifizierungszwecke gedachte „blaue Haken“ wurde Teil des Bezahlsangebots „Twitter Blue“. Den Schritt, den Musk nun ankündigte, geht aber noch einmal deutlich weiter: Ein völliges Rebranding der Kurznachrichten-Plattform.

Dabei soll nicht nur das berühmte Logo mit dem blauen Vogel verschwinden, Musk will sich offenbar völlig von der Marke Twitter verabschieden: „And soon we shall bid adieu to the twitter brand and, gradually, all the birds“, schrieb Musk in einem Tweet am Sonntag. Musk präsentierte auf seinem Twitter-Account auch bereits das neue Logo: Ein weißes X auf schwarzem Hintergrund.

Unternehmen bereits vor Monaten in X Holdings eingegliedert

Überraschend kommt das allerdings nicht unbedingt: Einerseits hat Musk Twitter bereits vor einigen Monaten in ein neues Mutterunternehmen namens X Holdings eingegliedert. Und dass der Buchstabe auch bei Twitter selbst eine größere Rolle spielen könnte, hat Musk in der Vergangenheit schon mehrfach angedeutet.

Auch Musks kürzlich vorgestelltes neues Künstliche-Intelligenz-Unternehmen xAI trägt den Buchstaben im Namen – ebenso wie sein Raumfahrtsunternehmen SpaceX. Vor der Jahrtausendwende hatte der Tesla-CEO bereits ein Payment-Unternehmen namnes X.com geführt. Dieses war dann in PayPal aufgegangen, dessen Verkauf wiederum Musk reich machte und den Grundstein für seine Investments in Tesla und SpaceX legte.

Für Twitter hat Musk immer wieder die Vision einer Art „Everything App“ angedeutet, mit der alle möglichen alltäglichen Dinge erledigt werden sollen – darunter auch Payments. Als Vorbild gelten dabei chinesische Apps wie WeChat.

Twitter-CEO: Plattform, die „alles“ liefern kann, geplant

Die vor wenigen Monaten als neue Twitter-CEO eingesetzte Linda Yaccarino führte in der Nacht auf Sonntag Musks Tweets weiter aus. Und ging dabei genau in Richtung dieser Vision.

Twitter habe einen „massiven Eindruck“ gemacht und „die Art, wie wir kommunizieren, verändert“, schreib Yaccarino. X werde aber darüber hinaus gehen und den „globalen Dorfplatz“ – eine Metapher, die Musk selbst immer wieder für Twitter verwendete – transformieren. X soll laut Yaccarino ein „Zustand unbegrenzter Interaktivität werden“, mit den Schwerpunkten Audio, Video, Messaging und Payments/Payments. X werde die Plattform sein, die „alles“ liefern könne.

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Personen im Büro an Laptops
(c) Annie Spratt via Unsplash

„Wer heute in den Arbeitsmarkt einsteigt, wird von Anfang an gefordert. Das ist für junge Menschen eine große Chance, aber auch eine Herausforderung“, ordnet Rudolf Krickl, CEO von PwC Österreich, die Ergebnisse einer aktuellen Studie ein. Im Rahmen des globalen „AI Jobs Barometer 2026“ hat die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC weltweit mehr als eine Milliarde Stellenanzeigen aus 27 Ländern auf sechs Kontinenten analysiert. Die Untersuchung soll aufzeigen, wie Künstliche Intelligenz (KI) Berufsprofile, Gehälter, Fähigkeiten und die Arbeitsproduktivität beeinflusst.

Neue Ansprüche bei Einstiegsjobs

Besonders stark zeigt sich der Wandel am Anfang der Karriereleiter. Für Einstiegspositionen erwarten Arbeitgeber in KI-geprägten Berufen zunehmend Fähigkeiten, die traditionell eher erfahrenen Fachkräften vorbehalten waren. Zu diesen gehört die Entwicklung fortgeschrittener, spezifisch menschlicher Kompetenzen wie kritisches Denken, Kooperationsfähigkeit, Veränderungsbereitschaft und Führungskompetenz.

Laut Studie machen solche traditionell seniorigen Fähigkeiten wie motivierende Führung, strategische Entscheidungsfindung oder Teambildung bereits 52 Prozent der neu geforderten Skills in KI-exponierten Einstiegsberufen aus. Bei Berufen mit geringem KI-Kontakt liegt dieser Anteil bei lediglich sieben Prozent. Die Studienautor:innen schreiben in diesem Zusammenhang von einer „Seniorisierung“ von Junior-Rollen. Während klassische Einstiegsjobs in stark betroffenen Branchen insgesamt stagnieren, verzeichnen solche „seniorisierten“ Einstiegspositionen, die mindestens zehn dieser neuen fortgeschrittenen Fähigkeiten verlangen, ein deutliches Wachstum von 35 Prozent. Dies zwingt Unternehmen und das Bildungssystem dazu, Berufseinsteiger:innen künftig anders zu fördern und zu begleiten.

Produktivität treibt Beschäftigungswachstum

Entgegen bekannter Befürchtungen, dass Künstliche Intelligenz in großem Stil Arbeitsplätze ersetzen wird, zeichnet der Bericht ein anderes Bild. Unternehmen mit hoher KI-Intensität verzeichnen nicht nur stärkere Produktivitätszuwächse, sondern bauen auch ihre Belegschaften schneller aus. Zwischen 2018 und 2025 stieg die Produktivität von Firmen mit starkem KI-Einsatz um 34 Prozent (im Vergleich zu 24 Prozent bei geringem Einsatz). Parallel dazu wuchs deren Beschäftigung um 52 Prozent, während Unternehmen mit geringer KI-Nutzung ihre Belegschaft nur um 36 Prozent vergrößerten.

PwC-Österreich-Chef Krickl zieht dazu eine historische Parallele: „Wir beobachten hier ein klassisches Muster der Wirtschaftsgeschichte. Auch die Industrialisierung hat kurzfristig Jobs verdrängt, langfristig aber deutlich mehr neue geschaffen, weil Produktivitätsgewinne Wachstum ermöglichen. Dieses Wachstum schafft wiederum neue Aufgaben und erhöht den Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften“.

Zweigeteilter Arbeitsmarkt: „Professionalised“ vs. „Democratised“

Die Analysen deuten darauf hin, dass sich ein zunehmend zweigeteilter Arbeitsmarkt entwickelt. Auf der einen Seite stehen sogenannte „Professionalised Roles“ (professionalisierte Berufe), in denen KI Routineaufgaben übernimmt, wodurch menschliches Urteilsvermögen, Fachwissen und strategische Entscheidungen an Bedeutung gewinnen. Diese Berufsgruppen, zu denen etwa Personalvermittler:innen oder Jurist:innen gehören, wachsen weltweit mehr als doppelt so schnell wie „Democratised Roles“ (demokratisierte Berufe). In Letzteren standardisiert die Technologie Aufgaben so stark, dass sie auch für Nicht-Fachkräfte leichter zugänglich werden, was jedoch das Lohnwachstum dämpfen kann. Seit 2021 verzeichnen die professionalisierten Berufe eine um 42 Prozent raschere Gehaltsentwicklung als demokratisierte Positionen.

KI-Kompetenzen als Gehalts- und Einstellungsfaktor

Gleichzeitig erweisen sich spezifische KI-Kenntnisse als massiver Gehaltsfaktor. Stellen, die entsprechendes Fachwissen – wie Machine Learning oder Prompt Engineering – explizit verlangen, bieten weltweit einen durchschnittlichen Gehaltsaufschlag von 62 Prozent (nach 57 Prozent im Vorjahr). Zudem wächst die Nachfrage schnell: Binnen eines Jahres stieg die Anzahl der Stellenausschreibungen, die KI-Kompetenzen fordern, um 69 Prozent. Die Einstellung von KI-Spezialist:innen wuchs im Jahr 2025 weltweit achtmal schneller als der gesamte Arbeitsmarkt. Spitzenreiter ist die Technologie-, Medien- und Telekommunikationsbranche, in der 11,4 Prozent aller Stellenausschreibungen auf KI-Spezialist:innen abzielen.

Für Unternehmen bedeutet diese Entwicklung, dass sie sich vermehrt auf die menschlichen Erfolgsfaktoren konzentrieren müssen. Krickl betont in diesem Zusammenhang: „KI-Kompetenzen sind gefragter denn je, Menschen, die sie souverän einsetzen können, bleiben jedoch rar. Nicht die Technologie allein macht Unternehmen erfolgreicher, sondern die Menschen, die sie sinnvoll einsetzen. KI-Tools kann heute jedes Unternehmen kaufen – kritisches Denken, Urteilsvermögen und Teamfähigkeit nicht. Wer jetzt in diese Fähigkeiten investiert, verschafft sich einen Vorsprung, der in den kommenden Jahren weiter an Wert gewinnen wird“.

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