17.07.2023

Twitter: Hohe Schulden und halbierte Werbeeinnahmen nach Übernahme durch Musk

In einem Tweet gab Elon Musk am Wochenende bekannt, dass Twitter die Hälfte seiner Werbeeinnahmen verloren hat und mit hohen Schulden zu kämpfen habe.
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TwitterSpaces Fleets
(c) Adobe Stock / natanaelginting

Twitter hat mit hohen Schulden zu kämpfen, das gab Elon Musk am Samstag in einem Tweet bekannt. “Wir haben immer noch einen negativen Cashflow, weil die Werbeeinnahmen um rund 50 Prozent zurückgegangen sind”, schrieb der Milliardär. Der reichste Mann der Welt zeigt sich besorgt, denn seit seiner Übernahme von Twitter im vergangenen Oktober hat die Plattform rund 50 Prozent ihrer Werbeeinnahmen verloren. “Wir müssen einen positiven Cashflow erreichen, bevor wir uns etwas anderes leisten können”, so Musk. 

Dabei hatte der Twitter-Eigentümer nach der Übernahme im vergangenen Jahr sofort drastische Maßnahmen ergriffen, um die Kosten des Unternehmens zu senken. Dazu gehörten die Entlassung von fast 80 Prozent der Twitter-Mitarbeiter:innen und die Senkung der Kosten für Cloud-Dienste. Laut Musk ist Twitter damit auf dem besten Weg, im Jahr 2023 einen Umsatz von drei Milliarden US-Dollar zu erwirtschaften, im Vergleich zu 5,1 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021. 

Trotz Einbußen hat Werbung bei Twitter weiterhin Priorität

Trotz des Rückgangs der Werbeeinnahmen hat Werbung für Twitter weiterhin hohe Priorität. Um die Einnahmen wieder zu steigern, werde sich Twitter auf Partnerschaften in den Bereichen Video, Creator und Commerce konzentrieren. Laut BBC sei Twitter hierfür bereits in Gesprächen mit Politiker:innen und Nachrichten- und Medienverlagen.

Musk erhoffte sich mit seinen Versuchen und Plänen, Twitter neu zu erfinden, zusätzliche Einnahmequellen für die Plattform zu generieren – vergeblich. Laut Reuters belaufen sich allein die jährlichen Zinszahlungen für die Kredite, die Musk für die Übernahme von Twitter aufgenommen hat, auf rund 1,5 Milliarden US-Dollar. Dabei ist Twitter laut jüngsten Schätzungen nur noch 15 Milliarden US-Dollar wert – ein herber Verlust für Musk, der Twitter vor knapp zehn Monaten für 44 Milliarden US-Dollar gekauft hatte. 

Threads als Twitter-Killer 

Für viele große Werbekunden und Nutzer:innen ist Twitter wegen des Musk-induzierten Chaos und der aggressiven Kostensenkungsmaßnahmen, wie beispielsweise Änderungen der Moderationsregeln und Inhalte, nicht mehr so attraktiv, wie es einmal war. Viele der Twitter-Abgänger:innen werden aktuell vom Twitter Killer Threads abgefangen, der von Meta-CEO Mark Zuckerberg als Twitter-Alternative entwickelt wurde. Seit seinem Launch vor rund einer Woche hat Threads bereits 150 Millionen Nutzer:innen gewonnen und ein Fünftel der wöchentlich aktiven User:innen-Anzahl von Twitter erreicht. 

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GoStudent, USA, Ohswald, Müller,
(c) Felix Hohagen - Felix Ohswald und Gregor Müller.

GoStudent-Gründer Felix Ohswald machte vor Kurzem auf sich aufmerksam, als sein Unternehmen die Berlitz Deutschland GmbH übernahm – brutkasten berichtete. Damit setzte er einen weiteren Schritt in die Offline-Strategie des Wiener Unicorns. Nichtsdestotrotz macht er sich weiterhin Gedanken um die Zukunft der Bildung in Bezug auf Künstliche Intelligenz, wie er in seinem gestrigen Gastbeitrag darlegte.

Nun jedoch meldet sich Ohswald per LinkedIn-Post und ruft „smarte Gründer:innen“ dazu auf, sich bei der Initiative „GoStudent Builders“ zu bewerben.

75 zu 25

GoStudent sucht mit dem Programm Gründer:innen, die neue Geschäftsmodelle auf Basis der GoStudent-Infrastruktur aufbauen möchten. Laut Website stehen 14 vorab definierte Problemstellungen zur Auswahl, etwa Abitur und Mittlere Reife in Deutschland bzw. Matura in Österreich für externe Kandidat:innen, Ausschreibungen im öffentlichen Bildungsbereich, Ferienlager oder ein KI-Agent für Lead-Follow-up. Alternativ können Teams eigene Ideen einbringen, sofern diese Umsatz erzielen und auf dem Netzwerk von GoStudent laufen.

Die Teilnehmer:innen halten 75 Prozent an der von ihnen aufgebauten Gesellschaft, GoStudent erhält 25 Prozent. Ein Gehalt gibt es am Anfang nicht, das Einkommen speist sich aus dem Gewinn des Unternehmens und soll als Motivation dienen („build to earn fast“). „Wenn dein Vorhaben funktioniert, gehören dir 75 % des Unternehmens. Wenn es nicht funktioniert, sagen wir dir frühzeitig Bescheid“, schreibt Ohswald per LinkedIn-Post.

Mehrheits-Klausel

GoStudent erhält eine Gebühr auf jene Umsätze, die über seine Kund:innen, Standorte und sein Vertriebsteam laufen. Ab dem dritten Jahr kann das Unicorn laut eigenen Angaben die Mehrheit zu einem vorab vereinbarten EBITDA-Multiple übernehmen, bezahlt in GoStudent-Anteilen statt in bar.

Im Gegenzug stellt GoStudent nach eigenen Angaben Zugang zu mehr als 200.000 Kund:innen und mehr als 850 Standorten bereit, darunter Studienkreis, Lernquadrat und Berlitz. Dazu kommen Lizenzen wie die BAMF-Zulassung sowie Gesellschaften in fünf Ländern. Alle 90 Tage werden Ziele vereinbart, bei wiederholtem Verfehlen endet der Zugang zu Kund:innen und Standorten.

Bewerbungen per Mail

Gesucht werden KI-native Einzelpersonen und Teams mit bis zu drei Personen, bewerben kann man sich per E-Mail an die Co-Founder Felix Ohswald (CEO) und Gregor Müller (COO). Die erste Runde endet am 15. Dezember 2026, Entscheidungen sollen vor Weihnachten fallen, der Start ist für Jänner 2027 geplant.

„Wir haben mehr validierte Geschäftsmöglichkeiten als Menschen, die sie umsetzen können“, erklären Ohswald und sein Co-Founder Gregor Müller ihre Beweggründe für diesen Schritt. „Anstatt für jede einzelne Idee Mitarbeiter:innen einzustellen oder ein Unternehmen aufzukaufen, übertragen wir diese Möglichkeiten an Macher:innen, die etwas Eigenes aufbauen und besitzen wollen. Die meisten Startups scheitern an drei Dingen: daran, die ersten Kund:innen zu gewinnen, die notwendige Infrastruktur und die erforderlichen Lizenzen aufzubauen und Kapital zu beschaffen. Wir nehmen dir alle drei Hürden ab. Du startest mit unseren bestehenden Kund:innen, unseren Standorten, unseren Lizenzen und unseren Daten. Du musst keinen einzigen Cent an Investorengeldern aufbringen.“

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