31.05.2019

Wiener Startup tubics: 700 Neukunden in einer Woche bei US-Expansion

Das auf Youtube-SEO spezialisierte Wiener Startup tubics legte einen starken Start im US-Markt hin. Nach eigenen Angaben konnten in den ersten sieben Tagen mehr als 700 Neukunden gewonnen werden.
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tubics - US-Expansion geglückt
(c) tubics: Das Founder-Team Matthias Posch, Claudia Eder und Matthias Funk

Dass man im Online-Marketing schon seit einiger Zeit nicht mehr um Video-Formate herumkommt, ist allgemein bekannt. Eine Herausforderung stellt dabei SEO (Search Engine Optimization) dar, lässt sie sich bei Videos doch noch weit weniger intuitiv machen, als etwa bei Text-Beiträgen. „So leicht es mittlerweile ist, eigene Videos zu produzieren und auf YouTube seinem Publikum zur Verfügung zu stellen, so schwer ist es, dass das eigene Video von der Zielgruppe auch gefunden und angesehen wird. Auch aufwändig produzierte Clips werden von potenziellen Kunden oft schlicht übersehen“, sagt Matthias Funk, Co-Founder des Wiener Startups tubics.

+++ 250.000 Euro Cash-Investment für Wiener Startup tubícs +++

Samsung, Erste Group und L’Oreál als Bestandskunden

Das Unternehmen ging mit seiner Youtube-SEO-Lösung 2017 an den Start und zählt inzwischen Unternehmen wie Samsung, Erste Group, Österreich Werbung, L’Oreál oder die Österreichische Nationalbank zu seinen Kunden. Viel verspricht man sich bei tubics entsprechend auch von der nun erfolgten US-Expansion. Und das Wiener Startup kann mit dem Marktstart wohl zufrieden sein. In den ersten sieben Tagen habe man mehr als 700 Neukunden gewinnen können, heißt es in einer Aussendung. Dabei handle es sich vorwiegend um Digital Marketing Agenturen.

tubics: „schon vor der Kampagne das stärkste Interesse aus den USA“

Am meisten freue sie nach der geglückten Expansion das positive Produkt-Feedback, sagt Claudia Eder, Co-Founder und CEO von tubics. „Wir hatten schon vor der Kampagne das stärkste Interesse aus den USA. Es war daher nur logisch, US-Agenturen als Multiplikatoren anzusprechen. Das schnelle Kundenwachstum und das positive Feedback bestärken uns in unserer weiteren Internationalisierungsoffensive“.

Vielversprechender US-Markt

Der US-Markt ist für tubics besonders vielversprechend. Das Werbevolumen im Online-Video-Bereich soll in den Vereinigten Staaten laut eMarketer in den kommenden fünf Jahren um insgesamt 60 Prozent von 36 Milliarden US-Dollar im Jahr 2019 auf 58 Milliarden US-Dollar im Jahr 2023 steigen. „Immer mehr Unternehmen erkennen die Wichtigkeit von YouTube in der Kommunikationsstrategie – über 90 Prozent der Online-Nutzer geben an, dass sie über YouTube auf Marken oder Produkte aufmerksam wurden“, sagt Peter Rathmayr, Agency Head und YouTube Lead bei Google Österreich.

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Wir sprachen zur Paketabgabe mit (vl.) Johannes Braith, Petra Dobrocka und Georg Weiss | (c) brutkasten / byrd / quivo / Hintergrund / (c) RoseBox via Unsplash
Wir sprachen zur Paketabgabe mit (vl.) Johannes Braith, Petra Dobrocka und Georg Weiss | (c) brutkasten / byrd / quivo / Hintergrund / (c) RoseBox via Unsplash

Bereits seit der Veröffentlichung des Ministerialentwurfs zu einer neuen Paketsteuer im Mai trifft diese in der öffentlichen Diskussion auf Kritik. Vorgesehen ist eine Abgabe von zwei Euro pro zugestelltem Paket, die ab dem 1. Oktober 2026 von großen Online-Handelsplattformen mit einem Jahresumsatz ab 100 Millionen Euro eingehoben werden soll. Nachdem das vorparlamentarische Begutachtungsverfahren zum Gesetzesentwurf am 26. Mai 2026 offiziell geendet hat, geht die Vorlage im nächsten Schritt in die Debatte und finale Abstimmung im Nationalrat.

Mit den prognostizierten Einnahmen von jährlich rund 280 Millionen Euro will die Bundesregierung die geplante Mehrwertsteuersenkung auf Grundnahrungsmittel teilweise gegenfinanzieren. Zudem wolle man den lokalen stationären Handel gegenüber den internationalen E-Commerce-Riesen stärken, so die Argumentation. Und auch der Umweltschutzaspekt wird seitens der Regierung ins Treffen geführt. Diese Begründung lassen viele Kritiker:innen aber nicht gelten.

Dobrocka: „wird nur das Angebot verringern und die Kosten für österreichische Kunden in die Höhe treiben“

Auch unter Gründer:innen heimischer Startups und Scaleups im Logistik-Bereich, die für brutkasten erreichbar waren, herrscht breite Ablehnung gegenüber der Paketabgabe. Dabei ist es nicht die Zielsetzung, die kritisiert wird. „Grundsätzlich finde ich es begrüßenswert über Maßnahmen zu diskutieren, die den österreichischen Markt vor einer Flut an ausländischen Sendungen schützen und österreichische Unternehmer stärken. Aber diese Maßnahme tut das nicht“, meint etwa Petra Dobrocka, Co-Founderin und CCO des Wiener Logistik-Scaleups byrd. „Selbst wenn ein heimischer Händler die Ware in Österreich verpackt und mit der österreichischen Post an einen österreichischen Kunden schickt: Sobald der Verkauf über einen Marktplatz wie Amazon läuft, greift die Steuer.“ Die Maßnahme werde letztlich „nur das Angebot verringern und die Kosten für österreichische Kunden in die Höhe treiben.“

Braith: „Emissionsärmere Zustellformen gezielt begünstigen“

Ähnlich argumentiert auch Storebox-Co-Founder und CEO Johannes Braith. Er führt zusätzlich eine ökologische Perspektive ins Treffen. „Wir brauchen aus meiner Sicht weniger Symbolpolitik und mehr intelligente Steuerung. Wenn Politik Lenkungswirkung ernst meint, dann sollte sie emissionsärmere Zustellformen gezielt begünstigen und nicht pauschal jede Form des Versandhandels verteuern“, so der Gründer. Das Gesetz unterscheide nämlich zu wenig zwischen emissionsintensiven und emissionsarmen Zustellmodellen. Klassische Haustürzustellung sei ineffizient und verursache Retourenverkehr und Parkdruck, meint Braith und führt Click-&-Collect-Modelle mit gebündelter Anlieferung ins Treffen, wie sie auch sein Unternehmen umsetzt.

Weiß: EU-Regelung statt „Alleingang“

Georg Weiß, Co-Founder und CEO des Wiener Logistik-Scaleups Quivo, würde in dem Zusammenhang lieber eine europäische Lösung sehen. „Auf EU-Ebene gibt es ja auch Vorschläge, etwa Zölle für Kleinpakete unter 150 Euro einzuführen, um den europäischen Markt vor Billigprodukten zu schützen. Das halte ich für die sinnvollere Maßnahme, als aus Österreich heraus einen Alleingang zu machen und eine Zwei-Euro-Paketgebühr einzuführen“, so der Gründer gegenüber brutkasten.

AustrianStartups: Nachteile für Startups und Scaleups befürchtet

Kritik an der Paketsteuer kommt auch von AustrianStartups. „Wer Österreich als Innovationsstandort stärken will, kann nicht gleichzeitig die Vertriebskanäle innovativer Unternehmen im E-Commerce belasten. In der aktuellen Form würde der Entwurf vor allem Startups, Scaleups und KMUs treffen, die über Plattformen verkaufen oder aus Österreich versenden“, meint man dort. Auch befürchtet man potenzielle Probleme für Scaleups in der Branche, weil ein gleitender Übergang bei der Umsatzschwelle fehle: „Für Scaleups, die gerade die 100-Millionen-Euro-Grenze überschreiten, bedeutet das einen abrupten Kostenschock in genau der Phase, in der sie skalieren wollen.“

Kaminski: „Das ist das Gegenteil von dem, was erreicht werden soll“

Zudem hebt AustrianStartups eine besondere Problematik im Secondhand- und Refurbishment-Bereich hervor und zitiert dazu refurbed-Co-Founder Kilian Kaminski: „Bei einem refurbishten iPhone beispielsweise ist der Produktpreis zwar relativ hoch, aber die Marge für Refurbisher ist sehr gering. So eine Abgabe kann nicht einfach weitergegeben werden. Das Resultat: Preise im Reuse-Bereich steigen, neue Billigwaren nicht. Das ist das Gegenteil von dem, was erreicht werden soll. Falls die Abgabe kommt, braucht es zwingend eine Ausnahmeregelung für Secondhand und Refurbished.“

AustrianStartups forderte daher bereits im Mai „eine Rücknahme des Entwurfs in seiner aktuellen Form“. Sollte dies nicht passieren jedenfalls aber eine „Prüfung eines EU-weiten Rahmens statt eines österreichischen Alleingangs“ und eine Ausnahmeregelung für Secondhand, Refurbished und Reuse.

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