27.10.2025
INTERVIEW

TU-Wien-Rektor Schneider: „Unser mittelfristiges Ziel: 30 bis 50 Spin-offs pro Jahr“

Jens Schneider, Rektor der TU Wien, spricht im Interview über die aktuelle Spin-off-Strategie und Zusammenarbeit auf mehreren Ebenen.
/artikel/tu-wien-rektor-schneider-unser-mittelfristiges-ziel-30-bis-50-spin-offs-pro-jahr
Jens Schneider, Rektor der TU Wien | (c) Dominik Perlaki / brutkasten
Jens Schneider, Rektor der TU Wien | (c) Dominik Perlaki / brutkasten

Seit etwa zwei Jahren ist Jens Schneider Rektor der Technischen Universität Wien (TU Wien). Dieses Jahr setzte er mit der Uni gleich mehrere auffällige Schritte in Sachen Spin-off-Strategie: Im März wurden erstmals die Pläne für den gemeinsam mit Speedinvest aufgestellten Fonds Noctua Science Ventures präsentiert. Im Mai folgte die Vorstellung der neuen „Spinoff Factory“.

Zuletzt präsentierte sich die TU Wien am Verbund Venture Day als Teil der Initiative „Energy Launchpad“, die ebenfalls Spin-offs fördern soll, zusammen mit ETH Zürich, TU München, Verbund, EnBW und Energie 360° – brutkasten berichtete.

Im Interview im Rahmen des Verbund Venture Day sprach brutkasten mit Schneider über die Spin-off-Strategie, das neue „Energy Launchpad“, die Zusammenarbeit zwischen Universitäten und Corporates sowie zwischen Universitäten untereinander – und über eine Vision von Wien als „das neue New York, aber anders interpretiert“.


brutkasten: Die TU Wien hat in letzter Zeit ihre Spin-off-Strategie sehr stark forciert. Die Strategie hat mehrere Komponenten. Was sind für Sie die Kernelemente, mit denen Sie die Ausgründungen in der TU Wien vorantreiben wollen?

Jens Schneider: Drei Kernelemente sind entscheidend: Erstens die ‚Spin-off Factory‘, die entlang der gesamten Student Journey und Researcher Journey – von Bachelor und Master über Docs und Postdocs bis zu Professor:innen – maßgeschneiderte Serviceleistungen bietet. Dies soll dazu dienen, dass Entrepreneurship und Ausgründung gut begleitet und dadurch viele an der TU Wien motiviert werden, selbst zu gründen.

Der zweite Punkt ist mir besonders wichtig: Wir entwickeln gerade das Konzept ‚Entrepreneurship for All‘. Wir wollen unternehmerische Grundlagen bereits im Bachelorstudium in allen Fakultäten verankern. Nicht jede:r Studierende soll gründen. Aber jede:r soll in Kontakt mit Entrepreneurship kommen, um zu verstehen, wie ein Unternehmen funktioniert. Es soll vermittelt werden, was ein Businessplan ist und was Cashflow bedeutet, wie Buchführung grundsätzlich funktioniert und wie eine Bilanz aufgebaut ist. In Unternehmensberatungen wird das manchmal als “Mini MBA” bezeichnet. Dieses wirtschaftliche Grundverständnis ist enorm wichtig, weil es einem überall helfen kann, egal welchen Karriereweg man nimmt.

Der dritte Punkt, der mir ebenfalls sehr wichtig ist, betrifft das Schaffen von Strukturen, die eine die Ausgründung wirklich aktiv unterstützen. Ein Beispiel hierfür ist unser Pre-Seed Fonds Noctua Ventures, den wir gemeinsam mit Speedinvest aufgesetzt haben.

Gleichzeitig ist es auch sehr wichtig, die internen Regelwerke in der TU Wien so zu gestalten, dass bekannt ist, was man machen darf und was nicht. Denn es kann auch Interessenskonflikte geben. Es muss geregelt sein, zu welchen Bedingungen Räume, Labore oder High-Performance-Computer genutzt werden können oder wie Anstellungsverhältnisse gestaltet sein müssen, damit man parallel an der TU Wien und im Spin-off arbeiten kann. Und bei Erfindungen bzw. IP muss geklärt sein, was im Bereich der TU Wien und was beim Spin-off liegt und wie beide Partner die Erfindungen möglichst erfolgreich valorisieren.

Gestern haben wir entschieden, die TU Wien an einem unserer vielversprechendsten Spin-offs mit einem ‚IP for Shares‘-Modell zu beteiligen. Das bedeutet, dass wir als TU Wien nicht sofort das Geld aus dem IP-Lizenzvertrag erhalten, sondern einen Anteil an dem Startup halten, und selbst investieren. Das machen wir naturgemäß nur bei Themen und Technologien, von denen wir überzeugt sind, dass es funktionieren wird.

Die drei Elemente sind also: erstens die komplette “Customer Journey” unserer Studentinnen und Studenten und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bedienen, zweitens Entrepreneurship in der Lehre von Anfang und drittens die richtigen Randbedingungen dafür zu schaffen, dass Spin-offs und die TU Wien profitieren.

Was sind die mittelfristigen Ziele, die Sie sich gesetzt haben? Kann man das in Zahlen gießen?

Unser mittelfristiges Ziel: 30 bis 50 Spin-offs pro Jahr an der TU Wien und 100 bis 200 im gesamten TU-Austria-Netzwerk. TU Austria besteht aus TU Wien, TU Graz, Montanuni Leoben und den technischen Fakultäten der Unis Linz und Innsbruck sowie der BOKU Wien.

Wir stehen momentan bei etwa zehn Millionen Euro.

Wir brauchen eine breitere Basis, weshalb ich überzeugt bin, dass es nicht reicht, nur auf der Ebene der Doktorand:innen, Postdocs und Professor:innen anzusetzen. Wir müssen die Anreize schon bei Bachelor und Master setzen. Die TU Wien hat 25.000 Studierende, die TU Austria insgesamt rund 40.000. Wenn wir die technik-affinen Studierenden der Uni Innsbruck, der JKU Linz und der BOKU noch dazurechnen, kommen wir locker auf 100.000 Studierende. Das ist ein wahnsinniges Potenzial, das überhaupt noch nicht ausgeschöpft ist.

Und eine weitere Zahl: Wir lukrieren zur Zeit das Kapital für den Noctua Venture Fonds. Ich glaube, wir stehen momentan bei etwa zehn Millionen Euro. Das First Closing wird dann wahrscheinlich im nächsten Frühjahr sein. Geld zu lukrieren ist nie einfach, deshalb muss es auch gut vorbereitet sein. Und ich bin wirklich stolz, dass die Einrichtung des Fonds mit Speedinvest hier in Österreich so schnell geklappt hat. Dafür gebührt allen Beteiligten großer Dank.

Wir sind heute auf einem Event von Verbund und Xista, auf dem das “Energy Launchpad” präsentiert wurde. Die TU ist zusammen mit Verbund, der TU München, der ETH Zürich, der deutschen EnBW und der Schweizer Energie 360° daran beteiligt. Die Initiative steht im Zeichen der Kooperation von Wissenschaft und Corporates mit Spin-offs und Startups. Wie wichtig ist diese Ebene der Kooperation mit etablierten Unternehmen für die TU?

Technische Universitäten pflegen traditionell viele Kooperationen mit Unternehmen. Allerdings sind das oft nur Eins-zu-eins-Kooperationen von einzelnen Professor:innen mit den Unternehmen. Meistens kommt ein Unternehmen auf die Professor:innen zu, weil es eine Anforderung hat und nach Lösung sucht. Für uns ist es wichtig, dass dies strukturierter abläuft.

Wir wollen keinen zusätzlichen Aufwand oder eine weitere administrative Ebene schaffen. Aber Kooperationen mit wichtigen Corporates sollen zum Nutzen aller für unterschiedliche Bereiche an der TU offen sein, und dafür brauchen wir einen Key Account für die Koordination. Bei uns ist das beim Energy Launchpad zum Beispiel Professor Rene Hofmann, der das hervorragend macht und auch sofort identifiziert, welche Themen aufkommen, die man mit anderen Professorinnen und Professoren gemeinsam zu lösen sind.

Wenn sich nun ein starkes Netzwerk mit München, Zürich und Wien entwickelt, hat man natürlich ganz andere Hebelwirkungen, zum Beispiel auch um zu den richtigen Ebenen in den Unternehmen vorzudringen. Gemeinsam können wir Themen besser in die Politik einbringen und etwas bewegen. Dies ist für alle Beteiligten wichtig, gerade weil im Energiebereich die Transformation voll im Gange ist. Und Energie ist auch ein sehr wichtiges Feld für die TU Wien und die TU Austria.

Die TU München und die ETH Zürich sind auch zwei Universitäten, die in Österreich immer genannt werden, wenn es darum geht, wo eine Spin-off-Strategie besonders gut gelungen ist. Sind das für Sie auch Vorbilder?

Ja, natürlich. Das muss man klar sagen: Zürich hat sehr früh mit Spin-off Konzepten angefangen. Auch Helmut Schönenberger aus München [Anm. Mitgründer und CEO UnternehmerTUM] war schon sehr früh dabei – vor mehr als 20 Jahren. Ich denke, der Unterschied hier in Österreich ist nur, dass wir das für das ganze Land aufbauen müssen. Wir sehen nicht nur die TU Wien, sondern wollen in TU Austria und mit den anderen Partnern aus den Unis, z.B. der MedUni, den Fachhochschulen und mit AIT und ISTA immer für ganz Österreich denken.

Die TU Wien selbst ist auch nicht groß genug, das muss man ehrlich sagen.

Denn wenn die Aktivitäten zu fragmentiert und zu klein sind, können wir nicht gut skalieren. Die TU Wien setzt hier Maßstäbe, aber wir denken immer an die gesamte Community. Denn die TU Wien selbst ist auch nicht groß genug, das muss man ehrlich sagen. Der Erfolg kommt nur mit einer gemeinschaftlichen Aktion.

Man könnte also sagen, das übergeordnete Motto sowohl innerhalb der Wissenschaft als auch mit Corporates und im gesamten Spin-off-Bereich ist Vernetzung und Zusammenarbeit?

Zusammenarbeit ist entscheidend, wo Mindestgrößen und Hebelwirkung benötigt werden. In manchen Bereichen der Forschung und dem Wettbewerb um die besten Köpfe werden wir nach wie vor im Mitbewerb zur ETH Zürich oder zur TU München sein. Unser Alleinstellungsmerkmal sind die Ökosysteme, die jetzt bei uns in Österreich gerade entstehen und dass wir es zusammen anpacken. Dann haben wir eine riesige Chance, zum Beispiel auch durch die Nähe zu, Ost- und Südosteuropa. Dort gibt es einen enorm guten MINT-Bildungsbereich und Österreich und Wien können als Talentemagnet für den gesamten Kulturkreis fungieren.

Gibt es da auch Hürden, die Sie spüren?

Regionale Eigenheiten können teilweise mühsam sein. Wien wird sowohl positiv als Magnet als auch negativ als “schwarzes Loch” gesehen. Die Stadt ist natürlich mit über zwei Millionen Einwohnern in einem Land von knapp neun Millionen sehr dominant in Österreich. Deswegen entstehen Sorgen nach dem Motto: Alles wird von Wien vereinnahmt. Dem müssen wir entgegentreten. Denn oft kommen motivierte Talente aus der Umgebung, die sehr konzentriert und ehrgeizig ihren Weg machen. Wir müssen dafür sorgen, dass in ganz Österreich Innovation entsteht. Denn Österreich ist überall dort lebenswert, wo die Menschen merken, dass ein Zusammenspiel zwischen Urbanität und ländlichem Raum funktioniert. Davon profitiert die gesamte Gesellschaft.

Mein Traum ist, dass Wien langfristig so etwas wie das neue New York wird, aber anders interpretiert.

Andererseits kann man global aber keine Rolle spielen, wenn eine Millionenstadt wie Wien nicht das Zugpferd ist. Wien muss ein Innovation Hub werden – wie Kopenhagen oder Paris oder Regionen um die Universitäten in Stanford, MIT, Cambridge und Oxford. Wien hat diese Chance durch seine kulturelle Vielfalt. Vor etwas mehr als 100 Jahren gab es hier zehn Amtssprachen. Wien ist eine Stadt mit einer unglaublich breiten kulturellen Verankerung.

Mein Traum ist, dass Wien langfristig so etwas wie das neue New York wird, aber anders interpretiert. Es geht dabei nicht nur um Cash. Wir müssen auch an die Menschen und den Purpose denken und daran, wie dieser gesellschaftspolitisch funktioniert. Das ist meines Erachtens die Schwäche im Silicon Valley. Dort sind einzelne Leute extrem reich geworden und viele andere haben nichts davon. Das führt zwangsläufig zu einer gesellschaftlichen Spaltung.

Zu sehen zum Beispiel an den Zeltstädten von Obdachlosen direkt in San Francisco…

Ja, denn leider wird viel zu oft nur das Schöne gezeigt. Das mag beeindruckend sein, aber eine Ellenbogenmentalität führt langfristig nicht zum guten Ziel. Dennoch muss sich Leistung lohnen und es ist ein permanenter Aushandlungsprozess.

Ich möchte zuletzt noch einmal auf das heute präsentierte Energy Launchpad zurückkommen. Die Initiative zielt sehr stark auf Zusammenarbeit und gemeinsame Open Innovation ab. Allerdings ist sie branchenmäßig klar auf die Energiebranche fixiert. Ist das ein spannendes Modell auch für andere Bereiche, da die TU wissenschaftlich doch deutlich breiter aufgestellt ist als nur im Energiebereich?

Absolut. Das ist ein Pilotprojekt, bei dem wir testen wie eine solche Plattform für Open Innovation funktioniert. Dabei geht es erst einmal nicht um Top-Down-Förderung durch Ministerien oder Ähnliches, sondern um einen Bottom-Up-Ansatz. Wir haben das selbst mit den Partnern initiiert. Daher ist es auch ein Funktionstest.

Gleichzeitig denke ich, dass das auf andere Felder ausgedehnt werden kann, beispielsweise auf den Quantenbereich. Österreich ist führend in Quantentechnologie – etwa im Quantencomputing in Innsbruck oder in Quantenoptik und -sensoren in Wien. Dafür könnte man sich auch solch eine Plattform vorstellen – obwohl es außer Infineon noch nicht so viele Industriepartner in der Größe gibt, wie im Energiebereich. Diese müssen erst entstehen. Weitere spannende Bereiche sind Biotech, Automation, der gesamte KI-Bereich und Cyber Security.

Deine ungelesenen Artikel:
15.10.2026

Das Voting zum „Innovator of the Year“ 2026 – Kategorie Startups

Mit dem Innovator of the Year kürt brutkasten jedes Jahr gemeinsam mit seiner Community die innovativsten Köpfe Österreichs. In der Kategorie „Startups“ kannst du jetzt bis 1. November 2026 für deine:n Favorit:in abstimmen. Der Award wird am 5. November im Rahmen des brutkasten-Jahresevents Momentum vergeben.
/artikel/das-voting-zum-innovator-of-the-year-2026-kategorie-startups
15.10.2026

Das Voting zum „Innovator of the Year“ 2026 – Kategorie Startups

Mit dem Innovator of the Year kürt brutkasten jedes Jahr gemeinsam mit seiner Community die innovativsten Köpfe Österreichs. In der Kategorie „Startups“ kannst du jetzt bis 1. November 2026 für deine:n Favorit:in abstimmen. Der Award wird am 5. November im Rahmen des brutkasten-Jahresevents Momentum vergeben.
/artikel/das-voting-zum-innovator-of-the-year-2026-kategorie-startups
Die diesjährigen Nominierten des "Innovator of the Year" in der Kategorie Startups. | © brutkasten

Ein weiteres spannendes Jahr in der heimischen Startup-Welt geht in die finale Phase. Während das tiefe Tal beim Investmentvolumen endlich überwunden ist, sorgen die weiterhin angespannte gesamtwirtschaftliche Lage und immer neue geopolitische Zerwürfnisse nach wie vor für Herausforderungen.

Einige Startups müssen sich geschlagen geben, andere schlagen sich durch und manche schlagen sich richtig gut. Mit Ausdauer, Umsetzungswillen und einzigartigen Innovationen haben auch dieses Jahr viele junge Unternehmen großes geschafft.

Zehn davon holen wir als Nominierte für den Innovator of the Year in der Kategorie Startups vor den Vorhang. Der Preis wird heuer zum 6. Mal vergeben. Am 5. November findet die feierliche Award Ceremony im Rahmen des brutkasten-Jahresevents Momentum im Wiener Palais Berg statt. Neben der Kategorie Startups wird der Award dieses Jahr in den Kategorien Scaleups und Corporate Innovation vergeben. Als Preis in allen drei Kategorien winkt jeweils ein brutkasten-Medienpaket im Wert von 4.100 Euro.


Die „Innovator of the Year“-Kategorie Startups wird durch die Österreichische Notariatskammer unterstützt.


Publikumsvoting zum Innovator of the Year | Kategorie „Startups“

Nun ist, wie jedes Jahr, deine Stimme gefragt. Bis zum 1. November (23:59 Uhr) kannst du für deine:n Favorit:in abstimmen! Jede:r User:in hat pro Tag und Kategorie genau eine Stimme – es lohnt sich also, die eigene Community zu aktivieren.

(Hinweis: Bei mehrfacher Stimmabgabe pro Tag erfolgt zwar keine gesonderte Fehlermeldung im Voting-Tool, Mehrfachvotes werden vom System jedoch automatisiert erkannt und ausgefiltert).

Jetzt voten!

Polls

Ablatic AI

Die Ablatic-AI-Gründer vl. Florian Zimmermann (CEO) und Julian Mauerkirchner (CTO) | (c) Ablatic AI
Die Ablatic-AI-Gründer vl. Florian Zimmermann (CEO) und Julian Mauerkirchner (CTO) | © Ablatic AI

Aktuell schießen sehr viele KI-Startups aus dem Boden. Doch nur ein winziger Bruchteil davon baut ein eigenes KI-Modell. Ablatic AI aus Linz ist eines davon. Im September ging es mit seinem Large Language Model Talos an den Start, das in mehreren Benchmark-Tests mit der Weltklasse mitspielt. In einer Kategorie übertraf man sogar OpenAIs Flagship-Modell GPT-5.6 Sol. Das gelang mit einem kleinen Team und bislang ohne VC-Kapital. Trainiert wird das Modell in der AI Factory Austria AI:AT im Rahmen des EuroHPC-Programms.

Aitiologic

Die Aitiologic-Gründer (vlnr.): Andreas Posch, Stephan Beisken und Achim Plum | (c) Aitiologic
Die Aitiologic-Gründer (v.l.n.r.): Andreas Posch, Stephan Beisken und Achim Plum | © Aitiologic

Andreas Posch, Stephan Beisken und Achim Plum, die Gründer von Aitiologic, holten heuer 6,4 Mio. Euro in einer Seed-Runde, angeführt von den Healthcare-Investoren Heal Capital und Ananda Impact Ventures. Aitiologic entwickelt die Plattform „Aitios“, die zellfreie DNA im Blut untersucht und die Daten mit KI auswertet. Die Technologie geht auf die Forschung von Gründer und CEO Andreas Posch bei Siemens Healthineers zurück und wurde vom Startup exklusiv lizenziert. Zudem holte man Gordon Sanghera, den Mitgründer des britischen DNA-Sequenzierungs-Spinoffs Oxford Nanopore Technologies, an Bord. Er führte es 21 Jahre lang als CEO, bis zum Börsengang in London.

Diamens

Diamens
Das Team von Diamens (v.l.n.r.): Clara Ganhör, Marlene Rezk-Füreder, Angelika Lackner, Peter Oppelt und Eva Scharnagl | © Diamens

Das HealthTech-Unternehmen aus Linz entwickelt einen nicht-invasiven Selbsttest zur Diagnose von Endometriose, der auf Menstruationsblut basiert und Frauen operative Eingriffe ersparen soll. Im März 2026 sicherte sich das Team rund um Clara Ganhör ein sechsstelliges Investment, um die Produktentwicklung und wichtige klinische Tests weiter voranzutreiben. Das Jahr 2026 war zudem für Diamens besonders erfolgreich, da das Spinoff den S&B Award sowie den Edison-Preis in Oberösterreich gewann. Hinzu kam eine Nominierung für den EY-Scaleup Award in der Kategorie BioTech und Spin-off.

Iono Robotics

Ümit Bas, Gründer von Iono Robotics | © Iono Robotics

Das Linzer Deep-Tech-Startup Iono Robotics von Gründer und CEO Ümit Bas hat heuer in der Tabakfabrik Linz seinen humanoiden Roboter „Workmate“ erstmals öffentlich präsentiert. Das System soll in knapp zwei Jahren in Serienproduktion gehen und ist speziell für den industriellen Einsatz konzipiert. Erste Pilotkund:innen sind bereits an Bord. Gedacht ist „Workmate“, wie der Name nahelegt, als Unterstützung in Arbeitsumgebungen, konkret in Branchen wie Industrie, Logistik, Handel und Service. Punkten soll er dabei unter anderem mit einer im Kopf integrierten Drohne, die aus der Luft die Umgebung noch besser erfassen kann.

REPS

Das REPS-Team mit CEO Alfons Huber (r.), COO Laura Wiedmann (5. v.l) und CTO Sai Kumar Konduru (4. v.l.) | © Patrick Lux

Das Tiroler Startup REPS von Gründer Alfons Huber macht Straßen zu Kraftwerken: Sein Road Energy Production System wandelt die Bremsenergie von Lkw über Platten in der Fahrbahn in Strom um. Seit November 2025 läuft die erste kommerzielle Anlage im Hamburger Hafen, über 115.000 Lkw haben dort in sechs Monaten rund 6.700 Kilowattstunden erzeugt. Im Mai holte sich REPS 23,6 Millionen US-Dollar mit einem britischen VC-Fonds im Lead, nur acht Monate nach dem 1,3-Millionen-Seed. Mit dem Kapital will das Unternehmen aus Mils, an dem auch Elisabeth Köstinger beteiligt ist, international ausrollen. Über 90 Interessenten aus der Hafen- und Logistikbranche stehen laut eigenen Angaben in Gesprächen.

R-Space Technologies

Das R-Space Team mit den Gründern (1. Reihe v.l. Christof Obertscheider, Carsten Scharlemann und Wolfgang Treberspurg) | © R-Space

Viele Raumfahrt-Startups scheitern daran, dass sie ihre Technologien vor dem Markteintritt nie im All testen können. R-Space, mit Sitz am Flughafen Wien-Schwechat, will diese Hürde abbauen und bietet mit ihrem eigens entwickelten Satelliten In-Orbit-Tests als Rundum-Service an. Das Ziel: Firmen innerhalb von nur sechs Monaten ins All zu bringen. Ende 2026 soll die erste Mission an Bord einer Rakete des deutschen Herstellers Isar Aerospace mit Technologien von drei Partnerunternehmen starten. Das 2021 gegründete Unternehmen will damit die Weichen für die nächste Generation europäischer Raumfahrt stellen; die nächsten drei Satelliten sind laut eigenen Angaben bereits in Vorbereitung.

Straion

Straion
(v.l.) Fabian Friedl, Lukas Holzer, und Katrin Freihofner von Straion | © Straion

Der KI-Boom bringt eine neue Geschwindigkeit mit sich. Auch für etablierte Unternehmen führt daher kein Weg an KI-generiertem Code vorbei. Dieser birgt aber bekanntlich (noch) erhebliche Risiken. Das Linzer Startup Straion nimmt sich des Problems an und sorgt mit seiner Anwendung dafür, dass der KI-generierte Code interne Standards, Sicherheitsanforderungen und Architekturvorgaben von Unternehmen erfüllt. Damit konnte sich das Startup dieses Jahr auch ein 1,1-Mio.-Euro-Investment sichern.

Tumbleweed

Das Tumbleweed-Team | © Tumbleweed

Das Wiener Space-Tech-Startup Tumbleweed hat dieses Jahr bewiesen, dass der Zugang zum Weltall in Rekordgeschwindigkeit möglich ist: Die Hardware für die erste Orbit-Mission „Oasis Alpha“ wurde in unter neun Monaten fertiggestellt und war laut eigenen Angaben bereits frühzeitig ausgebucht. Am 7. Juli 2026 feierte das Unternehmen einen weiteren Meilenstein, als der Satellit im Rahmen einer SpaceX Transporter-17-Mission erfolgreich in eine erdnahe Umlaufbahn gebracht wurde.

Turn-Motion

Die Turn-Motion-Gründer v.l. Chien-hua Huang, Georg Popp und Manuel Lachmayr | (c) Stefan Fuertbauer
Die Turn-Motion-Gründer v.l. Chien-hua Huang, Georg Popp und Manuel Lachmayr | © Stefan Fuertbauer

Das Wiener Startup Turn-Motion von Georg Popp, Chien-hua Huang und Manuel Lachmayr fertigt maßgeschneiderte Orthesen mit KI und 3D-Druck, bis zu 15 Stück in der Zeit, die bisher für eine einzige gebraucht wurde. Die Gründungsgeschichte ist persönlich: Popp erkrankte als Kind an Polio und sollte laut Prognose den Rollstuhl kaum verlassen können. Heuer holte sich das Startup sein erstes privates Kapital, und das mit Signalwirkung: Noctua Science Ventures, der Spinoff-Fonds von Speedinvest und TU Wien, führte die Pre-Seed-Runde an, sein erstes bekanntes Investment überhaupt. Mit dabei sind das Wiener Tech-Scaleup Squer und drei Business Angels.

zone14

Tobias Gahleitner, Lukas Grömer und Simon Schmiderer (v.l.n.r.) von zone14 | © zone14

Das Wiener Startup zone14 von Simon Schmiderer, Tobias Gahleitner und Lukas Grömer baute sein Engagement im heimischen Fußball aus und schloss heuer eine Partnerschaft mit dem Wiener Sport-Club. Das Team will mit seiner Technologie Video- und Performance-Analysen im Fußball breiter zugänglich machen und konnte neben dem Hernalser Kultklub auch Ex-ÖFB-Kapitän Marc Janko als strategischen Investor für sich gewinnen. Die Technologie des Startups ist in über zehn Ländern verfügbar: Mehr als 200 Systeme sind global im Einsatz – von flächendeckenden Ausstattungen ganzer Ligen wie der ersten Profiliga Zyperns bis hin zu Traditionsvereinen wie dem SK Rapid, dem FK Austria Wien und dem SV Darmstadt 98.

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

TU-Wien-Rektor Schneider: „Unser mittelfristiges Ziel: 30 bis 50 Spin-offs pro Jahr“

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

TU-Wien-Rektor Schneider: „Unser mittelfristiges Ziel: 30 bis 50 Spin-offs pro Jahr“

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

TU-Wien-Rektor Schneider: „Unser mittelfristiges Ziel: 30 bis 50 Spin-offs pro Jahr“

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

TU-Wien-Rektor Schneider: „Unser mittelfristiges Ziel: 30 bis 50 Spin-offs pro Jahr“

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

TU-Wien-Rektor Schneider: „Unser mittelfristiges Ziel: 30 bis 50 Spin-offs pro Jahr“

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

TU-Wien-Rektor Schneider: „Unser mittelfristiges Ziel: 30 bis 50 Spin-offs pro Jahr“

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

TU-Wien-Rektor Schneider: „Unser mittelfristiges Ziel: 30 bis 50 Spin-offs pro Jahr“

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

TU-Wien-Rektor Schneider: „Unser mittelfristiges Ziel: 30 bis 50 Spin-offs pro Jahr“

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

TU-Wien-Rektor Schneider: „Unser mittelfristiges Ziel: 30 bis 50 Spin-offs pro Jahr“