24.07.2025
TRUNK TOOLS

Österreichische Gründerin Sarah Buchner holt für ihr New Yorker Startup 40 Mio. US-Dollar

Das New Yorker PropTech-Startup Trunk Tools rund um Sarah Buchner sichert sich ein 40-Millionen-Dollar-Investment für die nächste Ausbaustufe seiner Bau‑KI. Zudem konnte das Unternehmen in den letzten sechs Monaten den Umsatz verfünffachen.
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Sarah Buchner, Gründerin und CEO von Trunk Tools
Trunk-Tools-Gründerin Sarah Buchner | Foto: Trunk Tools

Knapp elf Monate nach der Verkündung einer 20‑Millionen‑Dollar‑Series-A-Runde legt die oberösterreichische Gründerin Sarah Buchner nach: Ihr New Yorker Bau‑KI‑Startup Trunk Tools konnte nun eine Series-B in Höhe von 40 Millionen US‑Dollar abschließen, wie das Unternehmen am Donnerstag bekannt gab.

Mit der von Insight Partners angeführten Finanzierungsrunde, an der sich auch Redpoint Ventures, Innovation Endeavors, Stepstone, Liberty Mutual Strategic Ventures und Prudence beteiligen, steigt das gesamte eingeworbene Kapital laut Trunk Tools auf 70 Millionen Dollar.

Umsatz verfünffacht innerhalb von sechs Monaten

Die 2021 gegründete Plattform setzt auf vertikal trainierte KI‑Agenten, die Millionen von Zeichnungen, Dokumenten und Terminplänen strukturieren. Teams können in natürlicher Sprache Fragen stellen und erhalten kontextgenaue Antworten; autonome Agenten verbinden sämtliche Dokumente mit dem Bauzeitplan und schlagen Alarm bevor Verzögerungen oder teure Nacharbeiten entstehen. Laut dem Unternehmen läuft Trunk Tools bereits auf hunderten Bauprojekten und konnte den Umsatz innerhalb der letzten sechs Monate um das Fünffache steigern.

„Die Bauwirtschaft ist das Rückgrat unserer globalen Wirtschaft und unseres Alltags, doch die Branche steckt noch immer in veralteten Werkzeugen, fragmentierten Systemen und lähmender Bürokratie fest“, so Buchner. In einer Aussendung beziffert das Unternehmen die jährlichen Ineffizienzen der Branche auf über eine Billion US-Dollar.

(c) Trunk Tools

„KI-Agenten für jede Baustelle“

Mit den frischen 40 Millionen US-Dollar will das Team nun Engineering‑, Produkt‑ und Go‑to‑Market‑Ressourcen ausbauen sowie ein „Field Enablement Program“ aufsetzen, um die KI‑Agenten in die breite Masse zu bringen. „Diese neue Finanzierungsrunde verschafft uns die Mittel, um maßgeschneiderte KI‑Reasoning‑Agenten auf jede Baustelle zu bringen“, so Buchner.

Buchners Weg begann in der 900‑Einwohner‑Gemeinde Eitzing im Innviertel, wo sie mit zwölf Jahren als Tischlerin auf Baustellen aushalf. Stationen als Projektmanagerin und Group Leader für „Digitization & Innovation“ bei Strabag führten sie schließlich in die USA, wo sie 2021 Trunk Tools gründete, um die eigenen Baustellenerfahrungen in eine skalierbare KI‑Lösung zu überführen.


Mehr über Sarah Buchners Biografie

Wer tiefer in die Biografie von Sarah Buchner eintauchen möchte, findet hier ein ausführliches Porträt ihres außergewöhnlichen Werdegangs. Der Text ist zuerst im brutkasten-Printmagazin von März 2025 “Hoch hinaus” erschienen.

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Enact, Roboter die fühlen, Roboter, Robotik
© Enact

Roboter können viel. Sie sehen fast alles, sie schweißen, heben, sortieren. Eines fehlt ihnen jedoch: Fingerspitzengefühl. Deshalb bleiben die letzten Handgriffe der Montage Handarbeit: ein Kabel, das einrasten muss, eine Dichtung, die sitzen muss, eine Schraube, die klemmt. Diesem Mangel an Feinfühligkeit stellt sich das Schweizer Startup Enact entgegen und baut Roboter, die Kraft spüren. Sie messen Druck und Widerstand über ihre eigenen Antriebe, wie der Mensch über Muskeln und Sehnen, und ein Modell lernt daraus, heißt es. Der Roboter merkt ohne Zusatzsensoren und ohne künstliche Haut, ob das Teil sitzt.

Enact von Caltech-Forscher gegründet

Dass das mehr als eine Nische ist, zeigen die Zahlen. China etwa hat 2025 354.000 Industrieroboter installiert, fast drei von fünf weltweit (IFR). Europa gewinne dagegen nicht über Masse sondern über Varianz, und genau dort rechnen sich Roboter bisher selten, weil jemand jede Aufgabe einzeln programmieren müsse. Roboter, die durch Vormachen lernen und spüren, ob ein Teil sitzt, sollen diese Einzelprogrammierung ersparen und auch kleine Serien automatisierbar machen. Genau hier setzt Enact an: bei den letzten Handgriffen der Montage.

Gegründet wurde das Zürcher Startup im März 2026 von Manuel Yves Galliker. Der Maschinenbauer der ETH Zürich war Gastforscher am Caltech, leitete bei 1X das Team, das dem Humanoiden NEO das Gehen beibrachte, und arbeitete danach bei Physical Intelligence.

Dort sah er, dass Kamera und Teleoperation für die Fabrik nicht ausreichen, und ging zurück nach Zürich. „Das Silicon Valley hat historisch betrachtet enorme Stärken in Software und KI, aber es fehlt an Spezialisten für Robotik und Hardware-Engineering“, sagt Galliker.

Investment von Mensch

Nun sammelte er mit Enact 30 Millionen US-Dollar in einer Pre-Seed-Runde ein, und das noch bevor es ein Produkt gibt. Das hat einen Grund, wie man in der Aussendung liest: „Das Startup baut alles selbst. Antriebe, Regelung und Modell entstehen unter einem Dach, was am Anfang mehr kostet als ein Modell auf einen fremden Arm zu setzen.“ Die ersten Antriebe laufen, der Ansatz sei laut Enact validiert.

Angeführt wird die Millionen-Runde von redalpine, Notion Capital und firstminute capital. Als Business Angels investieren Yann LeCun (von 2013 bis Ende 2025 Chief AI-Scientist bei Meta), Arthur Mensch (Co-Founder Mistral AI), Andrew Lonsberry (Path Robotics) und David Wallerstein (früher Tencent). Aktuell arbeiten zehn Personen in Zürich, bis Ende 2027 sollen es viermal so viele werden.

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