Token4Hope von Lorena Skiljan holt sich eAward 2019
Gemeinsam mit dem Wiener Hilfswerk, Collective Energy und DECENT startete Blockchain Austria Gründerin Lorena Skiljan vergangenes Jahr die Blockchain-basierte Spendenplattform Token4Hope. Nun nahm sie dafür den eAward 2019 in der Kategorie Social Responsibility entgegen.
Durch die Spendenaktion Token4Hope werden die 48 Familien, die in den Einrichtungen der Wiener Hilfswerk-Wohnungslosenhilfe leben, unterstützt. Technologisch basiert das System auf der Blockchain-Anwendung des Schweizer Startups DECENT, über das das Spenden als Peer2Peer- Trading von Token ermöglicht wird. Das gespendete Geld wird via „Paper- Wallets“ (in diesem Fall der SOMA Ausweis) an die Begünstigten verteilt. Die darin enthaltenen digitalen Token können in den beiden Sozialmärkten des Wiener Hilfswerks und im New Chance Second-Hand Laden in der Wiener Barichgasse gegen Waren eingelöst werden.
Token4Hope: Spenden können bis ins Geschäft verfolgt werden
Seit dem Start im November vergangenen Jahres wurde ein Gegenwert von mehr als 10.000 Euro an Spenden eingesammelt. Man wolle damit ein Vorreiterprojekt für Blockchain-basiertes Spenden etablieren, heißt es seitens der InitiatorInnen. SpenderInnen will man auch mit mehr Transparenz locken. „Mit dem Projekt möchten wir traditionellen Problemen des Vertrauens gegenüber Spenden eine technische Lösung entgegensetzen. Über DECENT’s DCore Blockchain werden Spenden transparent und fälschungssicher gespeichert – dies erlaubt allen SpenderInnen, ihren Beitrag auf dem weiteren Weg zu verfolgen und die tatsächliche Verwendung einzusehen“, schreibt Token4Hope. Das geschehe anonym. Die gesammelten Informationen könnten zur Optimierung analysiert werden, um diejenigen die Hilfe brauchen, noch effektiver zu unterstützen.
eAward 2019 in der Kategorie Social Responsibility
Nun holte sich Token4Hope wenige Monate nach dem Launch den eAward 2019 in der Kategorie Social Responsibility, der vom Wiener Report Verlag vergeben wird. Den Preis entgegen nahm die Token4Hope-Schirmherrin, Blockchain Austria Gründerin und Hackabu CEO Lorena Skiljan. „Ich bin davon überzeugt, dass die Blockchain ein wesentlicher Teil des Spendensystems werden wird, sowohl national aber vor allem, wenn es sich um länderübergreifende Projekte handelt“ sagt Skiljan.
Weitere Projekte im DACH-Raum geplant
Entsprechend bestünden weitere Pläne: „Wir werden gemeinsam mit Collective Energy, HumanVenture, DECENT und dem Wiener Hilfswerk am 28. März einen Event ins Leben rufen, bei dem die Vorteile der Blockchain im Wohltätigkeitsbereich besprochen und präsentiert werden. Wir freuen uns, bereits über zahlreiche Zusagen von den führenden Wohltätigkeits- Organisationen aus dem DACH Raum“, sagt Skiljan. (PA/red)
Fünf Jahre Polestar in Österreich: Warum die schwedische Marke nicht laut sein muss, um gehört zu werden
Drei weiße Polestar vor der schwedischen Botschaft in Wien-Alsergrund, drinnen die schwedische Fahne: Polestar Österreich hat sein fünfjähriges Bestehen im Schwedenhaus gefeiert. Managing Director Matthias Schabetsberger erklärte im Gespräch mit brutkasten, warum sich die Marke als Challenger der Autoindustrie versteht, was skandinavischer Minimalismus mit “Quiet Luxury” zu tun hat und wie Polestar mit Startups zusammenarbeitet.
Fünf Jahre Polestar in Österreich: Warum die schwedische Marke nicht laut sein muss, um gehört zu werden
Drei weiße Polestar vor der schwedischen Botschaft in Wien-Alsergrund, drinnen die schwedische Fahne: Polestar Österreich hat sein fünfjähriges Bestehen im Schwedenhaus gefeiert. Managing Director Matthias Schabetsberger erklärte im Gespräch mit brutkasten, warum sich die Marke als Challenger der Autoindustrie versteht, was skandinavischer Minimalismus mit “Quiet Luxury” zu tun hat und wie Polestar mit Startups zusammenarbeitet.
Der Ort war kein Zufall. „Wir sind eine schwedische Marke”, sagte Schabetsberger vor den Gästen in der schwedischen Botschaft, wo Polestar in Kooperation mit der schwedischen Handelskammer seit Jahren regelmäßig zu Gast ist. Neben Design, Performance und Nachhaltigkeit zahlten die Markenwerte stark auf gesellschaftliche Werte ein, die in Skandinavien hoch gelebt würden: Inklusion, Vielfalt, Gender Equality.
Wie schwedisch das Unternehmen ist, machte er an Zahlen fest: Von den etwas mehr als 2.000 Mitarbeitern arbeiten mehr als zwei Drittel in Schweden. Entwickelt, abgestimmt und designt wird in Schweden, wo die Verbindung zur Schwestermarke Volvo nach wie vor eng ist. Entstanden ist Polestar vor rund zehn Jahren aus einem schwedischen Rennteam, mit einem klaren Bekenntnis zum reinen Elektroantrieb. “So wollen wir als kleine schwedische reine Elektroauto-Marke der Challenger sein für die große Automobilindustrie”, so Schabetsberger.
Der stellvertretende schwedische Botschafter Anders Lindgren nannte Polestar ein gutes Beispiel dafür, wie Innovation den Übergang zur Elektromobilität in praktische Lösungen übersetzt. Die Erfahrung Schwedens zeige, dass Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit einander verstärken.
“Wir waren ein Startup und sind jetzt ein Scaleup”
Im Gespräch mit brutkasten zog Schabetsberger eine Parallele zur Gründerszene. Polestar sei ein junges Unternehmen: “Wir waren ein Startup und sind jetzt ein Scaleup.” Diese Dynamik habe man bewusst gewählt, ebenso den Anspruch, Dinge anders zu denken als klassische Mitbewerber. Einen typischen Polestar-Fahrer gebe es nicht, die Marke sei über alle Altersklassen hinweg beliebt, mit einem relativ ausgeglichenen Anteil männlicher und weiblicher Kunden. Was sie verbinde: die Einstellung zur Elektromobilität und zu gesellschaftlichen Werten. Als skandinavische Marke sei Polestar Europas einzige rein elektrische Automarke.
Polestar ist darüber hinaus eng mit dem schwedischen Innovationsökosystem verbunden. In Göteborg ist Polestar Partner von MobilityXlab, einem Innovationshub am Lindholmen Science Park, der Tech-Startups mit Unternehmen wie Ericsson, Volvo Group und Zenseact zusammenbringt. Ursprünglich auf Mobilität und Konnektivität fokussiert, öffnet sich die Plattform seit September 2026 auch für weitere Industrien. Ausgewählte Startups arbeiten eng mit Polestar an Proofs of Concept, etwa für digitale Customer Journeys und das Erlebnis im Fahrzeug.
Quiet Luxury statt noch mehr Touchscreens
Auf die Frage nach dem Design antwortete Schabetsberger mit einem Begriff aus der Mode: Quiet Luxury. Für Polestar heiße das: “wir brauchen aus unserer Sicht nicht mehr, sondern besser”. Während viele Premiumhersteller im Innenraum mit Holz, Alu, Leder, vielen Lichtvarianten und immer mehr Bildschirmen arbeiten, gehe Polestar einen anderen Weg: klare Linien, reduziertes, funktionales Design. “Wir finden immer mehr Kunden, die in einer aufgeregten Welt mit ständig neuen Produkten und ständiger Veränderung genau dieses reduzierte Design, diesen Quiet Luxury schätzen.” Das Prinzip gelte auch für den Auftritt der Marke: “Man muss jetzt nicht unbedingt immer laut schreien, um gehört zu werden.”
Weniger Bildschirme heißt dabei nicht weniger Technologie. Beim neuen Polestar 4 SUV zieht mit Google built-in der KI-Assistent Google Gemini ins Auto ein. Dank der engen Partnerschaft mit Google ist dieser sukzessive auch in weiteren Modellen verfügbar. Funktionen wie Vehicle-to-Load und ein Camping Mode kommen per Software-Update. Die Transparenz, die Schabetsberger betont, hat eine Zahl: Für den Polestar 4 SUV weist Polestar den CO2-Fußabdruck bis zum Werkstor aus, 20,2 Tonnen CO2-Äquivalent bei der Rear-Motor-Variante. Bis 2030 will Polestar die Treibhausgasemissionen pro verkauftem Fahrzeug halbieren, bis 2040 in der gesamten Wertschöpfungskette klimaneutral sein. Und Polestar Charge bündelt mehr als 1,25 Millionen Ladepunkte in Europa über ein Konto, inklusive Tesla Supercharger.
Von drei auf 13 Standorte
Gestartet ist Polestar in Österreich mit einem Direct-to-Consumer-Modell und einem Polestar Space in der Wiener Herrengasse, später kamen Graz und Linz dazu. Im Vorjahr wurde das Modell erweitert: Online bestellen geht weiterhin, zusätzlich können Kunden bei regionalen Partnern in einem Agentursystem Probe fahren, kaufen und das Fahrzeug ausgeliefert bekommen. Die Zahl der Standorte wuchs von drei auf 13, von Dornbirn bis Wien.
Dahinter steht eine Marktbeobachtung: Traditionell seien Flottenkunden die Early Adopter gewesen, in den vergangenen zwölf bis 24 Monaten komme das Wachstum aber vor allem von Privatkunden und Kleinunternehmen. Um sie in Vorarlberg, Tirol oder Salzburg zu erreichen, brauche es regionale Partner. Fünf Jahre nach dem ersten Polestar Space blickt Schabetsberger nach vorne, auf “weitere Jahrzehnte in enger Kooperation”.
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