17.04.2025
MESSUNG VON WASSERRESSOURCEN

Tiroler GreenTech GMD kooperiert mit Deutschem Alpenverein

Die Systeme von GMD überwachen kritische Infrastrukturen und Gewässer. Im Sommer startet ein Projekt am Großvenediger.
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Ein IoT-Sensorsystem von GMD misst unterhalb des Großvenedigers Zufluss, Wasserspeicherung und -entnahme eines Quellwasser-Auffangbeckens
Ein IoT-Sensorsystem misst Zufluss, Wasserspeicherung und -entnahme eines Quellwasser-Auffangbeckens bei der Neuen Prager Hütte unterhalb des Großvenedigers | Foto: DAV/Jens Klatt – Neue Prager Hütte – Ost Tirol

GMD entwickelt Frühwarnsysteme mit künstlicher Intelligenz (KI), um Naturgefahren wie Muren oder Hochwasser früh zu erkennen – vor allem in den Bergen. Das GreenTech aus Innsbruck hat nun eine Kooperation mit dem Deutschen Alpenverein (DAV) bekanntgegeben.

Im Sommer 2025 startet ein erstes gemeinsames Pilotprojekt in Osttirol. Das Ziel: hochalpine Wasserressourcen überwachen. Die Ergebnisse sollen auch dabei helfen, Besucherströme zu lenken. „Diese Kooperation mit dem DAV markiert einen Meilenstein in der Digitalisierung und nachhaltigen Steuerung alpiner Räume“, sagt Steve Weingarth, Founder und CEO der GMD GmbH.

GMD misst Quellwasserdaten in Osttirol

Die Systeme von GMD überwachen Veränderungen in der Erdoberfläche – zum Beispiel Bewegungen von Gelände oder Flüssen -, indem sie KI-gestützte Sensortechnologie mit smarten IoT-Lösungen verbinden. So sammeln sie kontinuierlich Daten, die Naturgefahren vorhersagen und Betroffene rechtzeitig warnen sollen.

In Zusammenarbeit mit dem DAV rüstet die GMD nun die Neue Prager Hütte am Großvenediger mit smarten Sensoren aus. Sie erfassen laufend, wie viel Quellwasser dort ankommt, gespeichert wird und abfließt. Danach funkt das System die Daten an GMDs KI-Plattform, die sie auswertet und direkt an den Alpenverein meldet. So lässt sich die Auslastung der Hütte erstmals an den verfügbaren Wasserressourcen ausrichten. Das Monitoring an der Neuen Prager Hütte läuft bis Ende 2025, in den kommenden Jahren sollen Messungen an weiteren Hütten folgen.

Ganz Europa im Visier

Neben dem Projekt mit dem DAV arbeitet Weingarth an neuen Vorhaben – etwa an einem System zur Bachüberwachung in Kufstein. Für die Zukunft denkt er europaweit und ist bereits mit Interessierten in der Schweiz im Gespräch. Seine Mission: Naturgefahren schneller und besser sichtbar machen.

Das Unternehmen hat Weingarth im Februar 2024 gegründet. Seitdem ist das Kernteam des Startups auf vier Personen gewachsen. Bisher erhielt GMD Förderungen der FFG, des AWS und vom Land Tirol – brutkasten berichtete. Aktuell ist der CEO aber auch auf der Suche nach Investor:innen.

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V.l.: Philipp von Lattorff, Johanna Pirker, Georg Kopetz und Dietrich Haubenberger bilden die Arbeitsgruppe "Science to Business" von Forwit | (c) Johannes Zinner

Die Verhandlungen zur gemeinsamen europäischen Gesellschaftsform EU Inc. bewegen sich langsam auf die Zielgerade zu. Mitsprache haben dabei nicht nur die EU-Kommission, die bereits im März ihren Entwurf vorlegte, und das EU-Parlament, das letztlich über das Regelwerk abstimmen wird, sondern auch der Rat der EU, also die Regierungen der Mitgliedstaaten. In der zweiten Reihe machen zudem einige mächtige Interessensvertretungen, etwa mehrere nationalstaatliche Notariatsverbände, ihren Einfluss geltend.

Eines zeichnet sich dabei bereits klar ab: Die Verhandlungen laufen auf einen Kompromiss hinaus, wie brutkasten bereits analysierte. Bereits der Kommissionsentwurf war eine im Vergleich zu den ursprünglichen Forderungen der im Startup-Umfeld formierten Initiative „EU-INC“ abgespeckte Version. Dass es in den Verhandlungen zu Abänderungen im Sinne der Initiative kommt, ist höchst unwahrscheinlich. Vielmehr stehen Streichungen zentraler Punkte im Raum, die für die Initiative zum Kern des Vorhabens zählen.

„Once in a generation-Chance für Österreich und Europa“

Diese adressiert nun auch die Arbeitsgruppe „Science to Business“ des österreichischen Rats für Forschung, Wissenschaft, Innovation und Technologieentwicklung (Forwit) in einem offenen Brief an mehrere österreichische Regierungsmitglieder. Der Arbeitsgruppe gehören TTTech-Gründer Georg Kopetz, Informatik-Professorin Johanna Pirker, Neurologe Dietrich Haubenberger und Philipp von Lattorff, Aufsichtsratsvorsitzender des Boehringer Ingelheim Regional Center Vienna, an.

Die EU Inc. sei eine „once in a generation-Chance für Österreich und Europa“, heißt es im offenen Brief. Während die Bundesregierung mit der strategischen öffentlichen Beschaffung und der Errichtung eines Dachfonds bereits zwei „kritische Schwachstellen“ im Wissenstransfer in Österreich angehe, könne dies gemeinsam mit der EU mit der EU Inc. auch beim Thema Skalierung „schlagkräftig“ gelingen.

Regierung soll sich für zentrales Handelsregister und Mitarbeiter:innenbeteiligung einsetzen

Zwei aus Sicht von Forwit dafür maßgebliche Elemente der EU Inc., nämlich ein zentrales europäisches Handelsregister und eine standardisierte Mitarbeiter:innenbeteiligung, würden aber aktuell drohen, im Zuge der Verhandlungen gestrichen zu werden. Ersteres brauche man, damit es sich bei der EU Inc. tatsächlich um einen europäischen Standard handle, zweiteres, damit europäische Wachstumsunternehmen im Wettbewerb um Talente bestehen könnten. Zudem betont die Forwit-Arbeitsgruppe auch die Möglichkeiten, die die neue Gesellschaftsform KMU im Allgemeinen bieten könne.

Entsprechend fordert sie die Regierungsmitglieder im offenen Brief konkret dazu auf, sich in den Verhandlungen für das zentrale Handelsregister und die Mitarbeiter:innenbeteiligung einzusetzen, ebenso wie für die freie Wahl des Registrierungssitzes, den Zugang für alle Unternehmen und die Geltung des lokalen Arbeits- und Steuerrechts. Und zudem „die EU Inc. als Bestandteil der Umsetzung der Industriestrategie 2035 zu erachten und in der Folge entsprechend mitzugestalten.“ Man stehe den Adressat:innen und der gesamten Bundesregierung „für eine Vertiefung und Begleitung der österreichischen Position selbstverständlich zur Verfügung.“

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