09.01.2026
EXPANSION

Tickethead: Wiener Startup holt Investment für digitales Ticketing

Das Wiener Startup Tickethead startet mit frischem Kapital ins neue Jahr. Das Unternehmen hat sich ein Investment gesichert und will damit seine Position im europäischen Markt für digitales Ticketing ausbauen.
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Tickethead, Tickets kaufen, Tickets zurückgeben
(c) The Guardians - Raphael Tsitsovits (l.) und Christoph Divis.

Als strategische Investoren steigen die Unternehmer Rudi Kobza und Marc Kobza ein. Letzterer ist Gründer der Strategie- und Kreativberatung Kobza+collective mit Hauptsitz in Dubai, die zuletzt Aufmerksamkeit erregte, als sie Florian Gschwandtner als Gesellschafter und Mitglied des Advisory Boards gewann (brutkasten berichtete). 

Gemeinsam mit den neuen Investoren soll bei Tickethead nun die nächste Wachstumsphase eingeläutet und die internationale Expansion beschleunigt werden. Über die Höhe des Investments wurde Stillschweigen vereinbart, sagt Co-Founder Raphael Tsitsovits im Gespräch mit brutkasten.

Alternative zu klassischen Ticketing-Modellen

Gegründet wurde Tickethead im August 2023 von Tsitsovits und Christoph Divis (brutkasten berichtete). Seither arbeitet das Startup an seiner Vision von “The future of ticketing”. Im Zentrum steht ein digitales Ticketsystem auf Blockchain-Basis, das laut Unternehmen für mehr Sicherheit und Transparenz im Ticketing-Prozess sorgen soll. Zum Einsatz kommen unter anderem fälschungssichere Tickets, Echtzeit-Validierung sowie eine Integration in bestehende Systeme. Ziel ist es, klassische Ticketing-Modelle schrittweise zu ersetzen.

Nach eigenen Angaben hat Tickethead im vergangenen Jahr rund 300.000 Tickets ausgestellt. Bis 2026 soll diese Zahl auf über eine Million steigen. Möglich werde das “durch neuere größere Events, durch größere Kunden als die wir im letzten Jahr betreut haben und auch durch neue Märkte”, erklärt Tsitsovits. Die Kernmärkte bleiben dabei vorerst Österreich und Deutschland.

Neues Ökosystem schaffen

Ein zentraler Bestandteil des Geschäftsmodells sind Brand Deals und strategische Kooperationen. Über Tickethead erhalten Nutzer:innen Zugang zu exklusiven Inhalten, Rabatten und Zusatzangeboten. Dadurch entstehe “ein neues Ökosystem, das Ticketing, Marketing und Customer Experience miteinander verbindet”, so die Gründer.

Zu den Kund:innen des Startups zählen unter anderem Austrian Exhibition Experts, der Deutsche Hockey-Verband sowie Concerts Austria. Diese würden zunehmend auf digitale und skalierbare Lösungen setzen, um neue Zielgruppen anzusprechen und interne Prozesse effizienter zu gestalten, heißt es vom Unternehmen.

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(c) Karin Hackl Wirtschaftsagentur Wien

Die Stadt Wien und die Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien haben die Einreichphase für ihr gemeinsames Finanzierungsinstrument Wiener Wachstum gestartet. Insgesamt stehen dafür sieben Millionen Euro Startkapital zur Verfügung. Ziel ist es, die Eigenkapitalbasis wachstumsorientierter Unternehmen zu stärken und ihnen die nächsten Entwicklungsschritte zu ermöglichen.

Bereits im April dieses Jahres wurde das Finanzierungsmodell angekündigt. Hinter der Initiative steht eine gemeinsame Gesellschaft der Wirtschaftsagentur Wien und der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien. Beide Partner stellen jeweils 3,5 Millionen Euro zur Verfügung.

„Mit Wiener Wachstum wollen wir KMU in kritischen Wachstumsphasen gezielt begleiten und Investitionen in Innovation, Internationalisierung sowie Technologie ermöglichen“, erklärt Martin Hauer, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien.

Wer kann sich bewerben?

Das Angebot richtet sich an Wiener Startups, Scaleups sowie KMU aus der Gesundheits- und Digitalwirtschaft. Dazu zählen beispielsweise Unternehmen aus den Bereichen Life Sciences, Medizintechnik, Pharma und Diagnostik sowie Software, Künstliche Intelligenz, Quantentechnologien und Cybersecurity.

Voraussetzung ist unter anderem, dass die Unternehmen als Kapitalgesellschaft eingetragen sind, über ein tragfähiges Geschäftsmodell verfügen und seit „mindestens zwei bis drei Jahren“ eine Betriebsstätte in Wien haben. Unterstützt werden sollen insbesondere Vorhaben zur Skalierung, Internationalisierung, technologischen Weiterentwicklung oder Erweiterung von Produktionskapazitäten.

Keine klassische Förderung, sondern eine Beteiligung

Bei Wiener Wachstum handelt es sich nicht um eine klassische Förderung, sondern um eine Finanzierung. Die vereinbarte Summe wird vollständig an die Unternehmen ausbezahlt. Im Gegenzug führen erfolgreiche Unternehmen später einen vertraglich vereinbarten Anteil ihrer Gewinne an Wiener Wachstum zurück. Diese sollen künftig für weitere Unternehmensfinanzierungen eingesetzt werden und damit einen langfristigen Finanzierungskreislauf schaffen.

„Wir beschreiten mit Wiener Wachstum einen ganz neuen Weg abseits unserer bestehenden Fördermöglichkeiten“, erklärt Vizebürgermeisterin und Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak. Die Finanzierung stärke die Eigenkapitalbasis der Unternehmen und werde flexibel an deren Anforderungen angepasst.

Pro Unternehmen sind Finanzierungen zwischen 100.000 und 500.000 Euro möglich. Dabei kommen beispielsweise direkte Unternehmensbeteiligungen oder eigenkapitalähnliche Finanzierungen, etwa in Form qualifizierter Nachrangdarlehen, infrage. Bei direkten Beteiligungen liegt die Beteiligungsquote bei maximal 25 Prozent. Der vorgesehene Beteiligungszeit beträgt sieben bis zehn Jahre mit einer klaren Exitstrategie. Die konkreten Konditionen werden individuell vereinbart.

Einreichungen ab sofort möglich

Interessierte Unternehmen können sich ab sofort über die Website der Wirtschaftsagentur Wien für eine Finanzierung bewerben. Eine fixe Einreichfrist gibt es nicht. Nach einer ersten Prüfung der eingereichten Unterlagen folgen Gespräche über ein mögliches Investment sowie eine vertiefte Unternehmensprüfung. Der gesamte Prozess kann laut Wirtschaftsagentur Wien vier bis sechs Monate dauern.

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