"CBD ist ein Inhaltsstoff der Hanfpflanze, dem einige positive Eigenschaften nachgesagt werden, wie eine entkrampfende und entzündungshemmende Wirkung", sagen die This Place-Gründer.
Laura Simonow, Gründerin von This Place, bietet mit ihrem Startup Naturkosmetik an, bestehend aus Silberweide, blauen Rainfarn, Zink, Zimtrinde, Arnika und Cannabidiol (CBD).
Cannabidiol in Periodencreme
Die Cremes und Öle beinhalten natürliche Inhaltsstoffe und jedes der Produkte, wie etwa „The Glow“ oder die Periodencreme „The Hug“, ist für einen bestimmten Anwendungsbereich entwickelt worden. Das CBD stammt von einem Schweizer Bio-Bauern.
Zu den Anfängen zu This Place kam es, als Simonow im Mai 2019 über einen gemeinsamen Bekannten Finn Hänsel kennenlernte, Gründer des Berliner Cannabis-Startups Sanity Group, das er 2018 zusammen mit Fabian Friede gegründet hat.
Die Vereinigung eines Kosmetik- und Cannabis-Startups
Das Trio teilten fortan die Vision, innovative Produkte zu formulieren und Synergien zwischen einzelnen Rohstoffen zu schaffen, sowie CBD als natürlichen Wirkstoff zu erforschen und weiter zu etablieren. Hänsel bot Simonow an, ihre Idee einer funktionalen Naturkosmetikmarke in der Sanity Group umzusetzen.
Entwickelt hat die Marke und die Produkte die Gründerin in einem langen Forschungsprozess. „Meine Haut war früher blass und stark entzündet. Ich habe mich dann als Wissenschaftlerin intensiv mit innovativen Wirkstoffen beschäftigt“, sagt sie. Am Ende entstand ein klares Konzept.
Holistische Konzeption
This Place steht heute, laut Founder:innen, für eine neue Art von natürlichen Wellness- und Beauty-Produkten, bei denen das ganzheitliche Wohlbefinden im Zentrum steht. Ihr Startup sei dabei mehr als Naturkosmetik, denn die natürlichen Inhaltsstoffe werden mit aktuellen Erkenntnissen aus der Medizin verbunden, erklärt Simonow.
Auf Studien basierend
„Wissenschaftlich arbeiten zu können und den Zugriff auf Ressourcen zu haben, hat mich sehr begeistert“, erinnert sich die Gründerin. „Denn ich wusste, mit This Place müssen wir auch begleitende Studien aufsetzen, um unsere besondere Wirksamkeit zu beweisen.“
Oft hatten Kosmetik-Startups mit ihren Behauptungen von dieser und jener Wirksamkeit Probleme in der „Höhle der Löwen“ zu bestehen. Es mangelte an relevanten Studien. Ob dies bei This Place anders ist, kann man am Montagabend beobachten. Weiters dabei: Keego aus Wien, Imagine Playhouse, Konkrua und Grillaxed.
„Du musst nicht besser sein, du musst schneller sein“: Wie Michael Dobersberger Startups US-fit macht
Michael Dobersberger bringt bei Open Austria österreichische Gründer:innen in den globalen Tech-Hotspot Silicon Valley. Im Gespräch mit brutkasten erklärt er, welche Kulturunterschiede entscheiden und warum Österreicher:innen beim Pitchen umdenken müssen.
„Du musst nicht besser sein, du musst schneller sein“: Wie Michael Dobersberger Startups US-fit macht
Michael Dobersberger bringt bei Open Austria österreichische Gründer:innen in den globalen Tech-Hotspot Silicon Valley. Im Gespräch mit brutkasten erklärt er, welche Kulturunterschiede entscheiden und warum Österreicher:innen beim Pitchen umdenken müssen.
Das Silicon Valley ist nach wie vor das unangefochtene Epizentrum der globalen Tech-Welt. Ein Großteil des weltweiten Risikokapitals ist in der Region rund um San Francisco gebündelt. Für europäische Startups birgt der Markteintritt in den US-amerikanischen Raum jedoch erhebliche kulturelle wie strukturelle Hürden. Genau an dieser Schnittstelle setzt die Arbeit von Michael Dobersberger an. Brutkasten hat ihm einen Tag lang in San Francisco über die Schulter geschaut.
Als Co-Direktor der Initiative Open Austria, einem Joint Venture der Wirtschaftskammer Österreich und des Außenministeriums, fungiert Dobersberger als strategischer Sparring-Partner vor Ort. Während die WKÖ-AußenwirtschaftsCenter in New York und Los Angeles das operative Tagesgeschäft im Exportgeschäft abwickeln, konzentriert sich das AußenwirtschaftsCenter in San Francisco unter seiner Leitung auf spezialisierte Formate.
„Ich sehe meine Aufgabe darin, Startups ready für das Silicon Valley zu machen, damit sie einen gewissen Startvorteil gegenüber anderen europäischen Startups haben“, erklärt Dobersberger im Gespräch. Sein Aufgabengebiet umfasst gezieltes Startup-Coaching für den US-Markteintritt sowie Innovation Scouting für etablierte Großunternehmen. Die Nachfrage ist hoch: „Allein heuer habe ich schon über 260 Unternehmen in einem meiner Programme gehabt.“
Die kulturellen Gräben zwischen europäischen und US-amerikanischen Entrepreneurship-Zugängen erlebt Dobersberger täglich. Während hierzulande Risiken oft im Vordergrund stehen, herrscht in Kalifornien eine ausgeprägte Optimierungskultur.
Den zentralen Unterschied im Denkansatz bringt Dobersberger pragmatisch auf den Punkt: „In den USA heißt es: ‚Es kann funktionieren, wenn …‘, während in Europa oft gesagt wird: ‚Das funktioniert nicht, weil …‘“. Es gehe keineswegs darum, kritische Einwände zu ignorieren, sondern Geschäftsideen konstruktiv zu bewerten und Chancen in den Mittelpunkt zu rücken.
Schnelligkeit und ein realistischer Blick auf Fehler
Ein entscheidender Erfolgsfaktor am US-Markt sei die Umsetzungsgeschwindigkeit. „Du musst nicht besser sein, du musst schneller sein“, betont Dobersberger. Wer rasch am Markt testet, gewinnt wertvolles Feedback und kann Mitbewerber überholen.
Ergänzt wird dieses Tempo durch den vielzitierten Umgang mit dem Scheitern, der jedoch häufig missverstanden werde. Fehler seien zwar Teil der Lernkurve, dürften das Unternehmen jedoch nicht ruinieren. „Fail fast, fail often – and keep the price to a minimum“, bringt es Dobersberger auf den Punkt. Das bedeutet übersetzt so viel wie: „Scheitere schnell, oft und halte die Kosten dabei auf einem Minimum.“
Präzision fordert der Experte auch beim Markenauftritt und Produktstart. Zu langes Perfektionieren im Stillen sei gefährlich: „Wenn du nicht irgendwann sagst: ‚Mein erstes Produkt war so peinlich‘, dann bist du zu spät an den Markt gegangen“, veranschaulicht er eindrücklich.
Auch in der Kommunikation rät Dobersberger zu einer radikalen Vereinfachung. Statt technischer Details müsse in den ersten Sekunden das zugrundeliegende Problem im Fokus stehen. Dobersberger nutzt dafür das Bild einer umgekehrten Matrjoschka-Puppe.
„Die erste Matrjoschka ist die wichtigste – das ist dein Why“, erklärt er. Ziel der ersten 40 Sekunden sei es nicht, das gesamte Produkt zu erklären, sondern Neugier zu wecken und Folgetermine zu sichern. Wer zu tief ins Technische abgleite, verliere das Gegenüber rasch.
Menschen investieren in Menschen
Zudem entscheide die Persönlichkeit des Gründerteams oft mehr als die Technologie selbst. Das Feedback internationaler Investor:innen zeichne hier ein klares Bild: „Die Investoren investieren zu 90 Prozent ins Team und zu zehn Prozent in die Technologie.“ Starken Gründerpersönlichkeiten traue man eher zu, Märkte zu erschließen und Geschäftsmodelle bei Bedarf anzupassen.
Mit diesem ganzheitlichen Ansatz, von der Schärfung der Story bis hin zur Vernetzung vor Ort, unterstützt Dobersberger heimische Gründer:innen dabei, im Silicon Valley nachhaltig Fuß zu fassen.
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