21.02.2023

Ex-VW-Stratege sieht Tesla als „Übernahmekandidat“

Tesla musste in den USA zuletzt politischem Druck nachgeben. Ein ehemaliger Stratege des Konkurrenten VW bezeichnete den Hersteller von Elektroautos unterdessen sich als "Übernehmekandidat".
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Der Tesla Model Y knapp vor dem Aufprall mit der Kinder-Schaufensterpuppe
Screenshot: Der Tesla Model Y knapp vor dem Aufprall mit der Kinder-Schaufensterpuppe

Beinah niemand kennt die Autobranche so gut wie Ex-VW-Antriebschefstratege Jens Andersen. Im Jahr 1990 heuerte er als Planer in der Produktion von VW an. Kurz darauf folgten schon erste Einsätze in China und in Taiwan. Dabei fungierte Andresen als Bindeglied zwischen den örtlichen Finanzmärkten und der technischen Produktion.

Tesla nicht das erste Mal Übernahmekandidat

Nun sorgte Andersen mit einer Aussage für Aufsehen. Im Gespräch mit „Business Insider“ meinte er zwar, dass man Musk zugestehen müsse „Großes geleistet zu haben“, von Tesla habe er jedoch ein klares Bild: „Langfristig ist Tesla für mich eher ein Übernahmekandidat“, so Andersen.

Neu ist die Meinung jedenfalls nicht. Helmut Becker vom Münchner Institut für Wirtschaftsanalyse und ehemalige Chefökonom von BMW hatte 2021 davon gesprochen, dass Tesla ein Übernahmekandidat sei. „Der Elektroautomarkt ist dabei, sich zum Wettbewerbs-Massenmarkt zu entwickeln. Das war’s dann, Tesla wird geschluckt werden“, so Becker.

Software-Probleme und Politik-Streit

Zuletzt sah sich Tesla ohnehin mit Problemen konfrontiert. So musste das Unternehmen am Ende der letzten Woche 363.000 Fahrzeuge aufgrund technischer Probleme zurückrufen. Doch dem nicht genug.

In den USA war Tesla einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge Gefahr gelaufen, von öffentlichen Förderungen ausgeschlossen zu werden. Die US-Regierung hatte beschlossen, mehr Geld für den E-Mobilitätssektor zur Verfügung zu stellen. Bedingung dafür war jedoch, dass Tesla sein Ladenetz für andere Hersteller zur Verfügung stellt – was das Unternehmen zunächst nicht wollte. Am vergangenen Mittwoch lenkte Tesla schließlich ein.

US-Präsident Joe Biden hatte 7,5 Milliarden US-Dollar für seine entsprechenden Pläne in Aussicht gestellt. Demnach sollen bis 2030 die Hälfte aller verkauften Neuwägen in den USA E-Autos sein. Die Zahl der Ladestationen soll bis dahin auch von 130.000 auf 500.000 ausgebaut werden.

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Martin Huber und Hans Schlick
Die Amrax-Gründer Martin Huber und Hans Schlick | (c) Metaroom by Amrax

Amrax, bekannt für seine Plattform Metaroom, verkündete heute eine Finanzierungsrunde im mittleren siebenstelligen Bereich. Leadinvestoren sind der aws Gründungsfonds und SymbiaVC, unter Beteiligung des Bestandsinvestors ArborEleven Ventures sowie mehrerer Business Angels. SymbiaVC mit Sitz in Tirol bringe neben Kapital vor allem industrielle Expertise und ein starkes Industrienetzwerk ein. Amrax operiert im Bereich der Spatial Intelligence, also der 3D-Erfassung von Räumen.

„Wir freuen uns sehr, mit dem aws Gründungsfonds und SymbiaVC zwei so starke und regionale Partner an Bord zu haben. Beide teilen unseren Anspruch, konsequent und nachhaltig Wert aufzubauen – als eines der innovativsten KI-Unternehmen für Spatial Intelligence weltweit“, sagt Martin Huber, CEO und Co-Founder von Amrax.

Mit dem Kapital möchte Amrax sein Wachstum beschleunigen und die Produktentwicklung ausbauen. So sollen etwa der Vertrieb und Partnerschaften in der DACH-Region und international verstärkt werden.

Das Flaggschiff: Metaroom

Im Fokus des Investments steht aber auch die Weiterentwicklung der Digitalisierungsplattform Metaroom. Die KI-getriebene Plattform kann physische Räume erfassen, verstehen und in planungsreife Daten übersetzen (brutkasten berichtete). Innerhalb weniger Minuten wird so ein Raum mit dem Smartphone erfasst und als 3D-Modell samt 2D-Grundriss abgebildet. Diese KI-Modelle entwickelt und trainiert Amrax auf Basis eines Datensatzes realer Räume und Gebäude. Die 3D-Daten lassen sich in mehr als 40 Formaten exportieren und direkt in gängigen Planungswerkzeugen, wie etwa Bluebeam, Graphisoft oder DDScad, weiterverwenden.

„Amrax hat gezeigt, dass sich hochpräzise 3D-Gebäudedaten mit dem Smartphone erfassen lassen – und dass daraus ein skalierbares Software- und OEM-Geschäft entsteht. Überzeugt haben uns die technologische Tiefe, die internationale Traktion und vor allem das Gründerteam“, sagt Markus Jandrinitsch, Geschäftsführer des aws Gründungsfonds.

Senior Investment Manager von SymbiaVC, Alex Burger, ergänzt: „Spatial Intelligence wird zu einem Schlüssel für die Digitalisierung von Bau, Handwerk und Industrie. Amrax verbindet exzellente Technologie mit einem klaren Geschäftsmodell und starken Industriepartnern.“

Genutzt in über 175 Ländern

Die Einsatzgebiete von Metaroom sind etwa Architektur, Bauwesen, Facility Management und Energieberatung. Gelauncht wurde die Plattform 2020, mittlerweile ist man in mehr als 175 Ländern tätig. Zuletzt hat Amrax in Süddeutschland ein 60.000 Quadratmeter großes Krankenhaus mit Smartphones digitalisiert – und zwar bei laufendem Betrieb.

Neben der eigenen Plattform entwickle Amrax auf Basis seiner Technologie OEM-Anwendungen für Industrieunternehmen. Die Partner integrieren dabei die Raumerfassung von Amrax direkt in ihre eigenen Planungs- und Verkaufsprozesse. Auch diese OEM-Lösungen sollen durch das frische Kapital ausgebaut werden.

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