17.07.2023

Tesla: Vor vier Jahren angekündigt, nun rollt der erste Cybertruck in Texas vom Band

Vor vier Jahren wurde der Cybertruck von Tesla vorgestellt, nun kündigte Tesla in einem Tweet den Bau des ersten Elektro-Pickups seiner Art an.
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Der neue Tesla Cybertruck wurde gestern präsentiert
(c) Tesla

Viele erinnern sich noch an die missglückte Präsentation des ersten Konzept-Pickups von Tesla. Der elektrische Cybertruck wurde mit unzerbrechlichen Panzerglasfenstern beworben. Doch bei der Vorstellung passierte genau das, was nicht passieren durfte: Das Panzerglasfenster zerbrach, als die Unzerbrechlichkeit der Cybertruck-Fenster demonstriert wurde. Seither konnte Tesla mit der Produktion seines Elektro-Pickups nicht mit dem Tempo anderer Pickup-Herstseller wie Ford mit dem F-150 “Lightning”, dem Hummer EV von General Motors oder dem R1T-Modell von Rivian mithalten. 

Bereits 1.5 Millionen Reservierungen für den Cybertruck

Im Vergleich zur Konkurrenz setzt Tesla beim Cybertruck auf ein kantiges, futuristisches Design. Nun ist es dem Elektroautobauer gelungen, den ersten Cybertruck in Texas zu bauen. Laut Musk soll die Massenproduktion Ende dieses Jahres beginnen. Bereits im Mai hatte der Tech-Milliardär angekündigt, dass pro Jahr zwischen 250.000 und 500.000 Cybertrucks gebaut werden sollen. 

Für den ersten Cybertruck liegen dem US-Unternehmen bereits 1.5 Millionen Reservierungen vor. Wer bereits Kund:in bei Tesla ist, kann seit 2019 für 100 US-Dollar eine refundierbare Vorbestellung für einen Cybertruck machen. Während der Preis für die günstigste Cybertruck-Klasse 2019 mit ab 39.900 US-Dollar angekündigt wurde, soll das Modell laut Kelley Blue Book ab 2023 rund 50.000 US-Dollar kosten. 

Produktionsstart des Cybertrucks mehrfach verschoben

Der ursprüngliche Produktionsstart und die Auslieferung der ersten Cybertrucks waren im Präsentationsjahr 2019 noch für 2021 geplant. Seitdem hat sich die Produktion des elektrischen Pickups wiederholt verzögert. Als Grund dafür nannte Tesla Lieferengpässe bei den benötigten Komponenten. 

Während Tesla die Verzögerungen auf Lieferkettenprobleme zurückführte, offenbarten die im Jänner 2022 an das deutsche Handelsblatt geleakten Dokumente im Umfang von 100 GB, dass sowohl das Design als auch die Technik des Cybertrucks grundlegende Mängel aufwiesen. Darunter waren schwerwiegende Probleme mit den Bremsen, dem Antrieb sowie den Dichtungen, berichtete TechCrunch.  

Mehr Details im Tesla Q2 Bilanzgespräch 

Musk versprach im Bilanzgespräch für das erste Quartal 2023, dass die Auslieferung für den Cybertruck gegen Ende des dritten Quartals erfolgen wird. Ob damit noch zu rechnen ist und ob sich das Design des im Jahr 2019 vorgestellten Cybertrucks von dem am Wochenende vom Band gelaufenen Elektro-Pickup unterscheidet, wird sich wohl am Mittwoch im zweiten Bilanzgespräch von Tesla zeigen. Mit dem Start der Serienproduktion wird derzeit erst im kommenden Jahr gerechnet.  

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Daniel Cracau Founding Director Outreach & Start-ups der IT:U | (c) brutkasten / Dervisevic
Daniel Cracau ist Founding Director Outreach & Start-ups der IT:U | (c) brutkasten / Dervisevic

Dieser Text ist zuerst im brutkasten-Printmagazin von August 2026 Aufbrechen erschienen. Eine Download-Möglichkeit des gesamten Magazins findet sich am Ende dieses Artikels.


Eigentlich, erzählt er, hatte er sich eine berufliche Auszeit vorgenommen, als die IT:U Anfang 2025 bei ihm angeklopft habe. Dort habe man einen „Macher, nicht nur einen Verwalter“ für die Schnittstelle zur Wirtschaft gesucht. „Ich habe mich mit einem radikalen Konzept beworben und gleich klargestellt, dass ich meinen eigenen Kopf habe und Unbequemes anspreche.“ Das Konzept wurde angenommen, Cracau trat im Sommer seinen Dienst an. „It’s my project. I love it, und seitdem bin ich all-in“, sagt er heute.

„Ein System, das sich permanent verändern kann“

Der Reiz der IT:U liege darin, dass sie als öffentliche Hochschule komplett neu errichtet werde, ohne verkrustete Legacy-Probleme. Ziel sei es, zu beweisen, dass man eine moderne Universität von Anfang an richtig konzipieren könne. Das bedeute vor allem auch Wandlungsfähigkeit: „Auf die Frage, wie die IT:U in 15 oder 20 Jahren aussehen wird, antworte ich: ‚Ich weiß es nicht, aber ich weiß, dass sie auf jeden Fall nicht so aussieht wie heute.‘ Ich glaube, das ist auch der Kern dieses ganzen Projekts: diese Fähigkeit, sich an die Realität der Welt anzupassen.“ IT-Fakultäten an etablierten Universitäten könnten diese Agilität in der vorhandenen Struktur nicht erreichen. „Und wenn wir jetzt kein System bauen, das sich permanent verändern kann, ist die IT:U in zehn Jahren auch veraltet“, so Cracau.

Dieses Umfeld ziehe auch „Rebels“ an, die Dinge neu denken wollen – sowohl bei den Lehrenden als auch bei den Studierenden. „Masterstudierende, die sich trauen, in ein Studium einzusteigen, das keine Referenz hat, haben dieses Pionier-Gen“, ist Cracau überzeugt. Und das brauche man auch für Spinoffs. Auch dass Englisch die offizielle Sprache an der IT:U ist, ziehe eine tendenziell gründungsaffine Zielgruppe an: „Die Ausgründungsrate bei internationalen Studierenden ist bis zu fünfmal höher“, so Cracau.

Gelernt wird an der IT:U projektbasiert in Kleingruppen direkt an Technologien wie Robotik und KI. Das Ziel sei die Verschmelzung von technischer Expertise und Future Skills. Dabei müsse man einem Problem erst interdisziplinär auf den Grund gehen, bevor man es lösen könne. Cracau: „Gründerinnen und Gründer suchen sich ihre Probleme, gehen mit offenen Augen durch die Welt und beißen sich dann an etwas fest, das sie wirklich interessiert.“ Dennoch dürfe man sich beim Thema Ausgründungen keinen Illusionen hingeben: „Die Vorstellung, dass man jede beliebige Forschende oder jeden beliebigen Forscher zu Gründerinnen und Gründern ausbilden kann, ist romantisch.“

Und aktuell befinde sich die IT:U auch noch in einer Bringschuld, die einen zentralen Punkt in der öffentlichen Spinoff-Debatte betrifft: „Wir arbeiten noch an unserer IP-Policy. Die wollen wir Schritt für Schritt aufbauen“, sagt Cracau. Das Ziel sei dabei klar: Sie soll „maximal gründungsfreundlich“ werden. Und er spricht auch das zweite Großthema rund um universitäre Ausgründungen an: den Zugang von Universitäten zu Unternehmensanteilen. „Wenn die Universität früh mit einem hohen Anteil – sagen wir: zehn Prozent – und Mitspracherecht reingeht, killt das die Erfolgschancen des Spinoffs“, warnt Cracau. Internationale Vorbilder wie die ETH Zürich und die TU München mit UnternehmerTUM würden zeigen, dass flache Beteiligungsstrukturen besser funktionieren. „Der Mehrwert kommt langfristig über erfolgreiche Alumni zurück, die das Ökosystem unterstützen“, so Cracau.

Kooperationen im Zentrum

Um angehende Gründer:innen ganz konkret zu fördern, setzt die IT:U auf Begleitung ab Tag eins bereits in der „Welcome Week“. Ausgründen sei „nicht nur eine Möglichkeit, sondern es wird proaktiv gefördert“. Neben dem Aufbau einer eigenen finanziellen Anschubförderung soll im nächsten Jahr ein „Startup Partner“ als erster Ansprechpartner an Bord kommen. „Diese Person muss echte Gründungserfahrung mitbringen, um ein authentischer und kompetenter Begleiter zu sein“, betont Cracau. Den entscheidenden Hebel sieht er letztlich in der Praxisnähe: „Der absolut größte Breaking Point ist Go-to-Market. Durch das projektbasierte Arbeiten an realen Industrieaufgaben ist die Basis für den Marktstart von vornherein viel besser.“ Diese Industriekooperation passiert etwa in einem kürzlich eröffneten gemeinsamen Labor mit Infineon Austria.

Als Vision skizziert Cracau ein noch größeres Ziel: „Letztlich soll der Mehrwert der IT:U darin bestehen, nicht nur Graduates hervorzubringen, die direkt in die Wirtschaft gehen, sondern auch als Anker im Ökosystem für eine Gründungswelle zu stehen und diese institutionell zu begleiten.“ Das könne aber nur mit einem breiten Schulterschluss gelingen – nicht nur mit anderen Unis, wie es etwa mit der „Schwester-Uni“ JKU bereits der Fall sei, sondern auch mit Wirtschaft und Industrie: „Wir müssen alle an einem Strang ziehen. Denn am Ende ist ganz Österreich nur ein kleines Ökosystem.“

Die Hochlauf- und Entwicklungskurve bleibe jedenfalls steil und anspruchsvoll. Als entscheidender Meilenstein für den weiteren Erfolg der IT:U gilt die anstehende Wahl der Universitätsführung Mitte 2027.

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