17.03.2025
FINANZIERUNGSRUNDE

Teragon: Grazer Startup holt Kapital in Höhe von 1 Mio. Euro – eQventure als Investor

Das Grazer Startup Teragon verkündet eine erfolgreich abgeschlossene Finanzierungsrunde in Höhe von einer Million Euro. Als Kapitalgeber beteiligt sich der österreichische DeepTech-VC eQventure.
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Teragon-Gründerteam: Philipp Paier, Clemens Gasser, Peter Sommer © Teragon GmbH

Die Stahlindustrie befindet sich in einem technologischen Wandel, angetrieben durch die Digitalisierung und Automatisierung. Intelligente Sensoren, KI-gestützte Analysen und vernetzte Produktionsanlagen tragen dazu bei, die Effizienz zu steigern, Kosten zu senken und nachhaltigere Prozesse zu etablieren. Auch Teragon will in diesem Bereich eine führende Rolle einnehmen. Das Unternehmen hat sich nach eigenen Angaben bereits als High-Tech-Unternehmen für industrielle Lasermesstechnik etabliert.

Die von Teragon entwickelte Lasermess-Technologie nutzt KI-gestützte Analysen, um Stahlherstellern eine höhere Effizienz, maximale Präzision und “in jeder Produktionsphase die höchsten Standards“ zu ermöglichen. Mit dem Kapital der abgeschlossenen Finanzierungsrunde, bei der sich der österreichische VC-Fonds eQventure beteiligte, will das Unternehmen nun seine Technologie weiterentwickeln und seine Position in der Stahlbranche ausbauen.

eQventure bietet Zugang zu globalem Netzwerk

Das frische Kapital in Höhe von einer Million Euro „besteht aus Eigenkapital des DeepTech Investors eQventure sowie öffentlichen Fördermitteln“, so das Unternehmen. Auf Anfrage von brutkasten wollte Teragon keine weiteren Details zur Verteilung der Finanzierungsrunde kommunizieren. Mit diesen finanziellen Mitteln plane es nun eine Expansion, die Weiterentwicklung seiner Produkte sowie den Ausbau der Produktionskapazitäten.

„Mit eQventure haben wir einen starken unternehmerischen Partner an Bord, der für seine Unterstützung in allen Phasen der Unternehmensentwicklung bekannt ist“, sagt Clemens Gasser, Gründer und CEO von Teragon.

Die Grazer Venture-Capital-Firma eQventure investiert seit 2013 in österreichische Startups aus den Bereichen Deep Tech, Industrial Tech und Digital Health. Neben Kapital bietet das Unternehmen seinen Portfolio-Unternehmen auch operative Unterstützung sowie Zugang zu einem globalen Netzwerk in Europa, Amerika und Asien. Hinter eQventure stehen erfolgreiche Unternehmer, die nicht nur ihr eigenes Geld und Know-how einbringen, sondern auch aktiv an der Entwicklung der Startups mitwirken. Zum Portfolio zählen Unternehmen wie  SymflowerUSoundSeven BelFinmatics (ehm. Abacus)StirtecGreenwood-PowerNXRTAutonomaLeftshift One und Kape.

Expansion und internes Wachstum

Das Kernprodukt von Teragon wurde nach eignen Angaben bereits erfolgreich in Kundenunternehmen implementiert und gewinne zunehmend an Vertrauen. Stahlproduzenten aus Asien und Europa setzen bereits auf die Technologie, um ihre Produktionsprozesse zu optimieren. Zu den Kunden gehören Unternehmen wie das chinesische Baosteel, deutsche Arcelor Mittal, Linzer Voestalpine und British Steel.

Angesichts des „hohen Auftragseingangs“ und der geplanten Expansion strebt das Unternehmen nun auch ein internes Wachstum an: der Mitarbeiter:innenstand soll demnach anwachsen. Besonders in den Bereichen Softwaretechnik, Messtechnik, Konstruktion und Maschinenbau werden zusätzliche Fachkräfte gesucht.

Kernprodukt Osiris: laserbasierte 3D-Messtechnologie

Das Kernprodukt Osiris ist ein Laser-Messsystem, das in Walzstraßen integriert wird und so „eine vollautomatische Profil- und Oberflächeninspektion von Langprodukten wie Eisenbahnschienen ermöglicht“. Die Technologie kombiniert laserbasierte 3D-Messsysteme mit Algorithmen zur Echtzeit-Datenanalyse. Dadurch lassen sich selbst minimale Oberflächenfehler und geometrische Abweichungen erkennen, was die Qualität und Effizienz in Stahlwerken erheblich steigert, erklärt das Unternehmen.

Durch den Einsatz künstlicher Intelligenz könne Osiris nicht nur eine bessere Prozesskontrolle gewährleisten, sondern auch Materialeinsparungen ermöglichen. Glaubt man den Unternehmensangaben, konnte Teragon bereits Aufträge in Millionenhöhe von Großunternehmen in Indien und China sichern.

Das Laser-Messsystem von Teragon. © Teragon GmbH

Kooperation mit Hexagon Nextsense

Teragon wurde im August 2023 von Philipp Paier, Clemens Gasser, Peter Sommer gegründet. CEO Gasser ist Serial Entrepreneur und hat bereits mehrere Unternehmen in der Stahlindustrie gegründet. Zudem war er CEO von meo Energy, einem Energie-Startup, das Ende letzten Jahres an Heizma verkauft wurde. Seit 2021 ist er außerdem Senior Partner bei eQventure und hält laut Firmenbuch 11,11 Prozent an der GmbH (Stand: 08.06.2024). Bei dem VC-Fonds betreut er den Bereich der industriellen Messtechnik. An Teragon hält Gasser 67,71 Prozent, während eQventure 20,79 Prozent besitzt (Stand: 07.03.2025).

Das Unternehmen arbeitet mit Hexagon Nextsense zusammen, einem Spezialisten für kontaktlose Messtechnik in der Stahl-, Automobil-, Eisenbahn- und Luftfahrtindustrie. Gasser hat Nextsense im Jahr 2007 co-gegründet, führte es 14 Jahre lang als CEO und verkaufte es 2021 an Hexagon. Seither ist er bei Hexagon Nextsense ein Member of Advisory Board.

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CEO und Founder von Easelink (vierter v.l.) und Gunter Meyer, Chief Market Officer von SEG Automotive (dritter v.l.) verkünden die Zusammenarbeit. (c) Easelink

E-Fahrzeuge laden, ganz ohne ein Kabel manuell anzuschließen. Das steckt hinter der Matrix-Charging-Technologie vom Grazer Startup Easelink. Erst letztes Jahr gründete das Unternehmen seine Matrix Charging Interest Group (MCIG), eine Branchenkooperation gemeinsam mit Audi, Nissan und dem chinesischen Anbieter Voyah, wie brutkasten berichtete.

Jetzt konnte auch SEG Automotive als Partner gewonnen werden, einer der weltweit führenden Zulieferer von Antriebskomponenten für die Automobilindustrie.

Kabelloses Laden

Eine der größten Änderungen, wenn man von einem Verbrenner auf ein E-Auto umsteigt, ist das Laden. Matrix-Charging setzt hier an, denn es funktioniert ohne Kabel: Ein Connector, der sich unter dem Fahrzeug im Bereich der Vorderachse befindet, senkt sich automatisch ab und verbindet sich mit dem Lade-Pad auf dem Parkplatz. Vor allem bei Taxis ist das von Vorteil. Hier hat Easelink bereits 2023 das Pilotprojekt „eTaxi Austria“ gestartet.

Steigende Bedeutung

Laut Easelink seien vor allem steigende Anforderungen an Nutzerkomfort, neue autonome Fahrzeugfunktionen und der Wunsch nach einer Integration von E-Fahrzeugen in intelligente Energiesysteme die Gründe, die die Bedeutung von automatisierten Ladelösungen steigen lassen.

„Wir sehen großes Potenzial für automatisierte Ladelösungen und möchten unseren Kunden künftig entsprechende Produkte und Integrationslösungen anbieten. Gleichzeitig unterstützen wir die Standardisierung innerhalb der MCIG, als wichtigen Schritt für Marktakzeptanz, langfristige Interoperabilität und somit auch Investitionssicherheit“, sagt Gunter Meyer, Chief Market Officer New Business bei SEG Automotive.

Aufnahme in Produktportfolio

Beide Partner verfolgen das Ziel, die Industrialisierung und Markteinführung von Matrix-Charging voranzutreiben. SEG Automotive wird daher die Ladetechnologie künftig direkt den großen Autoherstellern (OEMs) anbieten, damit diese die Technik in ihre neuen Autos einbauen können. SEG Automotive bereitet die Aufnahme der Matrix Charging Technologie in das eigene Produktportfolio bereits vor.

Außerdem wird SEG Automotive wie die anderen zuvor genannten Autohersteller, der Matrix Charging Interest Group (MCIG) beitreten. Die MCIG vereint Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette des automatisierten Ladens.

„Wichtiger Baustein unserer Mission“

„Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit SEG Automotive. Die Partnerschaft ist ein wichtiger Baustein unserer Mission, Innovation voranzutreiben und gemeinsam mit starken Industriepartnern den globalen Standard für automatisiertes Laden zu etablieren. Durch die Lizenzierung der Matrix-Charging-Technologie schaffen wir die Voraussetzungen für eine schnelle Skalierung und können die Technologie optimal in bestehende Wertschöpfungsketten der Automobilindustrie integrieren“, äußert sich Hermann Stockinger, CEO und Gründer von Easelink, über die Partnerschaft.

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