04.10.2021

Nach starkem Wachstum in Osteuropa: Wiener Startup TeleDoc startet neue Plattform

TeleDoc expandiert mit seinem 24 Stunden-Telehealth-Service stark in Osteuropa. Nun kommt mit einer neuen Fachärtzeplattform ein Produkt, das auch für den heimischen Markt gedacht ist, hinzu.
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Teledoc: Gründer Florian Brandstetter
(c) Teledoc: Gründer Florian Brandstetter

„Wir waren bislang nie wirklich in Österreich tätig“, erzählt Florian Brandstetter, Gründer und CEO des Wiener Startups TeleDoc. Während des ersten Corona-Lockdowns machte man mit dem 24-Stunden-Hausärzte-Telehealth-Service hierzulande einen kurzen Testlauf – der brutkasten berichtete damals. Doch aus verschiedenen Gründen ist Österreich nicht so interessant als Markt für das 2019 gegründete Unternehmen. Einer davon: „Die Verrechnung mit der Gesundheitskassa ist noch ziemlich kompliziert“, so Brandstetter.

Ausgehend von Albanien als erstem Testmarkt erschloss TeleDoc stattdessen bereits drei weitere Märkte im CEE-Raum: Bulgarien, den Kosovo und Rumänien. Und noch dieses Jahr sollen Ungarn, Kroatien, die Ukraine und die Slowakei hinzukommen. Bis auf Weiteres gelte hier: „Der Fokus liegt ganz auf Osteuropa“, sagt der Gründer. Aktuell sind rund 300 Ärzte unter Vertrag, die bisher mehrere tausend Online-Beratungen durchgeführt haben. Etwa 50.000 Nutzer:innen haben Zugang zu den Services.

Vienna Insurance Group-Tochter investierte 3 Mio. Euro in TeleDoc

Gelungen ist das primär über ein B2B-Modell, in dem Kunden wie große Banken und Versicherungen das TeleDoc-Service ihren Mitarbeiter:Innen anbieten. Ein gutes Netzwerk bietet hier sicher ein Anteilseigner des Startups: Die Viveca, die eine (indirekte) 100 Prozent-Tochter der Vienna Insurance Group ist, stieg Anfang des Jahres mit drei Millionen Euro ein. Gemeinsam mit weiteren Kapitalgebern kam man auf 4,5 Millionen Euro Investment.

(c) TeleDoc: Mockup der neuen Fachärzteplattform

Doch mit dem heutigen Tag ist TeleDoc auch in Österreich tätig – zumindest teilweise. Allerdings nicht mit dem 24 Stunden-Hausärzte-Service, sondern mit einem neuen Produkt: einer Fachärzteplattform. „Damit zielen wir stark auf Menschen ab, die eine zweite Meinung eines Arztes einholen wollen“, sagt Brandstetter, „jeder Facharzt kann nun seine Online-Praxis bei uns einreichen. Sie müssen dazu entsprechende Dokumente vorlegen und sie werden zu einem Interview eingeladen, bevor wir sie freischalten“. Ihre Einsatzzeiten und den Preis definieren die Ärzt:innen selber. Nutzer:innen können sich dann ab kommendem Montag Online-Termine mit ihnen ausmachen – dann erfolgt nämlich der B2C-Launch.

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Holistischer Ansatz für KI-Integration

Dabei würden sich diese Vorreiter von anderen nicht durch das beste KI-Modell, sondern durch das beste Datenfundament unterscheiden. „Eine strukturierte, lebendige Datenplattform, die im Kern des Unternehmens steht – nicht am Rand als IT-Projekt. Genau dabei unterstützen wir unsere Kunden – mit einem holistischen Ansatz, der Beratung und Umsetzung bis hin zu Governance und Plattformen aus einer Hand verbindet“, erklärt Moser. Durch diesen Ansatz werde sichergestellt, dass KI-Projekte nicht als Einzelinitiativen enden, sondern strukturell in die Kernprozesse von Unternehmen integriert werden.

Über 13 Jahre IT-Erfahrung

Parallel zu seinem Masterstudium Software Engineering an der University of Applied Sciences in Hagenberg startete der zweifache Familienvater seine Karriere beim Linzer Banken-Softwarehaus Raiffeisen Software. 2019 folgte der Wechsel zu CANCOM Austria (vormals Kapsch BusinessCom). Dort durchlief Moser in sieben Jahren mehrere Führungspositionen, zuletzt war er als „Director Digital Solutions & AI“ tätig. Seit Juni 2026 ist er Vorstand im Verband Österreichischer Software Innovationen (VÖSI).  

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