05.08.2025
KOOPERATION

TEDAI Vienna: EU-Kommissarin Henna Virkkunen als Speakerin bestätigt

Ende September findet die TEDAI Vienna das zweite Mal statt - in der Wiener Hofburg. Nun wurde eine prominente Speakerin aus der internationalen Politik bestätigt.
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Henna Virkkunen, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission für Technische Souveränität, Sicherheit und Demokratie sowie Kommissarin für Digitale- und Grenztechnologien
Henna Virkkunen | Foto: TEDAI Vienna

Vom 24. bis 26. September 2025 verwandelt sich die Wiener Hofburg erneut in den internationalen Hotspot für KI-Innovator:innen. Bei der zweiten Ausgabe von TEDAI Vienna kommen etwa 1.200 Teilnehmende aus aller Welt mit führenden Fachleuten zusammen. Drei Tage lang stehen gemeinsame Diskussionen über zentrale Fragen der Künstlichen Intelligenz auf dem Programm, wobei der Schwerpunkt auf dem Austausch von Wissen, frischen Ideen und unterschiedlichen Perspektiven liegt.

Bereits im Mai und im Juli wurden prominente Speaker:innen kommuniziert. Nun bestätigte die TEDAI Vienna einen weiteren großen Namen: Henna Virkkunen. Sie ist Vizepräsidentin der Europäischen Kommission für Technische Souveränität, Sicherheit und Demokratie sowie Kommissarin für Digitale und Grenztechnologien. Sie wird am 26. September in der Wiener Hofburg über technologische Souveränität in Europa sprechen.

TEDAI Vienna will „nuancierten Austausch“ zum AI Act ermöglichen

Der Zeitpunkt ist passend: Denn seit dem 2. August gelten zusätzliche Bestimmungen des AI Acts der EU, die nun auch klar definierte Vorgaben für KI-Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck (General Purpose AI, GPAI) schaffen. Die Ansätze zur KI-Governance unterscheiden sich global stark: Die EU will mit dem AI Act einen verbindlichen Rahmen für „sichere Innovation“ schaffen, während die Trump-Regierung mit dem am 23. Juli vorgestellten „AI Action Plan“ unter dem Motto „America started the AI race, and we will win it“ auf Deregulierung und marktorientierte Anreize setzt.

„Der europäische AI Act ist wie ein Kletterseil, das uns Halt beim Aufstieg gibt. Allerdings muss das Seil in Zukunft noch verstärkt werden, denn die Regulierung braucht noch viel Arbeit, um wirtschaftliches Wachstum, Innovation und Ethik in Einklang zu bringen“, kommentiert Alina Nikolaou, Mitbegründerin und Kuratorin der TEDAI Vienna. „Daher ist es uns wichtig, bei der TEDAI nicht nur Raum für KI-Kompetenzaufbau zu bieten, sondern auch kritischen Stimmen zur aktuellen Regulierungslandschaft Gehör zu verschaffen und einen nuancierten Austausch zwischen Fachexperten zu ermöglichen.

Alina Nikolaou, Mitbegründerin und Kuratorin TEDAI Vienna

Henna Virkkunen gestaltet diese Weichenstellung der KI-Governance mit. Bei ihrem Auftritt in Wien wird sie darlegen, wie Europa seinen eigenen, verantwortungsvollen Weg in der KI-Entwicklung beschreiten will. Die finnische Politikerin verantwortet seit Dezember 2024 als Exekutiv-Vizepräsidentin strategisch wichtige Bereiche der europäischen Technologiepolitik. Zuvor war sie im Europäischen Parlament und hatte unterschiedliche Ministerposten in Finnland inne. Sie wird über die Spannungsfelder zwischen Innovation, Regulierung und technologischer Souveränität sprechen.

TEDAI Vienna ist die einzige offizielle TED-Konferenz Europas und eine von nur fünf weltweit. Über drei Tage hinweg bringt sie 1.200 ausgewählte Gäste mit rund 20 internationalen Speaker:innen aus Technologie, Forschung, Wirtschaft, Kunst und Gesellschaft in Wien zusammen – mit dem Ziel, die Zukunft der Künstlichen Intelligenz mitzugestalten. brutkasten ist Medienpartner der TEDAI Vienna.

Was euch auf der TEDAI Vienna 2025 erwartet – Geschäftsführerin Alina Nikolaou im brutkasten-Talk:

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(v.l.) Peter Hajek, Monika Köppl-Turyna, Lisa-Marie Fassl und Markus Raunig © Tobias Gärtner

Wie steht es um das Interesse an der Selbstständigkeit in Österreich? Eine Online-Befragung von Peter Hajek Public Opinion Strategies im Auftrag der Stiftung Unternehmerische Zukunft liefert dazu aktuelle Daten. Im Befragungszeitraum vom 22. Mai bis 8. Juni 2026 wurden insgesamt rund 1.500 Personen der österreichischen Wohnbevölkerung im erwerbsfähigen Alter zwischen 16 und 69 Jahren befragt. Die Zahlen zeigen, wie stark das direkte Umfeld die Neigung zum Unternehmertum in Österreich prägt.

Der „Eltern-Effekt“ als zentraler Einflussfaktor

Der zentralste Befund der Untersuchung liegt in der familiären Prägung: Der Wunsch und die konkrete Absicht zu gründen gehen laut den Studiendaten maßgeblich mit der unternehmerischen Tätigkeit der eigenen Eltern einher. Insgesamt geben 20 Prozent der Befragten an, mindestens einen selbstständigen oder unternehmerischen Elternteil zu haben. Laut Umfrage verändert diese Erfahrung die Haltung grundlegend: Während sich ohne unternehmerischen Hintergrund lediglich 27 Prozent der Befragten eine Gründung grundsätzlich vorstellen können, steigt dieser Wert bei Personen mit unternehmerischem Elternhaus auf 47 Prozent.

Noch drastischer unterscheidet sich die konkrete Planung: Bei Befragten ohne unternehmerische Eltern geben derzeit nur 7 Prozent an, innerhalb der nächsten zwölf Monate konkret eine Gründung zu planen. Hat mindestens ein Elternteil ein Unternehmen geführt oder gegründet, springt diese Gründungsabsicht auf 18 Prozent, also mehr als das Doppelte. Das Elternhaus senkt somit laut Studie die subjektiven Hürden von der bloßen Vorstellung hin zur konkreten Absicht.

Eklatanter Mangel an sichtbaren Vorbildern im Alltag

Dass die familiäre Herkunft in den Daten eine so dominante Rolle spielt, deckt sich mit einem deutlichen Mangel an sichtbaren Alternativen im öffentlichen Raum. Laut Umfrage fällt fast der Hälfte der Gesamtbevölkerung (49 Prozent) spontan kein einziger Name einer Unternehmerin oder eines Unternehmers ein.

Unter den Befragten zwischen 16 und 29 Jahren geben sogar 60 Prozent an, niemanden nennen zu können. Werden überhaupt Namen genannt, handelt es sich meist um prominente Großunternehmer wie Mateschitz (13 Prozent), Haselsteiner (5 Prozent), Benko (3 Prozent), Swarovski (3 Prozent) oder Elon Musk (2 Prozent). Greifbare Vorbilder aus dem alltäglichen Leben fehlen in der Wahrnehmung vieler Befragter.

Gleichzeitig zeigt die Erhebung: Wer im unternehmerischen Umfeld aufwächst oder entsprechende Kontakte hat, würde im Falle eines Gründungsvorhabens eine nahestehende Person laut Eigenangabe mit 37 Prozent mehr als doppelt so oft aktiv bestärken wie Personen ohne dieses Umfeld (17 Prozent).

Breiter Ruf nach Wirtschaftsbildung an Schulen

Unterstützung aus dem Elternhaus ist ein wichtiger Faktor, doch soll er laut den Befragten nicht der einzige sein, der über die berufliche Zukunft entscheidet, wie sich aus weiteren Ergebnissen ablesen lässt. 80 Prozent sprechen sich dafür aus, dass Jugendliche bereits in der Schule stärker lernen sollten, wie man Unternehmen gründet oder führt. Zudem hätten sich 75 Prozent selbst mehr praktische Wirtschaftsbildung gewünscht.

Für Markus Raunig, Vorstand der Stiftung Unternehmerische Zukunft, liefern die Befragungsergebnisse deshalb einen klaren Auftrag an die Bildungspolitik. Seine zentrale These formuliert Raunig bei der heutigen Pressekonferenz als Kernversprechen der Stiftungsarbeit: „Unsere Überzeugung als Stiftung lautet: Es darf nicht davon abhängen, was für Eltern oder welches Umfeld man hat, ob man unternehmerisch tätig wird oder nicht.“

Durch praxisnahe Schulprogramme, den Aufbau eigener Medienkanäle zur Veranschaulichung des unternehmerischen Alltags und die gezielte Sichtbarmachung nahbarer Vorbilder soll dieses Herkunfts-Delta geschlossen werden.

Wachstumsorientierte Startups als echter Jobmotor

Aus volkswirtschaftlicher Sicht kommt es jedoch nicht bloß auf die reine Anzahl an Gründungen an, sondern auf deren Qualität, das betont Monika Köppl-Turyna, Direktorin von EcoAustria. Die auch als Vorstandsmitglied der Stiftung agierende Wirtschaftsforscherin hebt hervor, dass vor allem junge, wachstumsstarke Unternehmen als entscheidender Motor für Beschäftigung und Innovation wirken und überproportional viele neue Arbeitsplätze schaffen.

Auf der Pressekonferenz spitzte Investorin und Stiftungs-Vorstandsmitglied Lisa-Marie Fassl die Notwendigkeit einer gesamtgesellschaftlichen Haltungswende zu: „Das einzige, was uns hilft wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben als Standort, ist Innovation. […] Es muss gesamtgesellschaftlich gesehen einfach wieder sexy sein, einen Beitrag zu leisten. Wir leben in einem Land mit einer massiven Vollkaskomentalität, wo man darauf wartet, dass irgendwer etwas für einen richtet.“

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