24.03.2026
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TED AI 2026 holt Nobelpreisträger und Peter Steinberger nach Wien

Im Oktober findet die dritte Auflage der TEDAI in Wien statt. Nun wurden erste bestätigte Speaker:innen genannt.
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vl. Geoffrey Hinton, Peter Steinberger, Yukiyasu Kamitani und Kauna Ibrahim Malgwi | (c) TEDAI26
vl. Geoffrey Hinton, Peter Steinberger, Yukiyasu Kamitani und Kauna Ibrahim Malgwi | (c) TEDAI26

Es ist die weltweit einzige offizielle TED-Konferenz zu KI und sie findet dieses Jahr bereits zum dritten Mal in Wien statt. Vom 28. bis 30. Oktober findet die TEDAI 2026 in der Wiener Hofburg statt. Schon in den vergangenen Jahren konnten für die Konferenz hochkarätige internationale Speaker:innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik gewonnen werden. Dieses Jahr kann man bereits unter den ersten bestätigten Gästen mit denkbar großen Namen aufwarten.

„Schwierige, aber dringend notwendige soziale Fragen“

„Im Fokus der diesjährigen Konferenz stehen die ambitioniertesten KI-Trends und Ideen unserer Zeit: konkrete Lösungen, radikale Paradigmenwechsel, augenöffnende Forschungsergebnisse und schwierige, aber dringend notwendige soziale Fragen. TEDAI26 ist ein Aufruf zur kollektiven KI-Verantwortung und Hoffnung zugleich“, sagt Alina Nikolaou, Co-Founder, Director & Curator TEDAI. Das Line-up soll „die gesamte Bandbreite der KI-Debatte abbilden“. Damit wiederum sollen auch dieses Jahr rund 1.200 internationale Entscheidungsträger:innen, Pionier:innen und KI-Enthusiast:innen in die Wiener Hofburg gelockt werden. Die Konferenz soll dabei zur „zentralen Dialogplattform für den internationalen Austausch über Künstliche Intelligenz“ werden.

Steinberger kommt als Speaker

Der hierzulande aktuell wohl prominenteste bestätigte Speaker ist OpenClaw-Entwickler Peter Steinberger. Er sorgte mit seiner Agentic-AI-Anwendung für einen internationalen Hype, der auch vor der absoluten Tech-Elite nicht Halt machte (brutkasten berichtete). Mittlerweile beackert er das Feld für den US-Giganten OpenAI, dessen CEO Sam Altman im Februar persönlich den Personal-Coup verkündete (brutkasten berichtete).

Nobelpreisträger und „Godfather of AI“

Mit Geoffrey Hinton holt die diesjährige TEDAI zudem einen der „Godfathers of AI“ nach Wien, der in seiner Vita auch einen Physik-Nobelpreis (2024) vorweisen kann. Der britisch-kanadische Wissenschaftler ist Pionier im Bereich neuronaler Netze und Deep Learning und gilt als einer der einflussreichsten Köpfe der modernen Informatik. Neben dem genannten Nobelpreis holte er bereits 2018 auch den Turing Award, der als höchste Auszeichnung im Bereich Informatik gilt.

Traumleser und Mental-Health-Expertin

Ein weiterer bestätigter Speaker ist der japanische Neurowissenschaftler Yukiyasu Kamitani, der mit seiner Forschung zur Entschlüsselung von Gehirnaktivität mithilfe von KI, insbesondere zur Rekonstruktion visueller Wahrnehmung und sogar von Träumen, weltweite Bekanntheit erlangte. Zudem kommt Kauna Ibrahim Malgwi, klinische Psychologin und Gründerin der Digital Rights and Mental Health Initiative sowie Vorsitzende des Steering Committees der African Content Moderators Union in Nigeria, zur Konferenz. Sie forscht zu algorithmischem Trauma, prekären digitalen Arbeitsbedingungen und mentaler Gesundheit.

„Gesamterlebnis“ mit Ball, Workshops und Afterparty

Neben dem inhaltlichen Programm will die TEDAI auch mit dem „Gesamterlebnis“ Besucher:innen anziehen. So startet die Konferenz mit einem Eröffnungsball in der Hofburg. Am zweiten Konferenztag, dem sogenannten Discovery Day, werden Workshops und interaktive Formate geboten. Am dritten Tag schließlich folgen mehr als 20 TED Talks und Performances von den Speaker:innen. Den Abschluss bildet die TEDAI-Afterparty.

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Anton Osika, Gründer und CEO von Lovable, bei der Slush 2025 in Helsinki | (c) brutkasten / Martin Pacher

Lovable hat am Mittwoch eine Series C über 400 Mio. US-Dollar bekanntgegeben. Die Bewertung des schwedischen Unternehmens liegt damit bei 13,3 Mrd. US-Dollar. Lead-Investor ist Menlo Ventures, co-angeführt wird die Runde vom Scaleup Europe Fund, der von EQT gemanagt wird.

Neu an Bord kommen laut Aussendung Balderton Capital und Carmignac aus Europa, Kaszek Ventures und LTS Growth aus Lateinamerika, Tencent und World Innovation Lab aus Asien sowie Regent aus den USA. Von den bestehenden Investoren gehen unter anderem Accel, Antler, CapitalG, DST Global, Evantic Capital, HubSpot Ventures und Salesforce Ventures mit.

60 Millionen Projekte seit dem Start

Lovable lässt Nutzer:innen Software per Chat bauen, ohne Programmierkenntnisse. Seit dem Start im November 2024 wurden nach Unternehmensangaben mehr als 60 Millionen Projekte angelegt. Die damit gebauten Apps kommen demnach zusammen auf über 900 Millionen Besuche pro Monat.

Innerhalb des ersten Jahres erreichte Lovable eigenen Angaben zufolge Mitarbeiter:innen bei der Hälfte der Fortune-500-Konzerne, mittlerweile seien es knapp zwei Drittel. Als Referenzkund:innen nennt das Unternehmen unter anderem Adidas, Nvidia und die Deutsche Telekom sowie Zendesk, Handshake und Checkr.

Laut einer Nutzer:innenbefragung, auf die sich Lovable beruft, bauen fast acht von zehn Nutzer:innen ein Unternehmen oder ein Nebenprojekt, das sie monetarisieren wollen. Mehr als ein Drittel davon erwirtschafte bereits Umsatz.

Vom App-Baukasten zur Betriebssoftware

Die Positionierung verschiebt sich mit der Runde: Lovable will nicht mehr nur das Werkzeug sein, mit dem Software entsteht, sondern jenes, mit dem Unternehmen laufen. Seit der Series B im Dezember 2025 hat das Unternehmen Payment-Funktionen, SEO- und AI-Search-Tools sowie Integrationen zu Google Workspace, Microsoft 365, Salesforce, Stripe und ElevenLabs ergänzt. Dazu kamen automatisierte Security-Scans, Governance-Funktionen und die AIUC-1-Zertifizierung für KI-Agenten.

Drei Prioritäten nennt Lovable für die kommenden Monate. Erstens soll das Produkt proaktiver werden und Aufgaben erkennen und übernehmen, ohne dass Nutzer:innen sie anstoßen müssen. Zweitens will das Unternehmen sein System darauf trainieren, welche Bauentscheidungen zu erfolgreichen Produkten führen, gemessen an Umsatz, verbesserten Workflows und Unternehmenswachstum. Modellseitig bleibt Lovable bei einem Multi-Model-Ansatz und will weiter offene Modelle nachtrainieren. Drittens soll das Team heuer auf rund 450 Personen wachsen, vor allem in Machine Learning, Produkt, Infrastruktur und Security. Der Hauptsitz bleibt Stockholm, ausgebaut wird in London, Boston, San Francisco und New York.

Wie weit der Anspruch reicht, zeigt ein Kundenbeispiel aus der Aussendung: Beim US-Unternehmen Nursa baute ein Produktverantwortlicher ein neues Enterprise-Produkt an einem Wochenende, danach wurde Lovable auf über 200 Mitarbeiter:innen ausgerollt. Aktuell ersetze das Unternehmen zehn SaaS-Systeme durch selbst gebaute Tools.

Testfall für den europäischen Wachstumsfonds

Für Europa ist vor allem der Co-Lead relevant. Der Scaleup Europe Fund wurde von der Europäischen Kommission gemeinsam mit europäischen Investoren aufgesetzt und im Juni beim European Innovation Council Summit in Brüssel präsentiert. Der Fonds hat ein Zielvolumen von fünf Milliarden Euro, wird von EQT unabhängig und marktbasiert gemanagt und soll die Lücke bei großvolumigen Wachstumsfinanzierungen schließen, wegen der europäische Tech-Unternehmen bislang häufig auf US-Kapital angewiesen waren. Zu den Zielbranchen zählen neben Quanten- und Halbleitertechnologien, Robotik, Energie- und Weltraumtechnologien auch Künstliche Intelligenz.

Bemerkenswert ist das Tempo. Bei der Präsentation im Juni hieß es noch, die ersten Investments seien für Herbst 2026 geplant. Lovable zählt laut Aussendung nun zu den ersten Beteiligungen des Fonds, das allererste Investment war es allerdings nicht.

Victor Englesson, Partner bei EQT und Co-Head des Scaleup Europe Fund, verweist in der Aussendung darauf, dass Anton Osika, Fabian Hedin und ihr Team eines der ambitioniertesten und am schnellsten wachsenden KI-Unternehmen aufgebaut hätten. Genau dafür sei der Fonds geschaffen worden. Matt Murphy, Partner bei Menlo Ventures, argumentiert, Lovable adressiere jene Milliarden Menschen, die Ideen hätten, aber bislang an der technischen Umsetzung scheiterten.

Osika selbst hatte diese Europa-Perspektive bereits im vergangenen November auf der Slush in Helsinki betont. „Europa ist in vielerlei Hinsicht ein besserer Ort, um ein KI- oder Tech-Unternehmen aufzubauen“, sagte er dort auf der Hauptbühne.

Bemerkenswert bleibt dabei ein Detail der Investorenliste: Mit Tencent steigt zeitgleich ein chinesischer Konzern ein. Der Anspruch, ein europäisches Tech-Unternehmen mit europäischem Kapital zu skalieren, trifft damit in derselben Runde auf globale Beteiligungsstrukturen.

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