02.08.2021

Techhouse-Accelerator: Brückenbauer und Innovations-Beschleuniger für Industrie und Startups

Der Techhouse Accelerator ging in seine erste "Final Pitch Night" und offenbarte dabei die Stärke von Startup-Corporate-Kooperationen.
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Techhouse Acclerator, Corporate, Startups
(c) Techhouse - Johannes Müller, Managing Director Techhouse, über die Chancen, wenn Startups und Industrie zusammenfinden.
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„Wenn wir Technologie und Industrie miteinander verschmelzen, dann können große Dinge geschehen.“ Diese Feststellung von Techhouse-Geschäftsführer Johannes Müller sollte den Leitfaden für die „Final Pitch Night“ des Techhouse Accelerator Ende Juli in Graz bilden. Das Unternehmen, ein Teil der Blue Minds Group, „beschleunigt“ nicht bloß die Entwicklung ausgewählter nationaler und internationaler Startups, sondern es begleitet den gesamten Weg der Zusammenarbeit und schafft ´Bande zwischen der Startup-Szene und der Industrie – mit der Vision im Kopf, dass Innovation und Weiterentwicklung nur möglich sind, wenn man sich nach Außen öffnet und sich Sichtweisen auf das eigene Geschäftsfeld erweitern. Aus beiden Richtungen.

Der Techhouse Accelerator ist konkret ein 16-wöchiges Accelerator-Programm, währenddessen Startups und Tech-Teams gemeinsam mit Industriepartnern an Lösungen von technischen Herausforderungen arbeiten und Kontakte zu Risikokapitalgebern und Investoren knöpfen.

Der Brückenbauer

„Gegründet wurde der Accelerator um Brücken zu bauen und Expertise zwischen der Tech-Welt und der österreichischen Heimat zu verbinden“, erklärt Müller weiter: „Für unser Programm haben sich heuer 120 Teilnehmer aus 14 Ländern gemeldet. Zu unseren konkreten Zielen zählt es ‚Funding‘, neue Kunden und Geschäftspartner zu akquirieren, aber auch die jeweiligen Geschäftsmodelle und Organisationsstrukturen der teilnehmenden Startups zu optimieren. Wir begleiten den Kooperationsprozess und schauen, wo wir die Zusammenarbeit verbessern können, sodass ein Rad in das andere greift. Wir haben es geschafft dieses Angebot derart zu verpacken, sodass es die ‚Community‘ attraktiv findet und nicht sagt, nicht schon wieder so ein Accelerator.“

Topic Track & PoC Track

Das Programm teilt sich auf zwei Ebenen auf: Im Topic-Track haben fünf Early Stage-Startups die Chance innovative Business-Modelle und Technologien zu entwickeln. Heuer waren das RedoxNRG aus Estland, ein GreenTech-Startups, das Kohlendioxid in wertvollen Kraftstoff umwandelt, Synctactic.ai aus Indien – eine „Data Science“-Plattform, die Unternehmen dabei hilft, ihre Daten zu sinnvoll zu erschließen und Asya aus Lettland, mit ihrem Kommunikationsfähigkeit-Training mit AI-Feedback in Echtzeit. Dem folgten Mada Analytics aus Israel (AI-Software zur Optimierung finanzieller Erträge von Investitionen in erneuerbare Kraftwerke) und Cortecs aus Wien, ein zentraler Datenmarktplatz für alternative Finanzdaten als Grundlage für Investitionsentscheidungen.

Anmerkung: Alle Teilnehmer dieses Thementracks haben auch die Möglichkeit, sich um ein Direktinvestment des Innovation Excllence Partners RLB Steiermark zu bewerben. Die Themenbereiche hier umfassen Sustainability, Artificial Intelligence, Industry 4.0, Financial Services und Health Tech.

(c) Techhouse – Asya war eines von vielen internationalen Startups, die sich für den Techhouse Accelerator beworben haben.

Der PoC-Track hingegen wurde für Startups und junge Teams, die noch nicht gegründet haben, entworfen, um nah mit industriellen Kooperationspartnern an konkreten Problemfeldern und deren Lösungen zu arbeiten. Wie Müller dem brutkasten bereits Mitte Jänner des heurigen Jahres erzählte, ist es ausgewählten Gründerteams hier möglich den „pain-point“ des Kunden zu identifizieren und bei einer erfolgreichen Bearbeitung einen sofortigen ‚Product-Market-Fit‘ zu erreichen: „Das ist natürlich für Gründerinnen und Gründer in einer frühen Phase, aber eben vor allem für potentielle Investoren sehr spannend – auch weil die selben Probleme oftmals industrieübergreifend vorhanden sind und eine Lösung so, schnell skaliert werden kann.“

Hier kommen sechs Startups ins Programm, die gemeinsam mit den Industrie-Partnern Andritz AG, Primetals Technologies Austria, Christof Industries, dem next-incubator der Energie Steiermark, der HASSLACHER Gruppe und der Österreichischen Hagelversicherung kooperieren.

Die Kooperationsmacht des Techhouse Accelerator

Der Demo Day in Graz selbst hatte neben spannenden Startup-Pitches vor allem Beispiele der Kooperationskraft zwischen Startups und etablierten Unternehmen zu bieten. Zu Beginn jedoch hielt der „Nomad for Innovation“, Jan Künne, die Keynote, in der er wiederholt darauf aufmerksam machte und riet, mit offenen Augen durch die Ökonomie-Welt zu schreiten, genauer „Signale zu erkennen“.

Dabei machte er drei Zukunftsbereiche aus, die in den nächsten Jahren nach innovativen Lösungen verlangen werden: „Regenerative Society“ im Sinne eines sozi-ökonomischem Modells gegen den Klimawandel; das „Urbanization“-Problem mit dem konkreten Beispiel der Megacitiy Dehli mit erwarteten 43 Millionen Einwohnern bis 2035 und schlussendlich „Connectivity“ als die Möglichkeit neuer Kommunikationsformen mit globalem Problemlösungsansatz.

Was danach am „Demo Day“ des Techhouse Accelerator folgte, der als Hybrid-Veranstaltung konzipiert war, lässt sich im gefühlt ewigen Diskurs, ob Startups und Industrie zusammenarbeiten können oder sollen, als starke Pro-Argumentationslinie anführen. Wenn etwa Klaus Binder von der Österreichischen Hagelversicherung erzählt, dass sein Unternehmen seit Jahren mit einem Problem haderte und bis zur Kooperation mit Techhouse ohne Lösung blieb, so kommt man der Philosophie des Accelerators näher: „Startups sehen das Problem nicht von einer Seite, sondern von allen anderen“ sagt er und hebt den Partner Craftworks lobend hervor, der KI- und Softwarelösungen für „Predictive Quality“ und „Predictive Maintenance“ entwickelt.

Flexible „Corporates“

Einen detaillierteren Blick, warum der Accelerator geschaffen wurde, erhält man infolge, wenn man den Ausführungen zur Zusammenarbeit von Startups und Industrieunternehmen von Kurt Herzog lauscht. Der
„Head of Industry 4.0“ bei Primetals Technologies Austria meinte, dass das „Matchmaking“ mit dem Partner-Startup nicht exakt dem Ursprungsplan der Firma entsprochen hat, sie aber durch die Kooperation ein zu optimierendes Feld in der Firma entdeckt hätten. „Es ist nicht dramatisch, wenn der ‚Fit‘ nicht genau passt, wenn das ‚Corporate‘ flexibel ist. Offenheit muss da sein“, sagt er und spricht dabei von einem „kompetenten“ Team von Uptime Engineering, einem Anbieter von Software für Analytik, Diagnose und Prognose.

Alfred Friedacher, Director Research & Development, Clean City Team bei Christof Industries, indes hob die Bedeutung von Startup-Corporate-Unternehmungen damit hervor, dass junge Startups neuen Schwung in die Firmen hineintragen. „Sie bringen extern Input zum täglichen Geschäft ein“, sagte er und meinte damit in seinem Fall Unetiq aus München, eine nachhaltige KI-Agentur, die das Wissen ihrer Kunden in greifbare, digitalisierte Produkte übersetzt und dabei auf KI-Algorithmen zurückgreift.

Weitere Partner

Zu den weiteren Kooperationsteams zählten die AI-Solutions-Company Leftshift One, die mit der Andritz AG smarte Lösungen entwickelten (automatische Kategorisierung der E-Mail-Flut); sowie der Softwareentwickler Dagopt Energy Solutions, die für die HASSLACHER Gruppe Modellierungs-, Optimierungs- und Softwarelösungen entwarfen, welche Kernprozesse stark vereinfachen und Werkzeuge zur Verfügung stellen, um richtige Entscheidungen zu treffen. Amio aus Tschechien kümmerte sich um „Customer-Service-Automation“ für die Energie Steiermark.

All diese Kooperationen zwischen Startups und Industrie, die von Techhouse eingefädelt wurden, sind Zeugnis erfolgreicher Zusammenarbeit mit einem Touch der Neuentdeckung von Problemlösungen, die man nicht am Radar hatte, einer Effizienzsteigerung und der Implementierung fehlender Kapazitäten. Auf der Startup-Seite liefert der Accelerator die Chance die eigene Entwicklung voranzutreiben.

Herzog dazu: „Ich sehe die Techhouse-Initiative als gute Möglichkeit etablierte größere Unternehmen mit Startups zusammen, und so die Ideen der Startups zügig zur Umsetzung zu bringen. Bei uns ging es darum, Wissen systematisch zu digitalisieren und es automatisch anzuwenden.“

Kriterien für das Techhouse-Programm

‚Corporates‘ haben bei der Partnerwahl genaue Vorstellungen, welche Kriterien Startups für eine Kooperation mitbringen müssen. Herzog spricht von vielen inhaltlichen Themen, die Sinn ergeben müssen und sieht in den Junggründern eine nachhaltige Ergänzung auf ihrer Roadmap. „Sie sollen eine gewisse Stabilität haben und rasch in die industrielle Umsetzung kommen“, sagt er.

Friedacher sticht in die gleiche Kerbe, wenn er Nachhaltigkeit, erneuerbare Energien, hohes Zukunftspotential und „Circle Economy“ anführt. Auch Hannes Meixner, Head of Corporate & Treasury Solutions der Raiffeisen-Landesbank Steiermark, hat klare Anforderungen an Startup-Gründer: „Auch wenn es ‚abgedroschen klingt“, der Team-Spirit ist wichtig. Für mich bleibt die Kundenobsession und die Frage, wie sehr steht das Problem des Kunden im Fokus, im Vordergrund“, sagt er.

RLB Steiermark-Head of Corporate mit dem „worst Pitch ever“

Der Chief Intrapreneur aka ZukunftsBauer bewies bei der „Final Pitch Night“ sein Verständnis für Startups. In seiner erfrischenden Rede, darüber wie die führende Bank des Landes Steiermark als „Innovation Excellence Partner“ des Techhouse das Unternehmertum unterstützt, versetzte sich Meixner in die Köpfe der jungen Gründer, sprach von Nervosität vor dem Pitch und legte selbst einen hin, den er als den „worst Pitch ever“ ankündigte. Nachdem er minutenlang – inklusive Unterbrechung für ein Telefonat – im klassischen „Mountain English“ die Aufgaben der RLB vorstellte, dabei monoton ablas und sich Lacher abholte, wurde klar, worum es ihm geht.

(c) Techhouse – Head of Corporate & Treasury Solutions der Raiffeisen-Landesbank Steiermark Hannes Meixner bei der Final Pitch Night des Techhouse Acclererator.

„Wir als Regionalbank sind stark mit der Region verwoben“, sagte er. „Graz hat nicht den Ruf einer Startup-Metropole, doch wenn man es schafft für Startups attraktiv zu werden, kann man einen tollen Beitrag leisten. Vor diesem Hintergrund ist der Accelerator zu sehen. Unser Programm dauert vier Monate und ist individuell gestaltet. Das Startup sagt, was es braucht und bekommt unsere Unterstützung – ein Investorennetzwerk, Sales-Aufbau, Verbindungen zu ‚Corporates‘, Pitch-Training und betriebswirtschaftliches Basiswissen. Danach können sie acht Monate Wohnmöglichkeiten nutzen und werden weiter betreut. Wir versuchen gemeinsam ‚Use-Cases‘ zu finden.“

Techhouse-Managing Director Müller: „Auf Needs eingehen“

Johannes Müller abschließende Message darüber, warum er schlussendlich den Techhouse Accelerator gestartet hat, fasst schlicht und wichtiger Weise zusammen, was Industrie und Startups bedenken müssen, soll Innovation in heutigen Zeiten gelingen.

„Weiterentwicklung geht nur, wenn man offen bleibt. So kann sie exorbitant beschleunigt werden. Jedoch muss es in vielen Unternehmen noch kulturell ‚Klick‘ machen. Sowohl bei ‚Corporates‘, als auch bei Startups. Die Prämisse kann nur sein ‚know your customer‘, um mehr auf die ‚Needs‘ einzugehen, damit ein innovativer Ansatz sie auch löst. Man holt sich Expertise und kulturelle Ansätze, die man selbst nicht hat; auf der anderen Seite bekommt man enormes Marktwissen und Industrie-Erfahrung geliefert.“ Für interessierte Startups: Der nächste Batch wird mit Ende des Jahres ausgeschrieben.

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Cécile Deterre (Co-Founderin von Blue Planet Ecosystems) und Renaud Viot (CEO und Co-Founder des Startups Lynxia) führen La French Tech Vienna als Co-Präsident:innen | (c) Emma Brycove/Französische Botschaft in Österreich

Im Foyer der französischen Botschaft in Wien läuft an diesem Abend ein Gast auf vier Beinen über den Marmorboden. Auf seinem Rücken sitzt ein Kamerakopf, daneben ragt eine Funkantenne hervor. Im Hintergrund stehen drei Flaggen: die französische, die europäische und die österreichische.

Der Hausherr hält es an diesem Abend betont analog. „Ich muss sagen, meine Rede wurde nicht von ChatGPT geschrieben, sondern von Menschen“, sagt Botschafter Matthieu Peyraud zur Begrüßung. Dann wird er grundsätzlich: Technologische Souveränität lasse sich nur auf europäischer Ebene erreichen, kein Mitgliedstaat schaffe das allein.

Der Anlass für Roboter und Rede am 8. Oktober: der offizielle Start von La French Tech Vienna, laut Peyraud der ersten French-Tech-Community in Österreich. Sie ist Teil von La French Tech, einem Netzwerk mit nach eigenen Angaben mehr als 100 Communities in Frankreich und weltweit, das großteils von Freiwilligen getragen wird.

Zwei Jahre Pilotphase

Neu ist die Initiative nicht. Sie lief zuvor unter dem Namen French Startups Vienna. Peyraud bezeichnet diese Phase in seiner Rede als „eine Art Pilotprojekt“. Seit rund zwei Jahren bringt sie französische und österreichische Gründer:innen, Forschende und Investor:innen zusammen.

Der französische Botschafter Matthieu Peyraud eröffnete am 8. Oktober den offiziellen Start von La French Tech Vienna in der Botschaft in Wien. Seine Botschaft: Technologische Souveränität gelingt nur auf europäischer Ebene. | (c) Emma Brycove/Französische Botschaft in Österreich

„Wir haben sehr klein angefangen, nur mit französischsprachigen Leuten, die mehr über Tech sehen und hören wollten“, sagt Renaud Viot im Gespräch mit brutkasten. Er ist Co-Präsident von La French Tech Vienna und CEO des Startups Lynxia. Er versteht die Initiative als Community: Die Mitgliedschaft ist kostenlos und steht österreichischen wie französischen Startups offen. „Wir verlangen nur, dass die Leute entweder neugierig auf Tech sind oder bereit, ihr Wissen über Tech zu teilen“, sagt er. Das Kernformat sind regelmäßige Events.

Souveränität als Leitthema

Inhaltlich steht der Abend im Zeichen technologischer Souveränität. Künstliche Intelligenz, Cloud Computing, Cybersicherheit, Halbleiter und Dateninfrastrukturen seien zu strategischen Gütern geworden, sagt Peyraud. Frankreich und Österreich hätten starke Forschungseinrichtungen wie das französische CNRS und das AIT Austrian Institute of Technology. Die gemeinsame Herausforderung sei, wissenschaftliche Exzellenz in globale Technologieführerschaft zu übersetzen. Zu oft gelinge es europäischen Innovationen nicht, im Tempo und in der Größe der internationalen Konkurrenz zu skalieren.

Als Beleg dafür, dass es anders geht, nennt der Botschafter Mistral AI. Die Übernahme des Linzer Startups Emmi AI durch Mistral AI zeige, wie Unternehmen aus verschiedenen europäischen Ländern ihre Expertise bündeln. Sie unterstreiche zudem die technologische Stärke Österreichs.

„Noch nicht so sehr am Radar“

Wo es konkret hakt, schildert Arnaud Béasse. Der Managing Director von 1764 Advisory kümmert sich in der Community um die Investorenbeziehungen. „An erster Stelle möchte ich Investoren mit Startups verbinden“, sagt er im Gespräch mit brutkasten. Das gelte in beide Richtungen. Österreicher:innen nach Frankreich zu bringen, habe bisher sehr gut funktioniert. Die größere Aufgabe sei nun der umgekehrte Weg: französische Investor:innen auf das aufmerksam zu machen, was in Österreich entsteht. Das sei bei ihnen „noch nicht so sehr am Radar“.

Das österreichische Deep-Tech-Startup iono Robotics aus Linz hat mit dem WORKMATE den ersten humanoiden Arbeitsroboter „Made in Austria“ entwickelt. | (c) Emma Brycove/Französische Botschaft in Österreich

Béasse nennt dafür mehrere Gründe. Größere Fonds würden oft mit Teams aus Deutschland auf Österreich schauen. „Das genügt nicht“, sagt er. Dazu komme bei manchen Venture-Capital-Fonds die Angst vor der Sprachbarriere. Bei Business Angels sei diese Hürde noch höher.

Seine Rolle sieht Béasse deshalb nicht nur im Vermitteln von Kontakten. Es gehe darum, Investor:innen auch beim Ökosystem und bei der Kultur zu begleiten. Aus französischer Sicht sehe man in Europa zuerst Spanien, Italien, Deutschland und die Benelux-Länder. Österreich müsse man erst aus dem Schatten von Deutschland und der Schweiz holen.

Acht Startups aus Frankreich und Österreich pitchten vor dem Publikum in der französischen Botschaft, abgestimmt wurde per Smartphone. | (c) Emma Brycove/Französische Botschaft in Österreich

Chancen sieht er bei Corporate Venture Capital. Französische Konzerne seien in Österreich vertreten. Hier gebe es derzeit viele Innovationen in den Bereichen Defense und Dual Use, die für solche Gruppen interessant seien.

ABA will Brücke zwischen den Ökosystemen schlagen

Auf österreichischer Seite ist die Austrian Business Agency (ABA) eingebunden. Verena Gruber, Director Western Europe, ist außerordentliches Mitglied im Board der Community. Als Standortagentur der Republik sei die ABA dafür da, französische Startups dabei zu unterstützen, die Chancen in Österreich zu entdecken, sagt sie im Gespräch mit brutkasten. Mit La French Tech Vienna habe man nun „ein tolles Tool“, um Verbindungen herzustellen, bei Investments ebenso wie bei Kooperationen mit Corporates. Am Tag nach dem Launch standen laut Programm Besuche bei der ABA, der Wirtschaftsagentur Wien und ecoplus sowie eine Führung durch die AI Factory Austria (AI:AT) auf dem Plan.

Die Initiative ist noch sehr jung. Als Beispiel dafür, was möglich ist, nennt auch Gruber den Emmi-AI-Deal. Er zeige die Kompetenz Österreichs bei Industrial AI. „Das ist eine Nische, worauf wir uns auch sehr stark konzentrieren können“, sagt Gruber. Damit könne Österreich auch einen Beitrag zur europäischen Souveränität bei Technologie leisten.

Acht Startups auf der Bühne

Nach den Reden pitchen acht Startups, das Publikum stimmt per Smartphone ab. Aus Frankreich kommen Proxima, VirtualBrowser, PleIAs und Manabou, aus Österreich Cyberaci, Eustella, Prop Corn und Ablatic. Sechs der acht ordnet die Event-Website dem Thema Souveränität zu, von europäischen Sprachmodellen bis Cybersecurity.

Manche der französischen Startups sehen laut Renaud Viot einen Market Fit mit Österreich, andere suchen einen Partner vor Ort, wieder andere haben hier bereits Kund:innen. Die beiden Ökosysteme seien einander ähnlich, beide seien stark bei Spinoffs und in der Forschung. Gemeinsam könne man einander „zu Partnern statt zu Konkurrenten“ machen, sagt Viot.

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