Für den EDV-Dienstleister techbold kommen dadurch Standorte in Oberösterreich und im Burgenland hinzu. Bereits fünf Millionen Euro flossen somit dieses Jahr in die "anorganische Expansion".
V. l. n. r.: Gerald Reitmayr, techbold Vorstand; Christoph Hüpfel, Semizen Gründer und Geschäftsführer; Damian Izdebski, techbold Gründer und CEO; Florian Wolf, Semizen Gründer und Geschäftsführer | (c) Marin Lazarov
Schon vor einigen Wochen kündigte techbold-Gründer Damian Izdebski in einem brutkasten-Talk über die damals laufende Aktienemission vier weitere Firmen-Übernahmen nach Abschluss der Emission an. Nun wurden sogar fünf daraus. Drei davon hatten schon bislang als Semizen-Gruppe einen gemeinsamen Besitzer. Der Unternehmensgruppe gehören die Semizen GmbH aus Wien, die niederösterreichische IS-IT-ON GmbH und die ProDat IT Solutions GmbH aus Pucking bei Linz an.
Bislang dieses Jahr 5 Mio. Euro in Übernahmen gesteckt
Die techbold Gruppe verfügt mit den aktuellen Übernahmen nun über 110 Mitarbeiter:innen und neue Standorte im Burgenland und in Oberösterreich. Die vor wenigen Wochen sehr erfolgreich abgeschlossene Aktien-Eigenemission in der Höhe von 1,9 Millionen Euro – der brutkasten berichtete – habe dafür den Weg geebnet, heißt es vom Unternehmen. Bislang habe man rund fünf Millonen Euro in die Übernahmen des heurigen Jahres investiert. Der Jahresumsatz soll sich heuer insgesamt auf rund 17 Millionen Euro verdoppeln.
Semizen der Gründer und bisherigen Geschäftsführer Florian Wolf und Christoph Hüpfel war bereits seit 25 Jahren am Markt und dabei profitabel. In einer Aussendung kommentieren die beiden: „Wir haben über viele Jahre ein sehr erfolgreiches und solides IT-Unternehmen aufgebaut. Nach so vielen Jahren war es für uns jetzt an der Zeit, den nächsten Schritt zu tun und Teil einer neuen, spannenden sowie deutlich größeren Unternehmensgeschichte zu werden. Mit techbold und Damian Izdebski sind wir sicher, den perfekten Partner gefunden zu haben. Wir werden weiterhin im Unternehmen tätig sein und freuen uns, gemeinsam am Erfolg der techbold Unternehmensgruppe zu arbeiten“. Beide Geschäftsführer hätte Aktien von techbold gezeichnet und seien nun Teil des techbold-Management-Teams, heißt es weiter.
techbold-Gründer Izdebski: „Sukzessive in ganz Österreich präsent sein“
Zusätzlich zur Übernahme der Semizen-Gruppe werden Gespräche mit einem weiteren oberösterreichischen IT-Dienstleister geführt. In Pucking bei Linz soll damit zukünftig ein neues IT-Kompetenzcenter mit 15 Technikern für die IT-Betreuung von KMU in Oberösterreich entstehen. Zudem wurde bereits im August dieses Jahres das Unternehmen PAN-IT im Burgenland samt vollständigem Team übernommen und zusätzlich aufgestockt. Der neue techbold Standort im Technologiezentrum Mittelburgenland Neutal wurde bereits im September eröffnet.
Gründer und CEO Damian Izdebski ibt einen Einblick in die Strategie dahinter: „Nach dem Start im Jahr 2015 in Wien möchten wir sukzessive in ganz Österreich präsent sein. Die IT-Anlagen unserer Kunden werden zentral aus Wien mit geballter technischer Kompetenz überwacht und betreut. Aus unserem Headquarter übernehmen wir die Verantwortung für den kompletten Betrieb der IT-Infrastruktur und der IT-Sicherheit von über 500 Geschäftskunden. Lokal in unseren Niederlassungen betreuen sowohl Vertriebsmitarbeiter als auch IT-Techniker unsere Kunden auf Augenhöhe und können im Bedarfsfall auch rasch beim Kunden vor Ort sein“.
10 Jahre Global Incubator Network Austria: Ein Jahrzehnt internationaler Vernetzung – gefeiert im Herzen Wiens
Zehn Jahre, sechs Partnerregionen, 756 Startups: Beim Jubiläum von Global Incubator Network Austria (GIN) im Wien Museum wurde greifbar, wie aus einem Förderprogramm ein globales Netzwerk wurde. brutkasten war vor Ort.
10 Jahre Global Incubator Network Austria: Ein Jahrzehnt internationaler Vernetzung – gefeiert im Herzen Wiens
Zehn Jahre, sechs Partnerregionen, 756 Startups: Beim Jubiläum von Global Incubator Network Austria (GIN) im Wien Museum wurde greifbar, wie aus einem Förderprogramm ein globales Netzwerk wurde. brutkasten war vor Ort.
Während der ViennaUP wurde Wien einmal mehr zur internationalen Drehscheibe der Startup-Welt. Inmitten dieser Woche voller Begegnungen, Ideen und Innovationen setzte ein Event einen ganz besonderen Akzent: Im Wien Museum, mit weitem Blick über den Karlsplatz, kamen zahlreiche Founder, Investor:innen, Corporate-Partner und Wegbegleiter:innen zusammen, um ein Jubiläum zu feiern, das sinnbildlich für den internationalen Fokus des österreichischen Innovationsstandorts steht: 10 Jahre Global Incubator Network Austria (GIN).
Schon beim Eintreten wurde spürbar, was GIN über das vergangene Jahrzehnt ausgemacht hat – das Zusammenspiel aus österreichischen Wurzeln und globaler Reichweite. Gründer:innen aus Wien trafen auf asiatische Startups, die diese Woche in der Stadt zu Gast waren, um in Europa Fuß zu fassen.
Foto: epilogy.photography
Eine von ihnen war Nga Chi Lydia Yip, Co-Founderin und CSO von Elleon Biotech aus Hongkong. Ihr Startup hat ein Reagenz entwickelt, mit dem sich markierte Zellen – etwa Krebs- oder virusinfizierte Zellen – mit bloßem Auge oder per Smartphone sichtbar machen lassen, ganz ohne teure Mikroskope oder geschultes Personal. „Ich habe in den letzten Tagen mehr wertvolle Leads getroffen als in zwei Jahren in Hongkong“, erzählte sie. Über das GIN-Programm war sie auf der Suche nach einem strategischen Partner für die Antikörper-Produktion – und wurde bei einem der Networking-Momente tatsächlich fündig. „Ich liebe den Vibe hier. Die Leute sind wirklich da, um einander zu helfen.“
Genau diese Atmosphäre baut GIN seit 2016 systematisch auf: Verbindungen, die weit über ein einzelnes Programm oder eine Delegationsreise hinausreichen.
Ein Jahrzehnt Brückenbauen zwischen Österreich und Asien
Seit seiner Gründung 2016 verfolgt GIN ein klares Ziel: innovative Startups beim internationalen Wachstum zu unterstützen und gleichzeitig Österreich als zentralen Innovationsstandort zu stärken. Unter dem Leitgedanken „Connecting the Circles of Growth“ hat sich daraus ein Netzwerk entwickelt, das weit über klassische Förderprogramme hinausgeht.
Die Bilanz nach zehn Jahren spricht für sich: 756 unterstützte Startups, 71 internationale Programm-Batches, 7 zentrale Partnerregionen und über 30 internationale Innovationspartner. Im Zentrum stehen die beiden Programme GO ASIA und GO AUSTRIA, die den Austausch in beide Richtungen ermöglichen – ein zweiseitiger Ansatz, der GIN zu einer einzigartigen Brückenbauerin macht. Geschichten wie jene von Elleon Biotech zeigen, was das konkret bedeutet.
Foto: epilogy.photography
Zur Beginn reflektierten Henrietta Egerth (Geschäftsführerin FFG) und Bernhard Sagmeister (Geschäftsführer aws) über die Vision hinter GIN, die gemeinsame Steuerung der beiden Programme und den Blick nach vorne. „Zehn Jahre Global Incubator Network Austria bedeuten zehn Jahre messbaren Impact für das österreichische Startup-Ökosystem und weit darüber hinaus“, betont Henrietta Egerth. „Allein am aktuellen GIN-Programm nehmen 56 Startups aus sieben asiatischen Zielregionen teil – mehr als jemals zuvor.“
Panel: Local Roots, Global Reach
Unter dem Titel „Local Roots, Global Reach: The New Rules of Internationalization“ diskutierte ein hochkarätig besetztes Panel die veränderten Spielregeln internationaler Expansion. Marcus Berger (CEO, Aviloo), Ayashi Das Majumder (Co-Founderin & COO, Sensegrass), Markus Lang (General Partner, Speedinvest) und Andreas Mühlberger (Infineon Technologies Austria) brachten vier sehr unterschiedliche Perspektiven zusammen. Die zentrale Botschaft: Für einen kleinen Exportmarkt wie Österreich ist Internationalisierung essenziell – gleichzeitig aber komplexer geworden, und sie gelingt nur durch starke Partnerschaften und langfristige Begleitung.
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Workshop: Impulse für die nächsten zehn Jahre
Im interaktiven Workshop-Teil, moderiert von Viktoria Ilger (Venture Clienting Austria), wurden die Gäste selbst zu Mitgestaltenden. An mehreren Tischen diskutierten sie in kleinen Runden über die zentralen Fragen rund um Internationalisierung. Begleitet wurde der Nachmittag von einem Live-Graphic-Recording-Team, das die wichtigsten Gedanken und Erkenntnisse in Echtzeit visuell festhielt – ein wachsendes Bild, das ebenso entstand wie die Insights selbst und am Ende eindrucksvoll präsentiert wurde.
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Blick nach vorne: Indien als nächster Meilenstein
Mit der geplanten Erweiterung von GIN GO ASIA nach Indien ab 2027 wurde ein klares Signal für die nächste Phase gesetzt. Bereits heute holt das aktuelle GO AUSTRIA Programm sieben indische Deep-Tech-Startups nach Österreich. Indien zählt mittlerweile über 130 Startup-Unicorns und entwickelt sich mit enormer Dynamik zu einem der wichtigsten Technologie- und Wachstumsmärkte der Welt. Mit der India-Austria Startup Bridge wurde bereits vor zwei Jahren ein erstes Instrument geschaffen, um indische Startups nach Österreich zu holen – ab 2027 öffnen sich die Türen gezielt auch für österreichische Startups in diesen Zukunftsmarkt. So festigt GIN Österreichs Rolle als europäisches Gateway für Innovation, Technologie und internationale Zusammenarbeit.
Foto: epilogy.photography
Eine Community feiert
Zum Abschluss wurde sichtbar, was GIN über die Zahlen hinaus ausmacht: eine globale Community aus Foundern, Partner:innen, Mentor:innen und Freund:innen. In einem Happy-Birthday-Video schickten Wegbegleiter*innen aus aller Welt ihre Glückwünsche. Das GIN-Team kam auf die Bühne, die Gläser wurden erhoben – und der Nachmittag mündete in eine Feier, die anschließend bei GIN & Friends am Karlsplatz ihre Fortsetzung fand. Für Lydia Yip stand da nur noch ein letztes Meeting an, bevor auch sie dazustieß: „Ich hätte nie erwartet, dass eine Geschäftsreise so viel Freude macht.“
Das Global Incubator Network Austria (GIN) ist eine Initiative der österreichischen Bundesregierung und wird von der Austria Wirtschaftsservice (aws) und der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) umgesetzt. Ziel ist es, Start-ups, Investor:innen und Innovationspartner:innen international zu vernetzen und den Innovationsstandort Österreich nachhaltig zu stärken. Der Artikel wurde in Kooperation mit der Austria Wirtschaftsservice (aws) umgesetzt.
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