09.11.2023

Tech2people eröffnet neues Therapiezentrum inklusive robotischer Geräte um 1,5 Mio. Euro

Das neue Therapiezentrum von tech2people möchte neue Standards in der österreichischen Physiotherapie- und Rehabilitationslandschaft setzen. Dafür besorgte man 20 robotische Geräte im Wert von rund 1,5 Millionen Euro sowie ein Team aus neun spezialisierten Physiotherapeut:innen, die seit Anfang November in der Seestadt eingezogen sind. Ab sofort werden für Menschen mit Schlaganfällen, Multipler Sklerose und traumatischer Querschnittslähmung Therapien zusammengestellt - ambulant und ohne stationären Aufenthalt.
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(c) kikosotto - (v.l.n.r.) Peter Lackner, Peter Eichler, Gregor Demblin, Hannes Kinigadner und Rupert Kluhs-Preißler.

Im neuen Hightech-Zentrum von tech2people, das von der UNIQA Privatstiftung unterstützt wird, arbeiten Organisator:innen, Therapeut:innen und Patient:innen an einem gemeinsamen Ziel: den Betroffenen eine hohe funktionale Selbstständigkeit zu ermöglichen und ihnen nach Unfällen und Schlaganfällen zu einer raschen Reintegration in ihren Alltag und in den Arbeitsmarkt zu verhelfen.

Tech2people mit Fokus auf Schlaganfall, Multiple Sklerose und Querschnittslähmung

Das Angebot des neuen Therapiezentrums von tech2people zielt konkret auf die Behandlung aller neurologischen Krankheitsbilder ab, unabhängig von deren Schweregrad. Im Hauptfokus liegen dabei die Krankheiten Schlaganfall, Multiple Sklerose und traumatische Querschnittslähmung.

In Europa leben 520.000 Menschen mit Multipler Sklerose (2017), jährlich kommen 12.000 Betroffene hinzu. 9,53 Millionen Menschen erleiden in Europa einen Schlaganfall, jährlich gibt es eine Million Neuerkrankungen. Der Schlaganfall zählt zur dritthäufigsten Todesursache überhaupt. In Österreich sind rund 50.000 Menschen auf einen Rollstuhl angewiesen, ca. 4.000 davon aufgrund einer Querschnittslähmung.

1,5 Millionen Euro für Robo-Geräte

In diesem Sinne sind im neuen Zentrum nicht nur Physio- und Ergotherapeut:innen zuständig, sondern auch robotische Hochleistungsgeräte mit besonders hoher Effektivität, wie es heißt. Einerseits durch eine hohe Wiederholungsrate der Übungen innerhalb kurzer Zeit, andererseits unterstützen sie Patient:innen nur genau so viel oder wenig, wie diese gerade benötigen. 20 Geräte im Wert von 1,5 Millionen Euro werden ab sofort dafür genutzt.

Selbst Querschnittgelähmte sollen mithilfe des Exoskeletts oder im Lokomat wieder aufstehen und physiologische Schrittmuster trainieren können. Integrierte Geschicklichkeitsspiele und der Einsatz von Virtual Reality würden zudem bewirken, dass das Intensiv-Training auch Spaß mache und die Compliance der Patient:innen nachweislich gesteigert wird.

Dass all diese Geräte in Kombination mit klassischer Physiotherapie effektiver sind als konventionelle Physiotherapie allein, weiß der querschnittsgelähmte Gründer von tech2people, Gregor Demblin, nicht nur aus eigener Erfahrung: Er hat den Spezialisten für neurologische Rehabilitation Peter Lackner (Facharzt für Neurologie, Leiter des Karl-Landsteiner Instituts für Akutneurologische Forschung) als leitenden medizinischen Berater für das neue Zentrum gewinnen können.

Lackner kennt die Zahlen des aktuellen Forschungsstandes zur robotischen Therapie im Detail: „Es gibt Einsatzbereiche, in denen die robotische Physiotherapie schon sehr umfassend erforscht und belegt ist. So gibt es zum Beispiel eine sehr sichere Studienlage dazu, dass Schlaganfallpatient:innen eine in etwa doppelt so hohe Chance haben, wieder gehen zu können, wenn sie robotik-assistierte Gangtherapie gepaart mit klassischer Physiotherapie erhalten.“

2.000 statt 250 Schritte

Der Neurologe erklärt das anhand eines Vergleichs: Bei konventioneller Physiotherapie können in etwa 50 bis 250 Schritte getätigt werden. Dabei müssen Patient:innen von zumindest zwei Therapeut:innen unterstützt werden bzw. in einer Aufhängung trainieren. Im Lokomat hingegen können in einer Trainingseinheit bis zu 2.000 Schritte absolviert werden. Der Fokus liegt dort, wo er sein soll, nämlich auf dem eigentlichen Gehtraining bei gleichzeitiger Normalbelastung von Armen und Beinen.

„Durch die hohe Wiederholungsrate wird zum Beispiel die Neuroplastizität optimal gefördert, d.h. die Bildung neuer Nervenbahnen wird angeregt. Weitere positive Effekte sind die Reduktion von Spastik bei Querschnittslähmung, einem reduzierten Medikamentenbedarf oder der Verringerung von Folgeerkrankungen wie Osteoporose“, sagt er.

Und erläutert weiter: „In der stationären Akut-Reha sind wir in Österreich sehr gut aufgestellt, aber der Bedarf an ambulanter Rehabilitation steigt massiv. Die Vorzüge liegen dabei auf der Hand: Weniger stationäre Aufenthalte, eine effektivere Behandlung für die Patient:innen und eine kostenschonendere Alternative für die öffentliche Hand.“

Leider sei das Gesundheitssystem in Österreich viel zu bürokratisch und es wäre schwer, neue Lösungen zu etablieren, selbst wenn diese hocheffektiv und langfristig kostengünstiger sind, meint Demblin: „Es braucht in der konventionellen Physiotherapie in vielen Fällen zwei Therapeut:innen pro Patient:in (2:1), während für die robotik-gestützte Physiotherapie auch bei schweren Fällen nur ein Verhältnis von 1:1, also ein:e Therapeut:in pro Patient:in, notwendig ist“, sagt er.

Prominente Unterstützung für Tech2people

Um das Therapieangebot möglichst vielen Menschen zuteilwerden zu lassen, ist derzeit die Unterstützung von vielen Sponsoren und Prominenten notwendig, die das erst möglich machen.

„Bei uns kostet diese Therapieform dank unserer Sponsoren nur 135 Euro, davon werden weitere 55 Euro von der Krankenkasse ersetzt. Wenn ich dieselbe Therapie in den USA machen will, kostet es dort das Dreifache“, erklärt Demblin.

Einer von den prominenten Unterstützern ist Hannes Kinigadner. Nach dessen Unfall gründeten sein Vater, der Doppel-Motocross-Weltmeister und Rallye-Ikone Heinz Kinigadner, zusammen mit Red Bull-Gründer Dietrich Mateschitz die Stiftung „Wings for Life“, die sich für die Heilung von Querschnittslähmung starkmacht.

Neuer Behandlungsstandard

„Mehr als 1,4 Millionen Menschen in Österreich vertrauen uns ihre Gesundheit an. Als größte Gesundheitsversicherung des Landes sehen wir es als unsere Verantwortung, jene Personen zu unterstützen, die Pionierarbeit leisten und das Gesundheitssystem verbessern“, sagt Peter Eichler, Vorstand für Personenversicherung bei der UNIQA Insurance Group AG. „Vieles, was vor 15 Jahren technisch undenkbar war, ist heute Behandlungsstandard. Entsprechende Entwicklungen möchten wir unterstützen, denn sie ermöglichen vielen Menschen die Teilhabe an der Gesellschaft und damit letztlich ein besseres Leben.“

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Beim S&B Award 2026 wurden vielversprechende Spinoffs prämiert | (c) Hannes Winkler
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„Nächstes Jahr haben wir die 100 voll“, sagt Elisabeth Mayerhofer. Sie moderierte auch dieses Jahr die Vergabe des S&B Awards des Rudolf Sallinger Fonds – gemeinsam mit Philipp Horvath. Mit 100 meint Mayerhofer Finalisten-Spinoffs, die beim Award gegeneinander antreten. Stand 2026 gab es bislang nämlich 99 davon – der Award wurde nun zum zehnten Mal vergeben.

Prominente Alumni

Welchen Impact der S&B Award hat, erläuterte nicht nur die frühere Casinos-Generaldirektorin Bettina Glatz-Kremsner, die als langjährige Vorsitzende des Kuratoriums des Rudolf Sallinger Fonds im vorigen Jahrzehnt den entscheidenden Anstoß zu dessen Schaffung gegeben hatte. Auch prominente Alumni kamen bei der Award Ceremony zu Wort.

Bettina Glatz-Kremsner (m.) erzählte Moderatorin Elisabeth Mayerhofer (r.), wie alles begann | (c) Hannes Winkler

„Das Preisgeld hat uns damals die Finanzierung eines entscheidenden Patents ermöglicht und die Aufmerksamkeit, die wir bekommen haben, war gerade in der Anfangsphase enorm wichtig“, erzählt Cubicure-Gründer Robert Gmeiner, der mit seinem Spinoff im 3D-Druck-Bereich die erste Ausgabe des Awards gewonnen hat und mittlerweile auf einen 79 Millionen Euro schweren Exit zurückblickt.

Das auf Lieferketten-Monitoring spezialisierte KI-Unternehmen Prewave, das mittlerweile zu den größten Scaleups des Landes zählt, holte sich beim Antritt 2018 zwar nicht den Sieg. Profitiert habe man aber dennoch sehr – sowohl von der Sichtbarkeit als auch von der Nachschärfung des eigenen Modells und Pitchs im Rahmen der Bewerbung, erzählt Co-Founder und CEO Harald Nitschinger. Sein Tipp an die aktuellen Finalist:innen: „Think big!“

Die Alumni Harald Nitschinger (l.) und Robert Gmeiner (m.) gaben den Finalist:innen Tipps aus ihrer Erfahrung | (c) Hannes Winkler

Es ist ein Ratschlag, den sich die Forscher:innen hinter den zehn diesjährigen Finalisten-Projekten – brutkasten berichtete im Vorfeld – gewiss zu Herzen nehmen. Denn zwar sind sie mit ihren Spinoffs mitunter noch in einer sehr frühen Phase, doch die forschungsbasierten Produkte haben denkbar großes Potenzial.

„Furchtbare“ Auswahl aufgrund durchwegs hoher Qualität

Entsprechend schwer war die Auswahl für die Jury, bei der Ceremony vertreten durch Rudolf Dömötör (WU Wien), Gertraud Leimüller (winnovation) und Josef Glössl (BOKU). Juryvorsitzender Dömötör verriet mit einem Augenzwinkern: „Es war furchtbar! Also nicht die Projekte, sondern bei dieser enormen Qualität einen Sieger zu ermitteln,“ und doch habe es, wie immer, nur einen geben können.

Rudolf Dömötör fungierte als Juryvorsitzender | (c) Hannes Winkler

Hauptpreis für Diamens

Den Hauptsieg und damit ein Preisgeld von 20.000 Euro holte sich schließlich das JKU-Linz-Spinoff Diamens (brutkasten berichtete bereits mehrmals). Das HealthTech-Startup entwickelt eine neue, nicht-invasive Diagnose-Methode für Endometriose, an der weltweit rund 190 Millionen Frauen leiden. Der Weg zum Award-Sieg sei ein spannender Prozess gewesen, sagt Co-Founderin und CEO Marlene Rezk-Füreder gegenüber brutkasten: „Die Jury war sehr kompetent und hat nicht die Fragen gestellt, die man sonst immer bekommt.“ Mit dem Preisgeld habe man bereits einen konkreten Plan: „Wir werden damit unser zweites Patent einreichen, um unsere Technologie weiter schützen zu können.“

Das Gründerinnen-Team von Diamens (v.l.n.r.): Clara Ganhör, Angelika Lackner, Marlene Rezk-Füreder und Eva Scharnagl | (c) Hannes Winkler

brutkasten-Sonderpreis für Duramea

Auch dieses Jahr vergab brutkasten einen Sonderpreis über 5.000 Euro Medienvolumen, dessen Sieger per Online-Voting ermittelt wurde. Diesen holte sich das TU-Graz-Spinoff Duramea, das eine Membran-Technologie für die effiziente Erzeugung von grünem Wasserstoff entwickelt. „Wir wollen damit grünen Wasserstoff günstiger machen, als Wasserstoff, der aus Erdöl produziert wird“, erklärt Gründer Sebastian Rohde. Vom S&B Award habe man sich vor allem Sichtbarkeit versprochen. Auch wie man die zusätzliche Sichtbarkeit über das brutkasten-Medienvolumen einsetzen wolle, verrät Rohde bereits: „Wir sind aktuell noch sehr gut durch Förderungen finanziert. Aber mit der weiteren Entwicklung werden wir früher oder später auch auf Investorensuche gehen.“

Duramea vertreten durch Jean Claude Koffi (2.v.l.) und Sebastian Rohde (2.v.r.) holte sich den brutkasten-Sonderpreis | (c) Hannes Winkler

Sonderpreis von Onsight Ventures für Cairos

Und noch ein weiterer Sonderpreis wurde dieses Jahr vergeben – von Onsight Ventures rund um Tech-Pionier und Investor Hermann Hauser. Das Siegerteam erhält ein Ticket für das Hermann Hauser Frontier Lab im Oktober in Graz. Den Preis holte sich das Montanuniversität-Leoben-Spinoff Cairos, das ein Verfahren zur Herstellung von erneuerbarem synthetischen Erdgas entwickelt. „Unser nächstes großes strategisches Ziel ist die erste kommerzielle Anlage und dafür werden wir Kapital brauchen. Da wird uns die Teilnahme am Hermann Hauser Frontier Lab definitiv weiterhelfen“, kommentiert Co-Founder Martin Peham gegenüber brutkasten.

Cairos von Andreas Krammer (2.v.l.) und Martin Peham (2.v.r.) sicherte sich den Sonderpreis von Onsight Ventures | (c) Hannes Winkler
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