20.06.2025
PERSONALIE

tech2b: Lukas Keplinger löst Raphael Friedl als Inkubator-Chef ab

Raphael Friedl war seit 2019 tech2b-Geschäftsführer. Mit Lukas Keplinger folgt ihm Ende Juli ein Betriebswirt mit Startup-Erfahrung.
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Lukas Keplinger wird neuer Geschäftsführer von tech2b | (c) Land OÖ / Denise Stinglmayr
Lukas Keplinger wird neuer Geschäftsführer von tech2b | (c) Land OÖ / Denise Stinglmayr

557 betreute Projekte, 350 gegründete Unternehmen – das ist die All-Time-Statistik des oberösterreichischen Inkubators tech2b, der seit mittlerweile mehr als 20 Jahren aktiv ist. Es zählt damit zu den größten Inkubationsprogrammen des Landes – und jährlich gehen laut eigenen Angaben um die 100 weitere qualifizierte Bewerbungen ein. Einen großen Anteil an dieser Bilanz hatte in den vergangenen Jahren Raphael Friedl. Er leitete das Programm seit 2019 als Geschäftsführer. Mit Ende Juli wird er nun von Lukas Keplinger abgelöst, wie die oberösterreichische Landesregierung bekanntgab.

Lukas Keplinger: Erfahrung bei KI-Startup, Rüstungskonzern und ÖVP

Der gebürtige Linzer hat sein Betriebswirtschaftsstudium – im Masterstudiengang mit dem Schwerpunkt Technologie und Innovationsmanagement – an der Universität Wien absolviert. Vor seiner Tätigkeit als Beirat des Risk-Intelligence-Startups nexus. Group AI war Keplinger bei der Österreich-Tochter des französischen Elektronik- und Rüstungs-Konzerns Thales in Wien tätig. Zuletzt verantwortete er bei der Plath AG in Bern als Mitglied der Geschäftsführung die Bereiche Finanzen, Human Resources und Einkauf. Davor war er in mehreren Funktionen für die ÖVP tätig, unter anderem als Kabinettsreferent für die damalige Kanzleramtsministerin Juliane Bogner-Strauss.

„Das liegt in meiner DNA“

Der oberösterreichische Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner (ÖVP) kommentiert in einer Aussendung: „Lukas Keplinger hat sich bereits während seines Studiums als Studienassistent intensiv mit Technologie- und Innovationsmanagement befasst und bringt neben seiner internationalen Management-Erfahrung auch fundiertes Wissen im Bereich Unternehmensgründungen sowie öffentlicher Verwaltung mit. Mit diesem Bündel an Know-how wird er den Erfolgskurs von tech2b fortsetzen.“ Und Keplinger selbst meint: „Über den Tellerrand blicken, Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden sowie gemeinsam im Team Probleme lösen und Ziele erreichen, das liegt in meiner DNA.“

tech2b: „Rundum-Betreuung“ mit Alumni wie Storyblok und Tractive

Tech2b will oberösterreichischen Startups mit seinem Angebot eine „Rundum-Betreuung“ über mehrere Phasen bieten. Diese reicht vom Frühphasen-Inkubationsprogramm „Ideate“ über „Activate“ für die Gründungsphase zu „Incubate“ und geht weiter mit dem Programm „Business 2 Excellence“ und „PIER 4“. Dabei findet unter anderem eine Vernetzung mit Leitbetrieben statt und es soll bei der Internationalisierung unterstützt werden. Besondere Schwerpunkte sind HighTech, MedTech und GreenTech. Unter den Alumni sind bekannte Scaleups wie Storyblok und Tractive.

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Herbert Eibensteiner, CEO voestalpine AG, und Michael Strugl, CEO Verbund AG | (c) voestalpine/Michael Jurtin
Herbert Eibensteiner, CEO voestalpine AG, und Michael Strugl, CEO Verbund AG | (c) voestalpine/Michael Jurtin

Beim Start 2019 war „H2FUTURE“ von voestalpine und Verbund das weltweit größte Wasserstoffpilotprojekt. Sieben Jahre später ist von derartigen Superlativen zwar nicht mehr die Rede, doch im Rahmen der Weiterführung unter dem Titel „H2FUTURE-Follow-Up“ sollen die Grundlagen für einen grundlegenden Wandel in der Stahlproduktion bei der voestalpine geschaffen werden. Dafür investieren die Projektpartner weitere 16,4 Millionen Euro.

Schon bislang wurde am Standort mittels „Protonen-Austausch-Membran-(PEM)-Elektrolyseanlage“ grüner Wasserstoff erzeugt – konkret knapp unter 2.000 Tonnen im gesamten Zeitraum. Die Anlage wird aktuell insbesondere dafür genutzt, um Frequenzschwankungen im Stromnetz auszugleichen, die durch die unregelmäßige Verfügbarkeit erneuerbarer Energien oder unterschiedliche Strombedarfe entstehen.

Erweiterung bringt neue Funktionen und Möglichkeiten

Mit der Erweiterung der Anlage kommen zur Erzeugung des Wasserstoffs nun auch die Verdichtung, Reinigung, Speicherung sowie die Verladung und Weiterverwendung hinzu. Vier von insgesamt fünf neuen Wasserstoffspeichertanks sollen Schwankungen zwischen der fluktuierenden Wasserstofferzeugung und dem Verbrauch ausgleichen und so zur Versorgungssicherheit beitragen. Über den fünften (Versand-)Tank soll ab Ende 2027 die Demonstrationsanlage „HY4SMELT“ direkt über eine rund einen Kilometer lange Rohrleitung mit Wasserstoff versorgt werden. Dabei handelt es sich laut voestalpine um Österreichs größtes Klimaschutz-Forschungsprojekt. Außerdem kann der Wasserstoff nun mittels Hochdruckverdichtern auf bis zu 500 bar komprimiert und in Trailer für den Straßentransport abgefüllt werden, um auch an externe Abnehmer:innen geliefert werden zu können.

Die Wasserstoffpilotanlage H2FUTURE | (c) Verbund

„Wir haben mit greentec steel eine klare Strategie zur Transformation unserer Stahlproduktion. Wir werden bereits im 1. Halbjahr 2027 je einen grünstrombetriebenen Elektrolichtbogenofen in Linz und Donawitz in Betrieb nehmen und können damit in einem ersten Schritt bis 2029 bis zu 30 Prozent unserer CO2-Emissionen einsparen. Langfristig streben wir bis 2050 eine Stahlproduktion mit Net-Zero-CO2-Emissionen an. Wasserstoff wird dabei eine wichtige Rolle einnehmen“, sagt dazu voestalpine-CEO Herbert Eibensteiner.

Erste neue Forschungsergebnisse Ende des Jahres

Die ersten Funktionstests des erweiterten Projekts wurden bereits gestartet, erste Forschungsergebnisse werden Ende 2026 erwartet. Das Projekt endet im Dezember 2030 und wird auch aus Mitteln der Umweltförderung des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus gefördert. „Das Projekt zeigt im industriellen Maßstab, wie erneuerbarer Strom in grünen Wasserstoff umgewandelt und für konkrete industrielle Anwendungen nutzbar gemacht werden kann“, kommentiert Verbund-CEO Michael Strugl.

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