12.10.2022

Bitpanda Gründer & 3VC beteiligen sich an 41,5 Mio. Dollar Investment für Blockchain-Startup Tatum

Das 2018 in Tschechien gegründete Startup Tatum mit Sitz in London und Miami unterstützt Unternehmen mit einer Plattform, ihre eigenen Blockchain-Apps zu entwickeln. An der jüngsten Finanzierungsrunde beteiligen sich unter anderem 3VC aus Wien und die Bitpanda Gründer.
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(c) Tatum

41,5 Millionen US-Dollar umfasst die jüngste Finanzierungsrunde für das Blockchain-Startup Tatum, das mit seiner Plattform die Entwicklung von Blockchain-Anwendungen künftig drastisch vereinfachen möchte. Die Plattform verfügt laut Tatum über ein Framework für über 40 Blockchain-Protokolle. Zudem werden eine Reihe von Funktionen angeboten, die eine App-Entwicklung beschleunigen sollen. Dazu zählen beispielsweise Smart Contracts, Zahlungslösungen aber auch Web 3.0 Anwendungen.

Bitpanda Gründer mit an Bord

Die jüngste Finanzierungsrunde in zweistelliger Millionenhöhe wird vom US-Risikokapitalgeber Evolution Equity Partners angeführt. Zudem beteiligen sich laut Aussendung auch der österreichische Risikokapitalgeber 3VC sowie die Bitpanda-Gründer an der Runde. Weitere Investoren sind unter anderem Octopus Ventures aus Großbritannien sowie Tensor Ventures und Depo Ventures aus Tschechien. Ursprünglich wurde Tatum auch in Tschechien gegründet. Mittlerweile verfügt das Unternehmen über einen Sitz in den USA und Großbritannien und zählt laut eigenen Angaben rund 90.000 Kund:innen weltweit.

3VC zieht als Bestandsinvestor mit

3VC gehörte bereits zu den Bestandsinvestoren. Peter Lasinger, Partner bei 3VC, kommentiert das Follow-Up-Investment und den Mehrwert der Plattform von Tatum wie folgt: „Tatum senkt die Eintrittsbarrieren, damit jeder Entwickler und jedes Unternehmen Web3-Dienste erstellen und betreiben kann – besser, schneller und günstiger“.

Erst im Sommer diesen Jahres legte 3VC seinen zweiten Fonds in Höhe von 150 Million Euro auf. Der VC mit Sitz in Wien fokussiert sich dabei auf Technologie-Startups mit globalen Wachstumsambitionen – mehr über den Investment-Fokus könnt ihr übrigens auch im brutcast erfahren.

„Web 3.0 Entwicklung auf einem Allzeithoch“

Wie 3VC weiters in seiner Aussendung schreibt, würde derzeit ein enormer Bedarf an Entwickler-Tools und Infrastruktur-Anbietern für Web 3.0 bestehen. Dazu heißt es von Seiten des Wiener VCs: „Auch wenn alle über den Krypto-Winter sprechen, ist die Web3-Entwicklung tatsächlich auf einem Allzeithoch“.

Derzeit würde es weltweit nur etwa 18.000 Web3-Entwickler:innen geben, was gerade einmal 0,07 Prozent der weltweit rund 27 Millionen Softwareentwickler:innen entspricht. Durch das Senken der Eintrittsbarrieren könnte Tatum mit seiner Plattform hier Abhilfe schaffen, so 3VC weiters.

Mit Hilfe der jüngsten Finanzierung soll nun das weitere Wachstum beschleunigt werden. Derzeit wächst die Plattform laut Tatum um 7000 Kund:innen pro Monat. Dahingehend soll auch Geld in Marketing und den Community-Aufbau fließen.


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Die Oceanloop-Gründer Fabian Riedel und Bert Wecker | (c) Oceanloop
Die Oceanloop-Gründer Fabian Riedel und Bert Wecker | (c) Oceanloop

„Diese Finanzierung markiert den Beginn der industriellen Skalierung von Oceanloop“, erklärt Fabian Riedel, Gründer und CEO des Aquakultur-Scaleups mit Sitz in München. Das 2023 durch eine Fusion entstandene Unternehmen kommunizierte nun eine große Finanzierungsrunde: Das Unternehmen hat sich Zusagen über bis zu 38,5 Millionen Euro gesichert, um die erste kommerzielle Riesenzackenbarsch-Zucht in Europa aufzubauen und seine softwaregesteuerte Kreislauftechnologie (Recirculating Aquaculture Systems, RAS) zu skalieren.

Millioneninvestment und riesiger EIB-Kreditrahmen

Die aktuelle Finanzierung besteht aus einem Investment und einer Kreditzusage. Angeführt wird die Eigenkapitalrunde von der Investmentfirma Hatch Blue und deren „Blue Revolution Fund“. Als strategischer Partner beteiligt sich zudem Stolt Ventures. Deren Muttergesellschaft Stolt-Nielsen bringt über 50 Jahre Erfahrung im Bereich der landgestützten Plattfischzucht in die Partnerschaft ein. Den maßgeblich größeren Anteil der Finanzierung stellt allerdings die Europäische Investitionsbank (EIB) im Rahmen einer Venture-Debt-Fazilität, also eines Kreditrahmens, über 32 Millionen Euro bereit. Dieser bereits 2024 vereinbarte Kredit wurde im Juli 2026 erweitert, um speziell die Zucht von Riesenzackenbarschen abzudecken. Abgesichert wird das Darlehen durch das InvestEU-Programm der Europäischen Union.

Zackenbarsch im Fokus, Garnelen in Planung

Der Fokus des Jungunternehmens liegt auf dem Riesenzackenbarsch, der vor allem in asiatischen Premium-Märkten für sein festes Fleisch und seine kulinarische Vielseitigkeit geschätzt wird. Mit der lokalen Produktion in Europa wolle man eine neue Premium-Kategorie für die Gastronomie etablieren und gleichzeitig eine nachhaltigere Alternative zu weit gereisten Importen bieten, heißt es vonseiten des Unternehmens in einer Aussendung. Da die verwendete Technologie modular aufgebaut und softwaregesteuert ist, bleibt sie hochgradig flexibel. Oceanloop forscht parallel an der landgestützten Garnelenzucht und führt bereits Lizenzgespräche für internationale Partnerschaften.

Zwischen Schleswig-Holstein und Gran Canaria

Die Skalierung erfolgt in zwei Schritten: Am bestehenden Entwicklungsstandort im schleswig-holsteinischen Strande bei Kiel läuft der kommerzielle Vertrieb über das Schwesterunternehmen Honest Catch bereits seit April 2026. Für das laufende Jahr wird mit einer Ernte von rund 20 Tonnen gerechnet, die im kommenden Jahr auf 40 Tonnen anwachsen soll. Noch vor Ende 2026 soll am Standort der Bau einer neuen Anlage mit einer Jahreskapazität von 250 Tonnen beginnen, die zugleich als Referenz- und Schulungszentrum dient. Ab 2029 ist schließlich der Bau einer industriellen Großanlage mit einer Kapazität von 2.000 Tonnen auf Gran Canaria geplant, wo eine Tochtergesellschaft das Vorhaben bereits vorbereitet.

„Erhebliches Interesse von Partnern“

„Landgestützte Aquakultur kann zu einer wichtigen zusätzlichen Säule der europäischen Fischversorgung werden“, betont CEO Riedel mit Blick auf die EIB-Finanzierung. Diese erlaube es dem Unternehmen, mit einer langfristigen Perspektive in Technologie und Biokapazitäten zu investieren, was durch rein klassisches Startup-Kapital nur schwer darstellbar sei. Georg Baunach, Gründer und CEO von Hatch Blue, attestiert dem Scaleup eine starke Marktstrategie sowie ein Team, „das technisches Fachwissen, biologisches Verständnis und geschäftliches Geschick vereint“. Auch CTO Bert Wecker sieht den Horizont weit über Europa hinausreichen: Die breitere Plattform sei für eine internationale Replikation konzipiert. „Wir sehen erhebliches Interesse von Partnern, die erstklassige Meeresfrüchte näher am Konsumort produzieren möchten, ohne die erforderliche Biologie, Technik, Software und betriebliche Expertise von Grund auf neu entwickeln zu müssen“, so Wecker.

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