11.03.2019

44 Millionen Euro frisches Kapital: Talent Garden baut neue Standorte in Europa

Der Talent Garden Campus in Wien eröffnet offiziell am 28. März, der hiesige Standort soll von der internationalen Expansion profitieren. Auch ein Coworking Space in San Francisco ist geplant.
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Talent Garden
(c) Talent Garden

Das Coworking-Netzwerk Talent Garden hat eine weitere, 44 Millionen Euro schwere Finanzierungsrunde abgeschlossen. Zu den Geldgebern gehören StarTIP, Social Capital, Indiaco Ventures und einige weitere namhafte europäische Familienunternehmen.

Aktuell betreibt das Netzwerk 23 Standorte in 19 Städten und insgesamt acht Ländern. Die Talent Garden Innovation School ist bisher in fünf Ländern vertreten. Das frische Kapital soll die bereits eingeleitete internationale Expansion beschleunigen, unter anderem in Spanien und Deutschland. In den kommenden fünf Jahren sollen 20 neue Coworking Spaces eröffnet werden. So soll die europäische Tech-Landschaft auch außerhalb von Standorten wie London, Paris und Berlin gestärkt werden.

+++Talent Garden Pre-Opening: “Bitte einen Applaus fürs Durchhalten”+++

Hierin sieht man bei Talent Garden das Alleinstellungsmerkmal: Während sich die meisten Co-Working-Anbieter vorwiegend auf wenige europäische Großstädte fokussieren, nimmt das Netzwerk vorrangig aufstrebende Zweit- und Drittstandorte ins Visier, um dort mit bisher viel Erfolg lokale Tech-Ökosysteme zu etablieren. Zudem arbeitet man vor Ort mit starken lokalen Partnern zusammen.

Talent Garden-Eröffnung in Wien am 28. März

Schwerpunktland Nummer eins ist derzeit Spanien mit einem brandneuen Campus in Madrid und weiteren Standorten, die in Kürze bekannt gegeben werden. Weitere Neueröffnungen sind 2019 bereits in Frankreich geplant, auch im Heimatmarkt Italien werden neue Standorte angepeilt. Über das Joint Venture Talent Garden Rainmaking  werden drei Standorte in Kopenhagen betrieben. Nun ist man auf der Suche nach weiteren Standorten in Skandinavien.

Der erste Campus im deutschsprachigen Raum in Wien, der hiesige 5000 Quadratmeter große Coworking Space wird am 28. März offiziell eröffnet. Laut Heinz Grottenegg, Country Manager von Talent Garden Österreich, wird auch der Standort Wien durch die Expansion einen neuen Schub bekommen: „Wir können damit schon sehr bald auf ein immer größeres Netzwerk, seine Learnings und Kontakte zurückgreifen“, sagt er.

Neuer Campus in San Francisco

Die neue Runde ermöglicht auch das Wachstum in weitere, neue Märkte:  Dazu zählt wie zuvor bereits erwähnt Deutschland, aber auch der Schritt in die Benelux-Länder, die CEE-Region sowie Israel ist geplant. Für 2020 ist außerdem die Eröffnung eines Campus-Projekts in San Francisco fixiert, heißt es seitens des Unternehmens.

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V.l.: Philipp von Lattorff, Johanna Pirker, Georg Kopetz und Dietrich Haubenberger bilden die Arbeitsgruppe
V.l.: Philipp von Lattorff, Johanna Pirker, Georg Kopetz und Dietrich Haubenberger bilden die Arbeitsgruppe "Science to Business" von Forwit | (c) Johannes Zinner

Die Verhandlungen zur gemeinsamen europäischen Gesellschaftsform EU Inc. bewegen sich langsam auf die Zielgerade zu. Mitsprache haben dabei nicht nur die EU-Kommission, die bereits im März ihren Entwurf vorlegte, und das EU-Parlament, das letztlich über das Regelwerk abstimmen wird, sondern auch der Rat der EU, also die Regierungen der Mitgliedstaaten. In der zweiten Reihe machen zudem einige mächtige Interessensvertretungen, etwa mehrere nationalstaatliche Notariatsverbände, ihren Einfluss geltend.

Eines zeichnet sich dabei bereits klar ab: Die Verhandlungen laufen auf einen Kompromiss hinaus, wie brutkasten bereits analysierte. Bereits der Kommissionsentwurf war eine im Vergleich zu den ursprünglichen Forderungen der im Startup-Umfeld formierten Initiative „EU-INC“ abgespeckte Version. Dass es in den Verhandlungen zu Abänderungen im Sinne der Initiative kommt, ist höchst unwahrscheinlich. Vielmehr stehen Streichungen zentraler Punkte im Raum, die für die Initiative zum Kern des Vorhabens zählen.

„Once in a generation-Chance für Österreich und Europa“

Diese adressiert nun auch die Arbeitsgruppe „Science to Business“ des österreichischen Rats für Forschung, Wissenschaft, Innovation und Technologieentwicklung (Forwit) in einem offenen Brief an mehrere österreichische Regierungsmitglieder. Der Arbeitsgruppe gehören TTTech-Gründer Georg Kopetz, Informatik-Professorin Johanna Pirker, Neurologe Dietrich Haubenberger und Philipp von Lattorff, Aufsichtsratsvorsitzender des Boehringer Ingelheim Regional Center Vienna, an.

Die EU Inc. sei eine „once in a generation-Chance für Österreich und Europa“, heißt es im offenen Brief. Während die Bundesregierung mit der strategischen öffentlichen Beschaffung und der Errichtung eines Dachfonds bereits zwei „kritische Schwachstellen“ im Wissenstransfer in Österreich angehe, könne dies gemeinsam mit der EU mit der EU Inc. auch beim Thema Skalierung „schlagkräftig“ gelingen.

Regierung soll sich für zentrales Handelsregister und Mitarbeiter:innenbeteiligung einsetzen

Zwei aus Sicht von Forwit dafür maßgebliche Elemente der EU Inc., nämlich ein zentrales europäisches Handelsregister und eine standardisierte Mitarbeiter:innenbeteiligung, würden aber aktuell drohen, im Zuge der Verhandlungen gestrichen zu werden. Ersteres brauche man, damit es sich bei der EU Inc. tatsächlich um einen europäischen Standard handle, zweiteres, damit europäische Wachstumsunternehmen im Wettbewerb um Talente bestehen könnten. Zudem betont die Forwit-Arbeitsgruppe auch die Möglichkeiten, die die neue Gesellschaftsform KMU im Allgemeinen bieten könne.

Entsprechend fordert sie die Regierungsmitglieder im offenen Brief konkret dazu auf, sich in den Verhandlungen für das zentrale Handelsregister und die Mitarbeiter:innenbeteiligung einzusetzen, ebenso wie für die freie Wahl des Registrierungssitzes, den Zugang für alle Unternehmen und die Geltung des lokalen Arbeits- und Steuerrechts. Und zudem „die EU Inc. als Bestandteil der Umsetzung der Industriestrategie 2035 zu erachten und in der Folge entsprechend mitzugestalten.“ Man stehe den Adressat:innen und der gesamten Bundesregierung „für eine Vertiefung und Begleitung der österreichischen Position selbstverständlich zur Verfügung.“

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